Gall Büchel

Aus Kloster-Engelberg
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Gall (Alois) Büchel (* 21. April 1887 in St.Gallen; † 8. Dezember 1918 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 5. Oktober 1908

Priesterweihe: 15. Oktober 1911

Primiz: 16. Okotber 1911

Ämter

Lehrer in der Stiftsschule: 1911–1918

Bibliothekar: 1912–1918

Pfarrer in Engelberg: 1915–1918

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Valentin Büchel und der Francisca Germann.

Lebensbeschreibung[1]

Alois Büchel stammte von Rüti im Rheintal und wurde am 21. April 1887 in St. Gallen geboren. Seine eigentliche Heimat aber war Gossau, wo er die Primar- und Sekundarschule besuchte. Im Herbst 1900 kam er an die Stiftsschule Engelberg. Da er mit hervorragenden Talenten einen eisernen Fleiss verband, zeigten seine Zeugnisse stets die besten Noten. Das Lyzeum absolvierte er in Einsiedeln und behielt seine dortigen Lehrer zeitlebens in guter Erinnerung. Nach erfolgreich bestandener Matura klopfte Alois Büchel an der Klosterpforte von Engelberg an und erbat sich die Aufnahme ins Noviziat. Am 5. Oktober 1908 legte er die Gelübde ab und erhielt dabei den grossen Patron seiner Heimatdiözese zum Vorbild und Schutzherrn seines monastischen Lebens. Am 16. Okotber 1911 brachte er drei Jahre später, nachdem er an der Engelberger Hauslehranstalt die theologischen Studien beendet hatte, das erste Messopfer dar.

Danach war er als Lehrer an der Klosterschule tätig. Gründliche Vorbereitung im Unterricht, gute Mitteilungsgabe und feste Autorität wirkten zu­sammen, seine Stunden fruchtbar zu gestalten. Die Oberen belohnten seinen vor­bildlichen Eifer, indem sie ihm 1912 durch seine Ernennung zum Stiftsbibliothekar einen ersten Beweis ihres Vertrauens gaben. Sie täuschten sich nicht; sein peinlicher Ordnungssinn und das feine Verständnis in der Auswahl von Neu­anschaffungen machten sich bald angenehm bemerkbar. Als im Sommer 1915 der bisherige Pfarrer von Engelberg, Ildephons Eberle, infolge Kränklichkeit zurücktrat, trat P. Gall an seine Stelle. Die Tätigkeit in der Pfarrei Engelberg, "in welcher altväterisches Bauerntum und mo­dernste Lebewelt auf engstem Raume sich beisammenfinden", war anspruchsvoll. In den wenigen Jahren seiner Tätigkeit vermochte P. Gall sich das allgemeines Ansehen zu verschaffen. Was seine Pastoration vor allem auszeichnete, war die klare Erfassung der Sachlage und eine darauf gegründete wohlerwogene Inangriffnahme fester Ziele.

Aber gerade weil er mit den tatsächlichen Verhältnissen rechnete, steuerte er nicht in blinder Draufgängerei auf einen Punkt los, sondern nahm ruhig, aber ent­schieden die Arbeit für seine Pläne auf. Das grosse Interesse und reife Urteil in Schulfragen, die er als Präsident des Schulrates an den Tag legte, seine umfassende Allgemeinbildung, seine Verschlossenheit gegen jede Klatschsucht, seine strenge Unparteilichkeit gegenüber anderen ver­schafften ihm auch dort hohe Achtung, wo man sich durch sein nachdrück­liches, scharfgemeisseltes Kanzelwort und seine energische Stellungnahme gegen den religiösen Indifferentismus betroffen fühlte. Gross war denn auch die Trauer und Teilnahme der ganzen Gemeinde, als P. Gall starb.

Nachdem die Spanische Grippe im Kloster Engelberg gewütet hatte, konnte nach einem zweiwöchentlichem Unter­bruch der Schulbetrieb wieder aufgenommen wer­den. Dagegen schlich sich die gefürchtete Krankheit, be­sonders seit der Rückkehr der Siebenundvierziger vom Streikdienst, in manches Haus im Tal. Als treuer Seelenhirte ging der Ortspfarrer, P. Gall Büchel, den kranken Gliedern seiner Herde nach und wurde dabei selbst von der tückischen Seuche erfasst. In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 1918 traten die ersten Anzeichen ihrer Anwesenheit auf. Obwohl dem Patienten alle erdenkliche Sorgfalt und Pflege ge­widmet wurde, gestaltete sich seine Lage immer ernster. Eine beidseitige Lungen­entzündung stellte sich ein. Er starb abends um 23 Uhr 15.

Professnummer

  • Nr. 701

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 5, S. 18-19, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Gall Büchel, in: Titlisgrüsse 5, S. 18-19.