Emmeten

Aus Kloster-Engelberg
Version vom 3. April 2022, 13:10 Uhr von A.Sandmeier (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Wie Beckenried gehörte auch das Bergdorf Emmetten lange Jahrhunderte zur Pfarrei Buochs und somit unter das Patronat von Abt und Kapitel von Engelberg. Hier oben bestand seit dem späteren 14. Jahrhundert ein Heiligtum des Apostels Jakobus des Älteren. Es wird zwischen den Jahren 1367 und 1370 erstmals genannt. Die Stiftung einer eigenen Kaplaneipfründe erfolgte aber erst am 17. November 1454 mit ähnlichen Begründungen wie für Beckenried, nur dass die hier auf dem Berg droben einleuchtender wirken: Weiter Kirchweg in das entfernte Buochs, schlimme Wildbäche im Frühling und sehr oft harte Winter. So ging Abt Johannes Kummer von Engelberg in jenem Jahr 1454 als Kollator der Kirche von Buochs auf das Gesuch der Leute von Emmetten zur Errichtung einer "ewigen Mäss" zu St. Jakob ein, unterstützt von Leutpriester Bartolomäus Rysch und der Kirchgenossen von Buochs ein. Die Stiftung fand schon im folgenden Jahr am 6. August 1555 die Bestätigung des Konstanzer Bischof Heinrich von Oewen. Über die Ablösung Emmettens von der Mutterkirche Buochs fehlen genauere Daten. Der Nidwaldner Historiker Robert Durrer glaubte, es sei vielleicht gar keine formelle Ablösung erfolgt. Auf jeden Fall besass St. Jakob auf dem Berg schon seit der Mitte des 15. Jahrhunderts weitgehend praktische Selbständigkeit. Neben einzelnen Ablassverleihungen wurde am 16. November 1482 rekonziiert, was auf grössere Umhauten schliessen lässt. So wurde eine neue Kirchweihe nötig. Über diese Bauten sind noch aufschlussreiche Notizen des damaligen Leutpriesters mit einem kurzen Rodel der Wohltäter des erneuerten Gottehauses vorhanden. Am 14. Oktober 1620 weihte der Generalvikar des Bischofs Hugo Hohenlandenberg von Konstanz drei neue Altäre. Das heftige Erdbeben von 1601, das in der ganzen Innerschweiz grosse Schäden angerichtet hatte, machte auch für Emmetten einen Neubau nötig, der sich jahrelang verzögerte, sodass erst am 26. Mai 1616 der Weihbischof der Diözese, Johann Jakob Mirgel, die Weihe vornehmen konnte. Im Laufe der Jahre wurden aber noch mehrfach Renovationen erforderlich. Die Kirche selber hat sich seit 1615 bis heute erha1ten. Engelberger Konventualen als Seelsorger in Emmetten lassen sich nicht nachweisen.

Literatur über Emmetten: Durrer, Robert, KDM, S. 88 ff. Odermatt, Remigi, in: Beiträge zur Geschichte I (1667) ff. Bünti Chronik unter dem Titel "Miscellanea historica de Subsilvanea" in StiArEbg cod. 302, S. 138.