Floridus Locher

Aus Kloster-Engelberg
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Floridus (Kaspar) Locher (* 1. Juni 1823 in Hägenschwil; † [[]] [[]] in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 27. Mai 1855

Ämter

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Locher und der Anna M. Löhrer.

Paten waren Johann Kaspar Hauser und Anna Katharina Löhrer.

Lebensbeschreibung[1]

Br. Floridus wurde als Sohn des Johann Locher und seiner Frau Anna M. Löhrer am 1. Juni 1823 geboren und in der Pfarrkirche Häggenschwil (St. Gallen) auf den Namen Johann Kaspar getauft. Taufpaten waren Johann Kaspar Hauser und Anna Katharina Löhrer.[2] 1843 kam er mit 20 Jahren auf den "Holzerhof" der Familie Hafner in Roggwil (Thurgau), wo er acht Jahre eifrig seine Arbeiten erfüllte. Nach dem Heimatschein von 1844 war Kaspar Locher: "Bürger von Häggenschwil, 21 Jahre alt, ledigen Standes, Grösse: 5 Schuh, 8 Zoll Schweizer Mass, Statur: schlank, haare: braun, Augenbrauen dito, Augen: braun, Nase: spitzig, Mund: mittler, Kinn: rund, Bart: ohne, Gesicht: lang, besondere Merkmale: keine.“ 1847 wurde er mit anderen Kameraden gegen den Sonderbund aufgeboten. St. Gallen war ja der Schicksalskanton, der den Ausschlag für die bewaffnete Auflösung des Sonderbundes gab. Locher mußte dem Befehl Folge leisten, wenn er sich auch innerlich dagegen sträubte, die Waffen gegen die Miteidgenossen erheben zu müssen. Bald nach 1850 zog ihn der Kapuziner P. Theoduis Florentini, damals Generalvikar der Diözese Chur, in seinen Bann. Dieser trug sich mit den Gedanken, neben dem Institut in Menzingen ein solches auch für die Schulbrüder ins Leben zu rufen. Kaspar L. blieb zwei Monate bei Florentini in der Hofpfarrei Chur, um sich als Schulbruder ausbilden zu lassen. Da aber P. Theodosius zu wenig Organisator war um ein solches verwirklichen zu können, zog sich Locher zurück, da er seine Zukunft zu wenig gesichert sah. P. Theodosius ließ ihn nur ungern ziehen, da er ihn schätzen gelernt hatte. Er verschaffte ihm aber, um ihn in der Nähe zu behalten, 1851 die Stelle eines Hausdieners in dem Lehrschwestern-Pensionat auf dem Schloß der Salis in Zizers, wo er zwei Jahre blieb und auch als Sakristan, Gärtner und Besorger von Einkäufen tätig war. Man nannte ihn allgemein kurz den „Schloßdiener“, der durch seine Tätigkeit, Tüchtigkeit und aufrichtiger Frömmigkeit bekannt war. Aber gerade in dieser Stellung spürte er immer mehr den Wunsch, sein Leben ganz Gott zu weihen. Der Geistliche der Anstalt, Sextar Beat Hürlimann wies ihn auf das Kloster Engelberg hin um dort als Bruder aufgenommen zu werden. Dieser war nämlich mir den dortigen P. Maurus Schlumpf gut befreundet und er stellte Locher auch ein gutes Zeugnis aus. P. Maurus war damals in Engelberg Großkellner. So kam Kaspar L. am 15. Juli 1853 in das ihm bisher völlig unbekannte Kloster Engelberg, wo er 1845 aufgenommen- und am 27. Mai 1855 im Alter von 32 Jahren als Br. Floridus Profeß ablegen konnte. Sein Profeßname Floridus, der als Mitpatron des Klosters verehrt wird, hat ihm nie recht gefallen, wie sein Pr…………….., Großkellner P. Walter Langenegger sagte. Wenn aber Br. Floridus gehofft hatte, als Bruder ein weltentrücktes Leben im Kloster führen zu können so hatte er sich getäuscht. Er wurde erst für sechs Jahre als Pfortenbruder und für die Besorgung der vielen Gäste eingesetzt. Dann wurde er am 7. Jan. 1861 als Ökonom nach Grafenort versetzt. Schwerem Herzens und unter ungünstigen Verhältnissen übernahm er diesen Posten. Er mußte dort große Umgestaltungen vornehmen, so die meist baufälligen Gebäude renovieren oder gar neu aufführen lassen und eingerissene Mißbräuche und unstatthafte Gepflogenheiten abschaffen. Das war eine verdriessliche und dornenvolle Aufgabe für ihn als neuen „Grafenortsbruder“. Aber Br. Floridus ließ sich trotz allem dadurch nicht entmutigen. P. Adalbert Vogel berichtet über sein Wirken in Grafenort: „Er machte sich sehr verdient um die Oekonomie während 38 Jahre. Er verbesserte und …………durch reuten und Anlage von Gärten Weide und Mattland. Gebiete, die zum Teil versumpft- oder zu Wald verwildert waren. Die verwahrloste Häuser und Ställe setzte er wieder in Stand. Das Wirtshaus wurde gründlich umgebaut. Im Herrenhaus errichtete er neben der Sust ein Zimmer für die Post und renovierte die im Gang verlotterte Fassade. Für all die Arbeiten musste er die Abteikasse nicht in Anspruch nehmen, da er selber so gut wirtschaftete, dass er sich das nötige Geld ersparen konnte. Selber arbeitete er von morgen früh an für 2 – 3 Knechte. Auch die Restauration der Kapelle in Grafenort 1880 im inneren und äusserem unternahm und bezahlte er. Die Tonierung und Ausmalung übernahm P. Emmanuel Wagner, die Zementarbeiten, Chorbogen und Aussenrenovation besorgte Br. Pirmin Schüpfer, das Vergolden der Altäre Br. Theophil Meier. Schließlich bezahlte Br. Floridus auch eines der gemalten Fenster.“ Für Neubauten und Reparaturen gab er im Ganzen ca. 40.000 Fr. aus, für die Kapelle 2000 Fr. (Act. Ap. 387) Und immer ging er den Untergebenen mit gutem Beispiel voran. Er war ein rastloser Arbeiter. Das „Liera“ und „Dära“ (Unschlüssigkeit, Zaudern) war ihm nicht gelegen. Er war ein Mann des Zupackens. Unter seiner tatkräftigen Hand haben sowohl die Landgüter, wie die Gebäude ein anderes Aussehen erhalten. Durch stark befestigte Steinwuhren (Steine aus dem Bachbett der Engelberger Aa im Grafenort herausschaffen) hat Br. Floridus, wie schon sein Vorgänger Br. Leonrad Amhof, der während 37 Jahre, bis 1861, im Grafenort arbeitete, den Überschwemmungen des Aarwassers vorgebeugt und hat damit die Kultivierung des Aawassergebietes ermöglicht und zum großen Teil schon durchgeführt. Besonders um die Ökonomie im Grafenort hat er sich bleibende Verdienste erworben. Aber trotz all seiner vielen Arbeiten hat nie seiner religiösen Pflichten nie vernachlässigt. Schon am frühen Morgen- und Abends nach vollendeten anstrengenden Tagewerk verrichtete er gewissenhaft seine Gebetszeiten. Er versuchte, zu jedermann freundlich zu sein auch wenn er hin und wieder etwas barsch werden konnte. Aber seine kernigen Sprüche wurden immer gerne gehört. Tragisch waren die letzten Tage von Br. Floridus. Am Dienstag den 4. Jan. 1898, als er am frühen Morgen in der Dunkelheit an seine Arbeit gehen wollte, glitt er in der obern Hohstatt auf einer Eisfläche aus und fiel auf den Hinterkopf und auf den Rücken, was eine Verletzung der Halswirbel und eine Prellung des Rückenmarks zur Folge hatte. Das war ein schwerer Schlag für ihn von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Schmerzhaftes Nervenleiden quälte ihn monatelang. Dadurch trat bei ihm eine entsetzliche Schwermut die ihn noch mehr niederdrückte als der Unfall selbst. Kein Wort des Trostes mochte ihn aufzurichten, immer wieder schwebte ihm der schreckliche Gedanke vor Augen, daß er ewig verloren sei. Dieser quälende Gedanke verließ ihn nicht mehr bis zu seinem Todestag am 28. Juni 1898. Er weigerte sich in seiner Schwermut zuletzt Nahrung zu sich zu nehmen und aß fast gar nichts mehr. Solange er noch bei Besinnung war, konnte man ihm öfters die hl. Sterbesakramente reichen. Am Morgen des 28. Juni 1898 starb er, 75 jährig, gottergeben auf einem Stuhle sitzend. Auf einem Gruppenfoto von 1869 der damaligen Laienbrüdern ist er links stehend mit einer Sense dargestellt. („Titlis-grüsse“, Nr. 5, 1917, zu seinem Tod, cf. auch zwei Artikel im „Nidwaldner Volksblatt“ 1898 Nr. 27)

(in „Album Engelbergensis“ Nr. 625) bei Heer Nr. 617:

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Bescheinigung vom 30. April 1855 von Pfarrer Hall Anton Eberle.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 148.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.