Walter Amstutz: Unterschied zwischen den Versionen

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==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 617f) übernommen.</ref>==
 
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 617f) übernommen.</ref>==
Walter Amstutz stammte aus einer alten Engel­berger Familie<ref>Durrer, Familiennamen, 144f. Der latinisierte Name ist 1357 bezeugt: «Abt Walter de Clivo seligen», Urkunden Engelberg, Nr. 311.</ref> und ist der einzige Talbewohner, der zur äbtlichen Würde gelangte. Er war zunächst Mönch zu St. Leodegar in Luzern. Am 3. März 1296 ist er dort als Priester<ref>QW I /2, 52 Nr. 119.</ref>, am  29. Juni 1298 als Almosner<ref>Ibidem, 81f Nr. 174.</ref>, am 10. Januar 1313<ref>Ibidem, 330 Nr. 659.</ref> und am 4. Juni 1315<ref>Ibidem, 390fNr. 776. Aus seiner  Luzerner Zei t ist ein lateinischer  Brief überliefert, QW II /3, 31. .</ref> als Stellvertreter des Propstes bezeugt. 1317 erfolgte die Wahl zum Abt von Engelberg.<ref>.</ref> Dank seiner reichen Erfahrungen wurde er zu einem tüchtigen Verwalter seines Klosters. Er erwarb u. a. zwei Häuser in Luzern bei der Peterskapelle<ref>.</ref> und 1322 bis 1330 einen grossen Teil der Engstlenalp jenseits des Jochpasses als Ersatz für die Verluste im Alpstreit mit den Urnern.<ref>.</ref> Der Höhepunkt seiner Abtszeit war der Besuch der Königin Agnes von Ungarn im Jahr 1325. Sie wohnte der Weihe der neuerstellten Kloster­kirche durch den Weihbischof von Konstanz und der Gelübdeablegung von 139 Klosterfrauen bei.<ref>.</ref> Sie trug die ganzen Kosten der Feierlichkeiten und hinterliess dem Kloster kostbare Geschenke: den Chormantel von 1318<ref>.</ref> und das sogenannte Hochzeitskleid.<ref>.</ref> Völlig überraschend melden  die  Annalen zum Jahre 1331 die Resignation des Abt es Walter Amstutz.<ref>.</ref> Schon am 29. Januar 1330 hatte der Abt von Einsiedeln die Verwaltung  des  Klosters  übernommen. Ihm  hatte der Prior von Engelberg Rechenschaft abzulegen.<ref>.</ref> Walter Amstutz starb am 2. Januar 1332.<ref>.</ref>
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Walter Amstutz stammte aus einer alten Engel­berger Familie<ref>Durrer, Familiennamen, 144f. Der latinisierte Name ist 1357 bezeugt: «Abt Walter de Clivo seligen», Urkunden Engelberg, Nr. 311.</ref> und ist der einzige Talbewohner, der zur äbtlichen Würde gelangte. Er war zunächst Mönch zu St. Leodegar in Luzern. Am 3. März 1296 ist er dort als Priester<ref>QW I/2, S. 52, Nr. 119.</ref>, am  29. Juni 1298 als Almosner<ref>Ibidem, S. 81f, Nr. 174.</ref>, am 10. Januar 1313<ref>Ibidem, S. 330, Nr. 659.</ref> und am 4. Juni 1315<ref>Ibidem, S. 390f, Nr. 776. Aus seiner  Luzerner Zeit ist ein lateinischer  Brief überliefert, QW II/3, S. 31.</ref> als Stellvertreter des Propstes bezeugt. 1317 erfolgte die Wahl zum Abt von Engelberg.<ref>In einer Urkunde vom 10. Oktober 1317 ist bloss von den Herren von Engelberg die Rede, ein Abt wird nicht genannt, QW I/2, S. 458f. Nr.903, Urkunden Engelberg, Nr.206. Am 13. September 1318 verkaufte Abt Walter ein Gut, um die Annaten an den päpstlichen Hof in  Avignon bezahlen zu können, QW I/2, S. 486, Nr. 952, Urkunden Engelberg, Nr. 208. Die Bestätigung der Wahl hatte sich offenbar verzögert, vgl. Heer, Vergangenheit, S. 84.</ref> Dank seiner reichen Erfahrungen wurde er zu einem tüchtigen Verwalter seines Klosters. Er erwarb u. a. zwei Häuser in Luzern bei der Peterskapelle<ref>Renward Cysat, Collectanea chronica I/I/I, hg. von Josef Schmid, Luzern 1969 (Quellen und Forschungen zur Kulturgeschichte von Luzern 4/I), S. 163. Zum Engelbergerhaus siehe Urkunden Engelberg, Nr.236 Anm. 1.</ref> und 1322 bis 1330 einen grossen Teil der Engstlenalp jenseits des Jochpasses als Ersatz für die Verluste im Alpstreit mit den Urnern.<ref>QW I/2, S. 564, Nr.1111, S. 573f,  Nr. 1132, 598f, Nr. 1187, S. 627, Nr. 1258, S. 682, Nr. 1394, S. 683, Nr. 1396, S. 723, Nr. 1487, S. 740, Nr. 1526. Urkunden Engelberg, Nr. 214-230.</ref> Der Höhepunkt seiner Abtszeit war der Besuch der Königin Agnes von Ungarn im Jahr 1325. Sie wohnte der Weihe der neuerstellten Kloster­kirche durch den Weihbischof von Konstanz und der Gelübdeablegung von 139 Klosterfrauen bei.<ref>Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111. Gall Heer, Hohe Frauenkunst, in Titlisgrüsse 11, 1925, S. 49-53 und S. 79- 82.</ref> Sie trug die ganzen Kosten der Feierlichkeiten und hinterliess dem Kloster kostbare Geschenke: den Chormantel von 1318<ref>Durrer, KDUnterwalden, 161- 165. - 11 Ib., 662- 677. Es wird im Frauenkloster Samen aufbewahrt und zum Teil als Kleid für das Sarner J esuskleid verwendet..</ref> und das sogenannte Hochzeitskleid.<ref>.</ref> Völlig überraschend melden  die  Annalen zum Jahre 1331 die Resignation des Abt es Walter Amstutz.<ref>.</ref> Schon am 29. Januar 1330 hatte der Abt von Einsiedeln die Verwaltung  des  Klosters  übernommen. Ihm  hatte der Prior von Engelberg Rechenschaft abzulegen.<ref>.</ref> Walter Amstutz starb am 2. Januar 1332.<ref>.</ref>
  
  

Version vom 5. März 2020, 06:44 Uhr

Walter Amstutz, de Clivo (* unbekannt; † 2. Januar 1332 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1317–1331

Lebensbeschreibung[1]

Walter Amstutz stammte aus einer alten Engel­berger Familie[2] und ist der einzige Talbewohner, der zur äbtlichen Würde gelangte. Er war zunächst Mönch zu St. Leodegar in Luzern. Am 3. März 1296 ist er dort als Priester[3], am 29. Juni 1298 als Almosner[4], am 10. Januar 1313[5] und am 4. Juni 1315[6] als Stellvertreter des Propstes bezeugt. 1317 erfolgte die Wahl zum Abt von Engelberg.[7] Dank seiner reichen Erfahrungen wurde er zu einem tüchtigen Verwalter seines Klosters. Er erwarb u. a. zwei Häuser in Luzern bei der Peterskapelle[8] und 1322 bis 1330 einen grossen Teil der Engstlenalp jenseits des Jochpasses als Ersatz für die Verluste im Alpstreit mit den Urnern.[9] Der Höhepunkt seiner Abtszeit war der Besuch der Königin Agnes von Ungarn im Jahr 1325. Sie wohnte der Weihe der neuerstellten Kloster­kirche durch den Weihbischof von Konstanz und der Gelübdeablegung von 139 Klosterfrauen bei.[10] Sie trug die ganzen Kosten der Feierlichkeiten und hinterliess dem Kloster kostbare Geschenke: den Chormantel von 1318[11] und das sogenannte Hochzeitskleid.[12] Völlig überraschend melden die Annalen zum Jahre 1331 die Resignation des Abt es Walter Amstutz.[13] Schon am 29. Januar 1330 hatte der Abt von Einsiedeln die Verwaltung des Klosters übernommen. Ihm hatte der Prior von Engelberg Rechenschaft abzulegen.[14] Walter Amstutz starb am 2. Januar 1332.[15]


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 617f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, 144f. Der latinisierte Name ist 1357 bezeugt: «Abt Walter de Clivo seligen», Urkunden Engelberg, Nr. 311.
  3. QW I/2, S. 52, Nr. 119.
  4. Ibidem, S. 81f, Nr. 174.
  5. Ibidem, S. 330, Nr. 659.
  6. Ibidem, S. 390f, Nr. 776. Aus seiner Luzerner Zeit ist ein lateinischer Brief überliefert, QW II/3, S. 31.
  7. In einer Urkunde vom 10. Oktober 1317 ist bloss von den Herren von Engelberg die Rede, ein Abt wird nicht genannt, QW I/2, S. 458f. Nr.903, Urkunden Engelberg, Nr.206. Am 13. September 1318 verkaufte Abt Walter ein Gut, um die Annaten an den päpstlichen Hof in Avignon bezahlen zu können, QW I/2, S. 486, Nr. 952, Urkunden Engelberg, Nr. 208. Die Bestätigung der Wahl hatte sich offenbar verzögert, vgl. Heer, Vergangenheit, S. 84.
  8. Renward Cysat, Collectanea chronica I/I/I, hg. von Josef Schmid, Luzern 1969 (Quellen und Forschungen zur Kulturgeschichte von Luzern 4/I), S. 163. Zum Engelbergerhaus siehe Urkunden Engelberg, Nr.236 Anm. 1.
  9. QW I/2, S. 564, Nr.1111, S. 573f, Nr. 1132, 598f, Nr. 1187, S. 627, Nr. 1258, S. 682, Nr. 1394, S. 683, Nr. 1396, S. 723, Nr. 1487, S. 740, Nr. 1526. Urkunden Engelberg, Nr. 214-230.
  10. Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111. Gall Heer, Hohe Frauenkunst, in Titlisgrüsse 11, 1925, S. 49-53 und S. 79- 82.
  11. Durrer, KDUnterwalden, 161- 165. - 11 Ib., 662- 677. Es wird im Frauenkloster Samen aufbewahrt und zum Teil als Kleid für das Sarner J esuskleid verwendet..
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Bibliographie