Nikolaus Zelger

Aus Kloster-Engelberg
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Nikolaus (Remigius) Zelger (* 19. Februar 1794 in Stans; † 23. August 1853 in Seedorf)

Lebensdaten

Profess: 28. Januar 1816

Priesterweihe: 31. Mai 1817

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1821–18?

Präfekt: 1823–1826

Pfarrer in Auw: 1835–1849

Spiritual in Seedorf: 1849–1853

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Remigius Zelger und der Elisabeth Durrer.

Firmpate: Remigi Zelger

Lebensbeschreibung[1]

Die Zelger in Stans sind ein alteingesessenes Geschlecht. 1794 am 19. Februar wurde P. Nikolaus geboren und auf den Namen Josef getauft. Seine Eltern waren Josef Remigius Zelger und Elisabeth Durrer. Gefirmt wurde er am 12. Oktober 1795 durch den Nuntius Pietro Gravina, sein Firmpate war Remigi Zelger.[2] Den ersten Lateinunterricht erhielt er wahrscheinlich bei den Stanser Kapuzinern, die seit 1778 dort eine Schule führten. Verzögert durch den Franzoseneinfall in Nidwalden erhielt er erst am 16. September 1811 durch den Landrat das frei gewordene Stipendium des Abtes Karl Stadler für Engelberg, wo er 1812/13 studierte.[3]

1814 meldete er sich zum Noviziat in Engelberg, das er nach fünfmonatiger Kandidatur im Januar 1815, zusammen mit seinen Mitnovizen Alois, den späteren Abt, Plazidus Tanner, und Dominikus Weber (P. Thomas Weber (2.)), beginnen konnte. Am 28. Januar 1816[4] legte er mit den genannten Fratres die Profess ab. Er muss also schon vor 1811 seine Studien begonnen haben. Das Theologie- und Philosophiestudium absolvierte er in der Schule in Engelberg. Mit Fr. Plazidus Tanner erhielt er am 9. März 1816 durch den Nuntius Fabrizio Testaferrata in der Nuntiaturkapelle in Luzern die Subdiakon– und am 10. März die Diakonatsweihe. Am 31. Mai 1817 spendete ihm Nuntius Carolus Zen in Luzern in seiner Hauskapelle die Priesterweihe. Da er als Priester noch sechs Monate zu jung war zur Ausübung der Seelsorge, erhielt er vom Nuntius am 30. Mai 1817 dafür die Altersdispens.[5]

Bald wurde er Lehrer an der Klosterschule bei den unteren und mittleren Klassen und war von 1823 bis 1826 ihr Präfekt. [6] 1830 war er Katechet der Engelberger Jugend und 1832 Unterpfarrer in Engelberg. Von 1835 bis 1849 war er Pfarrer der Pfarrei Auw (Kt. Aargau), wo er sehr beliebt war. Trotzdem wurde er mit P. Plazidus Tanner infolge der radikalen Politik des Aargaus aus dem Kanton ausgewiesen. Danach war er nur kurz, auf Wunsch von Pfarrer Epp bis Anfang 1851, Vikar von Schattdorf. Aber wegen eines Herzleidens musste er zur Pflege in das Frauenkloster Seedorf.[7] Am 7. Mai 1850 schrieb P. Karl Meyer, Prior von Engelberg an den bischöflichen Kommissar J. J. Gisler in Bürglen, dass der Abt mit der Abberufung des P. Nikolaus als Pfarrhelfer von Schattdorf einverstanden sei, unter der Bedingung, dass dieser als Pfarrhelfer so lange im Amt bleibe, bis Pfarrer Epp sich von seiner Krankheit erholt habe oder eine Neuwahl infolge seines allfälligen Todes getätigt sei. Auch solle Zelger dann sogleich nach Engelberg zurückkehren. Die Pfarrwahl wurde schon sehr bald notwendig. Am 19. Juni 1850 bat P. Nikolaus den bischöflichen Kommissar, er möge „nächstkünftigen Sonntag hier mit einer geeigneten Predigt dem Volke die grosse Wichtigkeit der bevorstehenden Pfarrwahl recht eindringlich ans Herz legen“. Am 6. August schlug er dem Kommissar den in Italien weilenden Dekan Estermann als Pfarrer für Schattdorf vor. Am 6. Dezember 1850 berichtete Zelger dem Kommissar, dass am kommenden Sonntag Pfarrer Säss als Ehrenprediger zur Predigtabhaltung eingeladen sei. Wenige Tage nach dem 23. Februar 1851 fand schliesslich die Pfarrwahl statt. Unter jenem Datum hatte sich Zelger beim bischöflichen Kommissar bedankt für seine "ehrenvolle Aufnahme ins hochw. Capitel", Abschied genommen und erwähnt, dass am folgenden Sonntag die Einführung des neuen Geistlichen von Schattdorf stattfinde. Er selbst wolle dann noch einige Tage nach Seedorf, um dann nach Engelberg zurückzukehren.

Zu seinem Tod schrieb Franz Zelger in der Familiengeschichte: „P. Nikolaus zog sich darauf, ohne nach Engelberg zurüchzukehren, vielleicht weil er die Pfarrei Attinghausen betraute, herzleidend ins Frauenkloster Seedorf zurück, wo er schon früher gelegentlich geweilt hatte und nun liebevolle Pflege fand. Er las zwischen 1 und 2 Uhr morgens nach der Mette der Klosterfrauen die Messe, war jedoch nicht eigentlich Beichtiger, da dieses Amt von P. Xaver Reichlin von Einsiedeln ausgefüllt wurde. Er starb als Kapitular des Klosters Engelberg und wurde vor dem Hochaltar des Frauenklosters Seedorf begraben.[8] P. Nikolaus starb am 23. August 1853 mit 59 Jahren. Die Grabinschrift auf seiner Grabplatte aus Sandstein vor dem Hochaltar lautet: "Appositus hinc / ad dextram iacet / Rev. Dominus / P. NIKOLAUS ZELGER / Capitularis Monrii / Angelo montani / Hospes noster diarus / et Benefactor insignis / Obiit Sexagenarius / die 23 Augusti 1853/RIP."[9] Bei P. Gall Heer und Franz Zelger ist nur ein Teil der Inschrift, seine Stellung in Seedorf, vermerkt: "Er war unser Gast und ein grosser Wohltäter." Womit er sich zum Wohltäter machte ist aber weder bei P. Gall noch in der Familienchronik von Zelger erwähnt.[10] P. Urban bemerkte zu ihm: "Ein vorzüglicher Mann, am besten zeichnen ihn seine Briefe aus Auw."

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Zeugnis vom 21. April 1815, von Josef Alois Odermatt, „Propavochus Stantii“.
  3. Vgl. Zelger, Franz: Familiengeschichte Zelger – Chronik und Genalogie der Zelger aus Unterwalden und von Luzern – Schicksale und Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten, Luzern 1933, S. 129f.
  4. P. Gall Heer nennt den 28. Februar. In der Familien-Geschichte der Zelger und auch in anderen Quellen (Gottwald, Alb. Englberg.) wird der 28. Januar genannt.
  5. Befugnis vom 12. Januar 1818 durch den Generalvikar.
  6. Zelger, Familiengeschichte, S. 129.
  7. Franz Zelger nennt in seiner Familiengeschichte als weiteren Grund: Einen "Zwist zwischen Pfarrer Epp und Vikar P. Nikolaus Z., der dann deswegen darum bat, sich auf unbestimmte Zeit im Frauenkloster Seedorf aufhalten zu dürfen."
  8. Zelger, Familiengeschichte, S. 129.
  9. Gassi: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Bd. II, 1986, "Die Seegemeinden" im Kap. Seedorf – Das Benediktinerinnenkloster, S. 236.
  10. In Anm. 1 bemerkt Zelger noch: "Zu seinem Leben, das bisher falsch dargestellt wurde, wurden Originalbriefe herangezogen", Familiengeschichte, S. 129.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 142.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.