Ildephons Straumeyer: Unterschied zwischen den Versionen

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Am 20. Dezember 1723 kam [[Prior]] Frowin Christen mit P. lldephons von Luzern zurück, wo er die Diakonatsweihe durch den Nuntius empfangen hatte. Die Rechnung ergibt für den Schiffer 1 gld, für Kerzen 4 s, dem Sigtist für Zurüsten der Paramente 12 s, der </ref>Schifferlohn nach Haus 15 s, dem Kanzler des Nuntius, Castoreo 1 gld 21 s.<ref>Rechnungsbuch 1717 Datum!</ref> Am 16. Februar 1724 zahlte der Onkel Hans Heinrich den Rest von 100 Kronen an die Aussteuer und 30 gld Zins, insgesamt noch 229 gld.<ref>Rechnungs­ buch 1717, Datum!</ref> Am 14. November 1724 erhält der Nnuntius für die Altersdispens zur Weihe (12 Monate) 14 Taler = 31 gld  
 
Am 20. Dezember 1723 kam [[Prior]] Frowin Christen mit P. lldephons von Luzern zurück, wo er die Diakonatsweihe durch den Nuntius empfangen hatte. Die Rechnung ergibt für den Schiffer 1 gld, für Kerzen 4 s, dem Sigtist für Zurüsten der Paramente 12 s, der </ref>Schifferlohn nach Haus 15 s, dem Kanzler des Nuntius, Castoreo 1 gld 21 s.<ref>Rechnungsbuch 1717 Datum!</ref> Am 16. Februar 1724 zahlte der Onkel Hans Heinrich den Rest von 100 Kronen an die Aussteuer und 30 gld Zins, insgesamt noch 229 gld.<ref>Rechnungs­ buch 1717, Datum!</ref> Am 14. November 1724 erhält der Nnuntius für die Altersdispens zur Weihe (12 Monate) 14 Taler = 31 gld  
  
1727 ist P. Ildephons bereits Kapitelssekretär.<ref>Cod. 229, S. 28.</ref> Im März 1731 wird er Pfarrer von Engelberg. Seine Einträge in den Pfarrbüchern sind mit ihren klostergeschichtlichen Notizen überaus aufschlussreich. Er versuchte überhaupt alles zu sammeln und zu retten, was vor Klosterbrand übriggeblieben war. So erfahren wir auch dass eine Notkirche, das "Holzhaus" errichtet wurde, wo z.B. meist die Taufen gespendet wurden. Am 4. April 1731 hielt er die Predigt in Grafenort, wo noch lange nur am 4. Sonntag im Monat Gottesdienst gehalten wurde. Am 9. August 1731 ging er zur Erholung ins Kloster Muri. Am 4. Februar 1732 litt er bereits unter schmerzhafter Podagra (Gicht am grossen Zeh) und musste das Bett hüten, er hatte Schmerzen an Händen und Füssen. Er bieb indes auch jetzt nicht untätig und stellte eine interessante Statistik über die Bevölkerung des Tales auf. Sie nennt 118 Häuser mit 801 Personen.  
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1727 ist P. Ildephons bereits [[Kapitelssekretär]].<ref>Cod. 229, S. 28.</ref> Im März 1731 wurde er Pfarrer von [[Engelberg]]. Seine Einträge in den Pfarrbüchern sind mit ihren klostergeschichtlichen Notizen überaus aufschlussreich. Er versuchte überhaupt alles zu sammeln und zu retten, was vor Klosterbrand übriggeblieben war. So erfahren wir auch dass eine Notkirche, das "Holzhaus" errichtet wurde, wo z.B. meist die Taufen gespendet wurden. Am 4. April 1731 hielt er die Predigt in Grafenort, wo noch lange nur am 4. Sonntag im Monat Gottesdienst gehalten wurde. Am 9. August 1731 ging er zur Erholung ins Kloster Muri. Am 4. Februar 1732 litt er bereits unter schmerzhafter Podagra (Gicht am grossen Zeh) und musste das Bett hüten, er hatte Schmerzen an Händen und Füssen. Er bieb indes auch jetzt nicht untätig und stellte eine interessante Statistik über die Bevölkerung des Tales auf. Sie nennt 118 Häuser mit 801 Personen.  
  
 
Im Juni 1733 war er erneut krank und schrieb eine Erklärung über eine von ihm im Taufbuch eingeführte Neuerung. Sie erlaubt es, die Verwandschafts- und Schwägerschaftsgrade leichter zu erkennen. Er gibt dazu die Begründung "ut ne mihi otiosus aut aliis sim inutilis" (damit ich nicht müssig bleiben und andern unnütz sein muss). Am 21. Januar 1734 erwähnte er, dass an diesem Tage 18 Engelberger in fremde Dienste getreten seien.<ref>Lib. bapt. III, 199.</ref> 1734 war er wieder krank und konnte nicht arbeiten. Im Jahre zuvor hatte er beim Jahrzeit des Bruder Scheuber in Wolfenschiessen die Ehrenpredigt gehalten, am 27. November 1733.<ref>Acta Cap. I, 231.</ref> 1737 äusserte er sich über das Hexenwesen und sagt, wenn er nicht die Entstehung des Klosterbrandes 1729 erlebt hätte, würde er glauben, es sei ein Werk von Hexen gewesen. In der Innerschweiz war der Hexenwahn stark verbreitet, besonders in Nidwalden.<ref>Acta Cap. I, 306.</ref>  
 
Im Juni 1733 war er erneut krank und schrieb eine Erklärung über eine von ihm im Taufbuch eingeführte Neuerung. Sie erlaubt es, die Verwandschafts- und Schwägerschaftsgrade leichter zu erkennen. Er gibt dazu die Begründung "ut ne mihi otiosus aut aliis sim inutilis" (damit ich nicht müssig bleiben und andern unnütz sein muss). Am 21. Januar 1734 erwähnte er, dass an diesem Tage 18 Engelberger in fremde Dienste getreten seien.<ref>Lib. bapt. III, 199.</ref> 1734 war er wieder krank und konnte nicht arbeiten. Im Jahre zuvor hatte er beim Jahrzeit des Bruder Scheuber in Wolfenschiessen die Ehrenpredigt gehalten, am 27. November 1733.<ref>Acta Cap. I, 231.</ref> 1737 äusserte er sich über das Hexenwesen und sagt, wenn er nicht die Entstehung des Klosterbrandes 1729 erlebt hätte, würde er glauben, es sei ein Werk von Hexen gewesen. In der Innerschweiz war der Hexenwahn stark verbreitet, besonders in Nidwalden.<ref>Acta Cap. I, 306.</ref>  
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Straumeyer war ein vorzüglicher, frommer Mönch und für die Regel St. Benedikts begeistert, wollte aber auch an Traditionen festhalten, die er als wichtiges Mittel zur Erhaltung von Einheit und Frieden innerhalb des Klosters betrachtete. Trotz seiner Krankheiten war er stets stark beschäftigt. So sagte er (cod. 202, S. 117), er sei noch vor dem Brand von 1729 Katechet, Unterpfarrer in [[Engelberg]], Chordirektor, [[Bibliothekar]] und Musiklehrer der Schüler (Phonascus) gewesen. Am 16. März 1731 wurde er Pfarrer von [[Engelberg]], [[Archivar]], [[Kapitelssekretär]] und Cantor.<ref>Abt Crivelli, sub dato.</ref> Am 25. August 1732 schrieb Abt [[Emanuel Crivelli]] von ihm, er sei schwer krank, habe "Grimmen", "Gichter" (Rheuma) und einen Anfang von Podagra. Man habe in aller Eile den Doktor von Sarnen kommen lassen. Am 19. Juli schickte ihn der Abt zur Erholung nach Sins. Er nennt ihn den armen Lazarus von Bethanien, der an Händen und Füssen gebunden sei. Die Fratres, die er als [[Lehrer] der Theologie zu betreuen hatte, versuchte er während seiner Abwesenheit möglichst zu beschäftigen. Am 22. November 1735 ernannte ihn der Abt zum Kanzler, da dessen Stelle nicht besetzt war. Er gewährte ihm Chordispens, weniger wegen der Arbeit in Kanzlei und Archiv als wegen der Krankheit, wie P. Ildephons selber meinte.<ref>Straumeyer Annal. VII, 16.</ref> Im März 1731 wurde er Pfarrer von [[Engelberg]] und blieb im Amt bis im November 1735. 1735 tritt er als Pfarrer und [[Kapellmeister]] zurück.<ref>Acta Cap. I, 318.</ref>  
 
Straumeyer war ein vorzüglicher, frommer Mönch und für die Regel St. Benedikts begeistert, wollte aber auch an Traditionen festhalten, die er als wichtiges Mittel zur Erhaltung von Einheit und Frieden innerhalb des Klosters betrachtete. Trotz seiner Krankheiten war er stets stark beschäftigt. So sagte er (cod. 202, S. 117), er sei noch vor dem Brand von 1729 Katechet, Unterpfarrer in [[Engelberg]], Chordirektor, [[Bibliothekar]] und Musiklehrer der Schüler (Phonascus) gewesen. Am 16. März 1731 wurde er Pfarrer von [[Engelberg]], [[Archivar]], [[Kapitelssekretär]] und Cantor.<ref>Abt Crivelli, sub dato.</ref> Am 25. August 1732 schrieb Abt [[Emanuel Crivelli]] von ihm, er sei schwer krank, habe "Grimmen", "Gichter" (Rheuma) und einen Anfang von Podagra. Man habe in aller Eile den Doktor von Sarnen kommen lassen. Am 19. Juli schickte ihn der Abt zur Erholung nach Sins. Er nennt ihn den armen Lazarus von Bethanien, der an Händen und Füssen gebunden sei. Die Fratres, die er als [[Lehrer] der Theologie zu betreuen hatte, versuchte er während seiner Abwesenheit möglichst zu beschäftigen. Am 22. November 1735 ernannte ihn der Abt zum Kanzler, da dessen Stelle nicht besetzt war. Er gewährte ihm Chordispens, weniger wegen der Arbeit in Kanzlei und Archiv als wegen der Krankheit, wie P. Ildephons selber meinte.<ref>Straumeyer Annal. VII, 16.</ref> Im März 1731 wurde er Pfarrer von [[Engelberg]] und blieb im Amt bis im November 1735. 1735 tritt er als Pfarrer und [[Kapellmeister]] zurück.<ref>Acta Cap. I, 318.</ref>  
  
Im Herbst 1737 wird er Professor der Moraltheologie und der Musik, fühlt sich aber für eine colche Arbeit ungeeignet, besonders wegen seines Leidens. Zeitweise lehrte er aber die Fratres vom Bett aus und sagt, dass er oft zum Schreiben die Feder zwischen die Finger stecken müsse, damit er überhaupt noch schreiben könne. Im September wurde er auf der rechten Seite gelähmt und lag zwölf Tage bewusstlos (Tab. def. III, 481). Wie genau er stets über Einzelheiten berichtet, zeigt der Eintrag in der Stiftsbibliothek Sl: 3ol, 19, Lexikon der Künste und Wissenschaften, Leipzig 1721, mit seinem persönlichen Eintrag: 11ProcuravitP. Ildephons Straumeyer, Engelberg, 14. Sept. 1731 um 6 gld. Luzerner, ohne Einband, der 2o s. gekostet". Am  16. Feb. 1735 war er noch als Vertreter des Klosters am Schmutzigen Donnerstag beim "Grossen Ra· in Stans" (Tab. Def. III, 468). Seine Leiden nahmen aber immer mehr zu. Am 5.Apr.1743 starb er morgens halb sechs Uhr nach langer Krankheit(Katarrh, Lähmungen, Gichtschmerzen, Wassersucht), sodass er den Tod als Rrlöser herbei­ wünschte. Ueberall stellte er den ganzen Mann. 11 Semper aut legit, aut scripsit, aut oravit11 • Er war ein eifriger Besucher des Chores, soweit es die - Gesundheit gestattete. Ein herrliches Ordensleben!
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Im Herbst 1737 wurde er [[Lehrer]] der Moraltheologie und der Musik, fühlte sich aber für eine solche Arbeit ungeeignet, besonders wegen seines Leidens. Zeitweise lehrte er aber die Fratres vom Bett aus und sagte, dass er oft zum Schreiben die Feder zwischen die Finger stecken müsse, damit er überhaupt noch schreiben könne. Im September wurde er auf der rechten Seite gelähmt und war zwölf Tage bewusstlos.<ref>Tabula defunctorum III, S. 481.</ref> Wie genau er stets über Einzelheiten berichtete, zeigt der Eintrag in der Stiftsbibliothek 301, S. 19, Lexikon der Künste und Wissenschaften, Leipzig 1721, mit seinem persönlichen Eintrag: "Procuravit P. Ildephons Straumeyer, Engelberg, 14. September 1731 um 6 gld. Luzerner, ohne Einband, der 20 s. gekostet". Am  16. Februar 1735 war er noch als Vertreter des Klosters am Schmutzigen Donnerstag beim "Grossen Rat in Stans"<ref>Tabula Defunctorum III, S. 468.</ref> Seine Leiden nahmen aber immer mehr zu. Am 5. April 1743 starb er morgens um halb sechs Uhr nach langer Krankheit,<ref>P. Gall Heer führt "Katarrh, Lähmungen, Gichtschmerzen, Wassersucht" auf.</ref> sodass er den Tod als Erlöser herbei­ wünschte. Überall stellte er den ganzen Mann. "Semper aut legit, aut scripsit, aut oravit." Er war ein eifriger Besucher des Chores, soweit es die Gesundheit gestattete.  
 
 
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==

Version vom 27. Oktober 2020, 05:12 Uhr

Ildephons (Justus) Straumeyer (* 26. September 1701 in Altdorf; † 5. April 1743 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 12. Februar 1719

Priesterweihe: 23. Dezember 1724

Ämter

Kapitelssekretär: 1727

Unterpfarrer in Engelberg: 1729

Bibliothekar: 1729

Lehrer der Fratres:

Lehrer der Stiftsschule:

Pfarrer in Engelberg: 1731–1735

Archivar: 1731

Kapellmeister:

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Leutenants Johann Melchior Straumeyer und der Katharina Barbara Steiger.

Paten: Johann Franz Walker, Doktor der Theologie und Apostolischer Notar und Anna Planzer.

Lebensbeschreibung[1]

Die Straumeyer sind ein Urner Geschlecht, das seit 1531 in Bürglen nachgewiesen ist und 1587 das Landrecht erhielt. Die Familie kam bald zu Ansehen und hatte mehrere Personen im Dienst von Kirche und Staat, allerdings starb sie 1917 aus. Ein Onkel des P. Ildephons war Chorherr in Bischofszell, zwei weitere Brüder des Vaters wirkten als angesehene Pfarrherren im Urnerland, ein vierter, Justus, machte sich als Professor, Pfarrer und Grosskellner um sein Kloster Engelberg sehr verdient.

P. Ildephons war, bei aller Vorliebe für die Vergangenheit und ihre Erforschung, ein sehr praktischer Mann. Laut Taufzeugnis wurde er am 26. September 1701 als Sohn des Leutenants Johann Melchior Straumeyer und der Katharina Barbara Steiger geboren. Er wurde in der Kirche der Erzpfarrei St. Martin getauft. Taufpaten waren Proparochus Johann Franz Walker, Doktor der Theologie und Apostolischer Notar und Anna Planzer. Zu gegebener Zeit erhielt er auch die heilige Firmung, Spender und Paten sind nirgends vermerkt. Unterzeichnet ist das Taufzeugnis von Josef Anton von Rechberg und datiert am 30. April 1717.

Auf der Rückseite des Taufscheins gab er Auskunft über seine bisherigen Studien: die Grundlagen seines Wissens holte er in der Lateinschule in Altdorf. Am Dienstag vor St. Lukas 1714 kam er an die Klosterschule nach Engelberg und hatte P. Adelhelm Luidl als Lateinlehrer. Am 13. November 1715 kam er zu P. Benedikt Deuring in die Schule, bei dem er alle Klassen durchlief, auch die Philosophie, die spekulative Theologie, die Moraltheologie und die Musik. Anno 1724 konnte sein Mitschüler P. Emanuel Crivelli die heiligen Weihen empfangen; er dagegen war noch zu jung und wurde erst am 23. Dezember 1724 durch Bischof Ulrich Federspiel in seiner Churer Hofkapelle zum Priester geweiht; an Neujahr 1725 konnte er Primiz feiern. Den Subdiakonat hatte er am 19. Dezember 1722, den Diakonat am 18. Dezember 1723 durch den Nuntius Domenico Silvio Passionei in seiner Hofkapelle in Luzern erhalten, und zwar mit Dispens wegen mangelnden Alters. Die Profess hatte er am 12. Feb. 1719 abgelegt. Auf der Rückseite der Professurkunde bemerkt er dazu, sein Vater und seine Verwandten hätten am Tag der Profess den Abt Joachim Albini gebeten, er möge ihm den Namen des Vaters oder des Onkels als Klosternamen geben. Der Abt habe indes vorgezogen, ihm den Namen des Erzbischofs und grossen Marienverehrers Ildephons zu geben.

Am 12. Februar 1719 zahlt bei der Profess Hans Heinrich Straumeyer für den Novizen Justus Florian die Schulden, die noch in die Schuheit zurückreichten: 27 gld an Kleidern, auf die Profess 39 gld, mit weitern Auslagen total 143 gld.[2] Eine Bemerkung des P. Ildephons besagt, er hätte eigentlich ein Jahr früher ins Kloster eintreten wollen, doch habe sein Onkel Justsus noch gelebt, sodass er warten musste bis nach seinem Tod am 15. Oktober 1717. Am l. März l719 zahlte Hans Heinrich Straumeyer, der Onkel von P. Ildephons, an die Aussteuer des Neffen wieder 50 gld, die übrigen 15 gld sollte der Faktor Ringold zahlen. Eine weitere Zahlung leistete Hans Heinrich Straumeyer am 10. April 1720 durch Christen (Christian) Cattani, den Meisterknecht des Klosters, im Betrage von 100 gld. Dazu kommt noch am 17. März 1721 der Zins von 15 gld.[3] Ob der Onkel diese Zahlungen übernahm, weil der Vater ev. schon gestorben war, ist unbekannt.

Am 20. Dezember 1723 kam Prior Frowin Christen mit P. lldephons von Luzern zurück, wo er die Diakonatsweihe durch den Nuntius empfangen hatte. Die Rechnung ergibt für den Schiffer 1 gld, für Kerzen 4 s, dem Sigtist für Zurüsten der Paramente 12 s, der </ref>Schifferlohn nach Haus 15 s, dem Kanzler des Nuntius, Castoreo 1 gld 21 s.[4] Am 16. Februar 1724 zahlte der Onkel Hans Heinrich den Rest von 100 Kronen an die Aussteuer und 30 gld Zins, insgesamt noch 229 gld.[5] Am 14. November 1724 erhält der Nnuntius für die Altersdispens zur Weihe (12 Monate) 14 Taler = 31 gld

1727 ist P. Ildephons bereits Kapitelssekretär.[6] Im März 1731 wurde er Pfarrer von Engelberg. Seine Einträge in den Pfarrbüchern sind mit ihren klostergeschichtlichen Notizen überaus aufschlussreich. Er versuchte überhaupt alles zu sammeln und zu retten, was vor Klosterbrand übriggeblieben war. So erfahren wir auch dass eine Notkirche, das "Holzhaus" errichtet wurde, wo z.B. meist die Taufen gespendet wurden. Am 4. April 1731 hielt er die Predigt in Grafenort, wo noch lange nur am 4. Sonntag im Monat Gottesdienst gehalten wurde. Am 9. August 1731 ging er zur Erholung ins Kloster Muri. Am 4. Februar 1732 litt er bereits unter schmerzhafter Podagra (Gicht am grossen Zeh) und musste das Bett hüten, er hatte Schmerzen an Händen und Füssen. Er bieb indes auch jetzt nicht untätig und stellte eine interessante Statistik über die Bevölkerung des Tales auf. Sie nennt 118 Häuser mit 801 Personen.

Im Juni 1733 war er erneut krank und schrieb eine Erklärung über eine von ihm im Taufbuch eingeführte Neuerung. Sie erlaubt es, die Verwandschafts- und Schwägerschaftsgrade leichter zu erkennen. Er gibt dazu die Begründung "ut ne mihi otiosus aut aliis sim inutilis" (damit ich nicht müssig bleiben und andern unnütz sein muss). Am 21. Januar 1734 erwähnte er, dass an diesem Tage 18 Engelberger in fremde Dienste getreten seien.[7] 1734 war er wieder krank und konnte nicht arbeiten. Im Jahre zuvor hatte er beim Jahrzeit des Bruder Scheuber in Wolfenschiessen die Ehrenpredigt gehalten, am 27. November 1733.[8] 1737 äusserte er sich über das Hexenwesen und sagt, wenn er nicht die Entstehung des Klosterbrandes 1729 erlebt hätte, würde er glauben, es sei ein Werk von Hexen gewesen. In der Innerschweiz war der Hexenwahn stark verbreitet, besonders in Nidwalden.[9]

Im Oktober 1737 entwarf er die Embleme für das Refektorium, die in Stukk ausgeführt wurden.[10] Jene für die Abtei wurden von P. [[Adelhelm Luidl] entworfen. Das Refektorium der Patres war der heutige Speisesaal der Studenten im Erdgeschoss die Stukkaturen sind dort noch erhalten. Ca. 1735 wird er vom Stukkateur Josef Anton Feuchtmeyr, der bei den Stukkarbeiten in der Kirche beteiligt war, dem Abt von St. Peter im Schwarzwald als Mitarbeiter für seine Klostergeschichte empfohlen, besonders für die Gründungszeit der Zähringer.[11] Über seine Krankheiten und Schlaganfälle gab Straumeyer selber wertvolle Aufschlüsse.[12] Schon 1725 war er von Abt Maurus Rinderli zum Katecheten und Rector chori, Leiter des Choralgesanges, bestimmt worden. Am 2. November wurde er Kanzler des Klosters,[13] dazu Professor der Moral bei den Fratres und der Musik.

In den Annales verrät er, er habe den zweiten Band in Luzern bei einem verschwiegenen Meister binden lassen "wegen der vielen bisher wenig bekannten Geheimnisse der Klostergeschichte".[14] Er ging dann am 11. Mai 1732 eigens ins Frauenkloster Sarnen, um die Geschichte dieses Klosters genauer kennen zu lernen und vor allem das Pluviale der Königin Agnes von Ungarn von 1318 selber anzusehen, das er dann in den Annalen beschrieb.[15] P. Ildephons hielt viel auf Tradition im Kloster. Darüber sagt er in Cod. 229, 33: "Unsere Nachkommen sollen wissen, dass nicht alte Klosterbräuche unvermittelt aufgegeben werden sollen, solange sie ehrbar sind, wenn man nicht in Hunderte von Schwieirigkeiten geraten will." ("si ex centies offensionibus nolis implicari") Er ging vor allem davon aus, dass Abt Maurus Rinderli in seiner Engherzigkeit und Ängstlichkeit verschiedene Bräuche abschaffte, die dem Kloster viele Unannehmlichkeiten bereiteten und auch im Inneren Unzufriedenheit schufen.[16]

Straumeyer war ein vorzüglicher, frommer Mönch und für die Regel St. Benedikts begeistert, wollte aber auch an Traditionen festhalten, die er als wichtiges Mittel zur Erhaltung von Einheit und Frieden innerhalb des Klosters betrachtete. Trotz seiner Krankheiten war er stets stark beschäftigt. So sagte er (cod. 202, S. 117), er sei noch vor dem Brand von 1729 Katechet, Unterpfarrer in Engelberg, Chordirektor, Bibliothekar und Musiklehrer der Schüler (Phonascus) gewesen. Am 16. März 1731 wurde er Pfarrer von Engelberg, Archivar, Kapitelssekretär und Cantor.[17] Am 25. August 1732 schrieb Abt Emanuel Crivelli von ihm, er sei schwer krank, habe "Grimmen", "Gichter" (Rheuma) und einen Anfang von Podagra. Man habe in aller Eile den Doktor von Sarnen kommen lassen. Am 19. Juli schickte ihn der Abt zur Erholung nach Sins. Er nennt ihn den armen Lazarus von Bethanien, der an Händen und Füssen gebunden sei. Die Fratres, die er als [[Lehrer] der Theologie zu betreuen hatte, versuchte er während seiner Abwesenheit möglichst zu beschäftigen. Am 22. November 1735 ernannte ihn der Abt zum Kanzler, da dessen Stelle nicht besetzt war. Er gewährte ihm Chordispens, weniger wegen der Arbeit in Kanzlei und Archiv als wegen der Krankheit, wie P. Ildephons selber meinte.[18] Im März 1731 wurde er Pfarrer von Engelberg und blieb im Amt bis im November 1735. 1735 tritt er als Pfarrer und Kapellmeister zurück.[19]

Im Herbst 1737 wurde er Lehrer der Moraltheologie und der Musik, fühlte sich aber für eine solche Arbeit ungeeignet, besonders wegen seines Leidens. Zeitweise lehrte er aber die Fratres vom Bett aus und sagte, dass er oft zum Schreiben die Feder zwischen die Finger stecken müsse, damit er überhaupt noch schreiben könne. Im September wurde er auf der rechten Seite gelähmt und war zwölf Tage bewusstlos.[20] Wie genau er stets über Einzelheiten berichtete, zeigt der Eintrag in der Stiftsbibliothek 301, S. 19, Lexikon der Künste und Wissenschaften, Leipzig 1721, mit seinem persönlichen Eintrag: "Procuravit P. Ildephons Straumeyer, Engelberg, 14. September 1731 um 6 gld. Luzerner, ohne Einband, der 20 s. gekostet". Am 16. Februar 1735 war er noch als Vertreter des Klosters am Schmutzigen Donnerstag beim "Grossen Rat in Stans"[21] Seine Leiden nahmen aber immer mehr zu. Am 5. April 1743 starb er morgens um halb sechs Uhr nach langer Krankheit,[22] sodass er den Tod als Erlöser herbei­ wünschte. Überall stellte er den ganzen Mann. "Semper aut legit, aut scripsit, aut oravit." Er war ein eifriger Besucher des Chores, soweit es die Gesundheit gestattete.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Rechnungsbuch 1717 zum 12. Februar 1719.
  3. Rechnungsbuch 1717, Datum!.
  4. Rechnungsbuch 1717 Datum!
  5. Rechnungs­ buch 1717, Datum!
  6. Cod. 229, S. 28.
  7. Lib. bapt. III, 199.
  8. Acta Cap. I, 231.
  9. Acta Cap. I, 306.
  10. Acta Cap. I, S. 397.
  11. Straumeyer Annal. V, 553, dazu Festgabe Angelo Montana, S. 310.
  12. So in den Annal. III , 489.
  13. Annal. VII, 16.
  14. Annal. II, S. 180,
  15. Annal. II, S. 180, dazu Heer, Aus der Vergangenheit S. 87 f.
  16. Heer, Aus der Vergangenheit 279 f.
  17. Abt Crivelli, sub dato.
  18. Straumeyer Annal. VII, 16.
  19. Acta Cap. I, 318.
  20. Tabula defunctorum III, S. 481.
  21. Tabula Defunctorum III, S. 468.
  22. P. Gall Heer führt "Katarrh, Lähmungen, Gichtschmerzen, Wassersucht" auf.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 125.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.