Leodegar Herzog: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei der Befragugg durch die helvetische Kommission am 2. November 1798 heisst es, er sei gebürtig von Münster und habe alle Studien, auch die Superiora, in Engelberg durchlaufen (Cod. 278, 84). Wenn er nicht gleich zum Noviziat zugelassen wurde, so deswegen, weil keine Fratres da waren und man froh war, dass er die Ämter der Fratres bei Tisch und im Chor übernahm.(Acta Cap. IV, S. 408) Als Austeuer erhielt er vom Vater, der als Untervogt von Schongau tätig war, die schöne Summe von 3100 0 gld. Die heiligen Weihen erheilt er durch den Nuntius in Luzern, Joseph Vinci, in der Nuntiatur­kape1le, den Subdiakonat am 29. September 1785, den Diakonat am 17. Dezember 1785, den Presbyterat am 19. November 1786 mit Altersdispens.  
 
Bei der Befragugg durch die helvetische Kommission am 2. November 1798 heisst es, er sei gebürtig von Münster und habe alle Studien, auch die Superiora, in Engelberg durchlaufen (Cod. 278, 84). Wenn er nicht gleich zum Noviziat zugelassen wurde, so deswegen, weil keine Fratres da waren und man froh war, dass er die Ämter der Fratres bei Tisch und im Chor übernahm.(Acta Cap. IV, S. 408) Als Austeuer erhielt er vom Vater, der als Untervogt von Schongau tätig war, die schöne Summe von 3100 0 gld. Die heiligen Weihen erheilt er durch den Nuntius in Luzern, Joseph Vinci, in der Nuntiatur­kape1le, den Subdiakonat am 29. September 1785, den Diakonat am 17. Dezember 1785, den Presbyterat am 19. November 1786 mit Altersdispens.  
  
Gleich nach der Primiz, die er am 26. November 1786 feierte, wurde er zum Kustos ernannt.(Acta Cap. IV, 443) Am 19. Oktober vertauschte er die Kustorei mit der Schu1e, indem er Gehilfe des Präzeptors (Acta Cap. IV, i.xli 459) wurde. Dann wird er aber der Verantwortung dief ses Amtes enthoben, da er während des ganzen Schuljahres krank war und um Entlassung bat. (Acta Cap. IV, 511). Am 27. April 1793 war er [[Küchemmeister]] (Acta Gap.IV, 554), am 2. Februar 1794 [[Vestiar]], am 22. August 1794 Kapellenvogt der Talkapellen (Acta Cap. IV, 606). Als am 24. April 1799 sich die helvetische Regierung an die "Religiosen von Engelberg" wandten mit der Bitte, von ihr geplante Lehrerbildunga:nstalt zu Ubernehmen, sagte man mu, erkUirte aber, man könne den Seminaristen nicht den gewünschten freien Unterhalt gewähren, weil dem Kloster zu einem grossen Teil die Einnahmen entzogen seien, nachdem man ihm die Zehnten genommen habe. P. Leodegar anerbot sich, an der geplanten Anstalt den Unterricht in Rechnen, Geographie und Naturgeschichte zu übernehmen. Der ganze Plan zerschlug sich aber, weil die Finanzmittel fehlten (Sialm Plaz., Unterricht und Bildungswesen in den schwyzerischen Teilen der Kantone Waldstätten und Linth zur Zeit der Helvetik 1798. Mitteilung des Histor. Vereins des Kt. Schwyz 48 (1949) s. 151).  
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Gleich nach der Primiz, die er am 26. November 1786 feierte, wurde er zum Kustos ernannt.(Acta Cap. IV, 443) Am 19. Oktober vertauschte er die Kustorei mit der Schu1e, indem er Gehilfe des Präzeptors (Acta Cap. IV, i.xli 459) wurde. Dann wird er aber der Verantwortung dief ses Amtes enthoben, da er während des ganzen Schuljahres krank war und um Entlassung bat. (Acta Cap. IV, 511). Am 27. April 1793 war er [[Küchenmeister]] (Acta Gap.IV, 554), am 2. Februar 1794 [[Vestiar]], am 22. August 1794 Kapellenvogt der Talkapellen (Acta Cap. IV, 606). Als am 24. April 1799 sich die helvetische Regierung an die "Religiosen von Engelberg" wandten mit der Bitte, von ihr geplante Lehrerbildunga:nstalt zu Ubernehmen, sagte man mu, erkUirte aber, man könne den Seminaristen nicht den gewünschten freien Unterhalt gewähren, weil dem Kloster zu einem grossen Teil die Einnahmen entzogen seien, nachdem man ihm die Zehnten genommen habe. P. Leodegar anerbot sich, an der geplanten Anstalt den Unterricht in Rechnen, Geographie und Naturgeschichte zu übernehmen. Der ganze Plan zerschlug sich aber, weil die Finanzmittel fehlten (Sialm Plaz., Unterricht und Bildungswesen in den schwyzerischen Teilen der Kantone Waldstätten und Linth zur Zeit der Helvetik 1798. Mitteilung des Histor. Vereins des Kt. Schwyz 48 (1949) s. 151).  
  
 
1803-1813 ist er [[Grosskellner]] und als solcher besorgt um die Fergerei für das Seidengeschäft (Fassbind, Seidenkämmelei 114). Am 21. Mai 1812 verzichtet er auf dieses Amt und wird am 10. April 1813 [[Subprior]] (Acta Cap. IV, 612) und [[Fratresinstruktor]]. Am 11. Juni 1814 wird er zum Rosenkranz­sonntag zur Aushilfe nach Stans geschickt. Dort waren beim Zusammenbruch der Helvetik von der neuen Regierung zwei Geistliche eingesperrt worden, andere, z.B. Pfarrer Businger, waren geflohen. So fehlte es an Beichtvätern auf das Fest hin. Die Predigt hielt P. [[Berchtold Villiger]] (Cod. 279, 327). Bei der grossen Mutation von 1807 durch Abt [[Karl Stadler]], bleibt er zunächst noch [[Grosskellner]], wird aber zudem Professor der obern Klassen, auch der Theologie, 1819 [[Direktorist]]. Für das Lehramt der Theologie hatte er bereits am 1. September 1794 beim bischöflichen Kommissar Alois Keller in Luzern das Cura-Examen bestanden und die Zulassung zur Seelsorge in der Diözese Konstanz erreicht. Diese Admissio wird bestätigt durch den Generalvikar Maximilian Christoph. P. Leodegar starb als Senior des Klosters am 5. Dezember 1848.
 
1803-1813 ist er [[Grosskellner]] und als solcher besorgt um die Fergerei für das Seidengeschäft (Fassbind, Seidenkämmelei 114). Am 21. Mai 1812 verzichtet er auf dieses Amt und wird am 10. April 1813 [[Subprior]] (Acta Cap. IV, 612) und [[Fratresinstruktor]]. Am 11. Juni 1814 wird er zum Rosenkranz­sonntag zur Aushilfe nach Stans geschickt. Dort waren beim Zusammenbruch der Helvetik von der neuen Regierung zwei Geistliche eingesperrt worden, andere, z.B. Pfarrer Businger, waren geflohen. So fehlte es an Beichtvätern auf das Fest hin. Die Predigt hielt P. [[Berchtold Villiger]] (Cod. 279, 327). Bei der grossen Mutation von 1807 durch Abt [[Karl Stadler]], bleibt er zunächst noch [[Grosskellner]], wird aber zudem Professor der obern Klassen, auch der Theologie, 1819 [[Direktorist]]. Für das Lehramt der Theologie hatte er bereits am 1. September 1794 beim bischöflichen Kommissar Alois Keller in Luzern das Cura-Examen bestanden und die Zulassung zur Seelsorge in der Diözese Konstanz erreicht. Diese Admissio wird bestätigt durch den Generalvikar Maximilian Christoph. P. Leodegar starb als Senior des Klosters am 5. Dezember 1848.

Version vom 22. Dezember 2020, 14:53 Uhr

Leodegar (Martin) Herzog (* 16. November 1763 in Schongau; † 5. Dezember 1848 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. Oktober 1782

Priesterweihe: 19. November 1786

Primiz: 26. November 1786

Ämter

Archivar

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Joseph Herzog und der Elisabeth Kottmann.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie war in Schongau heimatberechtigt. Hier kam P. Leodegar am 16. November 1763 zur Welt und wurden den Eltern Joseph Herzog und Elisabeth Kottmann geschenkt. In der Taufe erhielt er den Namen Johann Martin, Taufpaten waren Johann Herzog und Jakoba Kottmann. Die Firmung spendete ihm am 22. oder 23. oder 24. Juni 1768 der Konstanzer Weihbischof Baron von Hornstein. Die Taufurkunde nennt als Finnpaten Joseph Schärer. Die Urkunde trägt die Unterschrift des Pfarrers Franz Jakob Kopp mit dem Datum: Schongau, den 8. Juli 1779. Martin gelangt am 7. Oktober 1780 an das Kapitel mit der Bitte um Zulassung zum Noviziat. Er hat die Klosterschule besucht und wird wegen seines sittlichen Verha1tens gerühmt, seines Eifers für die Studien. Für die Musik hat er keine guten Anlagen, aber er kann eine umso grössere Mitgift mitbringen. Ein ganzes Jahr versah er die verschiedenen Obliegenheiten eines Novizen, erhielt aber das Ordenskleid erst am 27. Oktober 1781. Man war mit ihm so gut zufrieden, dass man ihn am liebsten sofort zur Profess zugelassen hätte, wenn dies nicht gegen das Kirchenrecht verstossen hätte (Acta Cap. IV, 409). Er konnte am 27. Oktober 1782 die Profess als Fr. Leodegar ablegen.

Bei der Befragugg durch die helvetische Kommission am 2. November 1798 heisst es, er sei gebürtig von Münster und habe alle Studien, auch die Superiora, in Engelberg durchlaufen (Cod. 278, 84). Wenn er nicht gleich zum Noviziat zugelassen wurde, so deswegen, weil keine Fratres da waren und man froh war, dass er die Ämter der Fratres bei Tisch und im Chor übernahm.(Acta Cap. IV, S. 408) Als Austeuer erhielt er vom Vater, der als Untervogt von Schongau tätig war, die schöne Summe von 3100 0 gld. Die heiligen Weihen erheilt er durch den Nuntius in Luzern, Joseph Vinci, in der Nuntiatur­kape1le, den Subdiakonat am 29. September 1785, den Diakonat am 17. Dezember 1785, den Presbyterat am 19. November 1786 mit Altersdispens.

Gleich nach der Primiz, die er am 26. November 1786 feierte, wurde er zum Kustos ernannt.(Acta Cap. IV, 443) Am 19. Oktober vertauschte er die Kustorei mit der Schu1e, indem er Gehilfe des Präzeptors (Acta Cap. IV, i.xli 459) wurde. Dann wird er aber der Verantwortung dief ses Amtes enthoben, da er während des ganzen Schuljahres krank war und um Entlassung bat. (Acta Cap. IV, 511). Am 27. April 1793 war er Küchenmeister (Acta Gap.IV, 554), am 2. Februar 1794 Vestiar, am 22. August 1794 Kapellenvogt der Talkapellen (Acta Cap. IV, 606). Als am 24. April 1799 sich die helvetische Regierung an die "Religiosen von Engelberg" wandten mit der Bitte, von ihr geplante Lehrerbildunga:nstalt zu Ubernehmen, sagte man mu, erkUirte aber, man könne den Seminaristen nicht den gewünschten freien Unterhalt gewähren, weil dem Kloster zu einem grossen Teil die Einnahmen entzogen seien, nachdem man ihm die Zehnten genommen habe. P. Leodegar anerbot sich, an der geplanten Anstalt den Unterricht in Rechnen, Geographie und Naturgeschichte zu übernehmen. Der ganze Plan zerschlug sich aber, weil die Finanzmittel fehlten (Sialm Plaz., Unterricht und Bildungswesen in den schwyzerischen Teilen der Kantone Waldstätten und Linth zur Zeit der Helvetik 1798. Mitteilung des Histor. Vereins des Kt. Schwyz 48 (1949) s. 151).

1803-1813 ist er Grosskellner und als solcher besorgt um die Fergerei für das Seidengeschäft (Fassbind, Seidenkämmelei 114). Am 21. Mai 1812 verzichtet er auf dieses Amt und wird am 10. April 1813 Subprior (Acta Cap. IV, 612) und Fratresinstruktor. Am 11. Juni 1814 wird er zum Rosenkranz­sonntag zur Aushilfe nach Stans geschickt. Dort waren beim Zusammenbruch der Helvetik von der neuen Regierung zwei Geistliche eingesperrt worden, andere, z.B. Pfarrer Businger, waren geflohen. So fehlte es an Beichtvätern auf das Fest hin. Die Predigt hielt P. Berchtold Villiger (Cod. 279, 327). Bei der grossen Mutation von 1807 durch Abt Karl Stadler, bleibt er zunächst noch Grosskellner, wird aber zudem Professor der obern Klassen, auch der Theologie, 1819 Direktorist. Für das Lehramt der Theologie hatte er bereits am 1. September 1794 beim bischöflichen Kommissar Alois Keller in Luzern das Cura-Examen bestanden und die Zulassung zur Seelsorge in der Diözese Konstanz erreicht. Diese Admissio wird bestätigt durch den Generalvikar Maximilian Christoph. P. Leodegar starb als Senior des Klosters am 5. Dezember 1848.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 136.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.