Josef Moos

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Josef (Kaspar) Moos (* 18. Dezember 1842 in Zug; † [[]] [[]] in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. September 1866

Priesterweihe: 3. Mai 1869

Primiz:

Ämter

Lehrer in der Stiftsschule: 1869–1875

Spiritual in Maria-Rickenbach: 1875–1878

Kaplan in Maria-Rickenbach: 1878–?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Lebensbeschreibung[1]

P. Joseph Moos, 0. S. B. Es ist eine bekannt e Ta ts ache, dass der Tod, wenn er in unsere Klos terfamili-e einb ri cht, nie mit einem Opfer allein zu frieden ist. Seit Jahrz ehnten hat er sich alsbald ei n zweites und meist ein dr itte s geholt. So war es auch dieses Frühjahr. Nachdem am 2-!. April Bruder Jakob, am 11. Ma i P. Karl ges torben, folgte ihnen am 12. Juni P. Joseph Moos, Wallfahrts­ pri ester in llfa ria Rickenbach nach. Wenn auch die wenigst en unserer Stud enten P. Jos eph persönlich gekannt, so hat doch jeder von dem Eremiten von Mari a Rickenba ch gehör t. Sein em Andenk en seien d i e folgenden Zeilen ge widmet. P. Joseph war im Jahre 1842 im Lüssi bei Zug geboren. Nach Ab­ solvi eru ng der Zu ger Volkssc hule bega nn er seine Gymnasi al -S tudien in Feldki rch und setz te sie mit bes tem Er fol ge in En gelberg und Einsiedeln fort. Wider Erw 'a rten entsch lo_ss sich der lebhaf te und lebens­ten Jä gers t_libchen aber war das Stelldichein der Freunde. Da zei!}te sich frohe Student ' zum Eintritt ins Kloste r. Am St. Michaelstag 1866 legte er in Engelberg die Ge lübde ab, 1869 wurde er Priester. Wie jetzt noch jeder unserer jungen Patres bes timmt ist, am Schulkarren zu zie­ hen, so war es auch damals. Doch litt es P. Jo.seph nicht gut im Professo ren ­ geschirr; lieber war ihm das Am:t eines Forstau fseh ers, berechtigte es· ihn doch durch Wald und Berg und Flur zu streifen und so seiner Natur­ freude einigermaßen Genüge zu ver schaff en. Im Jahre 1876 wurde er Beichtiger in Ma·ria Rickenbach, welche Stelle er nach zw ei Jahr en mit der Wa llfahr ts -Kapl anei daselbst vertauschte. Nun war der rechte Mann

P. Joseph in seinem ganzen . Frohmut ab . g,eistreichen,- heiterh Geselr­ scha f te r. Wie manchem hat er da frohe und genuss-r eiche Stunden ver­ schaf ter . Wie m;rnchem hat ,er da frohe und genussr e.i che Stunden ver ­ von seinen Jagdabenteuern . - Er war ja in frühem Jahr en ein kühn er Gems jäger gewesen, der das Gebirge weithin unsicher gemacht. Noch letzt es Jahr f iguri erte er in der Jä,gerpaten tliste als Jäger Kaspar (Tauf. name) Moos, Ob erdor f. - Do ch auch für ernste Wisse nsc haf t war sein reger Geist stets tät g. In fr üh em Jahren hatte der Bergkaplan in der ,Ein sa mkeit des Wint ers mit Eifer Medizin studiert und sich hierin viele

am rechten Posten. Hatte er i-n

seinen früher en Stellungen schon viel

Kenntni sse er worb en, die er im wel f ernen Bergnes tch en oft gut ver.

Gut es gewirkt, hier leistete er währ end beinah e 4 Jahrzehnten (1884- 1886 war P. Joseph beliebter Pfarrer in Engelb erg), bis zu seinem Tode sein Bes tes. Ausgestattet mit den reichs te n· Gaben des Gemüt es, mit scharfem Vers tand und klar blickend em Urteil war P. Joseph zum Wall­ fahrtspriester wie geschaffen. Wie unzählig vielen ist er denn ein wahrer , lieber Vater in der Beicht gewesen, ein Helfer aus der Sündenno t. Und Gott allein weis s, wie viele Bedrängte bei ihm Rat und Trost gefunden in den verschiedensten Nöten und Anlieg en, zeitlichen und geistlichen. Mit welcher Eindringlichkeit verkündete er von der Kan,zel da s W ol't Gottes. So unmittelbar flosse n die Gedanken aus dem Herz en, und mit solcher Uebe*eugung und feuriger Begeist erung gelangten sie zum Vor­ trag, da ss die Zuhörer gan[z im Banne seiner Persönlichkeit und seines Wortes waren. Die Studenten, welche im Jahr e 1904 unter P. Josep h in Eng elberg die Exerzitien machten, werden sich mit Freud e der herr ­ lichen Vorträge erinnern, und man ch einer wird auch dankbar seiner Seelenleitung und seiner Ratschläge gedenken. Auch \i n Maria Rickenbach hat P. Joseph öft ers Jungfrau en Exerzitien gegeben, und stets wa ren die zahlreich en Teilnehmerinnen voll de_s Lobes über den erfahrenen Exer­ zitienmeister. Als treuer Hüter d_es Heiligtums der Gnad enmutt er von Ricken ­ bach suchte er das Kir chlein aufs schönste au sz ustatt en. Mit Hilfe von Guttätern war es ihm möglich , einijge prächtige Kelche, eine herr lich (J Mons tranz so wie kostbar e kirchliche Gewänder anzuschaffen. In den let z ­ ten Jahren unternahm er die Renovation des Chores . Am Gn.adenaltal! w urde ein reichvergoldeter Tabernakel an gebracht ; die Tran spa rente wur ­ den durch Fenster mit Dar stellungen· aus der Wallfahrts geschich te er ­

werten konnt e. Dan eben la s und studi erte er mit Eifer und Inter esse trotz eines . schlimmen Augenleidens viele We rke aszetischen und pro fanen In. halt es. Noch in den letzten Jahren begeist erte er sich für Dante, Horaz und auch für moderne Dichter. P. Joseph war ja selbst ein Dichter. Zwar hat der bescheiden e Ordensmann nur weniges von seinen Dic htun­ gen verö ffentlicht , einige sehr gelungene Jägergedichtchen; aber in seinem Nachlass fand sich eine reichhaltige Sammlung schönster Poesie, die ver­ öffentlicht werden soll. - Hier eine Probe :

April kam mit Wonnet agen, Kam mit Sonnen schein und Glanz, Und ich Alt er durfte wag.en, Einen Gang zur Höhen schanz.

Also gri ff ic h zu dem Stabe, Und mit wenig Magenl abe Ging' s hinauf zur Bergeshöh.

Doch als ich dann oben sass Und voll Glück mein Bröt chen a ss, Fasst e plötzlich mich das Weh.

,,Let ztes - Mal bis t du allhier, " _ .Klang _es _ laut durchs Innre mir, ,,Sag den Höhen nun - Ade!" -

s etzt, das ganze Chor neu bemalt, und.! ein neuer Bod en einge legt. Di e Er stellung einer neuen Kommun io nbank, auf welche er sich so sehr ge­

Das Gedicht ist betitelt : April 1916. sich bald erfü llte.

Also Todesahnu u1 , die sehnt und gefreut, e,lebte er leider nicht mehr. - Zur weit eren · Hebung der Wallfahrt schrieb der eifrige Kap(,an ein vielg1;lobtes Wa llfahr ts büch- lein, voll Gemütsti efe und inniger Andacht. In seinem pri esterlichen Wirken unt erstützt e ihn nicht wenig seine Leutseligkeit. Wer mit P. Joseph verkehr te, war von seiner Persönli chkei t angezogen und fasste und schenkte ihm unw;llkü rlich Vertrau en. Kein Wun der, dass das kleine Kapl anenhäusch en viel besucht wa r von Ein­ heimis chen und Fremd en, von Wallfahrern 1md Ku rgäs ten.

Nachdem' Pater Joseph seit Jahr en gegen Arterien verkalkun g zu kämp­ fen gehabt, aber döch körperlich und geistig rü s tig und fris ch den Win­ ter überd auert hatte, knickte ihn plötzlich eine akut e Kr ankheit. Anfangs Mai packte den 74 jährigen Gr eis infolge Erkä ltung ein Blasen leiden. Mit grosser Geduld ert rug er die Schmerzen, und gottergeben schaute er dem Tod in s Auge. Segnend, \Vie er durchs Leben gega ngen, sta rb er. Die Trauer auf dem Berge und im Tal und weit hinaus in die Schweize rgaue und über die Grenzen ist gross . Nun ruht P. Joseph, wie er es sich gewünscht, im Schi ff e der Gnadenkape lle vor der neuen Kommunionbank. Alpenrosen und Edelweiss, die Dankb arkeit und kindliche Liebe ihm ge­ pf llickt und zum Kra nz gew und en, blüh en auf s einem Grab. Vor dem Bil de der lieben Gnad enmutt er, für die er ein Leben lang gewirkt und die er geliebt und kindlich ver ehrt hat, harrl sein Leib des Tages der Au;fc rstehung.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 153.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.