Heinrich Schiffmann

Aus Kloster-Engelberg
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Heinrich (Theodor) Schiffmann (* 7. Oktober 1839 in Luzern; † [[]] [[]] in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 13. April 1857

Priesterweihe: 14. August 1862

Primiz:

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1862–1866, 1869–18?

Lehrer der Fratres: 1866–1869

Kustos: 1862–18?

Kellerar: 1867–1873

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Schiffmann, Hutmacher, und der Katharina Schürmann.

Lebensbeschreibung[1]

P. Heinrich wurde als Sohn der Eheleute Josef Schiffmann, ein Hutmacher, (1797–1849) und Katharina Schürmann am 7. Okt. 1839 in Luzern geboren und in der Hofkirche auf den Namen Theodor Josef Heinrich getauft. (Taufpaten waren Heinrich Schiffmann und Katharina Kilchmann; Bescheinigung von Pfarrer M. Rickenbach am 3. April 1857) Gefirmt wurde er am 25. Aug. 1851 durch Bischof Josef Anton Salzmann. (Firmpate war sein Onkel Laurenz Schiffmann, Pfarrer von Altishofen). In Luzern besuchte er die Stadtschule und wechselte dann nach Engelberg ans Stiftsgymnasium. Am 10. Nov. 1856 begann er, zusammen mit seinen Mitnovizen Fr. Rudolf Kenel und Fr. Leodegar Scherer, später Abt, das Noviziat. Er konnte 1000 Fr. Aussteuer geben. (Acta Cap. 36) 1857 am 13. April konnte er, zusammen mit Fr. Leodegar die Profeß ablegen. Die Philosophie studierte er in Einsiedeln und die Theologie, zusammen mit mehreren Schweizer Theologiestudenten, im Priesterseminar in Mainz, für die ihn Abt Plazidus bestens empfehlen konnte. Dieses stand damals unter Bischof Freiherr Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Regens Moufang und einer ganzen Reihe weiterer gelehrter Professoren in höchster Blüte. Dort erhielt er auch durch Bischof von Ketteler die hl. Weihen: Den Subdiakonat am 30. Okt. 1860, den Diakonat am 31. Okt. 1861 und die Priesterweihe mit Altersdispens – er war erst 23 Jahre alt - am 14. Aug. 1862, letztere beide in dessen Hofkapelle in Mainz. Am Feste Maria Himmelfahrt am 31. Aug. konnte er seine Primiz feiern wo er einen silbernen Kelch erhielt. (Acta Cap. 36) 1862 am 6. Sept. erteilte ihm Bischof Franz Nikolaus Florentini von Chur die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge in seiner Diözese.

Von P. Heinrich berichtet sein Mitbruder P. Paul Wymann im „Kapellmeister-Tagebuch“ am 18. Juli 1912: „Er war eine liebe gute Seele, ein stets dienstbereiter Konfrater und köstlicher Gesellschafter. Im Orchester spielte er Viola, (dazu Violine, Kontrabass)später die Bassgeige und half im Kirchenchor mit beim 2. Tenor. Als Kaplan im Melchtal nahm er sich ebenfalls um den Kirchengesang an.“ 24 Jahre lang war er Professor an der Stiftsschule, von 1866 – 1886. Ab 1862 lehrte er an der Stiftsschule Naturgeschichte und Musik, so daß er 1864 den Schwestern im Kloster Maria Rickenbach während knapp dreier Wochen Gesangsunterricht erteilte. (Ben. Kloster Maria-Rickenbach: Ch. Schweizer, Kap. „Singen und Musizieren“ S. 205) Von 1862 – 1866 war er Lehrer für klassische Sprachen, von 1866 – 1868 Professor der Theologie und von 1869 – 1888 wieder Professor an der Stiftsschule.

Der spätere P. Franz Huber, der ihn 1877/78 als Lehrer hatte hielt zu ihm fest: „… Und nun gehts´s in die Rhetorik zum lieben, seelenguten P. Heinrich Schiffmann. Wenn es überhaupt ein ideales Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern gibt, so war es hier verwirklicht. Auf allen Gebieten ist P. Heinrich zu Hause. Die Stunden bei ihm sind gleich interessant in Latein und Griechisch wie in deutscher Literatur, in Geschichte und Naturgeschichte. Seine Allseitigkeit wird freilich hie und da von uns durch ablenkende Fragen mißbraucht. Aber wer von seinen Schülern erinnert sich nicht mit Freuden an die botanischen Exkursionen und die heimeligen Stunden drunten imNaturalienkabinett, dem jetzigen Badezimmer des Klosters (1932) um den im Winter von den Studenten sehr oft nur allzu kräfti geheizten Ofen.“ (Titlisgrüsse, 16. Jg. Sept. 1930, S. 73) Von 1866 – 1886 war er Kustos und Unterpfarrer. 2. Korrektor mensae (Acta Cap. 73), erster Chordirigent, Professor für Dogmatik und Kirchengeschichte, für Moral, Kirchenrecht und Katechese. 1867 – 1873 Cellerarius minor, 1886 - ? Parochus. (A.E.) P. Heinrich und die Naturgeschichte P. Heinrich war Mitglied der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft (Referenz: Verhandlungen der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft 1912, Beil. Nekrologe.) 1870 hatte er als Professor der 2. Rhetorik auch das Naturalien-Kabinett unter sich, das er bedeutend vermehrte und ordnete. (Vogel, Verz. 1866) Er hat auch als erster den naturwissenschaftlichen Unterricht in den Lehrplan eingeführt. Besonders darüber gibt ein Nachruf von P. Konrad Lötscher, der hier eingefügt wird, genauere Aufschlüsse: „Während P. Heinrich sich zunächst als Klassenlehrer sprachlichen Fächern widmete, wandte er sich im Unterricht bald mehr der Naturgeschichte zu. Für diese waren am Anfang seiner Lehrtätigkeit je zwei Wochenstunden an den drei obern Klassen des sechsklassigen Gymnasiums eingeräumt. Mit dem Unterricht für die Naturgeschichte war ihm auch die Obsorge für die naturgeschichtliche Sammlung, das sogenannte „Naturalienkabinett“, anvertraut. Dieses wird zwar schon 1799 in einem von der helvetischen Regierung aufgestellten Inventar der Bibliothek, wenn auch als „Unbeträchtlich“, erwähnt mit der Begründung, „unsere Berge liefern genug Seltenheiten, dass wir dergleichen Sammlungen entbehren können.“ Aber zu einer planmässigen Schul- und Lokalsammlung machte es erst P. Heinrich. Auf sein Bemühen erhielt die nunmehr von der Bibliothek getrennte Naturaliensammlung geeignetere Räumlichkeiten und die nötigen Mitteln zu Anschaffungen. Im Laufe der Jahre gelang es P. Heinrich, vielfach in wohlwollender Weise unterstützt durch den damaligen Konservator der Sammlungen am eidg. Polytechnikum, Dr. C. Mäsch, durch Kauf, Tausch und Geschenke, vor allem durch eigenes Sammeln in der näheren und fernern Umgebung, reichhaltige und gute Anschauungsmittel aus allen Naturbereichen zu erhalten. Dass er neben den Schulstunden und sonstiger vieler Inanspruchnahme alle Sammlungen und Ordnungsarbeiten allein besorgte, zeugt für seinen Eifer und seine Arbeitskraft. Den Unterricht in Naturgeschichte erteilte er mit der ihm eigenen Klarheit und gewinnender Anspruchslosigkeit, nicht nur innert der vier Schulwände, sondern auch häufigen Exkursionen unter stetem Hinweis auf die lokalen Beispiele und Verhältnisse, wie noch aus einer Bemerkung im Jahresbericht der Schule 1868/69 und aus einem Manuskript für Geologie hervorgeht. Was ihm an akademischer Vorbildung abging, suchte er durch fleissiges Selbststudium zu ersetzen und benützte dazu auch jede Gelegenheit, mit Fachgelehrten in- und ausserhalb des Tales in einen für ihm fruchtbaren Verkehr zu treten. So nahm er auch an der 8_ Jahresversammlung der Schweiz. Naturforschenden Gesellschaft in Engelberg 1879 regen Anteil und liess sich als Mitglied aufnehmen, obwohl er damals nicht mehr an der Schule tätig war.“ (Verh. d. schw. Naturfor. Ges., Jahr?, S. ?....) Und in der „Geschichte der Klostersschule Engelberg“ heißt es zu ihm: „Die Naturgeschichte, die Anthropologie, Zoologie, Botanik und Mineralogie umfassend, erhielt schon seit Beginn der sechziger Jahre die weitgehenste Förderung durch den hochw. P. Heinrich Schiffmann, dessen Namen hier mit Ehren zu nennen sowohl seine ausgezeichneten Kenntnisse und langjährige Schultätigkeit, als auch sein rastloses Bemühen für die Ausstattung eines den Bedürfnissen entsprechenden Naturalienkabinetts zur angenehmen Pflicht machen. Seine Bemühungen blieben nicht fruchtlos; ein vollständiges Skelett, das auch heute noch (1902) im Unterrichte vortreffliche Dienst leistet, eine Reihe einzelner Skelette und Skelettstücke aus dem Tierreiche, eine sozusagen vollständige Sammlung der einheimischen Vögel und Vierfüsser, viele Mineralien und die beim anthropologischen Unterricht ganz unentbehrlich gewordenen Gipsmodelle der wichtigsten Organe des Menschen sind Zeuge seines wirksamen Eifers. (Heß, Klosterschule, S. 80) Von 1867 – 1873 war er auch Küchenmeister. 1875 am 16. Aug. wurde er Professor der 1. Rhetorik mit Naturgeschichte. 1878 am 4. Febr. wurde er von Abt Anselm in einer eigenen liturgischen Zeremonie zum Apostolischen Notar ernannt. (Tagebuch Abt Villiger, Bd. III, S. 212) Im selben Jahr trat in auch dem „Historischen Verein Obwalden“ bei. 1880 am 26. Sept. bildete er mit P. Barnabas Held die Vertretung unserer Schule bei der Gymnasiallehrerkonferenz in Basel. 1882 am 31. Juli ging er während der Ferien zur Ausbildung im Französischen nach Saint-Maurice. 1883 am 26. Nov. assistierte er Abt Anselm bei der Weihe der Kapelle Obstutz am Weg nach Oberrickenbach, zu Ehren des Br. Konrad Scheuber. (Acta Cap. 177) Am 4. August 1884 war er zusammen mit P. Prior Maurus Hunkeler, Br. Othmar Gihr und P. Eugen Angele von Grafenort aus zu einer größeren Wanderung über den Surenen nach Altdorf aufgebrochen, wo sie in Altdorf den Bruder von P. Eugen besuchen wollten. In der Nähe der Alphütte Waldnacht starb dann P. Eugen an einem Sonnenstich. (Detaillierter Bericht von P. Walther Langenegger in seinem Pers.- Akt.) 1886 wurde er anstelle von P. Josef Moos zum Pfarrer von Engelberg ernannt welches Amt er 17 Jahre lang, bis 1904, ausübte. Als Pfarrer hatte er sich darum bemüht, durch den Generaloberen der Minoriten in Rom in vierzig Kirchen und Kapellen Kreuzwege zu errichten und zu segnen. Schon als junger Priester erwarb er sich eine große Gewandtheit im Predigen, welches ihm dann als Pfarrer besonders zu statten kam. „Er predigte mit großer Leichtigkeit, einfach und populär, aber nur selten mit großem Pathos“. (Obw. Vkfr.) Beim großen Dorfbrand in Engelberg 1887 legte er selbst Hand, wobei er sich verletzte, und versprach eine Wallfahrt zum sel. Br. Klaus, wie aus einem Bericht der „Schweizer K.-Z.“ (vom 29. Okt. 1887, Nr. 44), hervorgeht: „Am Montag trafen über 200 Engelberger in Sarnen ein, um sich vom hiesigen Frauenkloster aus in gemeinsamer Prozession nach Sachseln zu begeben. Pfr. Heinrich Schiffmann in Engelberg hat die Wallfahrt beim letzten Brande gelobt, sofern das in äußerster Gefahr schwebende Dorf gerettet werden könne. Leider konnte Pfarrer Schiffmann seine Angehörigen nicht begleiten, weil er von den beim Rettungsversuche erhaltenen Brandwunden noch nicht hergestellt ist. Die Festpredigt hielt am Abend der tüchtige Kanzelredner P. Benedikt Gottwald.“ Am 21. März 1891 war er Festprediger beim Bruder-Klausen-Fest in Sachseln. Im März 1893 machte er eine Romreise mit dem Schweizer-Pilgerzug zum 50 Jahr-Jubiläum des Pontifikats Papst Leo XIII. („Tagebuch Abt Villiger“, Bd. V. S. 165, 288) Als sein Mitnovize P. Leodegar Scherer am 23. Jan. 1901 zum Abt gewählt wurde, hatte dieser aus gesundheitlichen Gründen Bedenken, die Wahl anzunehmen. Wie Abt Leodegar in seinen Tagebuch (Bd. II. S. 176) festhielt, habe ihn sein danebensitzender Mitprofesse P. Heinrich im Kapitelsaal zugeflüstert: „Nimms, Nimms an“. Das habe ihn dann zur Zusage ermuntert. 1904 wurde P. Heinrich dann Kaplan in Melchtal mit der damit verbundenen Besorgung der Wallfahrt. 1907 konnte er dort sein goldenes Profeßjubiläum unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung begehen konnte, die dafür ein ganzes Programm aufgestellt hatte. („Tagebuch Abt Scherer“, Bd. II, S. 271) 1911 machte er eine Pilgerfahrt nach Lourdes. Am 14. Aug. 1912 hätte er sein Goldenes Priesterjubiläum feiern können. Doch: Am Dienstag dem 18. Juni 1912 zog sich P. Heinrich bei einem Unfall schwere Verletzungen zu die schließlich nach einigen Wochen zu seinem Tod führten. Im „Obwaldner Volksfreund“ vom Samstag 22. Juni heißt es dazu dataillierter: „Kerns. Am letzten Dienstag erlitt der Hochw. Herr Kaplan Heinrich Schiffmann im Melchtal bei Anlaß der Segnung dortiger Alpen einen recht schlimmen Unfall. Der Herr Kaplan war bei seinen 73 Jahren ein ganz ausgezeichneter Bergsteiger. Dennoch kam er bei einem steilen Abstieg (Alpenweide) zum Fall, indem er das Gleichgewicht verlor und mehrere Male kopfüber stürzte. Er zog sich dadurch einen Rippenbruch und durch den Letzteren eine gefährliche Verletzung der Lunge und andere Quetschungen zu und renkte sich eine Achsel aus. Trotz dieser Verletzungen schleppte sich der energische Greis in einem drei oder vier Stunden langem, höchst mühsamem Marsche noch die Straße hinunter, von wo er per Wagen nach Hause. Transportiert wurde. Der sogleich telephonisch herbeigerufene Arzt Herr Dr. Eicher zog noch am gleichen Abend die Achsel ein. Das relativ gute Befinden des Patienten und dessen sonst kerngesunde Natur berechtigen zur frohen Hoffnung auf Genesung, welche wir ihm mit seiner wackern Berggemeinde von ganzem Herzen wünschen.“ (… 42. Jg. Nr. 50 ergänzt mit Nr. 58) Allein diese Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Am 20. Juli vermeldet der „Ow. Vfrd.“ u a.: … „Trotz der sorgfältigen Pflege nahmen seine Kräfte immer mehr ab, bis die Katastrophe eintrat. Wiederholt verlangte und empfing er die heiligen Sakramente mit großer Andacht. Seine großen Schmerzen ertrug er in vorbildlicher Geduld, ohne auch nur ein einzigesmal zu jammern und zu klagen. Unter den Tröstungen und Gebeten seines Klosteroberen (P. Prior) gab er seine Seele in die Hände seines Schöpfers zurück.“… „ Über seinen Tod und sein Wirken hielt Abt Leodegar Scherer in seinem Tagebuch fest: „ Letzte Nacht, am 18. Juli 1912 starb unser P. Heinrich Schiffmann von Luzern, Kaplan in Melchtal infolge eines Unfalls beim Alpsegnen, den er vor vier Wochen erlitten hatte, im 73 Lebensjahr. Ein reichgesegnetes Priesterleben hat mit seinem Tode seinen Abschluß gefunden. Früh trat der äusserst talentierte und geweckte Knabe in das Gymnasium Engelberg ein, an dem er später mit unermüdlichem Eifer und grossem Erfolg wirkte. Allen seinen ehemaligen Schülern, die ihn wie einen Vater liebten und der ihnen dank seines immensen Wissens in Geschichte und Naturgeschichte und in den alten Sprachen eine gediegene Bildung mitzuteilen verstand, ist er unvergesslich geblieben. Später an den schwierigen Posten eines Pfarrers von Engelberg berufen, wirkte er mit Eifer und Segen volle 18 Jahre an dieser Stelle. Besonders tätig zeigte er sich an der Volksschule und gern überliess er dann bei eintretendem Alter die Würde und Bürde eines Pfarrherrn jünger Schultern und übernahm auf Wunsch seiner Obern die Kaplanei in Melchtal, wo er 8 Jahre mit gleichem Eifer und Segen wirkte. P. Heinrich war von mittlerer Statur, kräftig gebaut und mit freundlichem Gesichtsausdruck, stets voll gutem Humors und deshalb auch ein guter Gesellschafter. Vor allem aber ein frommer, sittenreiner Priester und Ordensmann, ein lieber Mitbruder, den alle in treuem Andenken bewahren werden.“ („Tagebuch Abt Scherer“, Bd. II. S. 176) „P. Heinrich Sch. behielt sein ganzes Leben lang in Sprache und Sonderart den Charakter eines Stadtluzerners in bemerkenswerter Weise.“ (Schweiz.- K.-Z) „Er war immer ruhig und gelassen; höchst selten kam er in Affekt“. Sein Leichnam wurde zur Beerdigung nach Engelberg überführt. Über 40 Personen aus dem Melchtal nahmen daran teil. An der Beerdigung nahm auch der Abt von Einsiedeln, Thomas Bossard teil, ein Verwandter von P. Heinrich. Ihm hatte er die Primizpredigt und die Predigt bei der Abtsweihe gehalten. („Tagebuch Abt Scherer“ Bd. II, S. 177) Von ihm erschien ein schönes Sterbebildchen. Eine Erinnerung vom späteren Luzerner Professor Heinrich Berlinger, der 1865 an die Engelberger Klosterschule kam, an P. Heinrich Schiffmann soll hier festgehalten werden. „Zu seinen liebsten Lehrern gehörte neben den Präfekten P. Leodegar Scherer besonders auch der tüchtige, originelle und gemütliche P. Heinrich Schiffmann. Wie gerne erzählte Berlinger noch vonden einstigen Übersetzungsfreuden bei P. Heinrich, der wohl nicht immer mit philologischer Akribie, auch nicht in elegantem Frankfurter-deutsch, sondern in der breit-behaglichen Luzernersprache mit größter Anschaulichkeit die Geschicke des Odysseus und Achill wiedergab. Und unvergessen blieben auch dem grau gewordenen Klosterschüler P. Heinrichs Botanikstunden, insbesondere dessen botanischenExkursionen, wenn dieser am Ziele seiner Lehrfahrt plötzlich den weiten Kuttentaschen die eine oder andere Flasche bessern Klosterweines entnahm und so seinen durstigen Zöglingen auch die Würde und Macht des P. Küchenmeisters ad oculos demonstrierte.“ (Titlisgrüsse“ 13. Jg. März 1927, S. 64) Eine weitere Erinnerung an P. Heinrich wird in den Titlisgrüssen von März 1938 in einem Aufsatz „Aus Sodalenbriefen“ von P. Gregor (Lötscher?) erzählt. Es handelt sich in dem Beitrag um Auszüge von ehemaligen Engelberger Sodalen. Darunter auch drei über ehemalige Professoren. Leider ist von den drei in Auszügen widergegebenen „Reminiszenen“ kein Name der Verfasser oder Einsender angegeben. „Mein hochverehrter Rhetoriklehrer P. Heinrich Schiffmann, ein Gelehrter, ein Geistvoller, ein geistig hochstehender Mann von echt benediktinischer Herzensgüte, hat mich zum guten Teil geistig geformt. P. Heinrich gab die Geschichte (wie auch Religion) meisterlich, freivortragend wie auf einer Hochschule. Er dozierte direkt großdeutsch, was in Deutschland kaum irgendwo geschah. Alles gruppierte er um die Kaiserreihe, die man genau wissen mußte (zu dieser Einstellung war er wohl in Mainz gekommen, als Theologiestudierender, wo man auf Görres und Böhmer schwor.) Immer hat er die Herrlichkeit des rein-deutschen Kaisertums und seine überragende Bedeutung betont. … Vom guten P. Heinrich nahm ich alles getreulich auf, um lebenslänglich davon zu zehren“. (ein Diamantener Jubilar). (Titlisgrüsse 24 Jg. März 1938, S. 42) (Quellen: P. E. Omlin: „Die Geistlichen Obwaldens“, 1984, S. 428; „Das Benediktinerinnen-Kloster Maria-Rickenbach, 20.., S. …; „Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaf“, 1912, S….; „Geschichte der Klosterschule in Engelberg“ im „51. Jahresbericht ü. d. Gymnasium d. Ben.- Stiftes Engelberg“ 1901/02, hrsg. v. P. I. Heß, S. 80; „Schweizer Kirchen-Zeitung“ Nr. 44, 29. Okt. 1887 u. w. o. angegeben. Nachrufe: im Luzerner „Vaterland“, Nr. 168, 169 und 170; im „Obw. - Volksfreund“ Nr. 58 v. 20. Juli. 1912; im „Nidwaldner Volksblatt“ Nr. 29 … 1912 ; im „Geschichtsfreund“ Bd. 67, 1912, S. ; in „Stud. und Mitt. z. Gesch. d. Ben.- Ord.“ Bd. 33, 1912, S. 803, von P. Plazidus Hartmann, der nach dem frühen Tod seiner Eltern unter P. Heinrich Sch. in der Kaplanei Melchtal mit seinen Geschwistern eine zweite Heimat gefunden hatte, in „Schweizer Kirchen-Zeitung“ Nr. 30 v. 25. Juli 1912, wo fälschlicherweise der 20. Juli als sein Todesdatum angegeben wurde.)

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 149.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.