Wolfgang Wirz

Aus Kloster-Engelberg
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Wolfgang Wirz (* ca.1650 in Sarnen; † 4. April 1669 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 4. April 1669

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Wolfgang Wirz, Landschreiber und Landammann, und dessen erster Frau Petronella Imfeld.

Grosseltern:

  • Sebastian Wirz (1565–1653), Bannerherr und Landammann, und dessen dritte Frau Margaretha Locher
  • Melchior Imfeld (1573–1622), Bannerherr und Landammann

Geschwister:

  • P. Benedikt (Sebastian) Wirz[1], OCap, (1640–1713), Kapuziner im Kloster Altdorf.
  • Sr. Petronella (Anna Margaretha) Wirz, OSB, Konventualin im Benediktinerinnenkloster St. Andreas, Sarnen.[2]
  • P. Leonz Wirz, OSB, (1641–1695) Konventuale im Kloster Muri.
  • P. Eugen Wirz, OSB, (1658–1725), Benediktiker im Kloster Engelberg.
  • Sr. Maria Ignatia (Anna Maria) Wirz, OSU, (1668–1705), Professschwester im Ursulinenkloster Maria Hilf in Luzern.[3]
  • Wolfgang Ignaz Wirz (1671–1725), Obwaldner Landeshauptmann und Landammann.

Onkel:

  • Jakob Wirz (1594–1667), Vogt im Benediktinerinnenkloster St. Andreas, Sarnen, Landvogt und Landammann.

Lebensbeschreibung[4]

Wolfgang stammte aus der bekannten Magistratenfamilie Wirz in Sarnen. Seine Eltern hiessen Wolfgang Wirz und Petronella Imfeld. Das genau Alter von Wolfgang ist unbekannt, das Geburtsjahr dürfte aber um 1650 anzusetzen sein.

Sein Bruder, der spätere P. Eugen Wirz, machte die Studien in Engelberg und trat am 26. Oktober 1674 ins Noviziat ein, legte am 20. Oktober 1675 die Profess in Engelberg ab. Ein anderer Bruder war P. Benedikt Wirz und primizierte am 20. Januar 1667 als Kapuziner. Ein dritter Bruder, Dominik Wirz, studierte 1672 bis am 27. März 1677 an der Klosterschule Engelberg, wurde Gerichtsschreiber von Obwalden, Ratsherr und schliesslich Hauptmann in kaiserlichen Diensten.[5] Wolfgang war der Enkel des Landammanns Sebastian Wirz. Eine Schwester, Anna Margaretha, trat als Klosterfrau in den Konvent von Sarnen ein und erhielt den Namen Petronella.[6] Ein anderer Bruder wurde als P. Leonz Wirz Mönch in Muri. Er wurde dort Subprior und starb am 22. April 1695.[7]

Wolfgang kam am 4. Mai 1664 an die Klosterschule Engelberg und blieb bis zum 4. April 1669. An diesem Tag starb er nach einer mehrtägigen Krankheit. Der Vater Wolfgang Wirz hatte ihn 1664 mit seinem Bruder Franz und seinem Vetter Hans Baschi hierher gebracht. Der Vater stand mit dem Abt in sehr gutem Verhältnis und trat in dem Handel um das Visitationsrecht des Klosters im Konvent der Frauen in Sarnen für Engelberg ein. Er sprach sogar in diesem Zusammenhang von "Macchiavellismus" der Regierung in Sarnen.[8] Er gab dem Kloster keine Schuld am frühen Tod Wolfgangs. 1665 hatte er dem Johann Baptist Heller, Scherer in Stans (Chirurg), der den linken gebrochenen Arm von Wolfgang kuriert hatte, "sein lohn 13 gld" gezahlt.[9]

Auf das Sebastiansfest am 20. Januar 1667 durfte Wolfgang nach Hause zur Primiz seines Bruders Benedikt gehen, der an diesem Tag seine erste Messe bei den Kapuzinern feierte. Wolfgang kehrte am 27. Januar wieder zurück. Am folgenden Tag notierte Abt Ignaz Betschart: "Venit ad me et illacrimans fassus est, er seye krank an Heimweh."[10]

Bis zum Tod hat man "ihme bey Tag und Nacht so guet man können abgwartet. Item hat man inne pro confratre ufgnommen, ut petiit und im Ordens Habitu begraben. Item ihme Grebt, 7. und 30. gehalten, nachdem Todt ihn gehalten tamquam unum ex nobis, per trigesimum, in anniversario."[11] So erhielt Wolfgang Wirz kurz vor seinem Tod das Ordens­gewand und legte auf dem Todbett die Profess ab "in articulo mortis". Im Engelberger Pfarrbuch heisst es: «Obiit adolescens Wolfgangus Wirtz die 4. Aprilis in infirmario, sepultus in habitu religioso.»[12]

Einzelnachweise

  1. Omlin, Die Geistlichen Obwaldens, S. 570.
  2. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 220.
  3. Albisser, Hermann, Die Ursulinen zu Luzern. Geschichte, Leben und Werk 1659–1847, Stans 1938, S. 385.
  4. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  5. Titlisgrüsse 3, S. 22. Über die weitere Verwandtschaft des P. Eugen vgl. Omlin, Landammänner von Obwalden S. 135.
  6. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 220.
  7. Küchler, Chronik von Sarnen, S. 248.
  8. StiArEbg cod. 244, S. 147.
  9. Familienarchiv der Wirz, Onkel Johann ausführliche Rechnung über Krankheit und Pflege des jungen Wolfgang, vgl. StiArEbg cod. 42, S. 168 f.
  10. Er kam und klagte unter Tränen, er sei krank an Heimweh. StiArEbg cod. 42, S. 168.
  11. Übersetzt: "Man hat ihn gepflegt so gut man konnte und ihn nach seinem Wunsch im Ordenskleid begraben und wie für einen eigenen Mitbruder die gewohnten Offizien zum 7. und 30. gehalten und während eines Monats die Totenvesper gebetet."
  12. Übersetzt: Es starb am 4. April 1669 der junge Mann Wolfgang Wirtz in der Krankenabteilung, beerdigt wurde er im Mönchsgewand. StiArEbg cod. 393, fol. 222v.

Bibliographie

  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.