Konrad Fruonz: Unterschied zwischen den Versionen

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Firmpate: Nikolaus Omlin.
 
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==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge), Transkript von Br. Meinrad Haberl, übernommen.</ref>==
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==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.</ref>==
 
P. Konrad wurde als Sohn des Schneiders Franz Josef Alois Fruonz, wohnhaft im Haus des späteren Landammann Omlin, und seiner Frau Anna Maria Aloisia Bürgeser am 7. Oktober 1809 in Sarnen (Freiteilerlinie) geboren und auf den Namen Jakob Josef Alois Emanuel getauft. Paten waren Jakob Josef Hauger und Theresia Furrer. Die Firmung erhielt er am 31. Oktober 1821. Firmpate war Nikolaus Omlin.<ref>Bestätigungen von Pfarrer von Sarnen, Melchior Josef Sigrist am 30. Oktober 1826.</ref> Über seine Studien gibt es keine sicheren Hinweise. Vielleicht hat er noch das Kollegium in Sarnen besucht bevor er nach Engelberg kam. Unter den dortigen Klosterschülern ist er nicht aufgeführt. Die Theologie und Philosophie scheint er aber im Kloster studiert zu haben.  
 
P. Konrad wurde als Sohn des Schneiders Franz Josef Alois Fruonz, wohnhaft im Haus des späteren Landammann Omlin, und seiner Frau Anna Maria Aloisia Bürgeser am 7. Oktober 1809 in Sarnen (Freiteilerlinie) geboren und auf den Namen Jakob Josef Alois Emanuel getauft. Paten waren Jakob Josef Hauger und Theresia Furrer. Die Firmung erhielt er am 31. Oktober 1821. Firmpate war Nikolaus Omlin.<ref>Bestätigungen von Pfarrer von Sarnen, Melchior Josef Sigrist am 30. Oktober 1826.</ref> Über seine Studien gibt es keine sicheren Hinweise. Vielleicht hat er noch das Kollegium in Sarnen besucht bevor er nach Engelberg kam. Unter den dortigen Klosterschülern ist er nicht aufgeführt. Die Theologie und Philosophie scheint er aber im Kloster studiert zu haben.  
  
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== Bibliographie ==
 
== Bibliographie ==
 
* Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144, Nr. 609.
 
* Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144, Nr. 609.
* StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer (Transkript Br. Meinrad Haberl).
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* StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).
  
 
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Aktuelle Version vom 23. April 2022, 02:19 Uhr

Konrad (Jakob) Fruonz (* 7. Oktober 1809 in Sarnen; † 31. Januar 1881 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. Januar 1828

Priesterweihe: 29. April 1832

Ämter

Bibliothekar: 1832–1835

Grosskellner: 1835–1850

Kapitelssekretär: 1835–1850

Archivar: 1842–1858

Unterpfarrer in Engelberg: 1850–1854

Katechet in Engelberg: 1850–1854

Pfarrer in Engelberg: 1854–1858

Spiritual im Kloster Sarnen: 1858–1870

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Josef Alois Fruonz, Schneider, und der Anna Maria Aloisia Bürgeser.

Paten: Jakob Josef Hauger und Theresia Furrer.

Firmpate: Nikolaus Omlin.

Lebensbeschreibung[1]

P. Konrad wurde als Sohn des Schneiders Franz Josef Alois Fruonz, wohnhaft im Haus des späteren Landammann Omlin, und seiner Frau Anna Maria Aloisia Bürgeser am 7. Oktober 1809 in Sarnen (Freiteilerlinie) geboren und auf den Namen Jakob Josef Alois Emanuel getauft. Paten waren Jakob Josef Hauger und Theresia Furrer. Die Firmung erhielt er am 31. Oktober 1821. Firmpate war Nikolaus Omlin.[2] Über seine Studien gibt es keine sicheren Hinweise. Vielleicht hat er noch das Kollegium in Sarnen besucht bevor er nach Engelberg kam. Unter den dortigen Klosterschülern ist er nicht aufgeführt. Die Theologie und Philosophie scheint er aber im Kloster studiert zu haben.

1827 konnte er, zusammen mit vier Mitnovizen, das Noviziat beginnen und am 27. Januar 1828 auf den Namen Konrad Profess ablegen. Die Weihen erhielt er alle durch den Nuntius Philippo de Angelis in dessen Kapelle in Luzern: Den Subdiakonat am 13. März 1831, den Diakonat am 23. April 1831 und die Priesterweihe am 29. April 1832 mit Altersdispens. Von 1832 bis 1835 war er Siftsbibliothekar und lehrte ab 1832 Philosophie an der Klosterschule. 1834 am 1. April wurde er vom Nuntius zum päpstlichen Notar ernannt. Dann war er von 1835 bis 1850 Grosskellner und Kapitelssekretär. Ab 1842 war er auch Archivar bis 1858 und ab 1842 wurde ihm auch die Christenlehre in der Pfarrei Engelberg übertragen. Die Jesuiten, die damals eine Volksmission in Engelberg durchführten, drängten darauf, dass die Christenlehre P. Maurus Schlumpf abgenommen und P. Konrad Fruonz übertragen werden sollte.[3] Von 1850 bis 1854 war er Katechet und Unterpfarrer in Engelberg und von 1854 bis 1858 Pfarrer ebenda.[4] Für die Ausübung der Seelsorge hatte er am 24. März 1853 durch den Kapitelsvikar "sede vacante", Johann Georg Bossi die Erlaubnis erhalten, für die Pfarrseelsorge Engelberg am 18. Mai 1854 vom Churer Bischof Kaspar de Carl. Als Pfarrer war er ein guter Prediger.

Als Grosskellner wurde P. Konrad um 1846 auch auf den Sohn des ehemals im Dienst des Kloster stehenden Seidenmeisters Joachim Josef Kuster, Nikodemus Kuster, aufmerksam, als dieser junge Engelberger, noch keine 20 Jahre alt, im Kloster das Schreinerhandwerk erlernte. Durch seine Förderung und mit tatkräftiger Unterstützung des Engelberger Gotteshauses konnte dieser dann 1850 in Basel die Modellierschule besuchen. Dass sich der begabte Nikodemus Kuster in München weiterbilden konnte, wurde in erster Linie durch P. Konrad ermöglicht. Trotz dieser Unterstützung sah sich Kuster aufgrund der ärmlichen Familienverhältnisse gezwungen, München zu verlassen und wieder nach Engelberg zurückzukehren. In Engelberg begann er dann sein selbstständiges künstlerisches Schaffen, wo er auch viele Aufträge vom Kloster bekam, so u. a. bei der Renovierung der Klosterkirche von 1877 bis 1879. Für die beiden Vorchoraltäre konnte er je drei Heiligenfiguren herstellen. In der Altertumssammlung des Klosters sind noch neun Figuren, die von ihm hergestellt wurden. Trotzdem schaffte er es nicht, sich eine sorgenlose Existenz aufzubauen. 1858 wechselte sein Förderer und Gönner P. Konrad nach Sarnen.[5]

Von 1858 bis 1869 war er Spiritual im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen. Im "Klostertagebuch" von Sarnen St. Andreas wird er von 1859 an als Beichtiger aufgeführt. Dort wirkte er 11 Jahre lang, war aber immer gesundheitlich angeschlagen und "kränkelte" häufig. Er klagte über Kopfschmerzen und Schwindel, so dass er mit der Feier der Messe oft mehrere Tage aussetzten musste und den Schwestern die Kommunion nicht reichen, nicht Beichthören und auch keine Vorträge halten konnte. Mehrere Schwestern beklagten sich bei Abt Anselm Villiger, sie hätten keine geistliche Betreuung und es fehle ihnen das Vertrauen zu ihm. Aber weil ihn die Äbtissin als Beichtiger behalten wollte, beliess ihn der Abt vorerst auf diesen Posten. Als Spiritual schrieb P. Konrad in Sarnen ein Büchlein mit dem Titel: "Geschichtliche Notizen über das wunderthätige Bildnis des heiligsten Kindes Jesu und fromme Gebetserhörungen zu St. Andreas in Sarnen" und verfasste 1867 auch ein Nekrologium der "Chorfrauen und Laienschwestern" ab 1667. Als Abt Anselm ihn aber dann doch versetzten wollte, weinte P. Konrad und bat ihn um Aufschub. Diesmal blieb der Abt bei seinem Entschluss, auch als die Äbtissin ihre Nonnen im Gehorsam eine Bittschrift unterzeichnen liess, wonach sie P. Konrad als Beichtiger behalten wollten. Im "Tagebuch von 1843–1880" des Klosters St. Andreas wurde ihm gegenüber aber auch nicht mit Kritik gespart: "Er war sehr milde und gutherzig gegen alle gesinnt, beschenkte jede Einzelne sowohl als auch das Allgemeine oft sehr reichlich, stand der Oberin in ihrer Amstsverwaltung wo sie ihn ersuchte, zur Seite. Da er aber sehr kränklich war, litt auch die Disciplin grossen Schaden. Ebenso hatte auch der wissenschaftliche Geist keine Pflege. Das Kloster blieb somit weit hinter dem Fortschritt der Zeit zurück und namentlich konnte auch den Schul-Anforderungen nicht mehr entsprochen werden. Der H. Herr Visitator (Abt) Anselmus I. war genöthigt, weise Massregeln zu ergreifen. So berief er den Hochw. Beichtvater P. Konrad anfangs September 1869, nicht ohne grossen Widerstand der Oberin, nach Engelberg und schickte an dessen Statt den P. Johann Baptist Troxler als Beichtvater nach Sarnen."[6] Am 25. September kehrte P. Konrad dann nach Engelberg zurück.

P. Konrad brachte das "Alpnacher Kreuz" nach Engelberg. Es ist die älteste und eindrucksvollste Holzskulptur der Engelberger Klostersammlung und im Klostermuseum zu sehen. Ursprünglich hing der bekleidete Kruzifixus aus dem 12. Jahrhundert an der Wand im Inneren der Kirche in Alpnach. P. Konrad brachte es zuerst nach Sarnen und dann nach Engelberg. So konnte es, wie es heisst, "dem Lande erhalten werden".[7] Wie Robert Durrer in "Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden" in den Nachträgen berichtet, hat P. Konrad auch das spätgotische Altarwerk und ein dazugehöriges Bruchstück, welches zum Pfannendeckel degradiert wurde, im Kloster St. Andreas in Sarnen, entdeckt und für das Kloster Engelberg erworben. Nach glaubwürdigen Angaben stammt dieses aber aus dem Heimwesen Gwand in der Schwändi.[8]

Am 27. Januar 1878 konnte P. Konrad mit P. Ignaz Odermatt und Br. Paul Huwiler seine "Jubelprofess" begehen. P. Konrad starb nach 11-jähriger schwerer Invalidität oder an "Marasmus Senilis", wie die Todesanzeige sagt, 72-jährig am 31. Januar 1881. Mit ihm starben die Freitiler Fruonz aus.[9] Nach P. Adalbert Vogel "war er in seinen guten Jahren ein Mann von kräftiger Positur (Figur) und blühenden Aussehen mit klangvollem Sprachorgan und ein gern gehörter Prediger. Als Sänger ein kräftiger Tenor und dazu ein guter Violinspieler. Er war Mitarbeiter am 'Versuch einer urkundlichen Darstellung des reichsfreien Stiftes Engelberg, 12.-13. Jahrhundert'. Eine Jubelgabe für Abt Eugen von Büren, 1846, mit 156 Seiten."[10]

Werke

  • Geschichtliche Notizen über das wunderthätige Bildnis des heiligsten Kindes Jesu und fromme Gebetserhörungen zu St. Andreas in Sarnen.
  • Nekrologium der Chorfrauen und Laienschwestern von St. Andreas ab 1667.
  • (als Mitautor) Versuch einer urkundlichen Darstellung des reichsfreien Stiftes Engelberg, 12.-13. Jahrhundert. Eine Jubelgabe für Abt Eugen von Büren, 1846.

Professnummer

  • Nr. 609

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
  2. Bestätigungen von Pfarrer von Sarnen, Melchior Josef Sigrist am 30. Oktober 1826.
  3. Vgl. StiArEbg Briefe von Abt Eugen von Büren vom Juni 1842 unter den Schriften von P. Plazidus Tanner. Wie dieser schrieb, war P. Konrad bei Abt Eugen von Büren besonders gut "angeschrieben" gewesen.
  4. Hess, Das geistliche Engelberg – I. Verzeichnisse, 1943, S. 32 Nr. 67.
  5. Christen, Das Kloster als Kunstförderer, in: Ein Kloster im Visier, Engelberger Dokumente, Heft 39, 2020, S. 63-64.
  6. Archiv Kloster St. Andreas in Sarnen, Klostertagebuch von 1843–1880, Sign. X 1, S. 8. Der neue Beichtiger P. Johann Bapt. Troxler fand offenbar anfangs bei den Schwestern keine gute Aufnahme. Er war vorher Administrator von Disentis gewesen.
  7. Hess, Die Kunst im Kloster Engelberg - B. Die Plastik, in: Titlisgrüsse 28, September 1942, S. 94.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 180-182 und S. 1113-1114.
  9. Omlin, Die Geistlichen Obwaldens, S. 261-262 und Nachruf im Obwaldner Volksfreund Nr. 6, vom 5. Februar 1881.
  10. Vgl. auch Küchler, Die Druckerzeugnisse der Obwaldner bis 1880 in: Obwaldner Geschichtsblätter, 2. Heft, 1904.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144, Nr. 609.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).