Franz von Sonnenberg

Aus Kloster-Engelberg
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Franz von Sonnenberg (* 3. Juli 1641 in Luzern; † 27. Juli 1693 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 25. Juli 1658

Priesterweihe: 12. Juli 1665

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1665

Präzeptor der Stiftsschule: 1667

Unterpfarrer in Engelberg: 1686–1687


Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Ritter Eustach von Sonnenberg, Herr zu Tannenfels und Buttisholz, Gerichtsschreiber,[1] Grossrat und Kleinrat von Luzern, Luzerner Schultheiss, und Anna Maria Pfyffer von Altishofen.[2]


Brüder:

  • P. Benedikt von Sonnenberg, OSB, Konventuale im Benediktinerkloster Muri-Gries
  • P. Constantius (Heinrich) von Sonnenberg, OSB, Konventuale im Benediktinerkloster St. Gallen[3]
  • P. Plazidus (Karl Franz) von Sonnenberg, OSB, Konventuale im Benediktinerkloster Rheinau[4]
  • P. Eustach (Johann Ludwig) von Sonnenberg, OSB, Konventuale im Benediktinerkloster Fischingen[5]

Für weitere Verwandtschaftsbeziehungen siehe: Eintrag zu P. Benedikt von Sonnenberg im Professbuch Muri-Gries.

Lebensbeschreibung[6]

Die Familie gehörte den regimentsfähigen Zweigen Luzerner Stadtadels mit kaiserlichem Adels- und Wappenbrief. Franz wurde am 3. Juli 1641 von den Eltern Eustachius von Sonnenberg und Anna M. Pfyffer in Altishofen geboren und auf den Namen Franz getauft. Im Haus von Sonnenberg muss ein fruchtbarer Boden für Ordensberufe bestanden haben, da Franz und einige seiner Geschwister in verschiedene Klöster eintraten.

Franz von Sonnenberg kam am 18. Oktober 1651 als Zehnjähriger an die Schule der Jesuiten und durchlief hier alle Klassen.[7] 1657 kam er nach Engelberg ins Noviziat und legte am 25. Juli 1658 die Profess ab. Bei dieser Gelegenheit zahlte der begüterte Vater als Aussteuer 1000 Gulden.[8] Der Vater war 1674 Schultheiss, stiftete den Hochaltar in der Jesuitenkirche und starb am 2. Dezember 1686.[9] Die Studien der Philosophie und Theologie scheint Franz in Luzern weitergeführt zu haben, doch gibt es dazu keine Quellenbelege.

Den Subdiakonat erhielt er am 12. September 1663 durch den Nuntius Federico Borromeo in der Kirche der Johanniter in Hohenrein. Den Diakonat spendete Nuntius Borromeo am 22. September 1663, die Priesterweihe am 12. Juli 1665 in seiner Privatkapelle in Luzern.[10] P. Franz begann seine klösterliche Tätigkeit an der Klosterschule, deren Leitung er als Präzeptor zeitweise innehatte, so 1667, da er die Rechnung für den Schüler Wolfgang Wirz besorgte.[11] Dazwischen war er vom September 1676 bis Dezember 1676 und wieder vom Oktober bis Dezember 1689 aushilfsweise in Sins.[12] Vom 30. Mai bis 27. September ? war er Pfarrverweser in Auw.[13] vom November 1686 bis Ende 1687 ist er als Unterpfarrer in Engelberg bezeugt. Als am 28. Juli 1688 P. Ambros Püntener von Einsiedeln, der in Engelberg als Professor der Philosophie gewirkt hatte, wieder in sein Kloster heimkehrte, begleitete ihn P. Franz in die Waldstatt und blieb hier einiae Tage auf Besuch.[14]

Am 3. September 1677 erlebte Franz die Freude, mit seinen drei Brüdern dem vierten Bruder, P. Konstantin von St. Gallen, in der Oktav der Kirchweihe in der Jeauitenkirche in Luzem beim Hochamt assistieren zu dürfen.[15] Eine besondere Vorliebe des P. Franz galt, wie für manchen Zeitgenossen, den Reliquien. Schon am 15. Juni 1677 schenkte Fr. Josef Eusanius, Aquilanus, Augustinermönch, Bischof Porphyrius, Präfekt der apostolischen Sakristei, der A.M. Clara von Sonnenberg Reliquien. Es waren Partikel von den Gebeinen der Heiligen Magnus, Pius, Maximus und vom Bein und Haupt des heiligen Candidus. Die Authentik lag bei Clara von Sonnenberg, einer Schwester des P. Franz, die in Rom lebte. Die Reliquien sollten an P. Franz geschickt werden, der in Sins lebte. Durch ihn gelangten sie nach Engelberg.[16] Am 26. März 1678 schickte dieselbe Schwester M. Clara von Rom aus durch den Junker Kaspar Mayr von Baldegg, damals Fähnrich der Schweizergarde in Rom, später, 1696 bis 1705 deren Kommandant.[17] für ihren Bruder P. Franz in Sins eine grosse Schachtel mit Reliquien und gedruckten Authentiken. Es ist anzu­nehmen, dass es sich um dieselben "Heiligtümer" handelte, von denen bereits die Rede war. Die Reliquien gelangten nach Engelberg, wo sie noch heute aufbewahrt werden.[18] A. M. Clara, die Schwester von P. Franz, war zweite Gemahlin des Gardekommandanten Ludwig Pfyffer (1654 - 1686).[19] P. Franz starb am 27. Juli 1693. Das Pfarrbuch sagt von ihm: "Er starb als Beispiel wunderbarer Geduld und Gottergebenheit".[20]

Einzelnachweise

  1. Glauser, Fritz, Die Schreiber der Luzerner Kanzlei vor 1798, Separatdruck aus Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz, Stans 1961, S. 109.
  2. Peter, Franz, Franz von Sonnenberg. Ritter, Komtur, Reichsfürst und Grossprior von Deutschland im Malteserorden 1608-1682, Historische Schriften der Universität Zürich 4, Fribourg 1977, S. 70 und genealogische Übersicht.
  3. Henggeler, Rudolf, Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei der heiligen Gallus und Otmar zu St. Gallen, Monasticum-Benedictinum Helvetiae, Zug 1929, S. 323-324.
  4. Henggeler, Rudolf, Professbuch der Benediktinerabteien Pfäfers, Rheinau, Fischingen, Monasticum-Benedictinum Helvetiae II. Band, Zug 1931, S. 296.
  5. Henggeler, Rudolf, Professbuch der Benediktinerabteien Pfäfers, Rheinau, Fischingen, Monasticum-Benedictinum Helvetiae II. Band, Zug 1931, S. 477.
  6. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  7. Glauser, Schülerverz., S. 196.
  8. StiArEbg cod. 42, S. 67.
  9. Messmer-Hoppe, Luzerner Patriziat S. 509.
  10. StiArEbg Personalien in Personalakten von P. Franz Sonnenberg.
  11. StiArEbg cod. 42, S. 168.
  12. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 110.
  13. Ibidem.
  14. Diarium Dietrich, Eins. A HB 6. Über P. Ambros Püntener vgl. Henggeler, Eins. S. 347.
  15. Monats­rosen 26, 1882, S. 497.
  16. Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz, S. 1062.
  17. Krieg, Geschichte der Schweizergarde, S. 216ff.
  18. Stückelberg, Gesch. I., S. 158.
  19. Krieg, Geschichte der Schweizergarde, 525 A.
  20. Taufbuch 1691 ff, S. 206.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 114.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.