Leodegar Herzog: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 21. August 2022, 12:34 Uhr

Leodegar (Johann Martin) Herzog (* 16. November 1763 in Schongau; † 5. Dezember 1848 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. Oktober 1782

Priesterweihe: 19. November 1786

Primiz: 26. November 1786

Ämter

Kustos: 1786–1790?

Präzeptor der Stiftsschule: 1792

Küchenmeister: 1793–1794

Vestiar: 1794–?

Grosskellner: 1803–1813

Lehrer der Fratres: 1807–?

Präfekt: 1807–1809

Subprior: 1813–1815?

Fratresinstruktor: 1813–1815?

Direktorist: 1819

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Joseph Herzog und der Elisabeth Kottmann.

Paten: Johann Herzog und Jakoba Kottmann.

Firmpate: Joseph Schärer

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Herzog war in Schongau heimatberechtigt. Hier kam P. Leodegar am 16. November 1763 zur Welt. Seine Eltern waren Joseph Herzog und Elisabeth Kottmann. In der Taufe erhielt er den Namen Johann Martin, Taufpaten waren Johann Herzog und Jakoba Kottmann. Die Firmung spendete ihm am 22. oder 23. oder 24. Juni 1768 der Konstanzer Weihbischof Baron von Hornstein. Die Taufurkunde nennt als Firmpate Joseph Schärer. Die Urkunde trägt die Unterschrift des Pfarrers Franz Jakob Kopp mit dem Datum: Schongau, den 8. Juli 1779.

Martin gelangte am 7. Oktober 1780 an das Kapitel mit der Bitte um Zulassung zum Noviziat. Er hatte die Klosterschule besucht und wurde wegen seines sittlichen Verhaltens und seines Eifers für die Studien gerühmt. Für die Musik hatte er keine guten Anlagen, aber er konnte eine umso grössere Mitgift mitbringen. Ein ganzes Jahr versah er die verschiedenen Obliegenheiten eines Novizen, erhielt aber das Ordenskleid erst am 27. Oktober 1781. Man war mit ihm so gut zufrieden, dass man ihn am liebsten sofort zur Profess zugelassen hätte, wenn dies nicht gegen das Kirchenrecht verstossen hätte.[2] Er konnte am 27. Oktober 1782 die Profess als Fr. Leodegar ablegen.

Bei der Befragung durch die helvetische Kommission am 2. November 1798 heisst es, er sei gebürtig von Münster und habe alle Studien, auch die Superiora, in Engelberg durchlaufen.[3] Wenn er nicht gleich zum Noviziat zugelassen wurde, so deswegen, weil keine Fratres da waren und man froh war, dass er die Ämter der Fratres bei Tisch und im Chor übernahm.[4] Als Austeuer erhielt er vom Vater, der als Untervogt von Schongau tätig war, die Summe von 31'000 gld. Die Weihen erteilte ihm der Nuntius in Luzern, Giuseppe Vinci, in der Nuntiatur­kapelle, den Subdiakonat am 29. September 1785, den Diakonat am 17. Dezember 1785, den Presbyterat am 19. November 1786 mit Altersdispens.

Gleich nach der Primiz, die er am 26. November 1786 feierte, wurde er zum Kustos ernannt.[5] Am 19. Oktober 1792 wurde er Präzeptor der Stiftsschule.[6] Dann wurde er aber der Verantwortung dieses Amtes enthoben, da er während des ganzen Schuljahres krank war und um Entlassung bat.[7] Am 27. April 1793 war er Küchenmeister[8], am 2. Februar 1794 Vestiar, am 22. August 1794 Kapellenvogt der Talkapellen.[9] Als am 24. April 1799 sich die helvetische Regierung an die "Religiosen von Engelberg" wandten mit der Bitte, die von ihr geplante Lehrerbildunganstalt zu übernehmen, erklärte man, man könne den Seminaristen nicht den gewünschten freien Unterhalt gewähren, weil dem Kloster zu einem grossen Teil die Einnahmen entzogen seien, nachdem man ihm die Zehnten genommen habe. P. Leodegar anerbot sich, an der geplanten Anstalt den Unterricht in Rechnen, Geographie und Naturgeschichte zu übernehmen. Der ganze Plan zerschlug sich aber, weil die Finanzmittel fehlten.[10]

1803 bis 1813 war er Grosskellner und als solcher besorgt um die Fergerei für das Seidengeschäft.[11] Am 21. Mai 1812 verzichtete er auf dieses Amt und wurde am 10. April 1813 Subprior[12] und Fratresinstruktor. Am 11. Juni 1814 wird er zum Rosenkranz­sonntag zur Aushilfe nach Stans geschickt. Dort waren beim Zusammenbruch der Helvetik von der neuen Regierung zwei Geistliche eingesperrt worden, andere, z.B. Pfarrer Businger, waren geflohen. So fehlte es an Beichtvätern auf das Fest hin. Die Predigt hielt P. Berchtold Villiger.[13] Bei der grossen Mutation von 1807 durch Abt Karl Stadler, blieb er zunächst noch Grosskellner, wurde aber zudem Lehrer der oberen Klassen, auch der Theologie, 1819 Direktorist. Für das Lehramt der Theologie hatte er bereits am 1. September 1794 beim bischöflichen Kommissar Alois Keller in Luzern das Cura-Examen bestanden und die Zulassung zur Seelsorge in der Diözese Konstanz erreicht. Diese Admissio wurde bestätigt durch den Generalvikar Maximilian Christoph. P. Leodegar starb als Senior des Klosters am 5. Dezember 1848.

Professnummer

  • Nr. 578

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 409.
  3. StiArEbg cod. 278, S. 84.
  4. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 408.
  5. Ibidem, S. 443.
  6. Ibidem, S. 459.
  7. Ibidem, S. 511.
  8. Ibidem, S. 554.
  9. Ibidem, S. 606.
  10. Sialm, Unterricht und Bildungswesen in den schwyzerischen Teilen der Kantone Waldstätten und Linth zur Zeit der Helvetik 1798. Mitteilung des Histor. Vereins des Kt. Schwyz 48, 1949, S. 151.
  11. Fassbind, Seidenkämmelei, S. 114.
  12. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 612.
  13. StiArEbg cod. 279, S. 327.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 136, Nr. 578.
  • Heer, Gall: Abt Karl Stadler von Engelberg 1803–1822, 1956, S. 40.
  • Heer, Gall: Das Kloster Engelberg und der Wein, in: Geschichtsfreund, Bd. 116, 1963, S. 42.
  • Odermatt, Ignaz: Der Konvent von 1819, in: Titlis-Grüsse, 56 Jg. 1969/70, S. 13.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.