Gregor Jakober: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Kloster-Engelberg
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 39: Zeile 39:
  
 
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.</ref>==
 
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.</ref>==
P. Gregor wurde als Sohn des Kaspar Josef Jakober, von Beruf Schneider, und seiner Frau Elisabeth Michel, am 4. Juni 1839 in Glarus geboren und auf den Namen Melchior getauft. Taufpaten waren Johann Heinrich Jakober und Barbara Michel.<ref>Bescheinigung vom 13. Oktober 1856, Loci parochus J. Leenegger.</ref> Melchior kam, nachdem er von 1852 bis 1854 in Schwyz die ersten Klassen besucht hatte, 1854 nach Engelberg an die Klosterschule. Danach ging er nach Einsiedeln in das dortige Lyzeum und trat danach in das Priesterseminar in Chur ein, da seine Eltern wünschten, dass er Weltpriester werden solle. Nur schwer konnten sich seine Eltern damit abfinden, dass er 1858 schliesslich ins Kloster Engelberg eintrat und dort am 10. August 1859 auf den Namen Gregor einfache Profess ablegte. 1861 studierte er Theologie in Salzburg und 1862 an der Fakultät in Mainz, wo er u. a. Schüler des bekannten Professors und Regens im Mainzer Priesterseminar, Christoph Moufang war, von dem er später oft erzählte. Hier studierte er mit grossem Erfolg vor allem Bibelwissenschaft mit Hebräisch und Archäologie. 1863 legte er die feierliche Profess ab. Nachdem er in Engelberg am 31. Oktober 1863 den Subdiakonat- und am 1. November die Diakonatsweihe durch Bischof Karl Obrist von Basel erhalten hatte erhielt er am 14. August 1864, zusammen mit seinem Mitbruder Fr. Bernhard Strebel, im Dom zu Mainz durch Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler die Priesterweihe. Die Primiz feierte er am 21. August 1864.  
+
P. Gregor wurde als Sohn des Kaspar Josef Jakober, von Beruf Schneider, und seiner Frau Elisabeth Michel, am 4. Juni 1839 in Glarus geboren und auf den Namen Melchior getauft. Taufpaten waren Johann Heinrich Jakober und Barbara Michel.<ref>Bescheinigung vom 13. Oktober 1856, Loci parochus J. Leenegger.</ref> Melchior kam, nachdem er von 1852 bis 1854 in Schwyz die ersten Klassen besucht hatte, 1854 nach Engelberg an die Klosterschule. Danach ging er nach Einsiedeln in das dortige Lyzeum und trat danach in das Priesterseminar in Chur ein, da seine Eltern wünschten, dass er Weltpriester werden solle. Nur schwer konnten sich seine Eltern damit abfinden, dass er 1858 schliesslich ins Kloster Engelberg eintrat und dort am 10. August 1859 auf den Namen Gregor einfache Profess ablegte. 1861 studierte er Theologie in Salzburg und 1862 an der Fakultät in Mainz, wo er u. a. Schüler des bekannten Professors und Regens im Mainzer Priesterseminar, Christoph Moufang war, von dem er später oft erzählte. Hier studierte er mit grossem Erfolg vor allem Bibelwissenschaft mit Hebräisch und Archäologie. 1863 legte er die feierliche Profess ab. Nachdem er in Engelberg am 31. Oktober 1863 die Subdiakonats- und am 1. November die Diakonatsweihe durch Bischof Karl Obrist von Basel erhalten hatte, erhielt er am 14. August 1864, zusammen mit seinem Mitbruder Fr. Bernhard Strebel, im Dom zu Mainz durch Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler die Priesterweihe. Die Primiz feierte er am 21. August 1864.  
  
 
P. Gregor kam zunächst als [[Lehrer]] an die Stiftsschule wo er bis 1874 unterrichtete. Im Herbst 1866, mit Beginn des neuen Schuljahres, wurde er auch [[Präfekt]] und [[Novizenmeister]]. Von 1866 bis 1875 war er auch [[Bibliothekar]], ebenfalls noch einmal von 1900 bis zu seinem Tod 1912. Zwischen 1872 bis 1873 leistete er, zusammen mit P. [[Beda Horat]], für den totkranken Pfarrer von Beckenried, dort über mehrere Monate seelsorgliche Aushilfe. P. Gregor war ein gern gehörter Prediger und Volksmissionar. 1867 hielt er in Engelberg bei den Maiandachten die Marianischen Predigten, was auch in der "Schweizerischen Kirchen-Zeitung" vermeldet wurde: "Nachdem er die Unzucht in ihrer Lasterhaftigkeit, Abscheulichkeit und in ihren unseligen Folgen gekennzeichnet, stellte er Maria als Muster der Jungfräulichkeit dar und schloss seine gediegenen Kanzelvorträge mit Lebensbildern Heiliger, welche ihre Unschuld durchs ganze Leben hindurch bewahrt hatten. Diese Abendpredigten wurden wurden sehr fleissig besucht und wie zu hoffen, ist vieles Gute erweckt worden"<ref>Schweizerische Kirchen-Zeitung, Beil. vom 1. Juni 1867 Nr. 22.</ref> Am meisten bekannt wurde seine, am Sonntag am 16. Oktober 1870 anlässlich des Kirchweihfestes gehaltene Predigt, die er auf Einladung des bischöflichen Kommissars, in der Stifts- und Pfarrkirche zu Hof in Luzern gehalten- und die ein grosses und kontroverses Medienecho ausgelöst hatte. Diese wurde bei Räber in Luzern gedruckt mit dem Titel: "Die Festigkeit, Zweckmässigkeit und Schönheit der katholischen Kirche".<ref>Küchler, Die Druckerzeugnisse der Obwaldner bis 1880, in: Obwaldner Geschichtsblätter 2. Heft 1904, S. 28.</ref> Diese 16-seitige Predigt wurde vor allem deshalb gedruckt, "weil sie in der liberalen Presse, besonders in der 'Luzerner Zeitung' vom 18. Oktober 1870, im 'Luzerner Tagblatt', Nr. 285, am 18. Oktober, im 'St. Galler Volksblatt' vom 22. Okt 1870, mit unwahren Behauptungen scharf angegriffen wurde". Im Luzerner Volksblatt vom 22. Oktober hiess es dazu: "Lob für die vortreffliche Predigt des P. Gregor, gegen die Verunglimpfungen des St. Tagblatt, das von einem 'Länder-Mönch' spricht." Im gleichen Jahr war er auch Festprediger in der Osterwoche in Stans und wurde in einem Bericht darüber mit der Beredsamkeit eines Lacoraire verglichen.<ref>Jean Baptist Henri Lacordaire, 1801–1861, Dominikaner, war ein fesselnder Prediger und Theologe.</ref>
 
P. Gregor kam zunächst als [[Lehrer]] an die Stiftsschule wo er bis 1874 unterrichtete. Im Herbst 1866, mit Beginn des neuen Schuljahres, wurde er auch [[Präfekt]] und [[Novizenmeister]]. Von 1866 bis 1875 war er auch [[Bibliothekar]], ebenfalls noch einmal von 1900 bis zu seinem Tod 1912. Zwischen 1872 bis 1873 leistete er, zusammen mit P. [[Beda Horat]], für den totkranken Pfarrer von Beckenried, dort über mehrere Monate seelsorgliche Aushilfe. P. Gregor war ein gern gehörter Prediger und Volksmissionar. 1867 hielt er in Engelberg bei den Maiandachten die Marianischen Predigten, was auch in der "Schweizerischen Kirchen-Zeitung" vermeldet wurde: "Nachdem er die Unzucht in ihrer Lasterhaftigkeit, Abscheulichkeit und in ihren unseligen Folgen gekennzeichnet, stellte er Maria als Muster der Jungfräulichkeit dar und schloss seine gediegenen Kanzelvorträge mit Lebensbildern Heiliger, welche ihre Unschuld durchs ganze Leben hindurch bewahrt hatten. Diese Abendpredigten wurden wurden sehr fleissig besucht und wie zu hoffen, ist vieles Gute erweckt worden"<ref>Schweizerische Kirchen-Zeitung, Beil. vom 1. Juni 1867 Nr. 22.</ref> Am meisten bekannt wurde seine, am Sonntag am 16. Oktober 1870 anlässlich des Kirchweihfestes gehaltene Predigt, die er auf Einladung des bischöflichen Kommissars, in der Stifts- und Pfarrkirche zu Hof in Luzern gehalten- und die ein grosses und kontroverses Medienecho ausgelöst hatte. Diese wurde bei Räber in Luzern gedruckt mit dem Titel: "Die Festigkeit, Zweckmässigkeit und Schönheit der katholischen Kirche".<ref>Küchler, Die Druckerzeugnisse der Obwaldner bis 1880, in: Obwaldner Geschichtsblätter 2. Heft 1904, S. 28.</ref> Diese 16-seitige Predigt wurde vor allem deshalb gedruckt, "weil sie in der liberalen Presse, besonders in der 'Luzerner Zeitung' vom 18. Oktober 1870, im 'Luzerner Tagblatt', Nr. 285, am 18. Oktober, im 'St. Galler Volksblatt' vom 22. Okt 1870, mit unwahren Behauptungen scharf angegriffen wurde". Im Luzerner Volksblatt vom 22. Oktober hiess es dazu: "Lob für die vortreffliche Predigt des P. Gregor, gegen die Verunglimpfungen des St. Tagblatt, das von einem 'Länder-Mönch' spricht." Im gleichen Jahr war er auch Festprediger in der Osterwoche in Stans und wurde in einem Bericht darüber mit der Beredsamkeit eines Lacoraire verglichen.<ref>Jean Baptist Henri Lacordaire, 1801–1861, Dominikaner, war ein fesselnder Prediger und Theologe.</ref>

Version vom 21. Februar 2022, 02:57 Uhr

P. Gregor Jakober.

Gregor (Melchior) Jakober (* 4. Juni 1839 in Glarus; † 31. Dezember 1912 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. August 1859

Priesterweihe: 14. August 1864

Primiz: 21. August 1864

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1864–1874

Präfekt: 1865–1866

Novizenmeister: 1866–18?

Bibliothekar: 1866–1875, 1900–1912

Lehrer der Fratres: 1874–1882

Küchenmeister: 1875–1879

Unterpfarrer in Engelberg: 1868–1872, 1874–18?

Katechet in Engelberg: 1882–18?

Subprior: 1883–1912

Vestiar: 1883–1912

Brüderinstruktor: 1883–1886

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Kaspar Josef Jakober, Schneider, und der Elisabeth Michel.

Paten: Johann Heinrich Jakober und Barbara Michel.

Lebensbeschreibung[1]

P. Gregor wurde als Sohn des Kaspar Josef Jakober, von Beruf Schneider, und seiner Frau Elisabeth Michel, am 4. Juni 1839 in Glarus geboren und auf den Namen Melchior getauft. Taufpaten waren Johann Heinrich Jakober und Barbara Michel.[2] Melchior kam, nachdem er von 1852 bis 1854 in Schwyz die ersten Klassen besucht hatte, 1854 nach Engelberg an die Klosterschule. Danach ging er nach Einsiedeln in das dortige Lyzeum und trat danach in das Priesterseminar in Chur ein, da seine Eltern wünschten, dass er Weltpriester werden solle. Nur schwer konnten sich seine Eltern damit abfinden, dass er 1858 schliesslich ins Kloster Engelberg eintrat und dort am 10. August 1859 auf den Namen Gregor einfache Profess ablegte. 1861 studierte er Theologie in Salzburg und 1862 an der Fakultät in Mainz, wo er u. a. Schüler des bekannten Professors und Regens im Mainzer Priesterseminar, Christoph Moufang war, von dem er später oft erzählte. Hier studierte er mit grossem Erfolg vor allem Bibelwissenschaft mit Hebräisch und Archäologie. 1863 legte er die feierliche Profess ab. Nachdem er in Engelberg am 31. Oktober 1863 die Subdiakonats- und am 1. November die Diakonatsweihe durch Bischof Karl Obrist von Basel erhalten hatte, erhielt er am 14. August 1864, zusammen mit seinem Mitbruder Fr. Bernhard Strebel, im Dom zu Mainz durch Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler die Priesterweihe. Die Primiz feierte er am 21. August 1864.

P. Gregor kam zunächst als Lehrer an die Stiftsschule wo er bis 1874 unterrichtete. Im Herbst 1866, mit Beginn des neuen Schuljahres, wurde er auch Präfekt und Novizenmeister. Von 1866 bis 1875 war er auch Bibliothekar, ebenfalls noch einmal von 1900 bis zu seinem Tod 1912. Zwischen 1872 bis 1873 leistete er, zusammen mit P. Beda Horat, für den totkranken Pfarrer von Beckenried, dort über mehrere Monate seelsorgliche Aushilfe. P. Gregor war ein gern gehörter Prediger und Volksmissionar. 1867 hielt er in Engelberg bei den Maiandachten die Marianischen Predigten, was auch in der "Schweizerischen Kirchen-Zeitung" vermeldet wurde: "Nachdem er die Unzucht in ihrer Lasterhaftigkeit, Abscheulichkeit und in ihren unseligen Folgen gekennzeichnet, stellte er Maria als Muster der Jungfräulichkeit dar und schloss seine gediegenen Kanzelvorträge mit Lebensbildern Heiliger, welche ihre Unschuld durchs ganze Leben hindurch bewahrt hatten. Diese Abendpredigten wurden wurden sehr fleissig besucht und wie zu hoffen, ist vieles Gute erweckt worden"[3] Am meisten bekannt wurde seine, am Sonntag am 16. Oktober 1870 anlässlich des Kirchweihfestes gehaltene Predigt, die er auf Einladung des bischöflichen Kommissars, in der Stifts- und Pfarrkirche zu Hof in Luzern gehalten- und die ein grosses und kontroverses Medienecho ausgelöst hatte. Diese wurde bei Räber in Luzern gedruckt mit dem Titel: "Die Festigkeit, Zweckmässigkeit und Schönheit der katholischen Kirche".[4] Diese 16-seitige Predigt wurde vor allem deshalb gedruckt, "weil sie in der liberalen Presse, besonders in der 'Luzerner Zeitung' vom 18. Oktober 1870, im 'Luzerner Tagblatt', Nr. 285, am 18. Oktober, im 'St. Galler Volksblatt' vom 22. Okt 1870, mit unwahren Behauptungen scharf angegriffen wurde". Im Luzerner Volksblatt vom 22. Oktober hiess es dazu: "Lob für die vortreffliche Predigt des P. Gregor, gegen die Verunglimpfungen des St. Tagblatt, das von einem 'Länder-Mönch' spricht." Im gleichen Jahr war er auch Festprediger in der Osterwoche in Stans und wurde in einem Bericht darüber mit der Beredsamkeit eines Lacoraire verglichen.[5]

1875 war er Küchenmeister. Am 20. Mai 1879 wurde er Unterpfarrer in Engelberg und Präses der Bruderschaften und 1882 Katechet und Lehrer am Gymnasium für Mathematik in der untersten Klasse. Der spätere P. Franz Huber, der ihn um diese Zeit als Lehrer hatte, erinnerte sich an ihm: "Noch einen Professor dürfen wir nicht vergessen, den originellen Subprior P. Gregor Jakober, der in der sechsten Klasse die Mathematik übernahm und der mit feurigem Eifer sich bemühte, auch den für Mathematik weniger Eingenommenen von der 'lieben Richtigkeit' der Lehrsätze und dem 'Kommoden' der Neperschen und anderer Regeln zu überzeugen."[6] Am 28. Oktober 1882 hielt er, zusammen mit P. Berchtold Fluri und P. Benedikt Gottwald, eine achttägige Volksmission in Sarnen und im darauffolgenden Dezember zusammen mit beiden eine Volksmission in Lungern. Am 19. Januar 1896 vertrat er, zusammen mit P. Gall Wettach, der dort Schüler war, den kranken Abt Anselm Villiger bei der Benediktion des Abtes Augustin Stöckli in Mehrerau.

Von 1874 bis 1882 war er Professor der Theologie und nach dem Tode von P. Ignaz Odermatt 1883 übernahm er dessen Amt als Subprior bis zu seinem Tod. Ebenfalls übernahm er das Amt des Vestiars, Rubrizisten und Brüderinstruktor bis 1886. Anlässlich der Heiligsprechung des Kapuziners Laurentius von Brindisi und dem folgenden Triduum 1881 wird er als Festprediger auf dem Wesemlin genannt.[7] 1884 unternahm er, zusammen mit den Pfarrern Döbeli von Muri und Fischer von Bünzen eine Wallfahrt nach Rom. 1886 hielt er mit P. Berchtold Fluri eine Volksmission an der Schlussfeier auch Abt Anselm Villiger teilnahm. 1887 übergaben die Schwestern im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen neben wertvollen Handschriften auch einige Inkunabeln in die Obhut nach Engelberg.[8] Nun ging P. Gregor, ab 1900 Bibliothekar, zusammen mit P. Benedikt Gottwald daran, die alten und und die von Sarnen erworbenen Drucke zu katalogisieren. Während aber der Handschriftenkatalog von P. Benedikt 1891 im Druck erschien, blieb es für die Inkunabeln bei einem Zettelkatalog. P. Gregor erstellte diesen zweiten Zettelkatalog auf Karthothekblätter und arbeitete als Bibliothekar daran von 1905 bis 1911. Wie Beck schreibt, "war aber für Benützer dieses Verzeichnis wenig ergiebig und mühsam zu lesen."[9] 1888 war er vom 28. bis 30. Oktober Festprediger bei den Kapuzinern in Stans beim Triduum zu Ehren des sel. Felix von Nicosia, der am 12. Februar gleichen Jahres seliggesprochen worden war. 1909 konnte er sein goldenes Professjubiläum feiern. Am 12. Oktober 1912 hatte P. Gregor hatte von der Sacra congregatio de religiosis, wegen starker Sehschwäche, die Päpstliche Erlaubnis erteilt bekommen, auf drei Jahre die Missa votiva B. M. Virginis oder de requiem zu lesen.[10] Über seine Tätigkeit als Bibliothekar, die er bis zu seinem Tode ausübte, wurde gesagt, er sei nicht so sehr Wissenschaftler gewesen sondern vielmehr ein Sammler von allem Möglichen wie Briefmarken, Ansichtskarten, Inkunabelverzeichnissen usw. Aber als Mensch eine echte Frohnatur. P. Paul Wymann hielt in seinem "Kapellmeister-Tagebuch" fest, dass es P. Gregor schwer gefallen sei, sich mit der Einführung der Brevierreform abzufinden. "Er sei nun kurz vorher gestorben und müsse sich darüber nicht mehr ärgern."[11]

P. Gregor starb, 72-jährig, unerwartet 1912 in der Silvesternacht abends um 8 Uhr. Er war immer gesund und munter, hatte aber 1910 einen Schlaganfall, von dem er sich jedoch wieder schnell erholte. Die letzten zwei Tage vor seinem Tod war er bettlägerig, wo sich unerwartet ein starker Kräftezerfall einstellte, an dem er nach der Komplet starb. Abt Leodegar Scherer vermerkte zu dessen Tod in seinem Tagebuch am 3. Januar 1913: "Heute fand die Bestattung des am 31. Dezember verstorbenen P. Gregor Jakober, Subprior, statt. Sein Hinscheiden brachte viel Trauer nicht nur ins Kloster, sondern auch in die Talgemeinde, wo der Verstorbene höchst beliebt und verehrt war. Denn viele Jahre versah er mit grossem Eifer die Stelle des Unterpfarrers und im Kloster das Amt des Subpriors. Über 30 Jahre lang war er ein vielgesuchter Ratgeber." Ein Nekrolog sagt von ihm: "Aus seiner goldenen Priesterseele leuchtete mit milden Schein der goldene Humor der Glarnernatur. Er war nicht nur ein echter und frommer Sohn des hl. Benedictus, sondern auch ein jovialer Glarner und warmfühliger Schweizer mit jeder Faser." Und Abt Leodegar zitiert aus einem Brief des Landammans Adalbert Wirz in Sarnen einige Stellen: "Ich hatte für den Verstorbenen eine besonders innige Verehrung, seitdem er im Herbst 1882 in Sarnen bei der Volksmission tätig war und mir auf der Kanzel ebenso imponierte, wie er mir im Beichtstuhl Trost und Vertrauen einflösste. Schon früher hatte mich alles, was ich von P. Gregor las und hörte, denselben als einen ebenso würdigen Geist und sittlich hochstehenden Ordensmann und Mann des Wissens und der Bildung kennen und schätzen gelernt. Seither habe ich nicht selten Gelegenheit gefunden, schriftlich und mündlich mit dem stets leutseligen Menschen freundlichen und liebenswürdigen P. Gregor zu verkehren. Stets wurde der überaus günstige Eindruck, den ich von ihm schon genossen hatte, durch diesen Verkehr verstärkt. So begreife ich denn sehr wohl, das Euer Gnaden und der ganze Konvent den Verlust dieses vortrefflichen Mannes, den ich geradezu als Ideal einer Mönchsgestalt bezeichnen möchte, tief beklagen."[12]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Bescheinigung vom 13. Oktober 1856, Loci parochus J. Leenegger.
  3. Schweizerische Kirchen-Zeitung, Beil. vom 1. Juni 1867 Nr. 22.
  4. Küchler, Die Druckerzeugnisse der Obwaldner bis 1880, in: Obwaldner Geschichtsblätter 2. Heft 1904, S. 28.
  5. Jean Baptist Henri Lacordaire, 1801–1861, Dominikaner, war ein fesselnder Prediger und Theologe.
  6. Titlisgrüsse 16, September 1930, S. 73.
  7. Acta Kap. 196.
  8. Diese Bände wurden dann 1924 vom Kloster Engelberg käuflich erworben.
  9. Beck, Katalog der Inkunabeln in der Stiftsbibliothek Engelberg, in: Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ord. 27, Erg.-Bd., 1985, S. 18.
  10. An kirchlichen Ehrungen sind von ihm erhalten: "Fromme Vereinigung der salesianischen Mitarbeiter" Turin, 10. Juli 1898; "Facultates des Praeses der Schweizer Benediktiner für ausserordentliche Vollmachten für Absolution in der Beicht und für Lektüre verbotener Lektüre", Einsiedeln, 1896, erneuert 1906; "Erzbruderschaft der Ehrenwache des heiligsten Herzens Jesu", Sitten, 14. Februar 1895; "Facultas der Congregatio Casinenis a orima observantia", Kreuze und Medaillen des hl. Benedikt zu segnen und mit Ablässen zu versehen, Rom, 17. Mai 1883; "Hundertjährige Messstiftung für die Wohltäter von Neu-Engelberg in Conception", beginnend 8. Dezember 1883; Glückwünsche zur Jubelprofess 1909 wie auch Kondolenzen nach seinem Tod.
  11. Tagebuch zum 31. Dezember.
  12. StiArEbg Tagebuch, Abt L. Scherer, Bd. II, S. 192. Über ihn erschienen mehrere Nachrufe in den verschiedenen Tageszeitungen, so im Vaterland Nr. 2, vom 3. Januar 1913. Weiter im Glarner Volksblatt, Näfels Nr. 1, 2. Januar 1913: N.Z.N, Nr. 6 vom 7. Januar 1913. Hier wird über seine Predigttätigkeit gesagt: "Wir wissen nicht, an welchen Vorbildern er sich sulte. Aber der warmherzige Ton, die volkstümliche Sprache, die dogmatisch begründete und doch luzide Auseinandersetzung erinnert an den berühmten Franziskaner Berthold von Regensburg. Der bekannte protestantische Pastor Fucke aus Bremen, der als Kurgast in Engelberg P. Gregor auf der Kanzel hörte, war von seiner glaubensstarken Beredsamkeit so ergriffen, dass er ihn als 'Benediktinischen Adler' seinen Reisebildern einverleibte und seinen eigenen Kollegen als Vorbild darstellte."

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 150.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.