Eugen Schwärzmann: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Lehrer]] an der Stiftsschule: 1833–1843
 
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[[Lehrer]] der Fratres: 1843–1847
 
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== Beziehungsnetz ==
 
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=== Verwandtschaft ===
 
=== Verwandtschaft ===
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Sohn des Joseph Ludwig Schwärzmann, Kirchenpfleger und Kerzenhändler, und der Maria Barbara Müller.
  
==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.</ref>==
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==Lebensbeschreibung<ref>Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.</ref>==
P. Eugen wurde als Sohn des Joseph Ludwig Schwärzmann, Kirchenpfleger und Kerzenhändler, und seiner Frau Maria Barbara Müller, am 16. September 1810 in der Stadt Zug geboren und auf den Namen Franz Xaver getauft. Sein ältester Bruder Josef Joachim Anton wurde Pfarrer in Oberägeri und später in Cham, sein anderer ein tüchtiger Arzt. Seine Schwester Elisabeth wurde als Sr. Benedicta Carolina später Oberin im Kapuzinerkloster Mariä Opferung in Zug. Franz besuchte in Zug das Gymnasium und trat danach mit 18 Jahren in Engelberg ein, wo er am 28. Mai 1828 sein Noviziat begann und am 28. Mai 1829 als Fr. Eugen Profess ablegen konnte. Dann studierte er im Kloster Engelberg Theologie und Philosophie unter Professor P. Markus Wettauer von Einsiedeln.  
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P. Eugen wurde als Sohn des Joseph Ludwig Schwärzmann, Kirchenpfleger und Kerzenhändler, und seiner Frau Maria Barbara Müller, am 16. September 1810 in der Stadt Zug geboren und auf den Namen Franz Xaver getauft. Sein ältester Bruder Josef Joachim Anton wurde Pfarrer in Oberägeri und später in Cham, der andere Bruder wurde Arzt. Seine Schwester Elisabeth wurde als Sr. Benedicta Carolina später Oberin im Kapuzinerkloster Mariä Opferung in Zug. Franz besuchte in Zug das Gymnasium und trat danach mit 18 Jahren in Engelberg ein, wo er am 28. Mai 1828 sein Noviziat begann und am 28. Mai 1829 als Fr. Eugen Profess ablegen konnte. Dann studierte er im Kloster Engelberg Theologie und Philosophie unter Professor P. Markus Wettauer von Einsiedeln.  
  
Schon als Frater war er Subbibliothekar. Die Weihen empfing er alle durch den Nuntius Filippo de Angelis in Luzern: Den Subdiakonat am 23. April 1832, den Diakonat am 25. November und die Priesterweihe am 24. Mai 1833<ref>Alb. Engelb. Nr. 612.</ref> mit Altersdispens. Die Ausübung des Priesteramtes wurde ihm in Form einer in Rom am 11. Dezember 1832 ausgestellten "Dispensatio super defectum aetatis" erteilt. Seine Primiz feierte er am 21. April 1833. Die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge wurde ihm am 24. März 1835 vom Kapitelsvikar von Chur, Johann Georg Bossi die "sede Eiscopali vacate", also die Ausübung des Priesteramtes in der Diözese erteilt.
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Schon als Frater war er Subbibliothekar. Die Weihen empfing er alle durch den Nuntius Filippo de Angelis in Luzern: Den Subdiakonat am 23. April 1832, den Diakonat am 25. November und die Priesterweihe am 24. Mai 1833<ref>Alb. Engelb. Nr. 612.</ref> mit Altersdispens. Die Ausübung des Priesteramtes wurde ihm in Form einer in Rom am 11. Dezember 1832 ausgestellten "Dispensatio super defectum aetatis" erteilt. Seine Primiz feierte er am 21. April 1833.<ref>StiArEbg cod. 379, Rotuli parrochiales Bd. 20, S. 12.</ref> Die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge wurde ihm am 24. März 1835 vom Kapitelsvikar von Chur, Johann Georg Bossi die "sede Eiscopali vacate", also die Ausübung des Priesteramtes in der Diözese erteilt.
  
 
Gleich nach seiner Priesterweihe begann er von 1833 bis 1844 seine elfjährige Lehrtätigkeit als Professor der Rhetorik in der Engelberger Klosterschule und wurde als Nachfolger von P. [[Plazidus Tanner]] auch deren [[Präzeptor]] bis 1838. P. Eugen war von ganz hervorragender Tüchtigkeit in den Schulfächern und ein vorzüglicher Lehrer, der seine Schüler für jedes von ihm dozierte Fach begeisterte.
 
Gleich nach seiner Priesterweihe begann er von 1833 bis 1844 seine elfjährige Lehrtätigkeit als Professor der Rhetorik in der Engelberger Klosterschule und wurde als Nachfolger von P. [[Plazidus Tanner]] auch deren [[Präzeptor]] bis 1838. P. Eugen war von ganz hervorragender Tüchtigkeit in den Schulfächern und ein vorzüglicher Lehrer, der seine Schüler für jedes von ihm dozierte Fach begeisterte.
  
1843 wurde er [[Novizenmeister]] sowie [[Kapellmeister]] und von 1843 bis 1847 war er Professor der Theologie und lehrte an der Klosterschule, ausnahmsweise auch Philosophie für Kleriker und Schüler zugleich, nachdem P. Marcus  M. nach Einsiedeln zurückberufen wurde. Der spätere Abt Anselm Villiger, der 1844 mit Fr. [[Adalbert Vogel]] die feierlichen Gelübde ablegte, absolvierte unter der tüchtigen Leitung seines Novizenmeisters P. Eugen die nächsten Jahre seine philosophischen und theologischen Studien. P. Eugen hatte einen entscheidenden Einfluss auf Fr. Anselm ausgeübt, wie dieser später bezeugte.<ref>Fellmann, Abt Anselm Villiger, S. 7-8.</ref> P. Eugen war der erste, der das Studium der griechischen Sprache als ein vorzügliches Bildungsmittel betrachtete und sie in den Lehrplan der Schule einführte und förderte. Er war auch der erste, der die Geometrie nicht nur theoretisch lehrte, sondern seine Schüler auch durch praktische Übungen in die Kunst des Feldmessens einführte. Und er war auch der erste, der die Naturwissenschaften neuzeitlich pflegte und ein Herbarium anlegte, das alle Pflanzen des Tales vereinigte. So schreibt der spätere Abt [[Leodegar Scherer]] in seinen Erinnerungen über seine Engelberger Schulzeit dazu: "Im geräumigeren Fratres- oder Novizengarten, der sich bis zur unteren und hinteren Gartenmauer und hinauf bis zu der das erste Plateau des oberen oder Herrengartens tragende Stützmauer ausdehnte, und wo noch eine, von P. Eugen Schwärzmann angepflanzte oder besorgte botanische Flora, in sich schloss."<ref>Abt. L. Scherer, S. 8.</ref>
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1843 wurde er [[Novizenmeister]] sowie [[Kapellmeister]] und von 1843 bis 1847 war er Professor der Theologie und lehrte an der Klosterschule, ausnahmsweise auch Philosophie für Kleriker und Schüler zugleich, nachdem P. Markus Mettauer nach Einsiedeln zurückberufen wurde. Der spätere Abt Anselm Villiger, der 1844 mit Fr. [[Adalbert Vogel]] die feierlichen Gelübde ablegte, absolvierte unter der tüchtigen Leitung seines Novizenmeisters P. Eugen die nächsten Jahre seine philosophischen und theologischen Studien. P. Eugen hatte einen entscheidenden Einfluss auf Fr. Anselm ausgeübt, wie dieser später bezeugte.<ref>Fellmann, Abt Anselm Villiger von Engelberg, in: Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule, 1901, S. 7-8.</ref> P. Eugen war der erste, der das Studium der griechischen Sprache als ein vorzügliches Bildungsmittel betrachtete und sie in den Lehrplan der Schule einführte und förderte. Er war auch der erste, der die Geometrie nicht nur theoretisch lehrte, sondern seine Schüler auch durch praktische Übungen in die Kunst des Feldmessens einführte. Und er war auch der erste, der die Naturwissenschaften neuzeitlich pflegte und ein Herbarium anlegte, das alle Pflanzen des Tales vereinigte. So schreibt der spätere Abt [[Leodegar Scherer]] in seinen Erinnerungen über seine Engelberger Schulzeit dazu: "Im geräumigeren Fratres- oder Novizengarten, der sich bis zur unteren und hinteren Gartenmauer und hinauf bis zu der das erste Plateau des oberen oder Herrengartens tragende Stützmauer ausdehnte, und wo noch eine, von P. Eugen Schwärzmann angepflanzte oder besorgte botanische Flora, in sich schloss."<ref>Hess, Abt Leodegar Scherer von Engelberg – Erinnerungen, in: Gedenkblätter für die Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915, S. 8.</ref>
  
P. [[Adalbert Vogel]], der damals noch mit drei anderen Fratres sein Schüler war, berichtet: "Er war ein sehr strenger Lehrer, mehr gefürchtet als geliebt, aber von grossem Fortschritte beseelt." Die hochgesteckten Ziele und Wege, welche P. Eugen suchte, um das Niveau der Klosterschule zu heben, erinnert in mancher Hinsicht an die Schulbestrebungen von Abt [[Karl Stadler]] und P. [[Berchtold Villiger]]. Seine freie Zeit benutzte P. Eugen für das Studium, besonders der Mathematik und der neueren Philologie, für die er eine besondere Veranlagung hatte. Neben dem gründlichen Verständnis der lateinischen und griechischen Klassiker pflegte er auch die Lektüre französischer, italienischer und spanischer Werke. Selbst das Hebräische machte er sich zu Eigen und brachte es dabei so weit, dass er das Alte Testament davon ins Lateinische zu übersetzten vermochte. Mit diesem reichen Wissen und Kenntnissen ragte er nicht wenig über das Niveau der übrigen Konventualen hinaus, blieb aber dabei einfach und bescheiden.<ref>Fellmann, Abt A. Villinger, S. 7–8.</ref>
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P. [[Adalbert Vogel]], der damals noch mit drei anderen Fratres sein Schüler war, berichtet: "Er war ein sehr strenger Lehrer, mehr gefürchtet als geliebt, aber von grossem Fortschritte beseelt." Die hochgesteckten Ziele und Wege, welche P. Eugen suchte, um das Niveau der Klosterschule zu heben, erinnert in mancher Hinsicht an die Schulbestrebungen von Abt [[Karl Stadler]] und P. [[Berchtold Villiger]]. Seine freie Zeit benutzte P. Eugen für das Studium, besonders der Mathematik und der neueren Philologie, für die er eine besondere Veranlagung hatte. Neben dem gründlichen Verständnis der lateinischen und griechischen Klassiker pflegte er auch die Lektüre französischer, italienischer und spanischer Werke. Selbst das Hebräische machte er sich zu Eigen und brachte es dabei so weit, dass er das Alte Testament davon ins Lateinische zu übersetzten vermochte. Mit diesem reichen Wissen und Kenntnissen ragte er nicht wenig über das Niveau der übrigen Konventualen hinaus, blieb aber dabei einfach und bescheiden.<ref>Fellmann, Abt Anselm Villiger von Engelberg, in: Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule, 1901, S. 7–8.</ref>
  
Weiter schrieb P. Adalbert Vogel in seinem "Cat. biographicus" dazu: "In ihm fand der Abt (Plazidus Tanner) den geeigneten Mann als Erzieher. Als gleichzeitiger Kapellmeister (ab 1843) war ihm auch an der Verbesserung u. Hebung der gänzlich im Verfall geratenen Kirchenmusik viel gelegen. Selbst ein ausgezeichneter Violinspieler u. Organist gab er sich alle Mühe, seine jungen Fratres in Choral- und Figuralgesang u. in der Instrumentalmusik voranzubilden, was ihm auch teilweise mit guten Erfolg gelang." <ref>Vogel, Cat. biogr., S. 271 u. bei Paulus, Musik u. … S. 273.</ref> In seinen Erinnerungen hielt der spätere Abt [[Leodegar Scherer]] dazu fest: "Zum Gesanglehrer hatte ich den P. Eugen Schwärzmann, einen tüchtigen Musiker. Weil man nämlich hoffte, in mir einen Sängerknaben erhalten zu können, so hatte man mich um Ostern demselben zur Ausbildung im Gesange übergeben. Da er sich mir gar freundlich erwies, so ging ich auch mit Freuden zu ihm in die Unterrichtsstunde. Leider wurde diesem Unterricht gar bald ein zu jähes Ende gemacht."<ref>Abt L. Scherer, Gedenkblätter, S. 9.</ref> Ein weiterer Bericht über den Musikunterricht in Engelberg liegt von dem späteren Luzerner Musikdirektor und Komponisten Gustav Arnold (1831–1900) vor. Er war von 1842 bis 1844 Schüler in Engelberg und in einem Brief an seinen Onkel beschreibt er auch den Musikunterricht: "Ich bekomme nun auch Unterricht im Generalbass, in der Partitur und im Choralschlagen; auch kann ich jetzt häufig Orgelspielen. Mein bisheriger Klavierlehrer, Dominicus Lüond, ist aus dem Kloster vertrieben worden, und ich gehe nun zu Pater Eugen (Schwärzmann), der ein sehr guter Organist ist, in die Instruction."<ref>Titlisgrüsse, Aus der Jugend , 1916, S. 21–22.</ref>
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Weiter schrieb P. Adalbert Vogel in seinem "Cat. biographicus" dazu: "In ihm fand der Abt (Plazidus Tanner) den geeigneten Mann als Erzieher. Als gleichzeitiger Kapellmeister (ab 1843) war ihm auch an der Verbesserung u. Hebung der gänzlich im Verfall geratenen Kirchenmusik viel gelegen. Selbst ein ausgezeichneter Violinspieler u. Organist gab er sich alle Mühe, seine jungen Fratres in Choral- und Figuralgesang u. in der Instrumentalmusik voranzubilden, was ihm auch teilweise mit guten Erfolg gelang." <ref>Vogel, Cat. biogr., S. 271 und bei Paulus, Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg, in: SMGB, 2009, S. 273.</ref> In seinen Erinnerungen hielt der spätere Abt [[Leodegar Scherer]] dazu fest: "Zum Gesanglehrer hatte ich den P. Eugen Schwärzmann, einen tüchtigen Musiker. Weil man nämlich hoffte, in mir einen Sängerknaben erhalten zu können, so hatte man mich um Ostern demselben zur Ausbildung im Gesange übergeben. Da er sich mir gar freundlich erwies, so ging ich auch mit Freuden zu ihm in die Unterrichtsstunde. Leider wurde diesem Unterricht gar bald ein zu jähes Ende gemacht."<ref>Hess, Abt Leodegar Scherer von Engelberg – Erinnerungen, in: Gedenkblätter für die Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915 S. 9.</ref> Ein weiterer Bericht über den Musikunterricht in Engelberg liegt von dem späteren Luzerner Musikdirektor und Komponisten Gustav Arnold (1831–1900) vor. Er war von 1842 bis 1844 Schüler in Engelberg und in einem Brief an seinen Onkel beschreibt er auch den Musikunterricht: "Ich bekomme nun auch Unterricht im Generalbass, in der Partitur und im Choralschlagen; auch kann ich jetzt häufig Orgelspielen. Mein bisheriger Klavierlehrer, Dominicus Lüond, ist aus dem Kloster vertrieben worden, und ich gehe nun zu Pater Eugen (Schwärzmann), der ein sehr guter Organist ist, in die Instruction."<ref>Wymann, Aus der Jugend eines grossen Musikers, in: Titlisgrüsse 1916, 1 Heft, S. 21–22.</ref>
  
Musikunterricht an der Engelberger Klosterschule galt zur Zeit von P. Eugen als veraltet.<ref>Paulus, S. 273.</ref> Abt [[Eugen von Büren]] war zwar ein guter Ökonom und ein leidenschaftlicher Sammler, hatte aber für die Musik wenig übrig. Bei der Orchestermusik beherrschten die meist italienischen Komponisten die liturgischen Messen. P. Eugen verbannte sie aus der Kirche. Er hatte aber Mühe, ein besseres Repertoire zu gründen. Auch liessen sich die Reformen des Regensburgers Kirchenmusikers Dr. Franz Witt mit der sogenannten "Musica sacra" oder "cäcilianischen Musik" mit den damaligen beschränkten Mitteln im Kloster nicht leicht durchführen. Dass sein musikalisches Können auch in der Kongregation bekannt war, beweist ein Brief von Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln an P. Gregor Capeder von Disentis.<ref>Dort versuchte man eine Klosterreform einzuleiten mit dem Wunsche wieder eine eigene Schule einzurichten.</ref> P. Eugen hätte man in Disentis als Lehrer gerne gehabt wegen seiner Kenntnisse im Choral und Orgelspiel. "Man habe ja in Engelberg noch mehrere Musikanten und Organisten und könne daher ihn für kurze Zeit entbehren", wie Abt Heinrich am 15. Mai 1851, wenige Tage vor der Abtswahl, am 27. Mai, meinte.<ref>ZSK, 61 Bd. 1967, 51ff.</ref> Nach dem Tod von Abt Eugen hatte bei dieser Abtswahl P. Eugen lange Zeit die gleiche Stimmenzahl wie P. [[Plazidus Tanner]]. Als die Wählerzahlen bei beiden immer gleich blieben, habe P. Eugen als der Jüngere seine Wähler ersucht, ihre Stimmen P. Plazidus zu geben der dann auch beim nächsten Wahlgang als neuer Abt gewählt wurde. Im gleichen Jahr 1851 erbat sich Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln P. Eugen als Professor der Theologie für sein Hausstudium. Man kam dem Gesuch doch entgegen obwohl man ihn als tüchtige Kraft für das eigene Kloster schwerlich entbehren konnte. Aus anderen Quellen geht aber mehr oder weniger deutlich hervor, dass P. Eugen Schwärzmann schon ein gespanntes Verhältnis zu P. Plazidus hatte, als dieser noch Prior war, wie auch aus dessen Charisterik  nach P. Eugens Tod herauszuhören ist.
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Musikunterricht an der Engelberger Klosterschule galt zur Zeit von P. Eugen als veraltet.<ref>Paulus, Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg, in: SMGB 120, 2009, S. 273.</ref> Abt [[Eugen von Büren]] war zwar ein guter Ökonom und ein leidenschaftlicher Sammler, hatte aber für die Musik wenig übrig. Bei der Orchestermusik beherrschten die meist italienischen Komponisten die liturgischen Messen. P. Eugen verbannte sie aus der Kirche. Er hatte aber Mühe, ein besseres Repertoire zu gründen. Auch liessen sich die Reformen des Regensburgers Kirchenmusikers Dr. Franz Witt mit der sogenannten "Musica sacra" oder "cäcilianischen Musik" mit den damaligen beschränkten Mitteln im Kloster nicht leicht durchführen. Dass sein musikalisches Können auch in der Kongregation bekannt war, beweist ein Brief von Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln an P. Gregor Capeder von Disentis.<ref>Dort versuchte man eine Klosterreform einzuleiten mit dem Wunsch, wieder eine eigene Schule einzurichten.</ref> P. Eugen hätte man in Disentis als Lehrer gerne gehabt wegen seiner Kenntnisse im Choral und Orgelspiel. "Man habe ja in Engelberg noch mehrere Musikanten und Organisten und könne daher ihn für kurze Zeit entbehren", wie Abt Heinrich am 15. Mai 1851, wenige Tage vor der Abtswahl, am 27. Mai, meinte.<ref>ZSK 61, 1967, 51ff.</ref> Nach dem Tod von Abt Eugen hatte bei dieser Abtswahl P. Eugen lange Zeit die gleiche Stimmenzahl wie P. [[Plazidus Tanner]]. Als die Wählerzahlen bei beiden immer gleich blieben, habe P. Eugen als der Jüngere seine Wähler ersucht, ihre Stimmen P. Plazidus zu geben, der dann auch beim nächsten Wahlgang als neuer Abt gewählt wurde. Im gleichen Jahr 1851 erbat sich Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln P. Eugen als Professor der Theologie für sein Hausstudium. Man kam dem Gesuch entgegen obwohl man ihn als tüchtige Kraft für das eigene Kloster schwerlich entbehren konnte. Aus anderen Quellen geht aber mehr oder weniger deutlich hervor, dass P. Eugen Schwärzmann schon ein gespanntes Verhältnis zu P. Plazidus hatte, als dieser noch Prior war.
 
    
 
    
Als die Abtei Einsiedeln 1853 den Plan einer Klostergründung in Amerika in Indiana ins Auge fasste, stellte sich P. Eugen für die erste Aussendung sofort zur Verfügung. Er gab aber am 28. August 1853 in der Abtskapelle in Engelberg die feierliche Erklärung ab, dass er Mönch von Engelberg bleiben und sich jederzeit einer evtl. Rückberufung fügen werde. Er hatte schon in Engelberg immer wieder mal davon gesprochen, man solle im "fernen Westen eine Gründung vornehmen".<ref>Erst Jahre später unter Abt [[Anselm Villiger]] sollten diese Pläne reif werden und zur Ausführung kommen.</ref> Am 25. September 1853 brach P. Eugen mit P. Hieronymus Bachmann, der zum Subprior ausersehen war, und vier Laien als zweite Expedition nach Amerika auf, wo sie sich am 30. September in Havre auf dem Dampfer "Humbold" einschifften und nach einer sehr unruhigen Fahrt am 15. Oktober in New York landeten. Am 18. Oktober traten sie die Weiterreise über Cincinnati an und kamen schliesslich am 28. Oktober mittags in Ferdinand an, wo sie die zwei Einsiedler Mitbrüder P. Ulrich und P. Beda, die der ersten Expedition angehörten, schon freudig erwarteten. Letzterer übertrug damals die Seelsorge im nahen Fulda an P. Eugen, während er selbst in Cannelton sich niederliess.  
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Als die Abtei Einsiedeln 1853 den Plan einer Klostergründung in Amerika in Indiana ins Auge fasste, stellte sich P. Eugen für die erste Aussendung sofort zur Verfügung. Er gab aber am 28. August 1853 in der Abtskapelle in Engelberg die feierliche Erklärung ab, dass er Mönch von Engelberg bleiben und sich jederzeit einer möglichen Rückberufung fügen werde. Er hatte schon in Engelberg immer wieder mal davon gesprochen, man solle im "fernen Westen eine Gründung vornehmen".<ref>Erst Jahre später unter Abt [[Anselm Villiger]] sollten diese Pläne reif werden und zur Ausführung kommen.</ref> Am 25. September 1853 brach P. Eugen mit P. Hieronymus Bachmann, der zum Subprior ausersehen war, und vier Laien als zweite Expedition nach Amerika auf, wo sie sich am 30. September in Havre auf dem Dampfer "Humboldt" einschifften und nach einer sehr unruhigen Fahrt am 15. Oktober in New York landeten. Am 18. Oktober traten sie die Weiterreise über Cincinnati an und kamen schliesslich am 28. Oktober mittags in Ferdinand an, wo sie die zwei Einsiedler Mitbrüder P. Ulrich und P. Beda, die der ersten Expedition angehörten, schon freudig erwarteten. Letzterer übertrug damals die Seelsorge im nahen Fulda an P. Eugen, während er selbst in Cannelton sich niederliess.  
  
P. Hieronymus besichtigte am 30. Oktober das erworbene Land und war sehr davon angetan. Am 12. November schrieb er seinem Abt, dass er zum drittenmal abwechselnd mit P. Ulrich, P. Beda und P. Eugen und in Begleitung von zwei sachkundigen Männern von hier sich alle Landgüter etc. angesehen haben und sich auch die drei anderen Patres für den Kauf des ganzen Güterkomplexes ausgesprochen haben.<ref>Henggeler, S. 32.</ref> Die Patres Hieronymus, Ulrich und Eugen wohnten derweil in Ferdinand, von wo aus sie die Gegend vorläufig nach den Weisungen des in Jasper residierenden Generalvikars Kundek pastorierten. Während P. Ulrich als Seelsorger in Ferdinand blieb, nahmen P. Hieronymus und P. Eugen am 13. März 1854 von dem Land, das P. Ulrich käuflich von einem deutschen Farmer, Herrn H. Denning, erworben hatte, förmlich Besitz. Am 21. März 1854 konnte zur Errichtung des Klosters geschritten werden. An diesem Tag, dem Hochfest des hl. Benedikt, kam Generalvikar Kundek von Jasper und segnete das kleine als Kloster dienende Blockhaus mit einem Meinradsglöcklein ein. Dann zelebrierte er ein nach den Umständen feierliches Hochamt unter freien Himmel und hielt an die zahlreich herzugeströmten Leute eine Predigt. Von diesem Tag an trug der Platz den Namen des hl. Meinrad und dieser Tag gilt als eigentlicher Gründungstag.  
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P. Hieronymus besichtigte am 30. Oktober das erworbene Land und war sehr davon angetan. Am 12. November schrieb er seinem Abt, dass er zum drittenmal abwechselnd mit P. Ulrich, P. Beda und P. Eugen und in Begleitung von zwei sachkundigen Männern von hier sich alle Landgüter etc. angesehen haben und sich auch die drei anderen Patres für den Kauf des ganzen Güterkomplexes ausgesprochen haben.<ref>Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ord. 65, 1953/54, S. 32.</ref> Die Patres Hieronymus, Ulrich und Eugen wohnten derweil in Ferdinand, von wo aus sie die Gegend vorläufig nach den Weisungen des in Jasper residierenden Generalvikars Kundek pastorierten. Während P. Ulrich als Seelsorger in Ferdinand blieb, nahmen P. Hieronymus und P. Eugen am 13. März 1854 von dem Land, das P. Ulrich käuflich von einem deutschen Farmer, Herrn H. Denning, erworben hatte, förmlich Besitz. Am 21. März 1854 konnte zur Errichtung des Klosters geschritten werden. An diesem Tag, dem Hochfest des hl. Benedikt, kam Generalvikar Kundek von Jasper und segnete das kleine als Kloster dienende Blockhaus mit einem Meinradsglöcklein ein. Dann zelebrierte er ein nach den Umständen feierliches Hochamt unter freien Himmel und hielt an die zahlreich herzugeströmten Leute eine Predigt. Von diesem Tag an trug der Platz den Namen des hl. Meinrad und dieser Tag gilt als eigentlicher Gründungstag.  
  
P. Hieronymus und P. Eugen waren die ersten Mitglieder des jungen Klösterleins. Ersteren hatte Abt Heinrich zum [[Prior]] der neuen Kolonie ernannt und P. Eugen betreute die Katholiken in Fulda und dessen Umgebung. Die beiden Missionare hatten auch die Aufgabe des Jugendunterrichtes übernommen und machten sich nun daran, in dieser Hinsicht wirken zu können. Schon am 17. April 1854 konnten sie zwei Schüler, Söhne von Richtern, aufnehmen, deren Unterricht P. Eugen übernahm.<ref>Gruve, S. 274 u. Henggeler S. 37.<ref> Am folgenden 23. April legte man den Grundstein zu einem neuen Klostergebäude.  
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P. Hieronymus und P. Eugen waren die ersten Mitglieder des jungen Klösterleins. Ersteren hatte Abt Heinrich zum [[Prior]] der neuen Kolonie ernannt und P. Eugen betreute die Katholiken in Fulda und dessen Umgebung. Die beiden Missionare hatten auch die Aufgabe des Jugendunterrichtes übernommen und machten sich nun daran, in dieser Hinsicht wirken zu können. Schon am 17. April 1854 konnten sie zwei Schüler, Söhne von Richtern, aufnehmen, deren Unterricht P. Eugen übernahm.<ref>Gruwe, Gründung und Entwicklung der St. Meinradsabtei in Nordamerika, in: SMGB 36, 1915, S. 274 und Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, S. 37.</ref> Am folgenden 23. April legte man den Grundstein zu einem neuen Klostergebäude.  
  
Aber schon bald scheinen erste Unstimmigkeiten zwischen den beiden Patres aufgekommen zu sein. P. Eugen hatte am 29. Juni Abt Heinrich geschrieben, dass nach seinem Dafürhalten der Abt unbedingt persönlich herkommen sollte: "Der gute Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen und die übrigen Patres können nicht leicht etwas anderes thun, als einfach sich der Mission zu widmen. Sollte der Abt nicht selber kommen können, so möchte er doch einen tüchtigen Mann senden, noch stehe es nicht schlimm, noch liessen sich die Dinge leicht wieder gutmachen." Am 30. Juli, also acht Tage vor seinem Tode, schrieb P. Eugen erneut an Abt Heinrich. Er schildert, wie sie auf ihren Posten draussen wirken müssen und im Kloster oft nur der [[Prior]] sei oder gar niemand. Und er wiederholt: "Wie ich schon früher einmal geschrieben, der Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen, physische, moralische und intellektuelle Kraft mangeln ihm zwar nicht, aber ihre Potenz steht weit unter den Anforderungen einer derartigen Aufgabe." Auch auch P. Beda, einer der  Mitbrüder von P. Eugen, bat den [[Abt]] am 12. Juli, ob es ihm nicht möglich wäre, zu kommen. "Ich kann Ew. Gnaden meine Überzeugung nicht laut genug aussprechen, dass es nicht gehen wird, bis Sie selber kommen werden, um alles auszugleichen und in die gehörige Ordnung zu bringen." Er klagte freilich mehr über P. Eugen: "P. Eugen verfolge seine eigenen Ziele, während er wieder mehr entschuldigt wurde. …“. Doch in einem Brief vom 14. Sept. entlastet er P. Eugen sel. weitgehend zu Ungunsten von P. Prior dem er allzufreies Sichgehenlassen vor Laien vorwirft.<ref>Henggeler, S. 38.</ref>  
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Aber schon bald scheinen erste Unstimmigkeiten zwischen den beiden Patres aufgekommen zu sein. P. Eugen hatte am 29. Juni Abt Heinrich geschrieben, dass nach seinem Dafürhalten der Abt unbedingt persönlich herkommen sollte: "Der gute Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen und die übrigen Patres können nicht leicht etwas anderes thun, als einfach sich der Mission zu widmen. Sollte der Abt nicht selber kommen können, so möchte er doch einen tüchtigen Mann senden, noch stehe es nicht schlimm, noch liessen sich die Dinge leicht wieder gutmachen." Am 30. Juli, also acht Tage vor seinem Tod, schrieb P. Eugen erneut an Abt Heinrich. Er schilderte, wie sie auf ihren Posten draussen wirken müssen und im Kloster oft nur der [[Prior]] sei oder gar niemand. Und er wiederholt: "Wie ich schon früher einmal geschrieben, der Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen, physische, moralische und intellektuelle Kraft mangeln ihm zwar nicht, aber ihre Potenz steht weit unter den Anforderungen einer derartigen Aufgabe." Auch auch P. Beda, einer der  Mitbrüder von P. Eugen, bat den [[Abt]] am 12. Juli, ob es ihm nicht möglich wäre, zu kommen. "Ich kann Ew. Gnaden meine Überzeugung nicht laut genug aussprechen, dass es nicht gehen wird, bis Sie selber kommen werden, um alles auszugleichen und in die gehörige Ordnung zu bringen." Er klagte freilich mehr über P. Eugen: "P. Eugen verfolge seine eigenen Ziele, während er wieder mehr entschuldigt wurde." Doch in einem Brief vom 14. September entlastet er P. Eugen weitgehend zu Ungunsten von P. Prior dem er allzufreies Sichgehenlassen vor Laien vorwirft.<ref>Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: SMGB 65, 1953/54, S. 38.</ref>
 
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Am 17. August 1854 erlag P. Eugen einer Krankheit, wohl an Flecktyphus. Wie es heisst, war "er war schon längere Zeit unpässlich geworden, hatte aber bis wenige Tage vor dem Tode noch eifrig in der Seelsorge gewirkt. Er hatte schon im vergangenen Winter Unterleibsbeschwerden gehabt, die sich nun wiedereinstellten. Die ärztliche Hilfe kam zu spät. Am 18. Aug. fand er als erster sein Grab nahe an der neuen Niederlassung."<ref>Das hier genannte Sterbedatum ist falsch.</ref> P. Eugen starb am 7. August 1854 im Alter von nur 44 Jahren und wurde wohl am 8. August bestattet. Er war damit das erste Opfer der neuen Einsiedler Kolonie St. Meinrad. Abt Heinrich schrieb nach seinen Tod am 7. September: "Das Schicksal des lb. P. Eugen hat mich und uns zu sehr erschüttert als dass ich sofort Ersatz schicken konnte."<ref>Henggeler, S. 39 u. Heer, Manuskr.</ref> Hinter dem all hier gesagten verbirgt sich ein Mönchsleben mit sehr hochgestreckten Zielen und Streben, das neue Wege suchte, aber auch ein sehr eigensinniges, welches nicht wenig Unruhe in die Gemeinschaften brachte. Zur Charakteristik von P. Eugen soll hier noch eine Bemerkung von P. [[Plazidus Tanner]] beitragen als dieser noch Pfarrer in Sins war und P. Beda Iten, wegen seiner Säkularisierung bei ihm weilte: "1821 kam P. Eugen hierher (ins Kloster) und wurde aufgenommen. Von da an war kein Friede, keine Ruhe mehr im Konvent, im Kloster. Er galt von Anfang an viel bei Abt Eugen. Als Präfekt muss er viele Neuerungen eingeführt haben. Er habe die Präfektur bei Tag und Nacht beliebig verlassen und bei Tag und Nacht das Haus des Dr. Cattani besucht."<ref>Korr. P. Plaz. Tanner im Sti.- A. unter Sins. Also Eigenwilligkeit! Was P. Plazidus hier anführte dürfte mit dem übereinstimmen, was einige Patres auch in St. Meinrad über ihn berichteten. (cf. oben, Sti.-A. Rot. Par. 1853, 12; ebd. Erklärung vor dem Kapitel am 27. Aug. 1853)</ref>
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Bereits im August aber erlag P. Eugen einer Krankheit, wohl Flecktyphus. Wie es heisst, war er "schon längere Zeit unpässlich geworden, hatte aber bis wenige Tage vor dem Tode noch eifrig in der Seelsorge gewirkt. Er hatte schon im vergangenen Winter Unterleibsbeschwerden gehabt, die sich nun wiedereinstellten. Die ärztliche Hilfe kam zu spät. Am 18. August fand er als erster sein Grab nahe an der neuen Niederlassung." P. Eugen starb am 7. August 1854 im Alter von nur 44 Jahren und wurde wohl bereits am 8. August bestattet. Er war damit das erste Opfer der neuen Einsiedler Kolonie St. Meinrad. Abt Heinrich schrieb nach seinen Tod am 7. September: "Das Schicksal des lb. P. Eugen hat mich und uns zu sehr erschüttert als dass ich sofort Ersatz schicken konnte."<ref>Henggeler: Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: SMGB 65, 1953/54, S. 39 und Heer, Manuskript Professbuch.</ref> Hinter dem all hier gesagten verbirgt sich ein Mönchsleben mit sehr hochgestreckten Zielen und Streben, das neue Wege suchte, aber auch ein sehr eigensinniges, das nicht wenig Unruhe in die Gemeinschaften brachte. Zur Person von P. Eugen soll hier noch eine Bemerkung von P. [[Plazidus Tanner]] beitragen, als dieser noch Pfarrer in [[Sins]] war und P. Beda Iten, wegen seiner Säkularisierung bei ihm weilte: "1821 kam P. Eugen hierher (ins Kloster) und wurde aufgenommen. Von da an war kein Friede, keine Ruhe mehr im Konvent, im Kloster. Er galt von Anfang an viel bei Abt Eugen. Als Präfekt muss er viele Neuerungen eingeführt haben. Er habe die Präfektur bei Tag und Nacht beliebig verlassen und bei Tag und Nacht das Haus des Dr. Cattani besucht."<ref>StiArEbg Sins, Korr. P. [[Plazidus Tanner]]. Was P. Plazidus zur Eigenwilligkeit des P. Eugen hier anführte, dürfte mit dem übereinstimmen, was einige Patres auch in St. Meinrad über ihn berichteten. Vgl. StiArEbg Rot. Par. 1853, 12; ebd. Erklärung vor dem Kapitel am 27. August 1853.</ref>
 
 
(Quellen: P. A. Vogel: „Catalogus biogr.“ S. 271 – 273;  A. Iten: „Tugium Sacrum“ – Die Zuger Geistlichen der Orden..“ Bd. II., 1973, S. 40 Nr. 121 u. Bd. I. Weltgeistl. S. … ; P. B. Fellmann: „Abt Anselm Villiger von Engelberg“ in „Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule“, 1901, S. 7 - 8;  „Abt Leodegar Scherer von Engelberg“ – Erinnerungen – in „Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule“, 1915, S. 8, 9, 10, hrsg. v. P. I. Heß;  ders.: „Geschichte der Klosterschule in Engelberg“ im „51. Jahresbericht ü. d. Gymnasium d. Ben-Stiftes Engelberg 1901/02“, S. 71 – 72; E. Wymann: „Aus der Jugend eines grossen Musikers“ in  „Titlisgrüsse“ 1916, 1 Heft , S. 21 – 22; V. Paulus: „Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg“ in „Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ord.“, Bd. 120, 2009, S.273;  P. Lucas Gruwe: „Gründung und Entwicklung der St. Meinradsabtei in Nordamerika“ in „Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ord.“, Bd. 36, 1915, S. 247 - 275 und  P. R. Henggeler: Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad“ in „Stud. u. Mitt.„ Bd. 65, 1953/54, S. 31ff)
 
  
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== Bibliographie ==
* Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144.
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* Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144, Nr. 612.
* StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.
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* Iten, Albert: Tugium Sacrum – Die Zuger Geistlichen der Orden, Kongregationen und Gesellschaften, Bd. II., 1973, S. 40 Nr. 121.
 
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* StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).
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* Vogel, Adalbert: Catalogus biogr., S. 271–273. A. Iten: Tugium Sacrum – Die Zuger Geistlichen der Orden, Bd. II., 1973, S. 40 Nr. 121 u. Bd. I. Weltgeistl.
  
 
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Aktuelle Version vom 23. April 2022, 02:36 Uhr

Eugen (Franz Xaver) Schwärzmann (* 16. September 1810 in Zug; † 7. August 1854 in St. Meinrad)

Lebensdaten

Profess: 24. Mai 1829

Priesterweihe: 24. Mai 1833

Primiz: 21. April 1833

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1833–1843

Präzeptor: 1834–1838

Lehrer der Fratres: 1843–1847

Novizenmeister: 1843–1847

Kapellmeister: 1843–1847

Lehrer im Kloster Einsiedeln: 1851–1853

Missionar in St. Meinrad (USA): 1853–1854

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Joseph Ludwig Schwärzmann, Kirchenpfleger und Kerzenhändler, und der Maria Barbara Müller.

Lebensbeschreibung[1]

P. Eugen wurde als Sohn des Joseph Ludwig Schwärzmann, Kirchenpfleger und Kerzenhändler, und seiner Frau Maria Barbara Müller, am 16. September 1810 in der Stadt Zug geboren und auf den Namen Franz Xaver getauft. Sein ältester Bruder Josef Joachim Anton wurde Pfarrer in Oberägeri und später in Cham, der andere Bruder wurde Arzt. Seine Schwester Elisabeth wurde als Sr. Benedicta Carolina später Oberin im Kapuzinerkloster Mariä Opferung in Zug. Franz besuchte in Zug das Gymnasium und trat danach mit 18 Jahren in Engelberg ein, wo er am 28. Mai 1828 sein Noviziat begann und am 28. Mai 1829 als Fr. Eugen Profess ablegen konnte. Dann studierte er im Kloster Engelberg Theologie und Philosophie unter Professor P. Markus Wettauer von Einsiedeln.

Schon als Frater war er Subbibliothekar. Die Weihen empfing er alle durch den Nuntius Filippo de Angelis in Luzern: Den Subdiakonat am 23. April 1832, den Diakonat am 25. November und die Priesterweihe am 24. Mai 1833[2] mit Altersdispens. Die Ausübung des Priesteramtes wurde ihm in Form einer in Rom am 11. Dezember 1832 ausgestellten "Dispensatio super defectum aetatis" erteilt. Seine Primiz feierte er am 21. April 1833.[3] Die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge wurde ihm am 24. März 1835 vom Kapitelsvikar von Chur, Johann Georg Bossi die "sede Eiscopali vacate", also die Ausübung des Priesteramtes in der Diözese erteilt.

Gleich nach seiner Priesterweihe begann er von 1833 bis 1844 seine elfjährige Lehrtätigkeit als Professor der Rhetorik in der Engelberger Klosterschule und wurde als Nachfolger von P. Plazidus Tanner auch deren Präzeptor bis 1838. P. Eugen war von ganz hervorragender Tüchtigkeit in den Schulfächern und ein vorzüglicher Lehrer, der seine Schüler für jedes von ihm dozierte Fach begeisterte.

1843 wurde er Novizenmeister sowie Kapellmeister und von 1843 bis 1847 war er Professor der Theologie und lehrte an der Klosterschule, ausnahmsweise auch Philosophie für Kleriker und Schüler zugleich, nachdem P. Markus Mettauer nach Einsiedeln zurückberufen wurde. Der spätere Abt Anselm Villiger, der 1844 mit Fr. Adalbert Vogel die feierlichen Gelübde ablegte, absolvierte unter der tüchtigen Leitung seines Novizenmeisters P. Eugen die nächsten Jahre seine philosophischen und theologischen Studien. P. Eugen hatte einen entscheidenden Einfluss auf Fr. Anselm ausgeübt, wie dieser später bezeugte.[4] P. Eugen war der erste, der das Studium der griechischen Sprache als ein vorzügliches Bildungsmittel betrachtete und sie in den Lehrplan der Schule einführte und förderte. Er war auch der erste, der die Geometrie nicht nur theoretisch lehrte, sondern seine Schüler auch durch praktische Übungen in die Kunst des Feldmessens einführte. Und er war auch der erste, der die Naturwissenschaften neuzeitlich pflegte und ein Herbarium anlegte, das alle Pflanzen des Tales vereinigte. So schreibt der spätere Abt Leodegar Scherer in seinen Erinnerungen über seine Engelberger Schulzeit dazu: "Im geräumigeren Fratres- oder Novizengarten, der sich bis zur unteren und hinteren Gartenmauer und hinauf bis zu der das erste Plateau des oberen oder Herrengartens tragende Stützmauer ausdehnte, und wo noch eine, von P. Eugen Schwärzmann angepflanzte oder besorgte botanische Flora, in sich schloss."[5]

P. Adalbert Vogel, der damals noch mit drei anderen Fratres sein Schüler war, berichtet: "Er war ein sehr strenger Lehrer, mehr gefürchtet als geliebt, aber von grossem Fortschritte beseelt." Die hochgesteckten Ziele und Wege, welche P. Eugen suchte, um das Niveau der Klosterschule zu heben, erinnert in mancher Hinsicht an die Schulbestrebungen von Abt Karl Stadler und P. Berchtold Villiger. Seine freie Zeit benutzte P. Eugen für das Studium, besonders der Mathematik und der neueren Philologie, für die er eine besondere Veranlagung hatte. Neben dem gründlichen Verständnis der lateinischen und griechischen Klassiker pflegte er auch die Lektüre französischer, italienischer und spanischer Werke. Selbst das Hebräische machte er sich zu Eigen und brachte es dabei so weit, dass er das Alte Testament davon ins Lateinische zu übersetzten vermochte. Mit diesem reichen Wissen und Kenntnissen ragte er nicht wenig über das Niveau der übrigen Konventualen hinaus, blieb aber dabei einfach und bescheiden.[6]

Weiter schrieb P. Adalbert Vogel in seinem "Cat. biographicus" dazu: "In ihm fand der Abt (Plazidus Tanner) den geeigneten Mann als Erzieher. Als gleichzeitiger Kapellmeister (ab 1843) war ihm auch an der Verbesserung u. Hebung der gänzlich im Verfall geratenen Kirchenmusik viel gelegen. Selbst ein ausgezeichneter Violinspieler u. Organist gab er sich alle Mühe, seine jungen Fratres in Choral- und Figuralgesang u. in der Instrumentalmusik voranzubilden, was ihm auch teilweise mit guten Erfolg gelang." [7] In seinen Erinnerungen hielt der spätere Abt Leodegar Scherer dazu fest: "Zum Gesanglehrer hatte ich den P. Eugen Schwärzmann, einen tüchtigen Musiker. Weil man nämlich hoffte, in mir einen Sängerknaben erhalten zu können, so hatte man mich um Ostern demselben zur Ausbildung im Gesange übergeben. Da er sich mir gar freundlich erwies, so ging ich auch mit Freuden zu ihm in die Unterrichtsstunde. Leider wurde diesem Unterricht gar bald ein zu jähes Ende gemacht."[8] Ein weiterer Bericht über den Musikunterricht in Engelberg liegt von dem späteren Luzerner Musikdirektor und Komponisten Gustav Arnold (1831–1900) vor. Er war von 1842 bis 1844 Schüler in Engelberg und in einem Brief an seinen Onkel beschreibt er auch den Musikunterricht: "Ich bekomme nun auch Unterricht im Generalbass, in der Partitur und im Choralschlagen; auch kann ich jetzt häufig Orgelspielen. Mein bisheriger Klavierlehrer, Dominicus Lüond, ist aus dem Kloster vertrieben worden, und ich gehe nun zu Pater Eugen (Schwärzmann), der ein sehr guter Organist ist, in die Instruction."[9]

Musikunterricht an der Engelberger Klosterschule galt zur Zeit von P. Eugen als veraltet.[10] Abt Eugen von Büren war zwar ein guter Ökonom und ein leidenschaftlicher Sammler, hatte aber für die Musik wenig übrig. Bei der Orchestermusik beherrschten die meist italienischen Komponisten die liturgischen Messen. P. Eugen verbannte sie aus der Kirche. Er hatte aber Mühe, ein besseres Repertoire zu gründen. Auch liessen sich die Reformen des Regensburgers Kirchenmusikers Dr. Franz Witt mit der sogenannten "Musica sacra" oder "cäcilianischen Musik" mit den damaligen beschränkten Mitteln im Kloster nicht leicht durchführen. Dass sein musikalisches Können auch in der Kongregation bekannt war, beweist ein Brief von Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln an P. Gregor Capeder von Disentis.[11] P. Eugen hätte man in Disentis als Lehrer gerne gehabt wegen seiner Kenntnisse im Choral und Orgelspiel. "Man habe ja in Engelberg noch mehrere Musikanten und Organisten und könne daher ihn für kurze Zeit entbehren", wie Abt Heinrich am 15. Mai 1851, wenige Tage vor der Abtswahl, am 27. Mai, meinte.[12] Nach dem Tod von Abt Eugen hatte bei dieser Abtswahl P. Eugen lange Zeit die gleiche Stimmenzahl wie P. Plazidus Tanner. Als die Wählerzahlen bei beiden immer gleich blieben, habe P. Eugen als der Jüngere seine Wähler ersucht, ihre Stimmen P. Plazidus zu geben, der dann auch beim nächsten Wahlgang als neuer Abt gewählt wurde. Im gleichen Jahr 1851 erbat sich Abt Heinrich Schmid von Einsiedeln P. Eugen als Professor der Theologie für sein Hausstudium. Man kam dem Gesuch entgegen obwohl man ihn als tüchtige Kraft für das eigene Kloster schwerlich entbehren konnte. Aus anderen Quellen geht aber mehr oder weniger deutlich hervor, dass P. Eugen Schwärzmann schon ein gespanntes Verhältnis zu P. Plazidus hatte, als dieser noch Prior war.

Als die Abtei Einsiedeln 1853 den Plan einer Klostergründung in Amerika in Indiana ins Auge fasste, stellte sich P. Eugen für die erste Aussendung sofort zur Verfügung. Er gab aber am 28. August 1853 in der Abtskapelle in Engelberg die feierliche Erklärung ab, dass er Mönch von Engelberg bleiben und sich jederzeit einer möglichen Rückberufung fügen werde. Er hatte schon in Engelberg immer wieder mal davon gesprochen, man solle im "fernen Westen eine Gründung vornehmen".[13] Am 25. September 1853 brach P. Eugen mit P. Hieronymus Bachmann, der zum Subprior ausersehen war, und vier Laien als zweite Expedition nach Amerika auf, wo sie sich am 30. September in Havre auf dem Dampfer "Humboldt" einschifften und nach einer sehr unruhigen Fahrt am 15. Oktober in New York landeten. Am 18. Oktober traten sie die Weiterreise über Cincinnati an und kamen schliesslich am 28. Oktober mittags in Ferdinand an, wo sie die zwei Einsiedler Mitbrüder P. Ulrich und P. Beda, die der ersten Expedition angehörten, schon freudig erwarteten. Letzterer übertrug damals die Seelsorge im nahen Fulda an P. Eugen, während er selbst in Cannelton sich niederliess.

P. Hieronymus besichtigte am 30. Oktober das erworbene Land und war sehr davon angetan. Am 12. November schrieb er seinem Abt, dass er zum drittenmal abwechselnd mit P. Ulrich, P. Beda und P. Eugen und in Begleitung von zwei sachkundigen Männern von hier sich alle Landgüter etc. angesehen haben und sich auch die drei anderen Patres für den Kauf des ganzen Güterkomplexes ausgesprochen haben.[14] Die Patres Hieronymus, Ulrich und Eugen wohnten derweil in Ferdinand, von wo aus sie die Gegend vorläufig nach den Weisungen des in Jasper residierenden Generalvikars Kundek pastorierten. Während P. Ulrich als Seelsorger in Ferdinand blieb, nahmen P. Hieronymus und P. Eugen am 13. März 1854 von dem Land, das P. Ulrich käuflich von einem deutschen Farmer, Herrn H. Denning, erworben hatte, förmlich Besitz. Am 21. März 1854 konnte zur Errichtung des Klosters geschritten werden. An diesem Tag, dem Hochfest des hl. Benedikt, kam Generalvikar Kundek von Jasper und segnete das kleine als Kloster dienende Blockhaus mit einem Meinradsglöcklein ein. Dann zelebrierte er ein nach den Umständen feierliches Hochamt unter freien Himmel und hielt an die zahlreich herzugeströmten Leute eine Predigt. Von diesem Tag an trug der Platz den Namen des hl. Meinrad und dieser Tag gilt als eigentlicher Gründungstag.

P. Hieronymus und P. Eugen waren die ersten Mitglieder des jungen Klösterleins. Ersteren hatte Abt Heinrich zum Prior der neuen Kolonie ernannt und P. Eugen betreute die Katholiken in Fulda und dessen Umgebung. Die beiden Missionare hatten auch die Aufgabe des Jugendunterrichtes übernommen und machten sich nun daran, in dieser Hinsicht wirken zu können. Schon am 17. April 1854 konnten sie zwei Schüler, Söhne von Richtern, aufnehmen, deren Unterricht P. Eugen übernahm.[15] Am folgenden 23. April legte man den Grundstein zu einem neuen Klostergebäude.

Aber schon bald scheinen erste Unstimmigkeiten zwischen den beiden Patres aufgekommen zu sein. P. Eugen hatte am 29. Juni Abt Heinrich geschrieben, dass nach seinem Dafürhalten der Abt unbedingt persönlich herkommen sollte: "Der gute Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen und die übrigen Patres können nicht leicht etwas anderes thun, als einfach sich der Mission zu widmen. Sollte der Abt nicht selber kommen können, so möchte er doch einen tüchtigen Mann senden, noch stehe es nicht schlimm, noch liessen sich die Dinge leicht wieder gutmachen." Am 30. Juli, also acht Tage vor seinem Tod, schrieb P. Eugen erneut an Abt Heinrich. Er schilderte, wie sie auf ihren Posten draussen wirken müssen und im Kloster oft nur der Prior sei oder gar niemand. Und er wiederholt: "Wie ich schon früher einmal geschrieben, der Prior ist seiner Aufgabe bei weitem nicht gewachsen, physische, moralische und intellektuelle Kraft mangeln ihm zwar nicht, aber ihre Potenz steht weit unter den Anforderungen einer derartigen Aufgabe." Auch auch P. Beda, einer der Mitbrüder von P. Eugen, bat den Abt am 12. Juli, ob es ihm nicht möglich wäre, zu kommen. "Ich kann Ew. Gnaden meine Überzeugung nicht laut genug aussprechen, dass es nicht gehen wird, bis Sie selber kommen werden, um alles auszugleichen und in die gehörige Ordnung zu bringen." Er klagte freilich mehr über P. Eugen: "P. Eugen verfolge seine eigenen Ziele, während er wieder mehr entschuldigt wurde." Doch in einem Brief vom 14. September entlastet er P. Eugen weitgehend zu Ungunsten von P. Prior dem er allzufreies Sichgehenlassen vor Laien vorwirft.[16]

Bereits im August aber erlag P. Eugen einer Krankheit, wohl Flecktyphus. Wie es heisst, war er "schon längere Zeit unpässlich geworden, hatte aber bis wenige Tage vor dem Tode noch eifrig in der Seelsorge gewirkt. Er hatte schon im vergangenen Winter Unterleibsbeschwerden gehabt, die sich nun wiedereinstellten. Die ärztliche Hilfe kam zu spät. Am 18. August fand er als erster sein Grab nahe an der neuen Niederlassung." P. Eugen starb am 7. August 1854 im Alter von nur 44 Jahren und wurde wohl bereits am 8. August bestattet. Er war damit das erste Opfer der neuen Einsiedler Kolonie St. Meinrad. Abt Heinrich schrieb nach seinen Tod am 7. September: "Das Schicksal des lb. P. Eugen hat mich und uns zu sehr erschüttert als dass ich sofort Ersatz schicken konnte."[17] Hinter dem all hier gesagten verbirgt sich ein Mönchsleben mit sehr hochgestreckten Zielen und Streben, das neue Wege suchte, aber auch ein sehr eigensinniges, das nicht wenig Unruhe in die Gemeinschaften brachte. Zur Person von P. Eugen soll hier noch eine Bemerkung von P. Plazidus Tanner beitragen, als dieser noch Pfarrer in Sins war und P. Beda Iten, wegen seiner Säkularisierung bei ihm weilte: "1821 kam P. Eugen hierher (ins Kloster) und wurde aufgenommen. Von da an war kein Friede, keine Ruhe mehr im Konvent, im Kloster. Er galt von Anfang an viel bei Abt Eugen. Als Präfekt muss er viele Neuerungen eingeführt haben. Er habe die Präfektur bei Tag und Nacht beliebig verlassen und bei Tag und Nacht das Haus des Dr. Cattani besucht."[18]

Professnummer

  • Nr. 612

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
  2. Alb. Engelb. Nr. 612.
  3. StiArEbg cod. 379, Rotuli parrochiales Bd. 20, S. 12.
  4. Fellmann, Abt Anselm Villiger von Engelberg, in: Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule, 1901, S. 7-8.
  5. Hess, Abt Leodegar Scherer von Engelberg – Erinnerungen, in: Gedenkblätter für die Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915, S. 8.
  6. Fellmann, Abt Anselm Villiger von Engelberg, in: Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule, 1901, S. 7–8.
  7. Vogel, Cat. biogr., S. 271 und bei Paulus, Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg, in: SMGB, 2009, S. 273.
  8. Hess, Abt Leodegar Scherer von Engelberg – Erinnerungen, in: Gedenkblätter für die Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915 S. 9.
  9. Wymann, Aus der Jugend eines grossen Musikers, in: Titlisgrüsse 1916, 1 Heft, S. 21–22.
  10. Paulus, Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg, in: SMGB 120, 2009, S. 273.
  11. Dort versuchte man eine Klosterreform einzuleiten mit dem Wunsch, wieder eine eigene Schule einzurichten.
  12. ZSK 61, 1967, 51ff.
  13. Erst Jahre später unter Abt Anselm Villiger sollten diese Pläne reif werden und zur Ausführung kommen.
  14. Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: Stud. u. Mitt. z. Gesch. d. Ben.-Ord. 65, 1953/54, S. 32.
  15. Gruwe, Gründung und Entwicklung der St. Meinradsabtei in Nordamerika, in: SMGB 36, 1915, S. 274 und Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, S. 37.
  16. Henggeler, Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: SMGB 65, 1953/54, S. 38.
  17. Henggeler: Zur Gründungsgeschichte der Abtei St. Meinrad, in: SMGB 65, 1953/54, S. 39 und Heer, Manuskript Professbuch.
  18. StiArEbg Sins, Korr. P. Plazidus Tanner. Was P. Plazidus zur Eigenwilligkeit des P. Eugen hier anführte, dürfte mit dem übereinstimmen, was einige Patres auch in St. Meinrad über ihn berichteten. Vgl. StiArEbg Rot. Par. 1853, 12; ebd. Erklärung vor dem Kapitel am 27. August 1853.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 144, Nr. 612.
  • Iten, Albert: Tugium Sacrum – Die Zuger Geistlichen der Orden, Kongregationen und Gesellschaften, Bd. II., 1973, S. 40 Nr. 121.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).
  • Vogel, Adalbert: Catalogus biogr., S. 271–273. A. Iten: Tugium Sacrum – Die Zuger Geistlichen der Orden, Bd. II., 1973, S. 40 Nr. 121 u. Bd. I. Weltgeistl.