Benedikt Gottwald: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 3. März 2022, 15:02 Uhr

P. Benedikt Gottwald.
P. Benedikt Gottwald.

Benedikt (Ludwig Ernst) Gottwald (* 21. Januar 1845 in Offenburg; † 22. Februar 1908 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 29. September 1866

Priesterweihe: 3. Mai 1869

Primiz: 24. Mai 1869

Ämter

Lehrer in der Stiftsschule: 1870–1877

Bibliothekar: 1875–1894, 1899–1900

Lehrer der Fratres: 1877–1887

Zeremoniar: 1879–1880

Novizenmeister: 1882–1886

Fratresinstruktor: 1882–1886

Prior in Mount-Angel: 1894–1899

Spiritual im Kloster St. Katharina Wil: 1900–1908

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Alexander Gottwald, Apotheker und Ökonom, und der Maria Stolz.

Paten: Ludwig Stolz und Creszentia Gottwald.

Lebensbeschreibung[1]

P. Benedikt stammte aus der Stadt Offenburg im früheren Grossherzogtum Baden im Schwarzwald. Dort wurde er als Sohn des Apothekers und Ökonoms Alexander Gottwald und der Maria Stolz von Bühl, am 20. Januar 1845 abends um 8 Uhr geboren. Am 21. Januar wurde er morgens im Haus auf den Namen Ludwig Werner getauft.[2] Paten waren Ludwig Stolz, Apotheker und Creszentia Gottwald, geb. Walter, Witwe des verstorbenen Oberbürgermeisters Gottwald von Offenburg. [3] Er war ein Grossneffe von Alban Stolz (über die Mutter) und auch mit Viktor von Scheffel verwandt.[4] Sein Vater starb schon 1851 und seine Mutter 1858, als er 13 Jahre alt war. Ludwig hatte mehrere Geschwister, unter ihnen Sr. Fidelis, die in Offenburg bei den Augustinerinnen Profess ablegte. Nach dem frühen Tod seiner Eltern hatte sich sein Grossonkel, der katholische Theologe, Volksschriftsteller und Erziehungswissenschaftler Alban Stolz den Verwaisten angenommen und er wurde von dessen Schwester Sophie Stolz aufgezogen. Gefirmt wurde er am 21. September 1862 durch den Mainzer Bischof Emmanuel von Ketteler in der Pfarrkirche Offenburg.

Von Ludwig Gottwald bezeugt der Offenburger Stadtpfarrer, dass er nach dem Besuch der Volksschule in Offenburg für ein Jahr auf einem Erziehungsinstitut in Frankreich war. Erste Gymnasialstudien machte er in Freiburg i. Br, dann auf dem Gymnasium in Engelberg. Stolz hatte eine grosse Vorliebe für das entlegene, stille Tal. Ein Freund und Mitschüler, Ludwig Omlin, der nach seinem Tod im Obwaldner Volksfreund am 29. Februar 1908 den Nachruf schrieb, erinnerte sich: "Es ist uns ebenfalls noch in guter Erinnerung, wie Alban Stolz mit seinem Grossneffen Ludwig Gottwald nach Engelberg gekommen, es war in der Fastnacht 1858; wir Studenten hielten eben unsern sog. grossen 'Kegelschieben'. Dem jungen Badenser hat das winterliche Landschaftsbild von Engelberg zuerst nicht recht gefallen wollen und der Präfekt musste ihn fern vom Ofen weg mitten unter uns in den Hof hinausjagen. Er war ein geweckter, sehr lebhafter Knabe, mit seinen Manieren, voll Talent, den alle liebgewannen. Obwohl erst 13 Jahre alt, trat er in unsere Lateinklasse. P. Frowin Conrad, nunmehriger Abt von Conception in Amerika, war unser Lehrer und stieg mit uns bis in die zweite Rhetorik; man hatte damals in Engelberg noch das alte für die Erziehung vorteilhafte Klassensystem."

Danach wollte Gottwald gleich in das Kloster eintreten. Stolz aber fand, dass er dafür noch zu jung sei und schickte ihn zunächst für einen Winter zur Ausbildung in den Handelsfächern und zur Ausbildung der französischen Sprache in ein Handelshaus nach Luneville in Lothringen. Dort winkte ihm auch eine gute Verbindung mit der Tochter des Hauses. Sein Ziel war indes auf ein Klosterleben gerichtet. Auf Wunsch von Alban Stolz besuchte er aber das Polytechnikum in Karlsruhe wo er sich als Spezialfach in vier Semestern der Forstwissenschaft widmete.

Im Herbst 1864 kam er in seinen Ferien wieder als Kurgast wieder nach Engelberg und weilte im klostereigenen Hotel Engel. Er galt als lebenstüchtiger Mann, für den sich unter den Gästen auch viele Damen interessierten. Doch Ludwig Gottwald hatte sich unter der geistlichen Leitung seines alten Lehrers P. Frowin bereits an Abt Plazidus Tanner um Aufnahme in das Kloster gewandt. Der strenge Abt hatte anfänglich Bedenken, ob der weltgewandte Kandidat den Opfern des Klosters gewachsen sei. Gottwald erklärte aber: "Ich war auf allen Bällen, in allen Theatern und fröhlichen Gesellschaften. Aber das alles hat mich nicht angezogen und befriedigt. Ich suche mein Lebensglück im Kloster und dort alle Opfer bringen zu können die es kostet." 1864 (1865 lt. Sigrist) trat er ins Noviziat ein und konnte am St. Michaelstag am 29. September 1865[5] die einfache Profess ablegen und drei Jahre später 1868 die feierliche, bei der sein Grossonkel Alban Stolz die gemütvolle Festpredigt hielt.

Philosophie und Theologie studierte er an der hauseigenen Klosterschule und 1870 für ein Jahr auch an der Universität in Salzburg. 1866 hatte sein Bruder Josef Gottwald 2000 Franken als Aussteuer für ihn bezahlt. Weiter schenkte er ihm eine Bettausstattung und eine ganze Zimmerausstattung - das sogenannte "gotische Zimmer" im Gastflügel.[6] Dazu liess er für seinen Bruder zur Priesterweihe ein Messgewand, einen Chormantel zu einem neuen Ornat, und dazu Alben, Antepedium und Chorröcklein bei den Schwestern in Maria-Rickenbach herstellen.[7] Gewiss war dies ein Zeichen des Wohlstands der Familie Gottwald.

Den Subdiakonat und den Diakonat erteilte ihm der St. Galler Bischof Karl Johann Greith in seiner Hauskapelle am 2. Mai, und am 3. Mai 1869 erhielt er durch ihn die Priesterweihe mit Übergehung der Interstitien. Seine Primiz feierte er am 24. Mai 1869. Als geistlicher Vater war der Weihbischof von Freiburg, Lothar von Kübel ausersehen, der aber verhindert war persönlich an der Feier teilzunehmen, ebenso, wie sein Großonkel Alban Stolz. Die Primizpredigt hielt deshalb P. Frowin Conrad. 1870 vollendete er seine theologischen Studien in Salzburg und machte dann noch eine Reise nach Wien, um dort die Kunstschätze der Kaiserzeit zu bewundern.[8] Die Erlaubnis zur Ausübung zur Seelsorge im Bistum erteilte ihm Nikolaus Franz Florentini in seinem Bistum am 27. Juni 1871. Im Herbst 1872 und im Sommer 1873 weilte p. Benedikt in Evian um sich im Französischen weiterzubilden. Von 1870 bis 1877 war er Lehrer an der Klosterschule. Bei seiner Vorbildung wurde ihm der Unterricht in der 2. Syntax mit Französisch übertragen. Parallel zur Lehrtätigkeit wurde er 1874 auch Bibliothekar, ein Amt, das er bis 1894 ausübte. Von 1879 bis 1880 war er Zeremoniar, für den er bei seiner stattlichen Erscheinung wie geschaffen schien. Von 1882 bis 1885/86 war er Novizenmeister und Instruktor der Fratresinstruktor. 1877 bis 1887 war er Professor der Theologie in Engelberg. Zahlreich waren zudem seine seelsorglichen Aushilfen die er an verschiedenen Orten leistete.[9] Am 4. April 1893 vertrat P. Benedikt Abt Anselm Villiger und das Kloster Engelberg bei der Grundsteinlegung des Klosters Sant Anselmo in Rom und besuchte anschliessend mit Abt Frowin Conrad noch das Mutterkloster Monte Cassino.[10]

P. Benedikt besass auch eine reiche Sammlung alter Seidenstoffe, Stickereien und Gemälde. Seine große Liebe und Leidenschaft aber gehörte der Stiftsbibliothek, für die er viele Zuwendungen erfuhr und die er 19 Jahre hindurch, von 1875 bis 1894 betreute. "Nichts entging da seiner Sorge, das kleinste, winzigste Büchlein sowenig, wie das große monumentale Werk."[11] Karl Bartsch, der im August 1877/78 bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Engelberg die Klosterbibliothek durchforschte hinsichtlich Alt- und Mittelhochdeutscher Schriften, schreibt darüber in seiner Abhandlung über "Bruchstücke Mittelhochdeutscher Gedichte" u. a.: "P. Benedikt, der freundliche Bibliothekar, theilte mir mit, dass er sämmtliche Pergamentdeckel von den Büchereinbänden abgelöst habe, und wies mir als einen auf diese Weise gemachten Fund zwei Pergamentblätter in Octav, auf welchem mittelhochdeutsche Verse standen. Beide nur auf einer Seite beschrieben, waren mit der Schrift aufgeklebt gewesen, auf demselben Bücherdeckel; beide sind von einer Hand des 14. Jahrhunders geschrieben."[12]

1879 erwarb das Kloster durch Vermittlung seines Grossonkels Alban Stolz gegen hundert Wiegendrucke aus einem Antiquariat seiner Heimatstaft Offenburg. Diese Bände hatten vorher in der Bibliothek eines Franziskanerklosters (Offenburg) gestanden, das 1816 aufgehoben wurde. 1880 erwarb er die Offenburger Humanistenbibliothek der Pfarrkirche für die Engelberger Stiftsbibliothek. Durch ihn kam auch das "Offenburger Graduale" nach Engelberg. Ob dieser auch aus der Offenburger Humanistenbibliothek oder aus dem Familienbesitz der Gottwald stammt, ist noch nicht geklärt.[13] Durch viele weitere Erwerbungen konnte er die Bibliothek um ein volles Drittel bereichern, für die er auch entsprechende Räumlichkeiten schuf. Dazu legte er einen Zettelkatalog von ca. 300 000 Nummern an, eine erstaunliche Leistung. Nach Ludwig Hains "Repertorium bibliographicum"[14] machte P. Benedikt noch andere Drucke des 15. Jahrhunderts unter den Engelberger Bibliotheksbeständen ausfindig.[15] Auch aus dem Frauenkloster Sarnen kamen 1887, neben wertvollen Handschriften auch einige Inkunabeln nach Engelberg. Mit P. Gregor Jakober machte er sich daran, die alten und die neuerworbenen Drucke zu katalogisieren. Während aber der Handschriftenkatalog 1891 im Druck erschien, blieb es für die Inkunabeln bei einem Zettelkatalog, an dem P. Gregor bis 1911 arbeitete.[16]

1894 kam unerwartet eine völlig neue und sehr schwere Aufgabe auf ihn zu. Abt Anselm beschloss, ihn als Prior nach Amerika in das von Engelberg aus neu gegründete Kloster Mount-Angel in Oregon zu senden. Der Gründer und Prior P. Adelhelm Odermatt war gewiß ein seeleneifriger Pionier aber kein glücklicher Organisator und Oberer. Gestützt auf ein übereifriges Gottvertrauen häufte er Schulden auf Schulden und gefährdete damit seine eigene Gründung. P. Benedikt sollte die gestörte Ordnung und die wirtschaftlichen finanziellen Probleme wieder ins rechte Lot bringen.

(Der folgende Bericht stammt aus den Buch von Joel Rippinger: „Struggle and Ascent – The History of Mount Angel Abbey“, 2020, S. 30 – 38) den P. Thomas Blättler für diese biographische Abhandlung mir ins Deutsche übersetzte.)

„Im Mai 1894 ernannte also Abt Anselm seinen Mitbruder P. Benedikt Gottwald zum neuen Oberen von Mount Angel. P. Benedikt galt als Vorzeigemönch in Engelberg. Er zeichnete sich im Kloster aus als Bibliothekar, Novizenmeister und als jemand mit einem Gespür für administrative Aufgaben. All das und noch mehr würde er nun brauchen, als er in den ersten Augusttagen 1894 in Oregon ankam. Er sah sich einer Gemeinschaft gegenüber, die nicht durch klösterliche Lebensweise hervortrat, eine Situation, die durch die Erschütterung des Klosterbrandes noch verschlimmert wurde. Dieses Urteil wird bekräftigt, wenn P. Benedikt kurz nach seiner Ankunft im August 1894 schreibt: "Ich brauchte nur zwei Tage um herauszufinden, in welch traurigem Zustand sich die Klostergemeinschaft befindet … Die ganze Lage (die klösterliche Disziplin) ist nicht nur im materiellen, sondern noch vielmehr im spirituellen Sinne sehr verfahren. Es herrscht keine Ordnung, kein Stillschweigen, keine Einheit … völliges Chaos." Es war ein grimmiges Erst-Urteil, das sich auch nicht bald ändern sollte. Was diesen traurigen Zustand klösterlicher Observanz noch verschlimmerte, war, daß P. Benedikt eine Spaltung antraf zwischen einer Gruppe, die darauf beharrte, die Traditionen des Schweizer Klosters beizubehalten, und einer Gruppe, die sich den amerikanischen Gewohnheiten vor Ort anpassen wollte. Es war auch nicht sehr hilfreich, daß P. Benedikt bei seiner Ankunft keine Übung im Englischreden hatte. Er machte auch während seiner fünf-jährigen Amtszeit als Oberer wenig Fortschritt im Umgang mit der englischen Sprache. Ein Anzeichen dafür sind die Protokolle der Kapitelsversammlungen. Bis zur Ankunft von P. Benedikt wurden sie in Englisch abgefaßt. Während seiner Zeit als Oberer sind sie in Deutsch geschrieben. Erst nach seiner Abreise sind die Protokolle wieder englisch. Es gab auch eine Auseinandersetzung in der Gemeinschaft bezüglich der Frage, ob der Klosterneubau am Fuß des Hügels oder auf dem Hügel errichte werden solle. Diese Diskussion hatte die Gemeinschaft in den Jahren nach der Feuersbrunst in zwei entgegengesetzte Parteien gespalten, und eine Zeitlang schien es, daß jene, die das Kloster und die Schule am Fuß des Hügels haben wollten, die Oberhand gewinnen würden. Aber P. Adelhelm (Odermatt) setzte sich aktiv für einen Klosterbau oben auf dem Hügel ein, weil er sagte, das sei der beste Weg, um das Kloster zu einem Wallfahrtsort zu machen und um sicher zu stellen, daß eine richtige monastische Disziplin wieder Fuß fassen könne. P. Benedikt wurde schließlich auch auf P. Adelhelms Seite gewonnen. Es könnte ebenfalls geholfen haben, daß Abt Anselm in Engelberg sich auch für den Bau auf dem Hügel aussprach. Die fünf Jahre als Prior wurden für P. Benedikt durchgehend zur großen Prüfung. Seine eigenen Worte, die er kurz nach dem ersten Jahr als Prior an seinen engen Freund Abt Frowin Conrad (Abt von Conception) schrieb, vermitteln, wie erdrückend er die Bürde empfand: „Persönlich muss ich jeden Tag mit der Versuchung kämpfen, einfach aufzustehen und wegzulaufen. Der hochwürdigste Abt (von Engelberg) schreibt immer wieder: „Geduld, Geduld“. Aber der Kampf gegen diese Umstände erfordert kühnen Wahnsinn, nicht Geduld.“ Der Brief an (Abt Frowin) Conrad war einer von über hundert, die er seinem Freund schickte, und die einen aufschlußreichen Fundus des persönlichen Meinungsaustausches darstellen zwischen den zwei klösterlichen Mitbrüdern. Die meisten dieser Briefe von P. Benedikt kann man als ungehalten im Ton und tadelnd in der Absicht bezeichnen. Im Gegensatz dazu sind Abt Frowins Briefe voll sanftem und freimütigem Ratschlag, um P. Benedikt möglichst gut zu motivieren, „das Schiff ins Gleichgewicht zu bringen“ und ihm zu helfen, die spirituelle und ökonomische Gesundheit von Mount Angel herzustellen. Die Briefe des Abtes von Conception widerspiegeln sowohl das Einfühlungsvermögen gegenüber P. Benedikt als auch daß er wußte, was P. Benedikt durchmachte bei dieser Art von Herausforderung: „Ich habe ein tiefes Mitgefühl für deine Situation. Wenn ich vorausgesehen hätte, wie sich die Dinge entwickeln, dann hätte ich nie Abt Anselm bitten können, dich dorthin zu schicken. Und doch muss ich jetzt, mehr denn je, deine Ernennung als Werk der Vorsehung ansehen, weil ich der Absicht bin, du seist der einzige, durch den das Kloster Hilfe erwarten darf, wenn ihm überhaupt noch geholfen werden kann. Denn wer könnte die Leute zusammenbringen, wenn nicht du … Ich bete dafür, dass dir Licht, Kraft und Ausdauer geschenkt wird, und dass du mindestens so lange in Mount Angel bleiben kannst, bis das Kloster auf solide Grundlage gestellt ist und gesichert für die Zukunft. Ich selber gebe die Hoffnung nicht auf, du mögest dein Ziel erreichen, auch wenn es grosse Opfer, harte Arbeit und grosse Geduld kosten sollte.“ Man kann sich wohl leicht in die Situation von P. Benedikt hineindenken. Der Versuch, Mönche, die außerhalb des Klosters wohnen, zur klösterlichen Observanz zurückzubringen, war an sich schon schwierig genug. Dazu kam die tägliche Erinnerung an ausstehende Schulden und die widerstrebenden Haltungen verschiedener Mitbrüder über eine ganze Reihe von Fragen. Ein Beispiel ist die scheinbar abrupte Entscheidung von einigen Mönchen von Mount Angel im Jahre 1896, sich der Amerikanischen-Cassinesischen Kongregation anzuschließen, einer Gruppierung von Klöstern, die eng verbunden waren mit Benediktinern, die ihre Wurzeln in Deutschland hatten. Ganz im Gegensatz dazu stand die Schweizerisch-Amerikanische Kongregation, die 1881 gegründet worden war und der Conception und St. Meinrad angeschlossen waren. Wie fest die Absicht der Kommunität von Mount Angel war, sich ihr anzuschließen, wird noch immer diskutiert. Tatsache ist, daß man in Mount Angel beschloß, den Beuroner Habit anzunehmen, ein Zeichen der Verbundenheit mit der Schweizerisch-Amerikanischen Kongregation, die diesen Beuroner Habit übernommen hatte.

Die Mutlosigkeit, um nicht zu sagen Niedergeschlagenheit, die sich in P. Benedikts resignierten Führungsstil niederschlug, wird in seinem Briefwechsel immer deutlicher. „Einer Gemeinschaft vorstehen zu müssen mit Vertrauen, das man nicht hat“ schrieb er im August 1898 an Abt Frowin, „lässt alle Anstrengungen erlahmen“. In noch düsterer Stimmung schrieb er Anfang 1899 klagend: „Bitte, komm persönlich hier zu uns und versuch zu helfen! Aber ich bin sicher, dass dir ebenso wenig daran gelegen ist, hierher zu kommen wie mir, hier zu bleiben. Ich habe nicht Profess abgelegt auf ein Haus von Narren“. Abt Frowin skizzierte eine andere Sicht der entscheidenden Wichtigkeit von P. Benedikts Rolle: „Du kennst besser als ich den gegenwärtigen Zustand von Mount Angel und was die Folgen wären, wenn du jetzt weggingst. Willst du wirklich, dass alles draufgeht zusammen mit dem schweren Opfer deines fünfjährigen Exils? Lass nichts unversucht, was diesem Kloster helfen könnte, für das der Hochwürdigste Abt (Anselm Villiger) so viel geopfert hat.“ P. Benedikt hat sich auch detailliert und in verschiedene Gemütsstimmungen an Abt Anselm gewendet. Er beschrieb das legere Verhalten einer Reihe von Mönchen in Bezug auf die Anwesenheit beim Chorgebet und die verwaltungsmässige Herausforderung des Umgangs mit der grossen Schuldenlast, und die widerstreitenden Stimmen von Mönchen, die „ihren eigenen Weg“. Wenn P. Benedikt Abt Anselm gegenüber das Kloster Mount Angel als „schmerzhaftes Kind“ beschreibt, kann man erahnen, wieviel Kummer der Übergangs-Obere in der Zeit seines Aufenthaltes in Oregon in sich hineingefressen hat.

Von einem grösseren historischen Rahmen aus betrachtet, war P. Benedikt Gottwald der klösterliche Puffer (Prellbock), den Mount Angel brauchte in der kritischen Zeit nach dem Feuer von 1892. Während die Frustration, die P. Benedikt erlebte beim Versuch, eine mehr klösterliche Observanz einzuführen und ein klareres Bewusstsein der finanziellen Beschränkungen wachzurufen, der wiederkehrende Fluch seines persönlichen Lebens war, hatte seine Amtszeit als Oberer auch ihre positive Seite. Sie gab P. Adelhelm (Odermatt) Zeit, um auf seinen Bettelreisen in die östlichen Gebiete der Vereinigten Staaten zusätzliche finanzielle Mitte zu sichern für die vom Feuer in Mitleidenschaft gezogene Gemeinschaft. …“ (Weiterer Text, der sich auf das Wirken von P. Adelhelm bezieht, siehe bei dessen Biographie.) … „Ein bemerkenswerter Schritt von P. Benedikt (Gottwald), einer der eine bleibende und anhaltende Wirkung für die Gemeinschaft haben sollte, war die Entsendung von jungen Mönchen nach Europa zur theologischen Weiterbildung. In Rom, auf dem Aventin, war gerade Sant` Anselmo, das internationale Studienhaus für Benediktiner eröffnet worden. Dorthin, ins „Anselmianum“, sandte P. Benedikt im Jahre 1895 Frater Jerome Wespe (in der Schweiz geboren) und Frater Bernard Murphy (einen Amerikaner aus Portland). Dankbar nahm er die Zusicherung des Abtprimas an, dass Aufenthalt und Ausbildung dieser Jungen vom Haus übernommen würden. Sowohl Wespe als auch Murphy sollten Schlüsselrollen spielen in der frühen Geschichte von Mount Angel.“ … (S. 35) … „Bei aller Kritik, die P. Benedikt und andere dem Kloster gegenüber erhoben in den schwierigen Jahren nach dem Klosterbrand, gab es eine Gruppe von Mönchen, die entschlossen waren, entschieden eine echte klösterliche Gemeinschaft aufzubauen.“ …

Die großen Schwierigkeiten und die Gemütsverfassung von P. Benedikt während dieser Jahre schildert auch die Sarner Sr. Johanna Zumstein, die mit zwei Mitschwestern seit 1882 in Gervais und dann in Uniontown wirkten, in einigen Briefen an ihre Äbtissin in Sarnen M. Nikola Durrer. So teilte sie ihr am 6. März 1897 u. a. mit: „Rev. Prior Benedict wirdwohl kaum in Amerika sterben.Er dauert mich herzlich; weiss noch, wie mir mehere Jahre zu Mute war, doch hätte ich ihn für stärker gehalten. Ich glaube Mount Angel könnte noch recht werden, wenn der rechte Mann an der Spitze wäre. …“ (Kl. Archiv St. Andreas Sarnen) 1898 am 22. November schrieb sie: „… Ich glaube P. Prior Benedict leidet viel.Er meint und versteht es gut, aber wie es scheint, stösst er bei den Patres auf viele Schwierigkeiten. Er wird sich so ungefähr jeder seinen eigenen Weg gebahnt haben. …“ (ebd.) Am 22. Juli 1899 teilte sie mit, daß sie hinsichtliche der Statuten für ihre Gemeinschaft, diese mit P. Benedikt besprechen wollte: „… Ich hoffte neuerdings auf einen Besuch von Hochw. P. Benedict auf seiner Heimreise. Ich telegraphirte und schrieb umihn, aber umsonst, er gab keine Antwort und kam nicht! – Es thut sehr weh, denn mir aus dem Wege sein kann er sich nicht entschuldigen. (?) …“ (ebd.) Zu Abt Conrad Frowin drückte P. Benedikt sein unzweideutiges Vertrauen aus, daß Conrad fähig sei, den Zusammenhalt der Gemeinschaft zustande zu bringen, den er ( selber) so mühsam zu bewirken versucht hatte in seinen fünf Jahren als Oberer, wobei er zweiffellos gewünscht hätte, die Ernennung von Abt Frowin wäre früher geschehen. (Rippinger, S. 40) Der Dienst, den P. Benedikt als Prior von Mount Angel leistete, war am13. Juni 1899 offiziell beendet. An jenen Tag wurde ein Kapitel abgehalten, an dem ein Brief von Abt Anselm (Villiger) verlesen wurde, in dem er P. Benedikts Entlastung von seinen Aufgaben in Mount Angel mitteilte, das als Antwort auf seinen wiederholten Wunsch und in Rücksicht auf seine Gesundheit. In der gleichen Kapitelsitzung wurde ein Brief von P. Benedikt vorgelesen, in dem erder Gemeinschaft dankte für den guten Willen, den die Mitbrüder ihmin den Jahren seines Priorates gezeigt hätten und um Verzeihung bat für seine Unzulänglichkeiten. Abt Anselms Sorge um P. Benedikts Gesundheit war mehr als nur ein Vorwand für seine Entlassung. Er kehrte sichtlich mitgenommen nach Engelberg zurück, und erlangte nie wieder die Energie und den Schwung von der Zeit bevor er nach Amerika gesand wurde. P. Benedikt bewahrte seine negative Berurteilung der Mount Angel Kommunität. (Rippinger, S. 41) Nach seiner Abreise wurde P. Adelhelm erneut wieder zum Prior ernannt.

Mount-Angel entwickelte sich zur wahren Blüte und konnte 1904 sogar zur Abtei erhoben werden. (Die Vermutung von P. Gall Heer, daß P. Benedikt wohl zum ersten Abt in Mount Angel gewählt worden wäre, wenn er nicht krank geworden wäre, ist nach dem obigen Berichten, wohl anzuzweifeln!) Auf jeden Fall aber waren P. Benedikts Kräfte erschöpft. Er wurde krank und mußte Abt Anselm um Rückberufung nach Engelberg ersuchen, was der Abt 1899 auch bewilligte. Aber vorher gab P. Benedikt noch eine Broschüre heraus: „Christus und die Kirche – Missionsgedanken für die Katholiken deutscher Zunge in San Francisco Kal“ von P. B. G., Prior in Mount-Angel Oregon. („Verlag St. Josefsblatt“, ohne Jahresangabe)

P. Gall Heer nennt zu ihm noch eine seltsame und eigenartige Geschichte, die er aber nicht durch Quellen belegen kann. „Eine Sache soll hier noch erwähnt werden. P. Benedikt arbeitete in Oregon besonders mit seinen Engelberger Mitbruder P. Nikolaus Frei zusammen, der schon zusammen mit P. Adelhelm nach Oregon gezogen war. Die beiden hatten, wie aus einem Vertrag mit einen Herrn Ludloff von San-Francisco, welcher vom Mai und Juni 1895 datiert ist, hervorgeht, in einem größerem Ausmaß Gold, Silber und Kupfer verkaufen oder verpachten können. Wie die beiden Missionare zu diesen Reichtümern gelangen konnten läßt sich schriftlich nicht belegen.“ (Einen Anhaltspunkt, daß P. Benedikt während seiner Zeit als Prior in Mount Angel irgendwann etwas mit P. Nikolaus Frei zu tun hatte, läßt sich in keiner Quelle finden.) Wie P. Gall weiter schreibt „konnte er sich aber in seinen ersten Jahren (1911/12) am Kollegium Engelberg erinnern, gehört zu haben, daß in jenen Jahren in Oregon ein eigenartiges Gesetz bestand. Wohl um fremde Arbeitskräfte in das wenig bevölkerte Land zu locken, war bestimmt, daß jeder, der eine Nacht und einen Tag ein Stück Boden mit seinem Körper bedecken konnte, den Boden selbst, aber auch die darunter liegenden Vorkommen an Erzen, wie Gold, Silber und Kupfer für sich behalten und darüber verfügen konnten. Wenn die Beiden also solchen Boden „erliegen“ konnten, und das Glück hatten, das darunter was wertvolles vorhanden war, wären sie imstande gewesen, dadurch zu solchen Schätzen zu kommen. „

Nach seiner Rückkehr aus Amerika wurde P. Benedikt noch einmal Bibliothekar. Nachdem aber P. Martin Wissmann 1900 als Spiritual im Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Will (SG) gestorben war, schickte Abt Anselm Villiger P. Benedikt als seinen Nachfolger dorthin. Er war allgemein beliebt und ein geschätzter Berater der Klosterfrauen. Aber auch dort regte sich in ihm bald wieder der Historiker und Bibliothekar. Zuerst wurde die Bibliothek des Klosters wieder gesammelt, geordnet und katalogisiert. Er brachte das alte, nicht mehr zuverlässige Klosternekrologium wieder in Ordnung, ebenso das Archiv. Dadurch lernte er die Geschichte des Klosters kennen und fasste den Plan, diese niederzuschreiben. Doch dafür reichten seine Kräfte nicht mehr aus. Er war zudem Oberleiter des dortigen Pensionats. Die Schwestern wollten einen neuen Institutsbau errichten. P. Benedikt widmete dieser Institutsfrage sein ganzes Interesse. Er liess Pläne anfertigen, Kostenvoranschläge aufstellen, suchte sowohl den Bischof als auch den Administrationsrat dem Unternehmen günstig zu stimmen, und vor allem bemühte er sich, die nicht leichte Finanzfrage zu lösen. Doch viele unerwartete Widerstände stellten sich diesen Vorhaben in den Weg.[17] P. Benedikt erlitt mehrere Schwächeanfälle. Eine Kur in Bad Schönbrunn im Kanton Zug und anschliessend in Engelberg brachten nur vorrübergehend Erleichterung. P. Ignaz Hess berichtet, mit scheinbar grosser innerer Aufregung und übermächtigen Respekt, von den letzten Wochen von P. Benedikt im Frauenkloster in Wil: "Zwölf Jahre nach meiner Primiz stand ich an dem Sterbebette eines Mannes, dessen Scheiden mir nahe ging. Der Kranke war der unvergessliche P. Benedikt Gottwald. Er litt an Magenschluss, ohne grosse Schmerzen, aber 'elend und blöd ist es mir', so sagte er wiederholt. Eines Morgens aber sprach er: 'Diese Nacht habe ich grosse Schmerzen gehabt, das heisst, wenn ich sie gross nennen darf, denn ich habe ja nie in meinem ganzen Leben Schmerzen gehabt.' Nun aber ging es sichtlich dem Ende entgegen, und plötzliches Zittern und Ohnmachten liessen eine rasche Entscheidung befürchten. Er selber aber glaubte es noch nicht. Da fasste ich mir ein Herz und ich sagte voll Bangigkeit zu ihm: 'P. Benedikt, ich habe Angst um Sie.'-'Warum denn?'-'Es könnte Ihnen etwas geben.'-'Was denn?'-'Etwas Plötzliches.'-'Ja, und dann?'-'Wollten Sie nicht die heilige Ölung empfangen?'-'Ja freilich, wenn es an dem ist; lassen Sie mir heute Abend meinen Beichtvater kommen, und morgen können Sie mir die hl. Ölung geben.' Ich atmete erleichtert auf, obwohl mir die Stunden bis zum nächsten Morgen lange wurden. Dann musste ich ans Werk gehen. Es war ja freilich nicht das erste Mal; ich hatte in meiner Seelsorgezeit öfter die heiligen Sakramente gespendet. Aber dem P. Benedikt, diesem scheinbar so distanzierten, fast unnahbaren Manne! Zitternd vor Erregung und hastig sprach ich die Gebete, die so klar und deutlich von dem Zustand und der nahen Aussicht des Kranken sprechen. 'Langsam', unterbrach er mich, 'damit ich es verstehen kann!' Am Nachmittag aber sass er wieder an seinem Arbeitstisch und schrieb einen Jahresbericht für das Frauenkloster zu Ende. Vierzehn Tage später hauchte er seine edle, grosse Seele aus. P. Benedikt war ein gottbegnadigter Prediger gewesen und ein geistig und religiös hochstehender Mann, von dessen Denken und Fühlen alles Unedle fernbleiben musste. Kurz vor seinem Tode, an einem der letzten Tage richtete er sich in seinem Bette auf und sprach mit erhobener Stimme und mit erhobenen Augen: 'Herr, mein Gott, ich danke Dir, dass Du mich zu Deinem heiligen Priestertum berufen hast.'[18]

P. Benedikt starb am 22. Februar 1908, vormittags um 10 Uhr, im Alter von 63 Jahren. Er fand sein Grab in der Klosterkirche St. Katharina in Wil. Sein Nachfolger als Spiritual, P. Ignaz Hess, hielt ihm am 25. Februar die Totenpredigt, die im "Vaterland" gedruckt wurde. Sein Mitbruder P. Karl Anderhalden, schildert ihn als einen Mann von etwas mittlerer Grösse, mit festem Schritt und wohlproportionierten Gesichtszügen. Seit seiner Rückkehr aus Amerika trug er einen schwarzen wallenden Bart. Dass ihm die Schwestern in Wil ans Herz gewachsen waren, zeigt die letztwillige Verfügung, die er zuhanden der Frau Priorin schon am 22. April 1903 bestimmt hatte. Er vermachte das gesamte Guthaben, dass er auf der Hypothekarbank in Winterthur liegen hatte, dem Konvent von St. Katharina. Die Höhe der Summe ist nicht angegeben, muss aber beträchtlich gewesen sein. Er gab sie "zu freiem, vollen Besitz und Eigentum der derzeitigen Priorin des Frauenklosters St. Katharina zu Wil, St. Gallen". P. Benedikt war ein frommer Priester und ausgezeichneter Ordensmann, was er bei seinem weltmännischen Äusseren wohl zu verbergen wusste. Dabei blieb er stets bescheiden. Auch war er ein tüchtiger Prediger und Volksmissionar, sprachgewandt und mit ehrwürdiger, äusserer Erscheinung und wohlklingender Stimme. Abt Leodegar Scherer sagt von ihm: "Mit ihm verliert unser Kloster eines seiner tüchtigsten Mitglieder. Der Verewigte war ein Mann, der nach allen Seiten imponierte. Er war eine hervorragende Erscheinung, hervorragend aber als musterhafter Religiose." Abt Leodegar nennt ihn auch "eine Zierde des Klosters".[19] P. Benedikt hatte, wie P. Gall Heer schreibt, "eine einprägsame Handschrift, die bis zum letzten Tag gleich blieb. Trotzdem er wohl jeden Tag mit der Feder arbeitete, war er kein Vielschreiber. Er hielt sich vielmehr an den Grundsatz des hl. Augustin: 'Non multa, sed multum.'"


Werke

  • Heilige Maria bitt für uns - Nachmittagspredigt am Fest der Grossen Engelweihe zu Einsiedeln, am 14. September 1879, Einsiedeln 1879.
  • Predigt, gehalten an der 26. Jahresversammlung des Schweizer Piusvereins in Sursee am 21. August 1884 von P. G., 16 S., Sursee.
  • Das Glaubens- und Gnadenleben des sel. Nikolaus von Flüe, dem Seligen zu Ehren dem christlichen Volk zum Vorbild, Festpredigt am 21. März 1887 in Sarnen, 16 S.
  • Das Schriftwesen im Mittelalter in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Bd. 5, S. 1441.
  • Der Selige Frowin von Engelberg im Aufsatz: Arnold von Brescia und die Schweizer, in: Kath. Schweizerblätter NF Bd. II, 1886, S. 134, 140.
  • Sein Hauptwerk, der Handschriftenkatalog: Catalogus Codicum manuscriptorum qui asservantur in Bibliotheca Monasterii OSB Engelbergensis in Helvetia, edidit P. B. G. eiusdem Monasterii P. T. Bibliothecarius. 1891.
  • Typis Herderiensis, Friburgi Br., S. 297 pp.
  • Zum 800jährigen Klosterjubiläum von Engelberg verfasste das Album Engelbergense. Catalogus Religiosorum OSB Exempti Monasterii B.M.V. in Monte Angelorum vulgo Engelberg in Helvetia. Circa Annum Post Christum Natum 1082 FUNDATI. (Lucernae. Typis Fratrum Raeber 1882. « Es enthält in fünf Abteilungen den Katalog des Klosters, die Reihe sämtlicher Äbte mit kurzen Anmerkungen derselben, das Verzeichniß der Religiosen die im Kloster gelebt und gewirkt haben und deren Namenaufgefunden werden konnten, den Nekrolog und das alphabetisch geordnete Verzeichnis alles Religiosen.
  • Das Gebet – Exerzitienvorträge von P. B. G., gehalten im Gotteshaus der Barmherzigen Schwestern in Ingenbohl, 1891.
  • Ungedruckte Manuskripte im Stiftsarchiv: Frowiniana – Zur Stellungnahme des ganzen Mittelalters zu Frage und Herkunft des Abtes Frowin von St. Blasien und seiner Handschriften und das Album des Frauenklosters Engelberg mit dessen kurzer Geschichte, welches aber unvollendet blieb.

Nachrufe über ihn erschienen im: „Beilage zum Obw. Volksfreund“, Nr. 18, 29. Febr. 1908, von Ludwig Omlin; im „Vaterland“ Nr. 48 die gedruckte Leichenrede von P. I. Hess; auch in „Vaterland“ von P. Karl Anderhalden mit auch seperaten Ergänzungen; im „Luzerner Volksblatt“ , Nr. 27, 29. Febr. 1908; in „Neue Zürcher Nachrichten“ Nr. 54 u. s. f.; im „Der Geschichtsfreund“ 63. Bd. 1908; in „Zuger Nachrichten“, Nr. 25; in „Badischer Beobachter“, Nr. 47

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Andere Quellen geben den 21. Januar als Geburtsdatum an. Vgl. Sigrist, Benedikt Gottwald in HLS sowie Obwaldner Volksfreund.
  3. Taufzeugnis vom 20. Januar 1845, bestätigt am 18. April 1866 durch Stadtpfarrer Solisin.
  4. Über die Grossmutter, eine geborene von Scheffel.
  5. Laut Sigrist, Benedikt Gottwald in HLS war es 1865 und 1866.
  6. Acta capitularia IX (1851–1924), StiArEbg cod. 284/1, S. 77.
  7. Abt Anselm Villiger führte noch einige Ergänzungen zum Ornat auf, in: StiArEbg Tagebuch Abt Villiger“ Bd. I, S. 33.
  8. Nekrologium Im „Geschichtsfreund“
  9. 1878 Am 21. März 1878 hielt er die Festpredigt in Sachseln, welche auch gedruckt erschien (Das Glaubens- und Gnadenleben des sel. Nikolaus von Flüe. Dem Seligen zu Ehren, dem christlichen Volke zum Vorbilde, 16 S. Sarnen, J. Müller). 14. September 1879 im Kloster Einsiedeln am Fest der der Engelweihe hielt er die Nachmittags-Festpredigt die ebenfalls gedruckt wurde. Am 28. Oktober 1882 hielt er mit P. Berchtold Fluri und P. Gregor Jakober eine achttägige Volksmission in Sarnen. Am 21. August 1884 hielt er die Predigt bei der 26. Jahresversammlung des Schweizer Piusvereins in Sursee, die auch gedruckt wurde. Im Mai 1885 hielt er sich für 3 Wochen "aus gesundheitsrücksichten" im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen auf, wo er auch den Schwestern predigte (Archiv Kloster St. Andreas, Chronik St. Andreas, X1, S. 72). Am 21. März 1887 hielt er die Festpredigt in Sarnen, die ebenfalls gedruckt wurde. 1891 hielt er den Ingenbohler Schwestern Exerzitien, welche ebenfalls gedruckt wurden.
  10. StiArEbg Tagebuch Abt Anselm Villiger, Bd, V, S. 230.
  11. Hess, Worte bei der Erinnerung der Leichenfeier am 25. Februar 1908.
  12. Germania XXIII, N. R. XI, Wien 1878, S. 47, Bro Deu 14.
  13. Die Nachlassakten des einstigen Oberbürgermeisters Joseph Gottwald - P. Benedikt war dessen Enkel - offenbaren einen Reichtum an wertvollen Kunstobjekten und Büchern. Der Codex trägt in der Stiftsbibliothek die Nr. 1 aus einem pragmatischen Grund: Er ist der grösste der Engelberger Sammlung (50 x 36 cm) und wird deswegen schon immer besonders verwahrt. Von dort aus beginnt die Zählung nach oben. Vgl. Ruch, Offenburger Graduale des 14./15. Jahrhundert in der Stiftsbibl. Engelberg entdeckt, in: Die Ortenau, 75 Jb. 1995, S. 370-378.
  14. Publiziert 1826/38, Stuttgart/Paris.
  15. Titlisgrüsse, 70, Heft 3, März 1984; Beck, Alte Bücher machen Spass – Unsere Inkunabeln, 1.Teil.
  16. Zur Festfeier des 14. Centenariums des hl. Benedikt im Stift Engelberg 1880 verfasste er im 1. Jahrgang der "Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens" einen sechs Seiten langen Bericht. Vgl. Beck, Alte Bücher machen Spass – Unsere Inkunabeln, 1.Teil, S. 103-108.
  17. Sr. Aquinta Koch OP: Geschichte des Klosters St. Katharina in Will 1228-1928.
  18. Pfarrblatt für Engelberg 11. Jg., 19. Juni 1937.
  19. StiArEbg Tagebuch Abt Scherer, Bd. II, S. 45.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 153.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.