Joachim Rütsche

Aus Kloster-Engelberg
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Joachim (Josef) Rütsche (* 19. März 1873 in Wil; † 4. März 1940 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. September 1893

Priesterweihe: 29. Juni 1898

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1898–1904, 1907–1912

Spiritual in Maria-Rickenbach: 1912–1918

Küchenmeister: 1919–1922

Direktor des Instituts Marienburg: 1922–1940

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Anton Rütsche und der Maria Josefa Truniger.

Lebensbeschreibung[1]

P. Joachim Rütsche wurde am 19. März 1873 in Wil geboren und auf den Namen Josef getauft. 1898 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde zum Lehrer bestimmt. Im Jahr 1900 kam er ein erstes Mal an die Universität Freiburg i. Ü. zum Studium der klassischen Philologie, das er aber erst nach einem Unterbruch von vier Jahren wieder fortsetzen konnte. Doch auch dieses Mal wurde er vor dem Abschluss seiner Dissertation wieder an die Schule berufen, da man ihn für den Unterricht am Lyzeum, das im Herbst 1907 eröffnet wurde, dringend benötigte. Neben der klassischen Philologie lehrte er Deutsch und Ästhetik. Seine Schüler erinnerten sich, dass er ganze Arbeit verlangte und Interesselosigkeit an seinen Fächern leicht als persönliche Beleidigung empfand.

Viele Jahre leitete er die sogenannte Marianische Akademie mit grosser Begeisterung. Die Schule blieb ihm auch als Spiritual in Maria-Rickenbach und dann ganz besonders als Direktor des Institutes auf der Marienburg eine Herzenssache. Noch im vorgerückten Alter begab er sich in französische und italienische Sprachgebiete, um sich als Leiter der Töchterschule die nötigen Kenntnisse zu erwerben.

In seinen besten Jahren verwaltete er das Amt eines Theaterdirektors in Engelberg und war ganz in seinem Element. Schon während seiner eigenen Studienjahre bedeuteten ihm "die Bretter" eine vertraute Welt. Er sah in der Pflege eines guten Bühnenspiels einen wichtigen Erziehungsfaktor, und deshalb übte er auch mit den Mädchen, die in Maria-Rickenbach den Ordensschwestern anvertraut warem, kurze, passende Stücke ein. Dies konnte auf der Marienburg mit noch besseren Aussichten geschehen, da dort eine grössere Auswahl an guten Sängerinnen und Schauspielerinnen zur Verfügung stand.

Von 1912 bis 1918 war er Spiritual in Maria-Rickenbach. Als im Sommer 1919 der Küchenmeister P. Bonaventura Egger als Rektor an die Spitze der Schule gestellt wurde, übergab Abt Basil Fellmann P. Joachim das Reich der Töpfe und Kasserollen. Und tatsächlich hatte er für die Bedürfnisse des Lebens ein offenes Auge. Das zeigte sich ab 1922 auch in seiner neuen Tätigkeit als Direktor des Institutes auf der Marienburg, wo er gleich tatkräftige Proben seines Organisationstalentes gab.

In seinen letzten Jahren verursachte ihm ein asthmatisches Übel viele schwere Stunden. In seinen Anfängen hatte es sich eigentlich schon vor zwanzig Jahren gezeigt, aber die gefährlichen Krisen stellten sich doch erst in den letzten Jahren ein. Am 4. März 1940 starb P. Joachim unerwartet schnell und allgemein betrauert. Denn 18 Jahre lang gehörte sein ganzes Schaffen, nicht nur seine priesterliche Sorge, sondern auch die Sorge für zeitliches Wohlergehen dem Institut auf der Marienburg. Gemäss eigenem Wunsch wurde er ebenda begraben.

Professnummer

  • Nr. 679

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 26, 1939/40, S. 39-43, übernommen.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Wir wollen den Spiritual pflegen und warten in gesunden und kranken Tagen. Spirituale von 1864-1918, in: Das Benediktinerinnen-Kloster Maria-Rickenbach in Geschichte und Gegenwart, hg. vom Historischen Verein Nidwalden, Stans 2007, S. 91-93.
  • Nachruf P. Joachim Rütsche, in: Titlisgrüsse 26, 1939/40, S. 39-43.