Franz Huber

Aus Kloster-Engelberg
Version vom 27. Januar 2022, 02:13 Uhr von A.Sandmeier (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Franz (Alois) Huber (* 18. Januar 1865 in Ruswil; † 26. Oktober 1932 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. Oktober 1884

Priesterweihe: 14. Juli 1889

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 18?–1932

Kapellmeister : 1889–1895

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Alois Huber und der Anna Lussi.

Lebensbeschreibung[1]

P. Franz wurde am 18. Januar 1865 in Ruswil geboren und auf den Namen Alois getauft. Am 10. Oktober 1884 legte er Profess ab und am 14. Juli 1889 wurde er zum Priester geweiht. Danach wurde er Lehrer für Mathematik an der Klosterschule, eine Funktion, die er für 40 Jahre bis zu seinem Lebensende innehatte. In seinem Nachruf steht, es sei ein "Hochgenuss zu sehen, wie dieser neue Archimedes ganze Tafeln in klassisch schöner Schrift mit Entwicklungen und Beweisen füllte. Aber das Grösste, was P. Franz seinen Schülern bot, war das geradezu bewunderungswürdige Beispiel seines Arbeitseifers."

P. Franz entfaltete eine reiche Tätigkeit auf allen möglichen Gebieten. Schon in den Fraterjahren besorgte er zusammen mit Fr. Odilo die beiden liturgischen Gebrauchsbücher Hymnale und Processionale im höchst umständlichen Verfahren der Zinkographie. Reihe dickleibiger Partituren befinden sich in der Musikbibliothek, dazu ungezählte Abschriften von Sing- und Orchesterstimmen. Aus der Zeit, als er die Kurse der Kurzschrift leitete, stammt das stenographische Gebetbuch "Sursum corda", das eine ungeahnte Verbreitung gefunden hat. Die Lösung sämtlicher Aufgaben verschiedener mathematischer Aufgabensammlungen, die gewissenhafte Führung einer ausgedehnten Korrespondenz, das photographische Atelier mit der Herstellung ungezählter eigener und fremder Lichtbilder, Expertisen bei Gesangsfesten, Orgel- und Glockenweihen.

Die kompositorische Ader von P. Franz kam erst spät in seinem Leben zum Vorschein. Hatte er als Kapellmeister von 1889 bis 1895 und in den folgenden Jahren mehr auf Bearbeitungen von grösseren Werken fokussiert – die beste und umfangreichste war wohl Humperdinck's Märchenoper "Hänsel und Gretel" – so entfaltete er in den Jahren 1908 bis 1918 eine geradezu fieberhafte schöpferische Tätigkeit, wofür das Weihnachtspiel „"Salvator mundi" (1900) als Auftakt gelten mag. Mit dem "Schwarzen Ritter" lohten die ersten Feuer auf. Die begeisterte Aufnahme, die diese durch und durch romantische Schuloper fand, sowie deren glänzende sechsmalige Wiedergabe durch den St. Galler- Domchor hatten offenbar den Genius geweckt und zu rastloser Tätigkeil angetrieben. In rascher Folge entstanden "Die Dschinnen", die "Missa festiva", "Der Graf von Kyburg","Safian"; "Der Meereskönig", "Die Tempelschülerin", "Ruth", die Kreuzkantate und andere. Gesangszyklen für die Mädcheninstitute von Baldegg, Ingenbohl und Menzingen. In seinem musikalischen Nachlass finden sich ausserdem Gesänge und Lieder in buntem Wechsel für Kirchenchöre, Jünglingsvereine, für Familienfeste, Priesterjubiläen und Primizen für alle möglichen Anlässe und Gelegenheiten.

Auch als Musiklehrer betätigte er sich. Wenn er auch kein Instrument bis zur Virtuosität be­herrschte, so hielt er doch seine Schüler zu seriösem Musizieren an. Dank seiner gründlichen Kenntnis der klassischen und romantischen Werke war er befähigt, diese auch anderen zu erschliessen. Besonders gern pflegte er das vierhändige Klavierspiel, um dadurch den Schillern rhythmische Präzision, vor allem aber auch die Kenntnis so manchen musikalischen Werkes zu ver­mitteln, das einem gewöhnlichen Einzelspieler zu grosse Schwierigkeiten bietet.

P. Franz hing mit beispielloser Hingabe an Kloster und Schule. Als ihm sein Arzt einmal nahe legte, sich nach seiner Genesung auf einen Ruheposten zurückzuziehen, soll er mit aller Entschiedenheit geantwortet haben: "Nein, lieber sterben!" Mit dem Eigenwillen eines Kindes klammerte er sich an die Hoffnung, auf Beginn des Schuljahres vom Sanatorium zurückkehren zu können. Aber es kam anders. P. Franz Huber starb am 26. Oktober 1932.

Werke

Schriften[2]

  • Die Pflege der Kirchenmusik im Stifte Engelberg während des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Festschrift Angelomontana, S. 395-429.
  • Aus Albert Lortzings Briefen, in: Schweizer Rundschau 14, 1913/1914, S. 467f.
  • Erinnerungen an Bischof Dr. Robertus Bürkler sel., in: Titlisgrüsse 16, 1929/1930, S. 69-80.

Musik[3]

  • Aedificabuntur in te deserta - Coro femminile, org.
  • Ambrosilied - Coro femminile, pf.
  • Ave Maria - Coro maschile.
  • Benedic anima mea - Coro.
  • Bone pastor - Coro, winds.
  • Bone pastor - Coro, winds, org.
  • Christum regem adoremus - Coro, winds.
  • Christum regem adoremus - Coro, winds, org.
  • Das Leben gleicht so oft der Nacht wenn sich die Freude zieht - A, Coro femminile, pf.
  • Der schwarze Ritter - Arr; V (6), Coro, orch.
  • Der schwarze Ritter - V (6), Coro, orch.
  • Der weisse Tod - Bariton, pf.
  • Desiderium animae ejus tribuisti ei Domine - Coro femminile, org.
  • Die Dschinnen - Arr; V (10), Coro, orch.
  • Die Weihnachtsglocken - S (2), Coro fanciulli, orch.
  • Ecce sacerdos magnus - Coro, org.
  • Es Alpeliedli - Arr.
  • Es Alpeliedli - S, Coro fanciulli, pf.
  • Es Alpeliedli - S, Coro femminile, pf.
  • Es Alpeliedli - V, pf.
  • Franziskus und Maria - Coro, org.
  • Furchtlos und treu - Coro maschile.
  • Gebet Giglia's - S, pf.
  • Gegrüsst Geweihter Gottes - Coro maschile.
  • Gruss der Heimat - S, Coro.
  • Hochzeitslied - V, pf.
  • Keyboard pieces - pf.
  • Lasst jubelnde Lieder erklingen bringt dankende Huldigung dar - Coro femminile, org.
  • Lauda Jerusalem - Coro, winds.
  • Lauda Jerusalem - Coro, winds, org.
  • Masses - V (4), Coro, orch.
  • Masses - V (4), Coro, orch.
  • Mihi autem nimis honorati sunt amici - Coro femminile, org.
  • Mihi autem nimis honorati sunt amici - Coro femminile, org.
  • Motets - Coro, winds.
  • Nun hefte mir die Hände - Coro, org.
  • O sacrum convivium - Coro, winds.
  • O sacrum convivium - Coro, winds, org.
  • O salutaris hostia - Coro.
  • Panis angelicus - Coro.
  • Ruth - V (5), Coro femminile, orch.
  • S'Luzärnerbiet - Coro.
  • Sacris solemniis - Coro.
  • Salvator mundi - V (6), Coro, orch.
  • Schuenilied - V, pf.
  • Sinkt anbetend hin im Staube - S, Coro, org.
  • Trauungsbitte - V, Coro, org.
  • Verbum supernum prodiens - Coro.
  • Was d'lehre chaust - S, Coro fanciulli, pf.
  • Willkommen rotgoldener Abendschein - Coro.

Professnummer

  • Nr. 666

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 19, 1932/33, S. 21-25 und 37-39, übernommen.
  2. Aus dem Eintrag in der Benediktinischen Bibliografie.
  3. Aus dem Eintrag im RISM.

Bibliographie

  • Nachruf P. Franz Huber, in: Titlisgrüsse 19, 1932/33, S. 21-25 und 37-39.