Arnold Brändli

Aus Kloster-Engelberg
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Arnold (Albert) Brändli (* 28. Juli 1859 in Bütschwil; † 23. März 1888 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 23. September 1878

Priesterweihe: 16. Juli 1883

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1883–1888

Lehrer der Fratres: 1885–1888

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Anton Brändli, Schiffmann in Horgen, und der Barbara Pfister.

Paten: Joseph Gmür und Theresia Oswald.

Lebensbeschreibung[1]

P. Arnold wurde als Sohn des Josef Anton Brändli, Schiffmann in Horgen, von Bütschwil (Kt St. Gallen) und dessen Frau Barbara, geborene Pfister, am 28. Juli 1850 in Rapperswil geboren und am 1. August in der Pfarrkirche Rapperswil auf den Namen Albert getauft.[2] Die Firmung erhielt er am 29. September 1872 vom Churer Weihbischof Kaspar Willi, der an diesem Tag die neue Kirchen in Horgen weihte. Über seine Schulzeit ist nichts bekannt. 1877 begann er im Kloster Engelberg das Noviziat. 1878 am 23. September konnte er auf den Namen Arnold die einfache Profess ablegen, am 2. Oktober 1881 folgten die ewigen Gelübde. Von 1879 bis 1880 machte er die ersten und zweiten philosophischen Kurse in Einsiedeln, welche er jeweils in fast allen Fächern in Fleiss und Fortschritt mit der ersten Note abschloss. Ausser in Naturgeschichte, wo er jeweils eine zwei erhielt. In einem Brief an Abt Anselm Villiger teilte er ihm am 9. Februar 1879 u.a. mit, dass ihm "das Fach, welches ich am wenigsten studierte gerade die (Mineralogie) Naturgeschichte war." Dazu bemerkte er aber: "Allerdings hat P. Ludwig mit seiner Pedanterie auch das möglichste gethan, die trockene Gesteinslehre noch unverdaulicher zu machen." Darin schilderte er ihm auch persönliche Schwierigkeiten: "Mein schwieriger Charakter brachte es mit sich, dass ich meinerseits nach Aussen etwas verschlossen war, andererseits auch nur bei Wenigen herzliches Entgegenkommen fand, was begreiflich ist, da mich eben selten einer kennt und begreift. Alle Vorstellungen, die ich mir machte: 'Ich bin hierher geschickt worden um gut zu studieren' und dgl. fruchteten nicht viel; ich studierte mit halbem Herzen. Beim Eintritt ins neue Jahr habe ich mich endlich aufgerafft und mit entschiedenen Willen mich der Erfüllung meiner Pflicht hingegeben und seither geht es mir Gott sei Dank immer besser."

Von 1881 bis 1883 studierte er an der Theologischen Fakultät in Salzburg. Sein dazu am 25. September 1882 in Sarnen ausgestellter Reisepass ist noch vorhanden. Darin heisst es zu ihm im "Signalement": "Grösse 171 cm, Haare braun, Stirne rund, Augenbraunen braun, Augen braun, Nase proport, Mund mittleren, Kinn rund, Gesicht oval." Auch aus seiner Salzburger Zeit sind noch drei Briefe von ihm an Abt Anselm vorhanden. So teilte er ihm u. a. mit, "dass ihm die Moral tüchtig zu schaffen gibt". Dann gab er einen Überblick über seine Studienfächer und die jeweiligen Professoren. Und auch über die Zustände der österreichischen Klöster im allgemeinen und natürlich besonders über jene in der Abtei St. Peter gab er Bericht.

Die niederen Weihen empfing er zusammen mit Fr. Bonifaz Regli durch den Churer Bischof Franz Constant, so am 30. April 1882 den Subdiakonat und zwei Tage darauf am 1. Mai die Diakonatsweihe. Die Priesterweihe spendete ihnen der Salzburger Erzbischof Franz Albert Eder OSB am 16. Juli 1883 in Salzburg, woran auch Abt Anselm teilnahm. Er reiste am 9. Juli nach Salzburg und kehrte am 18. Juli wieder mit ihnen zurück.[3] Am 29. Juli feierte er seine Primiz in Engelberg. Dazu hielt P. Werner Rüttimann fest: "Bei der Primizfeier unseres Hochw. P. Arnold Brändli kamen circa 20 Gäste u. waren einige Geistliche anwesend. Schöne Musik und eine Masse fremder Kurgäste in der Kirche beim Gottesdienst." Die Admissio, die Ausübung der Seelsorge in der Diözese Chur, erhielt er am 2. Oktober 1884. Im gleichen Jahr ging er mit P. Thomas Steiner zum Studium der französischen Sprache nach St. Maurice. Danach wurde er Lehrer an der Stiftsschule, wo er die Fächer Mathematik, Naturgeschichte und Französisch erteilte. Ab 1885 unterrichtete er auch Theologie. Er berechtigte wegen seinen gründlichen und allseitigen Kenntnissen und seiner besonderen Begabung für das Lehrfach zu grossen Hoffnungen. Aber auch ausserhalb des Lehrsaals hat sich P. Arnold auf der Kanzel und im Beichtstuhl eifrig und gerne betätigt. Er litt schon immer unter einer delikaten Gesundheit. Schon leidend wollte er es sich nicht nehmen lassen, am 4. Fastensonntag zu predigen. Nach der Predigt trat seine Krankheit, eine heftige Gehirnhautentzündung, hervor, an der er am 23. März 1888, mit erst 29 Jahren verstarb.[4]

Professnummer

  • Nr. 657

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl übernommen.
  2. Taufzeugnis vom 11. September 1877 vom Rapperswiler Ortspfarrer J. Bütinger, Dekan.
  3. Tagebuch P. Werner Rüttimann.
  4. Nachruf in der Schweizerischen Kirchenzeitung vom 7. April 1888, Nr. 14.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 157.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl.