Kerns

Aus Kloster-Engelberg
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Die Kirche von Kerns wird erstmals in einem Schutzbrief des Kaisers Barbarossa 1173 für das Stift Beromünster erwähnt, mit allem Zubehör, Gütern, Wasserläufen etc., die Graf Ulrich von Lenzburg im Tal besass und zu seinem Seelenheil dem Stift vermachte.(Vgl. Q.W.Urk.I.Nr.160) Im gleichen Jahr erscheint auch das Kloster St. Blasien im Mitbesitz von Kerns aber nur für kurze Zeit. Denn bereits in der Bulle Alexanders III. vom 6. März 1179 ist das Schwarzwaldkloster nicht mehr im Besitz der Kirche. Und im Verzeichnis der Kirchen der Diözese für die Erhebung der Kreuzzugssteuer von 1275 ist nur noch Beromünster im Besitz der Kernser Kirche aufgeführt.(Vgl. Q.W.Urk.I.Nr.1188) Als der Krieg zwischen Herzog Albrecht von Österreich und der Stadt Zürich auch das Stift Beromünster und seine Besitzungen in schwere Mitleidenschaft zug, gewährte Bischof Heinrich von Konstanz mit Zustimmung seines Kapitels dem Propst von Beromünster, Jakob von Rinach, am 20. Januar 1358 die Inkorporation der Kirchen von Starrkirch und Kerns. Deren Patronatsrechte besass er bereits mit ihren Erträgnissen an den Tisch der Chorherren.

Schon am 30. Mai 1367 verkaufte der neue Propst Rudolf Schultheiss von Lenzburg seinen Besitz mit allen Gütern, Rechten und Zinsen an das Kloster Engelberg um 500 Pfund mit der Begründung, dass das Chorherrenstift in tiefen Schulden stecke und die Zinsen aus dem Herrenhof in Kerns nur gering seien wegen der weiten Entfernung vom Stift und dem umständlichen und oft gefährlichen Weg über den See. In einer zeitgleichen Urkunde trat der Propst auch das Patronatsrecht der Pfarrkirche von Kerns und der Filialkapelle von St. Niklausen an das Kloster ab.(Vgl. Druck der Urkunde 53, Nr. 366. Die Bestätigung des Kaufs durch den Bischof vom 1. tJuni 1367 ist der Urkunde beigefügt.) Doch blieb die Kirche von Kerns nicht lange im Besitz des Klosters Engelberg. Nachdem sich 1454 Buochs vom Kloster gelöst hatte und Stans kurz darauf folgte, tat auch Kerns 1464 den gleichen Schritt. Abt Heinrich Porter verkaufte die Rechte über die Pfarrei Kerns an die dortigen Kirchgenossen, verzichtete auf dei Ernennung der Geistlichen und behielt nur das Recht, sie dem Bischof zu präsentieren.(Vgl. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 124.)

Die erste Kirche muss vor 1173 entstanden sein, da in der Urkunde Barbarossas aus diesem Jahr eine solche erwähnt ist. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts auf Veranlassung des bekannten Pfarrers Oswald Isner, des Beichtvaters des heiligen Bruder Klaus, durch einen Neubau ersetzt, der am 21. November 1501 durch den Weihbischof Balthasar von Konstanz eingeweiht wurde. Nachdem 1649 eine Renovation des Baus erfolgt war, schritt man 1661 nach mehrfachen Verschiebungen zu einem völligen Neubau, der am 28. August 1768, durch den Weihbischof August Johann Nepomuk von Konstanz die kirchliche Weihe erhielt.