Andreas Brühwiler

Aus Kloster-Engelberg
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Andreas (Josef) Brühwiler (* 30. April 1891 in Waldkirch; † 3. November 1939 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 30. April 1916 (Feierliche Profess: 11. Juli 1920)

Ämter

Konventbruder: 1915–?

Buchdrucker: ?

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Josef Brühwiler und der Maria Martina Sutter.

Lebensbeschreibung[1]

Geboren 1891 auf dem sonnigen Hang des Tannenbergs in der sankt-gallischen Gemeinde Waldkirch, verbrachte Josef, der spätere Br. Andreas, seine ersten Lebensjahre, bis die Familie ihr bisheriges Heim mit einem Bauerngut in Gebhardswil bei Niederwil vertauschte. Hier besuchte der begabte Knabe die Primar­ und Ergänzungsschule und half nebenbei und nach der Schulzeit noch sechs Jahre lang in der Landwirtschaft mit, soweit es seine infolge von Rachitis etwas geschwächten Körperkräfte erlaubten. Vier weitere Geschwister traten geistliche Berufe an: zwei Schwestern wurden Nonnen, zwei Brüder wurden zum Priester geweiht.

In den Weihnachtstagen des Jahres 1912 meldete sich Josef, ermutigt durch das Beispiel eines Nachbarn, im Kloster Engelberg, um die erste Prüfungs­zeit für den Eintritt ins Kloster zu beginnen. Vorerst wurde ihm da die Stelle eines Studentenaufwartes zugewiesen. Als solcher erfüllte er mehr als zwei Jahre lang, wie ein damaliger Schüler in seinem Beileids­schreiben bemerkt, "mit ganzer Hingebung und mit herzlicher Freude treu seine Pflicht".

Der Frühling 1915 brachte die Aufnahme ins Noviziat und damit das neue Amt des Konventbruders. Mit stets gleicher Genauigkeit be­sorgte der junge Ordensmann während sieben Jahren unverdrossen die mannigfachen Obliegenheiten auch dieses Amtes. Nebenbei aber be­nutzte er gern die ihm frei bleibende Zeit zur Erweiterung seiner Schul­bildung. Bisweilen konnte man ihn sogar antreffen, wie er während einer leichteren Handarbeit neben sich die lateinische Grammatik offen lie­gen hatte, um sich auch mit den Geheimnissen und dem Wortschatz der liturgischen Sprache nach Möglichkeit vertraut zu machen. Solcher Lerneifer bestimmte dann, dass der begabte Bruder für die Ausübung der "Schwarz­kunst" in Aussicht genommen wurde, als man eine eigene Hausdruckerei einrich­tete. Trotz der denkbar kürzesten Einführung am Setzregal und an der Maschine brachte es Br. Andreas bei seinem zähen Fleiss und seiner Geschicklichkeit soweit, dass die junge Offizin sich verhältnismässig bald auch an schwierigere und grössere Aufgaben (Titlis-Grüsse, Lehrbuch der Ethik, Doktordissertationen usw.) heranwagen durfte und für die er Anerkennung fand.

Gesundheitlich war Br. Andreas immer etwas angeschlagen und seit früher Jugend machte ihm sein schwaches Herz zu schaffen. Trotzdem war Br. Andreas kein Melancholiker und liess von seiner häufigen Unpässlichkeit selten etwas merken. Seiner sonnigen Frohnatur lag es ferne, anderen durch Jammern und Klagen lästig zu fallen. Wollte es aber bis­weilen nicht mehr gehen und musste er notgedrungen etwas ausspannen, so stand er sicher vor Ablauf der ihm gewährten Ruhefrist plötzlich wieder an seinem Arbeitsplatz.

Die vorbildliche Pflichttreue und Willensstärke des Verewigten hatten ihre Quelle in einer tiefen, aber keineswegs aufdringlichen Frömmig­keit. Mit Interesse lebte er das liturgische Kirchenjahr mit und war stets bereit, seinen Dienst am Altar zu leisten. Br. Andreas starb am 3. November 1939.

Professnummer

  • Nr. 716

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 26, 1939/40, S. 30-31, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf von Andreas Brühwiler in: Titlisgrüsse 26, 1939/40, S. 30-31.