Wolfgang Schönenbüel

Aus Kloster-Engelberg
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Wolfgang Schönenbüel (* 1616 in Alpnach; † 16. Januar 1652 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 8. September 1636

Priesterweihe: 22. Dezember 1640

Primiz: 27. Dezember 1637

Ämter

Grosskellner: 1636–1650

Ökonom und Vikar in Sins: 1650–1652

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Ulrich Schönenbühl und der Maria Kirsiter.

Lebensbeschreibung[1]

Seine Familie war in Alpnach beheimatet, wo er als Sohn des Johann Ulrich Schönenbühl und der Maria Kirsiter 1616 geboren wurde. Der junge Wolfgang kam 1636 an die Klosterschule Engelberg. Da der Vater schon vor 1630 gestorben war, bezahlte Franz Schönenbühl, wohl sein Vetter, Fähnrich und Gerichtsschreiber, für ihn das Tischgeld, 93 Gulden von einer Schuld von 174 Gulden. Den Rest beglich Balzer Buocher, den Maria Kirsiter in zweiter Ehe geheiratet hatte. Dieser Stiefvater Balzer bezahlte für 50 Wochen und 5 Mass Wein, den sich der Studiosus genehmigt hatte, 70 Gulden 10b.[2] Schon 1635 trat er ins Noviziat des Klosters ein und legte ein Jahr darauf, am 8. September 1636, die Profess ab. Damit diese vom rechtlichen Standpunkt aus möglich wurde, war ein wahrer Staatsakt nötig, da finanzielle Fragen zu regeln gab. Um die Bewilligung der vom Kloster erwarteten Aussteuer festzulegen, gingen Pfarrer Jakob Grob von Alpnach als kirchlicher Vertreter mit dem Stiefvater Balzer sowie Bannerherr Sebastian Wirz und Andreas und Nikolaus Schönenbühl, der bekannte Orgelbauer, nach Engelberg und haben am 3. und 4. Juni 1636 mit Abt und Konvent "abzuhandeln fründlichen versuch getan". So wurde bestimmt, der Novize müsse nach alter Gewohnheit Tischgeld und Wein bis zum Tag der Profess samt Kleidern und wollenem Leinenzeug selber bezahlen. Vom väterlichen Erbe sollte dem Gotteshaus der halbe Teil aller "Verlassenschaft", auch Silbergeschirr des Vaters gehören und der andere halbe Teil seiner Schwester Katharina oder deren Erben. Die Mutter bezahlte 1000 Gulden und ein "aufgerüstet Bett", Balz Bucher beglich indes diese Schuld der Gattin erst am 13. Dezember 1640. Er zahlte, wie es damals noch Brauch war, mit einer Kuh mit Stute und Füllen. Dem Nikolaus Schönenbühl, der die grosse Orgel der Stiftskirche in Auftrag bekommen hatte, überwies er direkt 2125 Gulden vom Erbe.[3] 1636, wohl für die Profess P. Wolfgangs, bezahlte Balz Bucher dem Säumer Bartli Deschwanden in Kerns 101 Gulden.[4] Ab 1639 und die folgenden Jahre war P. Wolfgang offenbar als Grosskellner tätig.[5] So zeichnete er beispielsweise Rechnungen einheimischer Handwerker [6] Am 21. Mai 1650 wurde er auf der Visitation durch die Äbte von St. Gallen und Einsiedeln zum Ökonom in Sins ernannt. Er kam noch im Mai 1650 dorthin und starb am 16. Januar 1652.[7] Von Sins aus ging er mit P. Marian Rot, dem dortigen Pfarrer, zur Wimmet in die Reben von Küsnacht.[8] Sein Tod am 16. Januar 1652 erfolgte unerwartet. Er erlitt morgens 4 Uhr einen Anfall, konnte noch die Sterbesakramente empfangen und blieb bis abends 6 Uhr bei Bewusstsein.[9] Das Nekrolog III in Engelberg sagt von ihm: "Die 16. Jan. anno 1652 obiit in Christo Rel. P. Wolf­gangus Schönenbühl, conventualis noster, pro tempere vicarius et sacellanus in Sins."[10]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 31, S. 117.
  3. StiArEbg Knüttel, Rechnungsbuch 1644, S. 502.
  4. StiArEbg cod. 35/43, S. 563.
  5. StiArEbg cod. 44, S. 18.
  6. StiArEbg cod. 44, S. 19.
  7. Hess, Die Pfarrgeistlichen, S. 3.
  8. StiArbEbg cod. 42, S. 34.
  9. StiArEbg cod. 393 (Pfarrbuch 1605-1691), Tabula Defunctorum I.
  10. StiBiEbg cod. 11, fol. 2.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 110.
  • Omlin, P. Ephrem: Die Geistlichen Obwaldens. Sarnen 1984, S. 499.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.
  • Wymann, Eduard: Das Geschlecht der Schönenbüel in Alpnach, in: Obwaldner Geschichtsblätter 2 (1904), S. 60-117.