Eugen Riser

Aus Kloster-Engelberg
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Eugen (Beat) Riser (* 13. Juli 1709 in Luzern; † 8. Mai 1785 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 28. Juli 1726

Priesterweihe: 19. September 1733

Primiz: 25. Oktober 1733

Ämter

Kustos: 1735–17?, 1769–17?

Zeremoniar: 1735–17?

Direktorist: 1735–17?

Lehrer an der Stiftsschule: 1736–17?

Präzeptor der Stiftsschule: 1741, 1750, 1757

Küchenmeister: 1743–17?

Grosskellner: 1743–17?

Bibliothekar: 1748–17?

Brüderinstruktor: 1749–17?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Beat Wil­helm Stalder, Kanonimus und Kustos in Luzern, und M. Katharina von Fleckenstein.

Paten: Beat Wil­helm Stalder, Kanonimus und Kustos in Luzern, und M. Katharina von Fleckenstein

Firmpate: Abt Joachim Albini

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Riser stammt aus der Stadt Luzern. Doch scheint der Vater nicht dem Rat angehört zu haben. Wahrscheinlich ist er früh verstorben. Denn sein Bruder, Dr. Johann Riser, Kommissar und Kanonikus in Luzern, war ein vermöglicher Herr und kam für die ganzen Studienkosten des Neffen auf. Er war vorher Pfarrer und Dekan in Ettiswil. Der junge Riser wurde am 13. Juli 1709 als Sohn des Beat Josef Riser und der Katharina Loher geboren und in der Hofkirche zu Luzern auf den Namen Beat Anton getauft. Paten waren Beat Wil­helm Stalder, Kanonimus und Kustos in Luzern, und M. Katharina von Fleckenstein. Der Taufschein ist unterschrieben von Christian Leonz Andermatt, Pfarrhelfer, und trägt das Datum vom 7. August 1719. Am 19. Juli 1722 spendete ihm Nuntius Passionei die Firmung in der Klosterkirche zu Engelberg anlässlich der allgemeinen Firmung, wobei Abt Joachim Albini Patenstelle versah. Am 19. August 1722 zahlte Kommissar Riser, wohl nach dem Tod des Vaters, als Tischgeld 65 gld, ebenso am 9. September 1723 Tischgeld, Wäscher-, Schuhmacher- und Näherlohn im Betrag von 68 gld. Am 3. Oktober 1723 ist eine Zahlung an P. Karl Breni im Betrag von 18 gld für den Wein vermerkt, am 5. Oktober 1725 eine Zahlung von 52 gld. bei Eintritt ins Noviziat.[2]

P. Eugen legte am 28. Juli 1726 die Profess ab. Die Studien scheint er in Engelberg absolviert zu haben, die Theologie zum grösseren Teil mit anderen Fratres unter P. Emanuel Crivelli in Muri. Den Subdiakonat erhielt er durch Bischof Josef Benedikt Rost in Chur in dessen Hofkapelle am 10. März 1731. Den Diakonat spendete ihm Nuntius Giovanni Battista Barni am 13. Januar 1732 in seiner Hauskapelle, den Presbyterat derselbe Nuntius am 19. September 1733. Vom Bischof von Konstanz erhielt er die Erlaubnis zur Seelsorge, auch für Frauen, und zum Unterricht der Theologie. Zum Empfang der Priesterweihe wurde er von P. Subprior Maurus Thomsin von Muri begleitet, da auch Fr. Lanfrank Dreutel von Muri Diakon wurde.[3]

Die Primiz feierte er in Engelberg am 25. Oktober 1733. Es war die erste Primiz in Engelberg seit 1725. Fr. Eugen war vor 1729 zweiter Muttergotteskustos, Akolyt und zweiter Zeremoniar.[4] Bei der Primiz war sein grosser Wohltäter, Kanonikus und Kommissar Riser, verdientermassen sein geistlicher Vater. Dabei assistierten auch P. Mansuetus Acklin, O. Cist. von St. Urban und zwei seiner Vettern. Ehrenprediger war Johann Michael Imfeld, ein guter Freund des Klosters, vielleicht auch ehemaliger Schüler, der 43 Jahre Kaplan in Melchtal war.[5] Der Onkel Kommissar zeigte sich als geistlicher Vater sehr gross­zügig. Er wollte dem Neffen zum Klostereintritt seinen Hof am See mit dazugehörender Alpung als Aussteuer verehren. Der Rat von Luzern konnte indes solche Vergabungen "in manus mortuas", d.h. in die Tote Hand, nicht gestatten, da sie gegen "Staatsrecht und obrigkeitliches Ansehen" verstossen. Dafür sollte ihm ein Mittler als Vogt gegeben werden. Zu dieser Lösung kam es jedoch, wie es scheint, nicht.[6]

Am 27. November 1734 beschloss das Kapitel, dem Herrn Kommissar Riser, Onkel des P. Eugen, gewissermassen als Neujahrsgabe die Konfraternität zu gewähren, mit feierlichem Requiem nach seinem Tod und Zelebration einer heiligen Messe durch jeden Pater, da er ein grosser Wohltäter des Klosters war und sich oft und inständig in Gebet und Opfer des Konventes empfohlen hatte.[7] Ähnlich wie Kommissar Riser machte sich auch seine Haushälterin, eine gutherzige Person, dem Klostergegenüber zur Wohltäterin. Sie spendete am 23. August 1742 50 gld für den neuen Tabernakel der Kirche. Eine andere Haushälterin des verstorbenen Chorherrn, M. Katharina Braun, spendet für den Tabernakel ebenso 50 gld und soll in das Gebet eingeschlossen werden. Der Chorherr selber, der ständig mit dem Kloster in geschäftlichen Beziehungen stand, löste am 6. Mai 1732 eine Gült von 800 gld ab und schickte noch mehrere Zinsen von andern Gülten ins Kloster, zusammen 945 gld.[8]

P. Eugen selber wurde am 22. November 1735 Kustos, Zeremoniar und Rubrizist.[9] Am 7. November 1736 wurde er zum Lehrer an der Stiftsschule ernannt,[10] am 15. April 1741 erscheint er als Präzeptor der Klosterschule.[11] Als Kustos besorgte er 1734 die Vorarbeiten für das geplante Kalendarium Proprium.[12] Am 31. Mai 1743 wurde er Küchenmeister[13], am 15. Juli Grosskellner[14] am 20. November 1748 Bibliothekar.[15] Am 12. November 1749 wurde er dazu noch Brüderinstruktor.[16] Auf das neue Schuljahr 1750 wurde er zum zweiten Mal Leiter der Klosterschule[17] und am 15. Oktober 1757 ein drittes Mal Präzeptor.[18] Am 26. November 1769 war er erneut Kustos.[19]

Im Herbst 1774 war er Senior des Konventes und wünschte Befreiung von der Pflicht, die messen zu lesen.[20] Zu seiner Sekundiz 1783 erschien ein Heftchen der Gebrüder Salzmann in Luzern.[21] Das goldene Priesterjubiläum wurde zusammen mit dem des Abtes Leodegar Salzmann gefeiert, das im folgenden Jahr 1744 fällig war.[22] Doch die Tage des P. Seniors waren gezählt. Am 8. Mai 1785, morgens fünf Uhr, starb er. Die Acta Capituli sagen von ihm: "Er war sehr fromm, eifrig im Chor und bei den religiösen Übungen, auch als die Gicht es ihm erschwerte. Er war ein grosser Verehrer der Muttergottes. Die letzten zwei Jahre lebte er fast nur in der Zelle im Gebet und der Pflege des Seelenheiles. Der Bruder, der ihn Pflegte, fand ihn am Morgen tot im Bett."[23]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg Rechnungsbuch 1717, 3. Oktober 1723.
  3. StiAMG Rechnungsbuch des Abtes Gerold Haimb von Muri, VII, 428.
  4. Straumeyer, Consuetudines, StiArEbg cod. 202, S. 118.
  5. Küchler, Chronik von Kerns, S. 40.
  6. Odermatt, Collectanea Bd. 2, StiArEbg cod. 211, S. 440 zum 24. Juli 1726.
  7. StiArEbg Acta Cap. I, S. 290.
  8. StiArEbg cod. 33, S. 549.
  9. StiArEbg Acta Cap. I, S. 318.
  10. Ibidem, S. 349.
  11. StiArEbg Acta Cap. III, S. 76.
  12. StiArEbg Acta Cap. I, S. 280.
  13. StiArEbg Acta Cap. III, S. 60.
  14. Ibidem, S. 61.
  15. Ibidem, S. 113.
  16. Ibidem, S. 210.
  17. Ibidem, S. 247.
  18. StiArEbg Acta Cap. IV, S. 45.
  19. Ibidem, S. 198.
  20. StiArEbg Acta Cap. IV, S. 338.
  21. Grossmann, Dissertation, Neuenburg, Luzern 1943, S. 3 f und 65 f.
  22. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 355 f.
  23. StiArEbg Acta Cap. IV, S. 437.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 127.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.