Professbuch: Unterschied zwischen den Versionen

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Für seine Arbeit konnte P. Gall Heer auf die drei Engelberger Nekrologe von 1345, ca. 1450 und 1490<ref>StiBiEbg cod. 26, StiBiEbg cod. 10 und StiBiEbg cod. 11.</ref> zurückgreifen, die trotz der Brandfälle von um 1200, von 1306 und 1729 erhalten blieben. Auch die Abschriften der Nekrologe durch Klosterchronist und Annalist P. [[Ildephons Straumeyer]] aus dem 18. Jahrhundert und Abt Placidus Tanner aus dem 19. Jahrhundert standen Heer zur Verfügung.
 
Für seine Arbeit konnte P. Gall Heer auf die drei Engelberger Nekrologe von 1345, ca. 1450 und 1490<ref>StiBiEbg cod. 26, StiBiEbg cod. 10 und StiBiEbg cod. 11.</ref> zurückgreifen, die trotz der Brandfälle von um 1200, von 1306 und 1729 erhalten blieben. Auch die Abschriften der Nekrologe durch Klosterchronist und Annalist P. [[Ildephons Straumeyer]] aus dem 18. Jahrhundert und Abt Placidus Tanner aus dem 19. Jahrhundert standen Heer zur Verfügung.
  
P. Gall Heer hielt sich für seine Bearbeitungen inhaltlich und konzeptionell an das Vorbild des Professbuchs von P. Benedikt Gottwald, da er bei Straumeyer Bearbeitungslücken und gelegentliche Fehllesungen sah, vor allem aber, "weil er (P. Ildephons Straumeyer) den Unterschied zwischen ältern und spätern Einträgen zu wenig beachtet". Durch die Arbeit an seiner umfangreichen Klostergeschichte und anderen Publikationen geriet die Herausgabe des Professbuch ins Hintertreffen und konnte auch danach nicht mehr veröffentlicht werden. Aus den Recherchen von P. Gall ist aber umfangreiches Textmaterial in Form eines maschinengeschriebenen Typoskripts erhalten. Darin hatte er die Biografien der Mönche aufgearbeitet, die bis zum Jahr 1866 Profess abgelegt hatten. Dank der Nachrufe in den Engelberger "Titlisgrüssen", deren erste Nummer 1915 vom Kloster herausgegeben wurde und weiteren Nachforschungen von Br. Meinrad Haberl liegen biografische Texte praktisch aller bereits verstorbenen Mönche vor.
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P. Gall Heer hielt sich für seine Bearbeitungen inhaltlich und konzeptionell an das Vorbild des Professbuchs von P. Benedikt Gottwald, da er bei Straumeyer Bearbeitungslücken und gelegentliche Fehllesungen sah, vor allem aber, "weil er (P. Ildephons Straumeyer) den Unterschied zwischen ältern und spätern Einträgen zu wenig beachtet". Durch die Arbeit an seiner umfangreichen Klostergeschichte und anderen Publikationen geriet die Herausgabe des Professbuch ins Hintertreffen und konnte auch danach nicht mehr veröffentlicht werden. Aus den Recherchen von P. Gall ist aber umfangreiches Textmaterial in Form eines maschinengeschriebenen Typoskripts erhalten. Darin hatte er die Biografien der Mönche aufgearbeitet, die bis zum Jahr 1866 Profess abgelegt hatten. Dank der Nachrufe in den Engelberger "Titlisgrüssen", deren erste Nummer 1915 vom Kloster herausgegeben wurde und weiteren Nachforschungen von Br. Meinrad Haberl liegen biografische Texte praktisch aller bereits verstorbenen Mönche vor. Br. Meinrad Haberl hat umfangreiches Material zu den Mönchen aus Quellen und Literatur zusammengetragen und ältere Professbucheinträge korrigiert. Davon konnte vieles für die Online-Biografien übernommen werden. Hinweise auf seine Materialsammlung, die noch immer in Bearbeitung steht, finden sich im Professbuch vermerkt. Das Manuskript von Br. Meinrad Haberl ist im Stiftsarchiv einsehbar.
  
 
Das Professbuch-Wiki veröffentlicht diese Vorarbeiten nach einer redaktioneller Bearbeitung durch Annina Sandmeier-Walt und Ergänzungen durch Stiftsarchivar Rolf De Kegel. Auch die von P. [[Gall Heer]] erstellten Äbtebiografien der Helvetia Sacra konnten dank Erlaubnis des Schwabe Verlags ins Professbuch integriert werden.
 
Das Professbuch-Wiki veröffentlicht diese Vorarbeiten nach einer redaktioneller Bearbeitung durch Annina Sandmeier-Walt und Ergänzungen durch Stiftsarchivar Rolf De Kegel. Auch die von P. [[Gall Heer]] erstellten Äbtebiografien der Helvetia Sacra konnten dank Erlaubnis des Schwabe Verlags ins Professbuch integriert werden.

Aktuelle Version vom 3. Juni 2022, 01:16 Uhr

Einführung zum Professbuch-Wiki

Das Professbuch des Klosters Engelberg ist ein Nachschlagewerk zu Personen und zur Organisation des Klosters über die Zeitspanne seines Bestehens. P. Gall Heer arbeitete über mehrere Jahrzehnte am Engelberger Professbuch-Manuskript. Er fasste als Definition Folgendes zusammen: «Kurz gesagt: es soll ein Verzeichnis aller Konventualen sein, die sich durch die Gelübde (Profess) dauernd dem Kloster verbunden haben.» Beschrieben sind hier quellenkundlich bekannte Mitglieder des Klosters seit dessen Gründung, minimal mit Lebens-, Profess- und Weihedaten, meist und wo möglich auch mit Kurzbiografien und weiteren Hinweisen auf Schriften und Musikwerke. Über die Suchfunktion der Seite (oben rechts) kann jeder Name oder Begriff eingegeben werden. Die gesammelten Informationen zu den einzelnen Mönchen sind auch in Listen aufgeführt, um die Suchbarkeit zu vereinfachen.

Personenlisten

Personensuche nach Kategorien

Suche nach Funktionen im Kloster

Suche nach Tätigkeitsgebieten

Suche nach Herkunft

Entstehungsgeschichte des Engelberger Professbuchs[1]

Das Archivieren von Professurkunden war von Anfang an eine Tradition in den Benediktinerklöstern. Frühe erhaltene Einträge von Personennamen finden sich beispielsweise in Verbrüderungsbüchern wie der Reichenau aus dem 9. Jahrhundert oder in Totenverzeichnissen, sogenannten Nekrologen. Später wurden einzelne Professlisten oder Buchrollen zu einem Buch oder mehreren Bänden zusammengefasst. Waren diese vor dem 16. Jahrhundert meist aus Pergament gewesen, wurden sie von da an in Papierhefte eingetragen. Ab dem 18. Jahrhundert gab es bereits gedruckte Professlisten. Allerdings war der Begriff Professbuch noch nicht gebräuchlich. Die Rede war von "Album", "Catalogus" oder "Monasticum". Viele Schweizer Klöster, darunter auch Engelberg, gaben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts "Alben" heraus, die neben den Namen der Konventualen auch ergänzende Angaben und Register führen. Für das Kloster Engelberg publizierte P. Benedikt Gottwald 1882 das "Album Engelbergense", das insbesondere für die Äbte und Mönche bis zum Ende des 17. Jahrhundert biografische Hinweise in Quellen enthält. Für die jüngeren Konventualen vermerkte Gottwald die Herkunft, die wichtigsten Daten und zum Teil auch die Funktion im Kloster.

P. Pirmin Lindner (1848–1912) aus Innsbruck, der 1885 ins Benediktinerstift St. Peter in Salzburg eintrat, prägte die Form des sogenannten "Professbuchs", wie es auch ab dem 20. Jahrhundert in der Schweiz gebräuchlich wurde – als gedrucktes Verzeichnis von oft grossem Umfang in Buchform. Lindner hat mehrere Professbücher und Monastica herausgegeben und damit auch andere Klöster inspiriert.

Nach dem Vorbild von P. Pirmin Lindner wollte der Einsiedler Mönch P. Rudolf Henggeler ein "Monasticum Benedictinum Helvetiae" - gemeint sind hiermit die gesamten Professbücher der Schweizer Benediktinerklöster - herausgeben und gelangte mit seiner Idee 1931 an die Äbtekonferenz der Schweizerischen Benediktinerkongregation. Innert kürzester Zeit erschienen in den 1930er-Jahren die Professbücher der Benediktinerabteien St. Gallen, Pfäfers, Rheinau, Fischingen und Einsiedeln. In den folgenden zwei Jahrzehnten veröffentlichte Henggeler noch weitere Bände, etwa zu Allerheiligen, Disentis und Mariastein. Davon angeregt, erhielt P. Gall Heer wohl noch in den 1930er-Jahren von Abt Leodegar Hunkeler den Auftrag, das Professbuch von Engelberg zu bearbeiten.

Für seine Arbeit konnte P. Gall Heer auf die drei Engelberger Nekrologe von 1345, ca. 1450 und 1490[2] zurückgreifen, die trotz der Brandfälle von um 1200, von 1306 und 1729 erhalten blieben. Auch die Abschriften der Nekrologe durch Klosterchronist und Annalist P. Ildephons Straumeyer aus dem 18. Jahrhundert und Abt Placidus Tanner aus dem 19. Jahrhundert standen Heer zur Verfügung.

P. Gall Heer hielt sich für seine Bearbeitungen inhaltlich und konzeptionell an das Vorbild des Professbuchs von P. Benedikt Gottwald, da er bei Straumeyer Bearbeitungslücken und gelegentliche Fehllesungen sah, vor allem aber, "weil er (P. Ildephons Straumeyer) den Unterschied zwischen ältern und spätern Einträgen zu wenig beachtet". Durch die Arbeit an seiner umfangreichen Klostergeschichte und anderen Publikationen geriet die Herausgabe des Professbuch ins Hintertreffen und konnte auch danach nicht mehr veröffentlicht werden. Aus den Recherchen von P. Gall ist aber umfangreiches Textmaterial in Form eines maschinengeschriebenen Typoskripts erhalten. Darin hatte er die Biografien der Mönche aufgearbeitet, die bis zum Jahr 1866 Profess abgelegt hatten. Dank der Nachrufe in den Engelberger "Titlisgrüssen", deren erste Nummer 1915 vom Kloster herausgegeben wurde und weiteren Nachforschungen von Br. Meinrad Haberl liegen biografische Texte praktisch aller bereits verstorbenen Mönche vor. Br. Meinrad Haberl hat umfangreiches Material zu den Mönchen aus Quellen und Literatur zusammengetragen und ältere Professbucheinträge korrigiert. Davon konnte vieles für die Online-Biografien übernommen werden. Hinweise auf seine Materialsammlung, die noch immer in Bearbeitung steht, finden sich im Professbuch vermerkt. Das Manuskript von Br. Meinrad Haberl ist im Stiftsarchiv einsehbar.

Das Professbuch-Wiki veröffentlicht diese Vorarbeiten nach einer redaktioneller Bearbeitung durch Annina Sandmeier-Walt und Ergänzungen durch Stiftsarchivar Rolf De Kegel. Auch die von P. Gall Heer erstellten Äbtebiografien der Helvetia Sacra konnten dank Erlaubnis des Schwabe Verlags ins Professbuch integriert werden.

Anmerkungen zur Quellenkritik und zum Datenschutz im Professbuch-Wiki

Für die inhaltliche Bearbeitung des Professbuchs wurden aus Zeitgründen primär die bereits vorhandenen Rechercheunterlagen[3] verwendet. Teile der Lebensbeschreibungen der Konventualen wurden in ihrer ursprünglichen Fassung belassen und sprachlich marginal angepasst. Gewisse Formulierungen wirken daher etwas veraltet und sind aus ihrem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang zu verstehen. Zudem muss beachtet werden, dass die Beschreibungen aus klosterinterner Perspektive verfasst wurden. Aus Datenschutzgründen wurden bei den nach 1922 geborenen und nach 1972 verstorbenen Mönchen nur Lebensdaten und Ämterlisten geführt, auf Lebensbeschreibungen wurde verzichtet.

Es kommt vor, dass die Professbuchunterlagen sich widersprechen oder sich gewisse Lücken gerade in den Listen der Ämter sich auch nach Konsultation anderer Quellen wie Kapitelsakten, in denen Ämterwechsel vielfach dokumentiert sind, nicht füllen lassen. Unsicherheiten oder fehlende Angaben wurden auch für den Nutzer und die Nutzerin des Professbuchs sichtbar mit einem Fragezeichen vermerkt. Weil im Kloster Engelberg primär Todesdaten und nicht Professdaten systematisch gesammelt wurden, konnten Personen, die zwar Profess abgelegt hatten, dann aber das Kloster verliessen, hier nicht erfasst werden.

Einzelnachweise

  1. Dieser Abschnitt wurde weitgehend aus folgendem Artikel übernommen: Sandmeier-Walt, Annina: Das Professbuch des Klosters Engelberg, in: Fuchs, Walter (Hg.): Kloster Engelberg und Küsnacht am Zürichsee. 588 Jahre Geschichte, Küsnacht 2021, S. 18-27.
  2. StiBiEbg cod. 26, StiBiEbg cod. 10 und StiBiEbg cod. 11.
  3. Unterlagen Professbuch P. Gall Heer, Manuskript Br. Meinrad Haberl und die Nachrufe aus den Titlisgrüssen.