Leonhard Schüpfer: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen
 
(6 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 12: Zeile 12:
 
Bruder: Br. [[Pirmin Schüpfer]].
 
Bruder: Br. [[Pirmin Schüpfer]].
  
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.</ref>==
+
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.</ref>==
Br. Leonhard wurde am 20. September 1840 in Hergiswil (Luzern) geboren und auf den Namen Peter getauft. In einem Schreiben (undatiert) von Pfarrer (S. Troxler ?) an den bischöflichen Kanzler heisst es zu ihm und seinen Eltern: "Hiesige Pfarrei hat eine Bürgersfamilie Schüpfer, von denen während meines Hierseins Niemand da gewohnt. Auch ist von 1830 bis jetzt kein Peter Schüpfer im hiesigen Taufbuch zu finden. Als Unterzeichneter in Willisau Pfarrhelfer war hatte er einen Knaben - Peter Schüpfer – im Unterricht, u. soviel noch im Gedächtnis war diese etwas arme Familie von Hergiswil. Sollte es dieser sein, so war er als Knabe sehr brav, in Christenlehre u. Schule recht fleissig u. wenn auch nicht viel Talent, doch sein Fortschritt befriedigend, aber körperlich etwas schwächlich. Seine Eltern waren christlich gesinnte Leute, die sich durch Handarbeit ehrlich ernährten. Allein seit meinem Fortgehen aus Willisau 1855 habe ich von der Familie wenig mehr erfahren als das der Vater gestorben. Ist fraglicher Peter Schüpfer wirklich der oben bezeichneter, wie vermuthlich, so ist er in Willisau getauft u. [...] gefirmt im Jahre 1855."<ref>StiArEbg Akte Br. Leonhard Schüpfer.</ref>
+
Br. Leonhard wurde am 20. September 1840 in Hergiswil geboren und auf den Namen Peter getauft. In einem Schreiben vom Pfarrer an den bischöflichen Kanzler heisst es zu ihm und seinen Eltern: "Hiesige Pfarrei hat eine Bürgersfamilie Schüpfer, von denen während meines Hierseins Niemand da gewohnt. Auch ist von 1830 bis jetzt kein Peter Schüpfer im hiesigen Taufbuch zu finden. Als Unterzeichneter in Willisau Pfarrhelfer war hatte er einen Knaben - Peter Schüpfer – im Unterricht, u. soviel noch im Gedächtnis war diese etwas arme Familie von Hergiswil. Sollte es dieser sein, so war er als Knabe sehr brav, in Christenlehre u. Schule recht fleissig u. wenn auch nicht viel Talent, doch sein Fortschritt befriedigend, aber körperlich etwas schwächlich. Seine Eltern waren christlich gesinnte Leute, die sich durch Handarbeit ehrlich ernährten. Allein seit meinem Fortgehen aus Willisau 1855 habe ich von der Familie wenig mehr erfahren als das der Vater gestorben. Ist fraglicher Peter Schüpfer wirklich der oben bezeichneter, wie vermuthlich, so ist er in Willisau getauft u. [...] gefirmt im Jahre 1855."<ref>StiArEbg Akte Br. Leonhard Schüpfer.</ref>
  
In einem Empfehlungsschreiben an Prior P. [[Plazidus Wittmann]] vom 21. Oktober 1870 schrieb der Bischof von Basel, dass keine Hindernisse bekannt sind, die gegen die Aufnahme der zwei Postulanten sprechen würden.<ref>Neben Peter Schüpfer ist noch ein Alfred Zürcher genannt.</ref> Aber darin heisst es auch "dass es schwierig ist, Nachforschungen zu halten, wenn man selbst keine näheren Notizen über Eltern, Alter u. Wohnort erhalten hat."<ref>Auch in den Personalakten von Br. Leonhard sind keine Hinweise zu seinen Eltern zu finden.</ref> Am 21. Oktober 1870 kam er vor das Kapitel und konnte das Noviziat beginnen und am 29. November 1871 als Br. Leonhard Profess ablegen.
+
In einem Empfehlungsschreiben an Prior P. [[Plazidus Wissmann]] vom 21. Oktober 1870 schrieb der Bischof von Basel, dass keine Hindernisse bekannt sind, die gegen die Aufnahme der zwei Postulanten sprechen würden.<ref>Neben Peter Schüpfer ist noch ein Alfred Zürcher genannt.</ref> Aber darin heisst es auch "dass es schwierig ist, Nachforschungen zu halten, wenn man selbst keine näheren Notizen über Eltern, Alter u. Wohnort erhalten hat".<ref>Auch in den Personalakten von Br. Leonhard sind keine Hinweise zu seinen Eltern zu finden.</ref> Am 21. Oktober 1870 kam er vor das Kapitel und konnte das Noviziat beginnen und am 29. November 1871 als Br. Leonhard Profess ablegen.
  
Wie aus zwei Briefen vom Buchbinder Berhard Spichtig von Sarnen an Prior P. [[Eugen Wehrle]] hervorgeht, hat Br. Leonhard bei Spichtig eine kurze 40-tägige "Lehre" absolviert. Im Zeugnis von Spichtig heisst es: "Heute am 1. Mai 1918 ist lt. unserer Verabredung Br. Leonhards Lehrzeit zu Ende und habe Ihnen die ausnahmslos von ihm erstellten Bücher an Sie abgeben lassen. Bruder Leonhard hat durch grossen Fleiss sich bestrebt, möglichst viel von unserer Kunst sich anzueignen, und wird man in dieser kurzen Periode, kaum mehr von ihm verlangen dürfen. Freilich wird man in 40 Tagen nicht das erlernen können, was man sonst in 4 Jahren lernen muss." Laut Rechnung wurden als Lehrgeld und für Arbeitsmaterial 153.60 Franken überwiesen. Br. Leonhard starb am 25. Februar 1903 mit 63 Jahren und im 32-jährigen Professjahr.
+
Wie aus zwei Briefen vom Buchbinder Berhard Spichtig von Sarnen an Prior P. [[Eugen Wehrle]] hervorgeht, hat Br. Leonhard bei Spichtig eine kurze 40-tägige "Lehre" absolviert. Im Zeugnis von Spichtig heisst es: "Heute am 1. Mai 1918 ist lt. unserer Verabredung Br. Leonhards Lehrzeit zu Ende und habe Ihnen die ausnahmslos von ihm erstellten Bücher an Sie abgeben lassen. Bruder Leonhard hat durch grossen Fleiss sich bestrebt, möglichst viel von unserer Kunst sich anzueignen, und wird man in dieser kurzen Periode, kaum mehr von ihm verlangen dürfen. Freilich wird man in 40 Tagen nicht das erlernen können, was man sonst in 4 Jahren lernen muss." Laut Rechnung wurden als Lehrgeld und für Arbeitsmaterial 153.60 Franken überwiesen. Br. Leonhard starb am 25. Februar 1903 mit 63 Jahren und im 32. Professjahr.
  
 +
==Professnummer==
 +
* Nr. 648
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==
 
<references />
 
<references />
  
 
== Bibliographie ==
 
== Bibliographie ==
* StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.
+
* StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).
  
[[Kategorie:Professbuch|648]][[Kategorie:Laienmönch]][[Kategorie:Laienmönch 1850–1900]][[Kategorie:Herkunftskanton Obwalden]]
+
[[Kategorie:Professbuch|648]][[Kategorie:Laienmönch]][[Kategorie:Laienmönch 1850–1900]][[Kategorie:Herkunftskanton Luzern]]
  
 
{{Personendaten
 
{{Personendaten
Zeile 32: Zeile 34:
 
|KURZBESCHREIBUNG=Mönch des Klosters Engelberg
 
|KURZBESCHREIBUNG=Mönch des Klosters Engelberg
 
|GEBURTSDATUM=20. September 1840
 
|GEBURTSDATUM=20. September 1840
|GEBURTSORT=Obwalden
+
|GEBURTSORT=Hergiswil
 
|STERBEDATUM=25. Februar 1903
 
|STERBEDATUM=25. Februar 1903
 
|STERBEORT=Engelberg
 
|STERBEORT=Engelberg
 
}}
 
}}

Aktuelle Version vom 23. April 2022, 01:25 Uhr

Br. Leonhard Schüpfer bei der Arbeit.

Leonhard (Peter) Schüpfer (* 20. September 1840 in Hergiswil; † 25. Februar 1903 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. November 1871

Ämter

Buchbinder

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Bruder: Br. Pirmin Schüpfer.

Lebensbeschreibung[1]

Br. Leonhard wurde am 20. September 1840 in Hergiswil geboren und auf den Namen Peter getauft. In einem Schreiben vom Pfarrer an den bischöflichen Kanzler heisst es zu ihm und seinen Eltern: "Hiesige Pfarrei hat eine Bürgersfamilie Schüpfer, von denen während meines Hierseins Niemand da gewohnt. Auch ist von 1830 bis jetzt kein Peter Schüpfer im hiesigen Taufbuch zu finden. Als Unterzeichneter in Willisau Pfarrhelfer war hatte er einen Knaben - Peter Schüpfer – im Unterricht, u. soviel noch im Gedächtnis war diese etwas arme Familie von Hergiswil. Sollte es dieser sein, so war er als Knabe sehr brav, in Christenlehre u. Schule recht fleissig u. wenn auch nicht viel Talent, doch sein Fortschritt befriedigend, aber körperlich etwas schwächlich. Seine Eltern waren christlich gesinnte Leute, die sich durch Handarbeit ehrlich ernährten. Allein seit meinem Fortgehen aus Willisau 1855 habe ich von der Familie wenig mehr erfahren als das der Vater gestorben. Ist fraglicher Peter Schüpfer wirklich der oben bezeichneter, wie vermuthlich, so ist er in Willisau getauft u. [...] gefirmt im Jahre 1855."[2]

In einem Empfehlungsschreiben an Prior P. Plazidus Wissmann vom 21. Oktober 1870 schrieb der Bischof von Basel, dass keine Hindernisse bekannt sind, die gegen die Aufnahme der zwei Postulanten sprechen würden.[3] Aber darin heisst es auch "dass es schwierig ist, Nachforschungen zu halten, wenn man selbst keine näheren Notizen über Eltern, Alter u. Wohnort erhalten hat".[4] Am 21. Oktober 1870 kam er vor das Kapitel und konnte das Noviziat beginnen und am 29. November 1871 als Br. Leonhard Profess ablegen.

Wie aus zwei Briefen vom Buchbinder Berhard Spichtig von Sarnen an Prior P. Eugen Wehrle hervorgeht, hat Br. Leonhard bei Spichtig eine kurze 40-tägige "Lehre" absolviert. Im Zeugnis von Spichtig heisst es: "Heute am 1. Mai 1918 ist lt. unserer Verabredung Br. Leonhards Lehrzeit zu Ende und habe Ihnen die ausnahmslos von ihm erstellten Bücher an Sie abgeben lassen. Bruder Leonhard hat durch grossen Fleiss sich bestrebt, möglichst viel von unserer Kunst sich anzueignen, und wird man in dieser kurzen Periode, kaum mehr von ihm verlangen dürfen. Freilich wird man in 40 Tagen nicht das erlernen können, was man sonst in 4 Jahren lernen muss." Laut Rechnung wurden als Lehrgeld und für Arbeitsmaterial 153.60 Franken überwiesen. Br. Leonhard starb am 25. Februar 1903 mit 63 Jahren und im 32. Professjahr.

Professnummer

  • Nr. 648

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
  2. StiArEbg Akte Br. Leonhard Schüpfer.
  3. Neben Peter Schüpfer ist noch ein Alfred Zürcher genannt.
  4. Auch in den Personalakten von Br. Leonhard sind keine Hinweise zu seinen Eltern zu finden.

Bibliographie

  • StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).