Plazidus Niederberger

Aus Kloster-Engelberg
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Plazidus (Kaspar Josef Alois) Niederberger (* 4. November 1729 in Buochs; † 17. August 1806 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. September 1748

Priesterweihe: 24. Dezember 1752

Primiz: 27. Dezember 1752

Ämter

Lehrer: 1753–17?

Subprior: 1757–17?

Unterpfarrer in Engelberg: 1761–1763

Vestiar: 1764–1769

Küchenmeister: 1767–1778?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Nikolaus Niederberger und der Anna Barbara Francisca Achermann.

Paten: Johann Kaspar Zimmermann und Beatrix Genoveva Durrer.

Firmpate: Johann Kaspar Achermann.

Lebensbeschreibung[1]

Die Niederberger sind Nidwaldner, Dorfleute von Buochs. Hier wurde P. Plazidus am 4. November 1729 als Sohn des Nikolaus Niederberger und der Anna Barbara Francisca Achermann geboren und auf den Namen Kaspar Josef Alois getauft. Die Paten hiessen Johann Kaspar Zimmermann und M. Beatrix Genoveva Durrer. Die Firmung spendete ihm der Generalvikar und Weihbischof von Konstanz, Franz Anton Geist, am 10. Oktober 1731. Pate war dabei Johann Kaspar Achermann. Dies bezeugt der Pfarrer Franz Remigi Häder am 31. März 1747 zum Eintritt ins Noviziat. Kaspar kam am 7. September 1744 an die Stiftsschule, der Vater bezahlte für ihn das Tischgeld.[2] Er ist unter den Schülern aufgeführt, die am 5. September 1745 der Weihe der neuen Klosterkirche beiwohnten.[3]

Am 9. September 1747 kam er erstmals vor das Kapitel mit der Bitte um Zulassung zum Noviziat. Er trug seine Bitte zusammen mit Rusca, Weber und Schnüepper vor.[4] Für ihn versprachen die Eltern als Mitgift 450 flor ausser den nötigen Kleidern und einem Kelch. Er erhielt von allen vier Kandidaten das beste Zeugnis und die meisten Stimmen. Am 30. August 1748 wurde er zur Profess zugelassen, die er am 15. September gemeinsam mit Thomas Weber und Adelhelm Schnüepper als Fr. Plazidus ablegte. Die Professpredigt hielt der Pfarrer von Buochs, Remigi Häder.

Für ihn bezahlte der Vater am 16. September 1748 für Aussteuer und einen Rock 68 gld, am 26. Dezember 1748 zudem 450 gld.[5] Die Studien der Philosophie und Theologie machte er im Kloster. Den Subdiakonat erhielt P. Plazidus am 20. Dezember 1750 durch Nuntius Filippo Acciaiuoli in seiner Residenzkapelle, den Diakonat am 27. Februar 1752 und den Presbyterat am 24. Dezember 1752 mit Altersdispens. Die Primiz konnte er am 27. Dezember 1752 feiern unter Assistenz seines Heimatpfarrers Häder. Zu seiner Primiz erhielt er einen Kelch mit dem Wappen seiner Familie.[6]

Am 12. Dezember 1753 wurde er Lehrer der oberen Syntax,[7] gleichzeitig auch Musiklehrer der Studenten, am 15. Dezember 1757 Lehrer der Rhetorik und Ende Dezember Subprior.[8] Am 30. November 1764 wurde er Vestiar und am 24. Februar 1767 Küchenmeister.[9] Nach dem Tod des Abtes Maurus Zingg gehörte er zur Kommission, die den Nachlass des Abtes kontrollierte.[10]

Am 4. November 1757 nahm er mit P. Meinrad Wirz an der Feier der Karlsbruderschaft in Stans teil und brauchte dabei 9 gld.[11] 1770 erhielt er durch den Bischof von Konstanz die Admissio zur Seelsorge in seiner Diözese. Von April 1761 bis zum Sommer 1763 war er Unterpfarrer in Engelberg.[12] Am 29. Februar 1788 ersuchte er, wegen Kränklichkeit vom Amt des Wochners befreit zu werden.[13] Bei der Wahl des Abtes Karl Stadler (am 24. Mai) nahm er wegen schwerer Krankheit nicht teil.[14] Über ihn gab die Befragung, die am 2. November 1798 von der helvetischen Behörde in Engelberg durchgeführt wurde, einige Auskunft. Hier heisst es von dem damals fast 70-Jährigen: "Er ist von schwacher Gesundheit und immer noch ein tätiger Greis."

Professnummer

  • Nr. 558

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 33, S. 661.
  3. StiBiEbg cod. 784.
  4. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 66.
  5. StiArEbg cod. 34, S. 27.
  6. Beschaumarke: Nidwalden. Meister­marke: FRT (Franz Remigi Trachsler), vgl. Hess, Goldschmiedearbeiten, S. 17.
  7. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 436.
  8. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 637.
  9. Ibidem, S. 182.
  10. Ibidem, S. 188.
  11. StiArEbg cod. 40.
  12. StiArEbg cod. 396 (Pfarrbuch 1750-1777), Tabula Defunctorum IV, S. 550.
  13. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 446.
  14. StiArEbg cod. 279, S. 22.

Bibliographie

  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120-1970, 1975, S. 367
  • Hess, Ignaz: Goldschmiedearbeiten für das Kloster Engelberg im 17. und 18. Jahrhundert, in: Anz. f. Schweiz. Altertumskunde NF. Bd. V, 1903/04, Nr. 1, S. 50; in: In der Gegenwart angekommen – Ein Familienbuch Ettlin und Traxler, 2014, sind auf S. 171-172 mit vier farb. Abb. seines Primizkelches.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 132, Nr. 558.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.