Meinrad Wirz

Aus Kloster-Engelberg
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Grabplatte von P. Meinrad Wirz.

Meinrad (Nikolaus) Wirz (* 7. Januar 1722 in Kerns; † 18. April 1792 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 11. Juni 1741

Priesterweihe: 12. Juni 1745

Primiz: 27. Juni 1745

Ämter

Küchenmeister: 174?–1747

Lehrer an der Stiftsschule: 1746–17?, 1757–17?

Kapellmeister: 1747–17?

Kustos: 1747–1750

Präzeptor: 1747–17?

Unterpfarrer und Katechet in Engelberg: 1749–1754?

Pfarrer in Abtwil: 1754–1757, 1776–1880

Pfarrer in Engelberg: 1760–?

Pfarrer in Auw: 17?–17?

Bibliothekar: 17?–17?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Josef Xaver Wirz, Lehrer und Organist und der Maria Helena Imfeld.

Stiefbruder: P. Rupert Wirz, OSB, Kloster Einsiedeln

Paten: Nikolaus Imfeld und Maria Margarethe Stockmann.

Firmpate: Daniel von Matt, Pfarrer von Kerns.

Lebensbeschreibung[1]

Der Familie Wirz war in Kerns ansässig, wo der Vater Franz Josef Xaver Wirz Lehrer und Organist war. Die Mutter war Maria Helena Imfeld. Ihnen wurde am 7. Januar 1722 der Sohn Nikolaus Xaver geboren. Taufpaten waren Landammann und Bannerherr Nikolaus Imfeld und Maria Margarethe Stockmann.[2] Die Firmung spendete der Weihbischof von Konstanz am 28. Juni 1723, wobei Daniel von Matt, Pfarrer von Kerns, Pate war.[3] Das Zeugnis trägt den Namen des Pfarrers von Kerns, Franz Meinrad Anderhalden, und ist datiert vom 21. September 1739. Anderhalden war ehemaliger Schüler von Engelberg. Der Name des Kandidaten erscheint erstmals am 25. September 1736, als der Schul- lehrer Wirz von Kerns an Kostgeld für seinen Sohn 40 gld zahlt. Am 28. September ist der Wäscherlohn für den Obwaldner Knaben mit 1 gld. 10s. verzeichnet, am 1. Juni 1737 das Kostgeld des Schulherrn von Kerns für 1736 mit 10 gld.

Am 9. Oktober 1739 bat er beim Kapitel um Aufnahme ins Noviziat.[4] Er war damals seit vier Jahren in der Klosterschule. Er soll eine gewöhnliche Begabung gehabt haben, in Gesang und Orgelspiel sei er gut gewesen. Der Vater versprach für ihn 300 gld. aus dem Gut der Mutter und der Grossmutter, da er bei seinem bescheidanen Lohn nicht viel bieten konnte. Das Kapitel wurde vom Oktober auf den 23. Mai 1740 verschoben, da man keine neuen Novizen aufnehmen wollte. Im nächsten Kapitel hiess es, Xaver sei gesund und ein guter Musiker. Er wurde vom Kapitel angenommen und am 11. Juni eingekleidet. Am 24. Mai 1741 wurde er zur Profess zugelassen, die er am 11. Juni auf den Namen Meinrad ablegte. Auf diesen Anlass erhielt er vom Vater als Aussteuer 150 gld. Sein Stiefbruder hatte als P. Rupert in Einsiedeln Profess abgelegt.[5] Die heiligen Weihen erhielt er an ver­schiedenen Orten: den Subdiakonat am 8. Juni 1743 durch den Nuntius Carlo Francesco Durini in seiner Hauskapelle, den Diakonat am 30. Mai 1744 durch Bischof Josef Benedikt von Rost in Chur, die Priesterweihe durch Nuntius Filippo Acciaiuoli am 12. Juni 1745 in der Peterskapelle in Luzern, mit Dispens wegen mangelnden Alters. Die Primiz folgte am 27. Juni.

Bis am 14. Oktober 1747 war er Küchenmeister und kann noch 28 gld abgeben. Am 27. Mai 1746 war er Musiklehrer bei den Studenten.[6] Am 6. Oktober 1747 wurde er zum Präzeptor der Schule und zum ersten Kapellmeister ernannt.[7] Im gleichen Jahr wurde er Kustos[8] und am 29. September Unterpfarrer und Katechet in Engelberg.[9] Am 27. Dezember 1753? machte er eine Wallfahrt nach Einsiedeln und erhielt 6 gld.[10] Am 14. Juni wurde er zum Pfarrer von Abtwil ernannt.[11] 1757 war er wieder Lehrer der Studenten für Musik.[12]

Am 29. November 1760 erfolgt die Ernennung zum Pfarrer von Engelberg.[13] Dann wird er Pfarrer in Auw, kehrte aber schon am 1. August wieder zurück und wurde Präses der Bruderschaften in Engelberg. Am 4. November 1775 war er mit P. Plazidus Niederberger bei der Karlbruderschaft in Stans. Sie verbrauchten zusammen 9 gld.[14] Er wurde vorübergehend auch als Bibliothekar aufgeführt.[15] Vom April 1776 bis Februar 1880 war er Pfarrer in Abtwil.[16] Vor seinem Tod, am 18. April 1792 morgens 5 Uhr, war er neun Tage lang krank und litt an heftigem Fieber.[17]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Über Nikolaus Imfeld vgl. Omlin, Landammänner, S. 155.
  3. Küchler, Chronik von Kerns, S. 17.
  4. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 100.
  5. Henggeler, Einsiedeln, S. 413.
  6. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 328.
  7. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 70.
  8. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 84.
  9. Ibidem, S. 216.
  10. StiArEbg cod. 37, 27. Dezember 1753.
  11. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 485.
  12. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 45.
  13. Ibidem, S. 118.
  14. StiArEbg cod. 40, 4. November 1775.
  15. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 478.
  16. Ibidem, S. 357.
  17. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 249.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 130.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.