Wilhelm

Aus Kloster-Engelberg
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Wilhelm (* unbekannt; † 22. November 1359 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1331–1347

Lebensbeschreibung[1]

Über seine Herkunft von Wolfenschiessen fehlen die Belege.[2] Wilhelm wurde vermutlich am 17. Februar 1331 im Engelbergerhaus zu Luzern zum Abt gewählt.[3] Seine Regierungszeit ist geprägt von grossen finanziellen Schwierigkeiten. Da am 29. Juni 1340 die Altstadt von Luzern einem Brand zum Opfer gefallen war,[4] musste das Engelbergerhaus bei der Peterskapelle neu aufgebaut werden.[5] Am 29. Mai 1343 verzichtete Wilhelm auf das Patronatsrecht von Aufkirch bei Überlingen zugunsten der Deutschordensritter auf der Insel Mainau.[6] 1344 wandte er sich an den Benediktiner­ Kardinal Wilhelm von San Stefano, er möge sich bei Papst Klemens VI. um Unterstützung für das Kloster Engelberg verwenden. Wenn nicht bald geholfen werde, müsse mit der Auflösung des Männer- und des Frauenklo­sters gerechnet werden.[7] Das Bittgesuch wurde unterstützt durch die Äbte von Reichenau, Petershausen, Stein am Rhein, Wagenhausen und Schaff­hausen.[8] Diese Geldschwierigkeiten waren wohl der Grund, dass Abt Wilhelm am 1. März 1347 freiwillig auf sein Amt verzichtete.[9] Wilhelm starb am 22. November 1359.[10]­

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 618f) übernommen.
  2. Der Beiname taucht erstmals bei Straumeyer auf, siehe Durrer, Familiennamen, S. 145.
  3. An diesem Tage legte der Engelberger Prior dem Abt von Einsiedeln Rechenschaft ab über seine Verwaltung, in Gegenwart des Abtes und des ganzen Konvents von Engelberg. Sehr wahr­scheinlich erfolgten die Resignation des Abtes Walter Amstutz und die Wahl seines Nachfolgers gleichzei­tig. QW II/2, S. 67. Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111.
  4. Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111. Peter Spreng, Grossbrände in Luzern, Luzern 1966 (Luzern im Wandel der Zeit 36), S. 29f.
  5. Am 15. Dezember 1349 wird dort wieder ein Kaufvertrag besiegelt, QW I/3, S. 540f, Nr. 864.
  6. QW I/3, S. 298, Nr. 462. Urkunden Engelberg, Nr. 203.
  7. QW I/3, S. 369, Nr. 564. Urkunden Engelberg, Nr. 291.
  8. QW I/3, S. 367f, Nr. 562. Urkunden Engelberg, Nr. 292.
  9. Jahrbücher Engelbergs, S. 105 und S. 111.
  10. Ibidem, S. 111. StiBiEbg cod. 26, f. 21r, 46r.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 30.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 93-99.
  • Helvetia Sacra III I, S. 618f.