Leodegar Hunkeler

Aus Kloster-Engelberg
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Abt Leodegar Hunkeler.

Leodegar (Vinzenz) Hunkeler (* 7. Mai 1887 in Pfaffnau LU; † 29. Januar 1956 in Engelberg), Dr. theol.

Lebensdaten

Absolvent der Stiftsschule Engelberg: 1904–1906

Profess: 5. Oktober 1908

Priesterweihe: 15. Oktober 1911

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1911–?

Lehrer der Fratres: 1911–?

Bibliothekar: 1915–1918, 1920–1928

Pfarrer in Engelberg: 1919–1920, 1930–1931

Abt: 1931–1956

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Bartholomäus Hunkeler und der Josefa Hegi.

Lebensbeschreibung[1]

Abt Leodegar wurde am 7. Mai 1887 als Vinzenz in Pfaffnau LU als einziger Sohn des Bartholomäus Hunkeler und der Josefa Hegi geboren. Nach der Primar- und Sekundarschule in Pfaffnau war er 1901 bis 1904 an der Mittel­schule Beromünster und 1904 bis 1906 am Kollegium Engelberg. Die Matura bestand er 1907 in Schwyz. Dann trat er in Engelberg ins Noviziat und legte am 5. Oktober 1908 die Gelübde ab. Er studierte in Engelberg Theologie und empfing am 15. Oktober 1911 die Priesterweihe.[2]

Noch im Herbst 1911 bezog er die Universität Fribourg zum Studium der deutschen und französischen Sprache und legte 1914 das Doktorexamen ab.[3] Die folgenden Jahre waren der Schultätigkeit am Kollegium, zeitweise auch an der theologischen Haus­fakultät, gewidmet. 1915 bis 1918 und 1920 bis 1928 verwaltete er die Stiftsbiblio­thek. 1919 bis 1920 und nochmals ab 1930 war er Pfarrer von Engelberg.[4] Am 10. März 1931 wurde er zum Abt gewählt und am 19. März benediziert.[5] Auch als Klostervorsteher blieb Abt Leodegar vor allem Seelsorger. In Predigten und in Pfarrblattartikeln äusserte er sich zu praktischen und liturgie-geschichtlichen Problemen. Er schrieb über die Kapellen des Tales, über kirchliches Brauchtum, über die Kirchenpatrone etc.[6] Seine enge Verbun­denheit mit dem Talvolk fand ihre schönste Anerkennung, als ihm 1937 die Maigemeinde von Engelberg das Ehrenbürgerrecht und 1938 die Lands­gemeinde das Obwaldner Landrecht verliehen.[7]

Auf die Anfrage des Bi­schofs Vogt von Kamerun vom 11. April 1932, ob Engelberg das dortige Kna­ben- und Priesterseminar übernehmen könnte, sandte der Abt im Oktober 1932 drei Patres nach Afrika. Bald rückten weitere Mönche für Schule und Mission nach, 1938 auch drei Klosterfrauen von Sarnen. Trotz der verkehrs­erschwerenden Kriegsjahre nahm die Gründung in Kamerun einen schönen Aufschwung.[8] Auf der Alp Tagenstal bei Engelberg entstand 1939 bis 1941 ein klostereigenes Elektrizitätswerk, das genügend Energie für Licht, Küche und Kirchenheizung lieferte und das Kloster besonders während der Kriegs­jahre von den gewohnten Heizmaterialien unabhängig machte.[9] Kurz vor dem silbernen Amtsjubiläum starb Abt Leodegar am 29. Januar 1956.[10]

Werke

  • Die Engelberger Talkapellen, in: Titlisgrüsse 22/23, 1935/37.
  • Der selige Frowin von Engelberg, in: Titlisgrüsse 29, 1943, S. 33-37.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 656f) übernommen.
  2. StiArEbg Personalakten Hunkeler.
  3. Dissertation: Clemens Brentanos religiöser Entwicklungsgang, Diss. Freiburg/Schweiz, Sarnen 1915.
  4. StiArEbg Personalakten Hunkeler, und Hauschronik.
  5. StiArEbg Wahlakten 1931.
  6. Heer, Vergangenheit, S. 501 f.
  7. StiArEbg Hauschronik 1937 und 1938.
  8. StiArEbg Hauschronik seit 1932. Briefe der Missionare in den Titlisgrüssen. Zeitschrift Kamerunerbote.
  9. StiArEbg Hauschronik seit 1939.
  10. StiArEbg Hauschronik 1955 und 1956.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Leodegar Hunkeler, in e-HLS.
  • Heer, Gall: Nachruf, in: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte 50, 1956, S. 194-196.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 499-512.
  • Helvetia Sacra III I, S. 656f.