Leopold Burkhart

Aus Kloster-Engelberg
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Leopold (Peter) Burkhart (* 2. März 1825 in Rüstenschwil; † [[]] [[]] in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 12. Januar 1845

Priesterweihe: 18. September 1847

Primiz: 19. September 1847

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1847–1857

Präfekt: 1857–1859

Küchenmeister: 1859–1867

Pfarrer in Engelberg: 1862–1867, 1873–1879

Spiritual in Leiden Christi: 1868–1869

Spiritual in Ingenbohl: 1869–1871

Kellerar: 1859–1867, 1879–?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Paten: Josef Meyer von Dietwil und Barbara Villiger.

Lebensbeschreibung[1]

Die Burkhart stammen aus der Freiämter Gemeinde Rüstenschwil, Pfarrei Auw, im Kanton Aargau. Er wurde als Sohn des Josef Burkhart und seiner Frau Marianne[2] geb. Burkart, am 2. März 1825 in Rüstenschwil geboren und am gleichen Tag durch den Pfarrer von Auw, den Engelberger P. Anselm Faller, auf den Namen Peter Josef getauft. Seine Eltern waren wohlhabende Leute. Taufpaten waren Josef Meyer von Dietwil und Barbara Villiger.[3] Seine Schulzeit absolvierte er an der Stiftsschule Einsiedeln, die er bis in die obersten Klassen besuchte.

1842 begann er mit seinem Freund, Alois Küng, dem späteren P. Augustin, die Kandidatur und 1844 das Noviziat. Zusammen mit ihm legte er am 12. Januar 1845 als Fr. Leopold Profess ab.[4] Die Philosophie und Theologie studierte er im Kloster unter P. Eugen Schwärzmann an der klösterlichen Hausschule in Engelberg.Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag.

Von 1859 bis 1867 war er Küchenmeister. (Omlin nennt ihn von 1859 -1995 als Küchenmeister!, S. 183) und dazu von 1862 – 1867 auch erstmals Pfarrer von Engelberg. Zu seinem Abschied schrieb die „Schweiz. K. – Z.“ Nr. 22, am 1. Juni 1867: „R. P. Leopold wurde vom Hochw. Abten zum Großkellner befördert. Wie er die Liebe und Achtung seiner Pfarrkinder besaß, zeigten die vielen Thränen, die bei der Nachricht seiner Versetzung geflossen sind. Letzten Sonntag, als er zum letzten Male die Schuljugend mit Preisen beschenkte, wurde er von der Blechmusik des Thales abgeholt und feierlich in´s Schulhaus begleitet. Eine recht wehmütige Stimmung herrschte unter den Kindern und Eltern ja beim Pfarrer selbst…„ (Es ist das einzige Mal daß die Schw. K.-Z. einen solchen Amtswechsel im Kloster Engelberg mit einem Abschnitt vermerkt.) Im Mai 1867 wurde ihm für ein Jahr das Amt des Großkellners übertragen. 1869 wurde er als Beichtiger in das Frauenkloster Leiden Christi bei Gonten im Kt. Appenzell, gesendet wo er aber wohl nur kurz wirkt. Von 1869 – 1871 ist er als Beichtiger und Katechet im Institut Ingenbohl (Kt. Schwyz) genannt. Von 1871 – 1873 war er dritter Unterpfarrer von Engelberg und hatte auch die Kinderlehre zu halten. Von 1873 bis 1879 war er zum zweitenmal Pfarrer von Engelberg und auch Schulpräsident. (Heß, S. 33 Nr.71) In letzterer Eigenschaft hatte er mitgewirkt 1874 ein neues Schulhaus zu bauen welches noch im Oktober bezogen werden konnte. Im gleichen Jahr sah er sich gezwungen, sich erneut an Mutter Theresia Scherer als Bittsteller zu wenden und um zwei Lehrschwestern aus Ingenbohl zu bitten, die den Unterricht im neuen Schulhaus zeitweise übernehmen sollten. Wie er ihr mitteilte, hatte der Tod eines Lehreres in der Knabenschule eine unüberbrückebare Kluft geschaffen, da erst für zwei Jahre später ein Lehrerersatz aus dem Seminar Schwyz zugesichert wurde. Von 1874 – 76 unterrichteten also zwei Schwestern zum ersten Mal in der Knabenschule. (Dufner, „Engelberg u. Ingenbohl“, S. 12) Danach 1879 - ?) wurde er nochmals 3 Unterpfarrer. Das Amt des Großkellners versah er nur ungern, mit Unlust und Unwillen. Er wollte möglichst bald davon wieder befreit werden. Abt Anselm Villiger aber schätzte ihn sehr. Er rühmt ihn als „umsichtig, energisch und haushälterisch. Er habe aber eine Neigung zur Bequemlichkeit und lasse sich leicht entmutigen. Dann sei er wieder schwer aufzurichten.“ Als Küchenmeister, (welches Amt er bis 1895 bekleiden mußte, n. Omlin) nennt er ihn „fleissig und sorgfältig.“ („Tagebuch“ Abt Villiger Bd. V. S. 1 ?) 1875 am 13. Jan. war er zum Zeugen bei der Wahl des neu gewählten Einsiedler Abtes Basilius Oberholzer berufen worden. 1879 wählte ihn der Abt als seinen Begleiter zur Äbte-Konferenz in Gries. Bei der Renovation der Grafenortskapelle bezahlte er aus seinem Peculium eines der farbigen Glasfenster. (Acta cap. 267) Im Nachruf über ihn im „Vaterland“ heißt es zu ihm u.a.: … „P. Leopold war ein Mann, strotzend von Gesundheit und Krafr, und wenn auch seitvielen Jahren ein unheilbares Leiden seinen Stimmorganen zusetzte und das fortschreitende Alter seine Gestalt beugte, so schwanden doch nicht die Merkmale seiner einst kerngesunden Natur und seines kräftigen Temperamentes. Da begannen Lähmungen und Schlaganfälle seine Kraft zu erschüttern und eine Art Gehirnerweichung seinen Geist zu schwächen. Drei Jahre lang (bei Heer 2 Jahre) ist P. Leopold, oft schwer leidend und hilflos wie ein Kind im Bett gelegen bis in der Tod von seinen Leiden erlöste.“ (Vaterland) P. Leopold starb am Montag den 24. Sept. 1900 gegen Abend mit 75 Jahren. Zur Trauerfeier heißt es im „Obw. Volksfreund“ „Ergreifend klangen vonder Orgel die Töne des Männerchor-Requiems; viele Andächtige, besonders vom weiblichen Geschlechte wohnten demselben bei; auch die Männer welt des Dorfes war gut vertreten. Während des Seelamtes blieb die Leiche in der Kirche ausgesetzt, nachher folgte die Beisetzung, begleitet von dem so innig flehenden Gesangd der Brüder: „In´s Paradies mögen dich die Engel geleiten.“ Es ist ein tiefergreifender Augenblick, da der Leichnam des Verstorbenen in die Gruft gesenkt wird, während seine Mitbrüder, jeder selbst schon mit dem eigenen Todtenkleide, der langen faltigen Chorkukulla angetan, die Grabgesänge anstimmen. Der Prior spendet den letzten Segen und spricht die Gebete und dumpf und schwer beschließt das „De profundis“ die Trauerhandlung.“ Eine Erinnerung an P. Leopold soll hier nicht übergangen werden, nämlich: Während der langen Zeit da er von 1873 – 1895 Küchenmeister war, hatte er ein Kupferbecken konstruieren lassen um den Morgenkaffee warm zu halten. Dieses wurde damals und noch lange nachher als „der Leopold“ bezeichnet. Als während des 2. Weltkrieges das Kupfer selten und teuer wurde, sprach man davon, man sollte es verkaufen. Br. Othmar Rittler (+ 1972) hatte aber damit andere Pläne. Er war nicht nur ein tüchtiger Elektriker, sondern verstand sich auch auf die Behandlung von Metallen. Er nahm den „Leopold“ auseinander, bog ihn zu kräftigem Kupferblech zurecht und schuf aus dem Ganzen die Fassungen für die Lampen im Gastsaales des Klosters und zwar so, daß sie sich in dem barocken Stil des Saales gut einfügten. So lebt das Kupferkessi des „Leopold“ in einer anderen Form weiter. (Nach Br. Othmar Rittler.) (Quellen: P. A. Vogel: „Catalogus biogr. 310; P. E. Omlin: „Die Geistlichen Obwaldens“, 1984, S. 183; P. I. Heß: Das geistliche Engelberg – I. Verzeichnisse“, 1943, S. 33 Nr. 69 u. Nr.71; ders. als Hrsg. von „Abt Leodegar Scherer von Engelberg“ – Erinnerunge - , Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915, S. 13; „Schweiz. K.-Z.“ Nr. 22 v. 1. Juni 1867, S. 210; P. G. Dufner: „Engelberg und Ingenbohl (1858 - 1983“ in „Engelberger Dokumente“ Heft 15, 1983; Nachruf im „Vaterland“ Beilage zu Nr. 222 v. 27. 9. 1900; im „Obw. Volksfreund“ 30 Jg. Nr. 39 v. 29. Sept. 1900 )

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Hess erwähnt Maria Anna.
  3. Der Taufschein ist am 10. Januar 1845 durch P. Nikolaus Zelgervom Kloster Engelberg ausgestellt. Seine Firmung ist nicht vermerkt.
  4. Seinen Klosternamen Leopold erhielt er zu Ehren des damaligen Abtes von Wettingen-Mehrerau, Leopold Höchle, der mit Engelberg eng befreundet war. Aus welchem Grund ist aber nicht angegeben.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 147.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.