Walter von Yberg

Aus Kloster-Engelberg
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Walter von Yberg (* unbekannt; † nach 1281 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1252–1267

Propst: 1274–12?

Lebensbeschreibung[1]

Er stammt aus dem Dienstmannen­geschlecht von Yberg, dessen Stammsitz bei Inwil LU stand.[2] Am 22. August 1246 erscheint Walter als Propst von Engelberg.[3] Als Abt ist er erstmals am 14. September 1252 fassbar.[4] In seine Amtszeit fällt die Weihe der ersten Kirche für das Frauenkloster am 13. Januar 1254.[5] Abt Walter sorgte mit Umsicht für sein Kloster durch den Erwerb neuer Besitzungen: bei Eschenbach LU[6], bei Rothenburg[7], im Zürichbiet[8], in Bremgarten AG[9], die Schwand ob Engelberg[10], dazu verschiedene Vogteien[11]. Als Sicherung gegen ungebührliche Eingriffe in das Kollaturrecht des Klosters erwirkte er sich am 18. März 1259 von Papst Alexander IV. das Privileg, dass er von niemandem zur Übertragung kirchlicher Einkünfte und Pfründen, die ihm zustehen, gezwungen werden könne.[12] Im weitern machte er sich auch um die Schreibstube des Klosters verdient.[13] Angesichts dieser ausgedehnten Tätigkeit für seine Abtei überrascht es, dass die Annalen zum Jahr 1267 melden, Abt Walter sei vom Bischof und von seinen Mitbrüdern wegen Nachlässigkeit abgesetzt worden.[14] Von seiten des Bischofs haben wohl politische Gründe mitgespielt,[15] der Konvent stellte sich vermutlich gegen den Reformeifer des Abtes.[16] Nach der Rückkehr ruhigerer Zeiten und nach dem Tode Bischof Eberhards (1274) kam aber der abgesetzte Abt im Kloster wieder zu Ehren. Am 3. Januar 1281 urkundet er als Propst anstelle des abwesenden Abtes.[17]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 614f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 142.
  3. QW I/1, S. 240, Nr. 510.
  4. Ibidem, S. 305, Nr. 673. Urkunden Engelberg, Nr. 91.
  5. Jahrbücher Engelbergs, S. 110. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 103. QW I/1, S. 322, Nr. 714.
  6. QW I/1, S. 289, Nr. 645, 323f. Nr. 716. Urkunden Engelberg, Nr. 95, S. 104.
  7. QW I/1, S. 348f, Nr. 768. Urkunden Engelberg, Nr. 102.
  8. QW I/1, 333f, Nr. 740f; S. 386f, Nr. 840. Urkunden Engelberg, Nr. 88, S. 96f.
  9. QW I/1, S. 407f, Nr. 895. Urkunden Engelberg, Nr. 114.
  10. QW I/1, S. 364, Nr. 799. Urkunden Engelberg, Nr. 100.
  11. Hunwil: QW I/1, S. 366, Nr. 805. Urkunden Engelberg, Nr. 105. Notikon bei Baar: QW I/1, S. 384, Nr.834. Urkunden Engelberg, Nr. 110. Bachtalen bei Kulm AG: QW I/1, S. 411, Nr. 904. Urkunden Engelberg, Nr. 117. Aesch bei Birmensdorf ZH: QW I/1, S. 420, Nr. 926. Urkunden Engelberg, Nr. 118.
  12. QW I/1, S. 389, Nr. 846. Urkunden Engelberg, Nr. 112.
  13. In StiBiEbg cod. 72, ist sein Bild überliefert. Gottwald, Catalogus, S. 100. In einem cod. des Nationalmuseums Nürnberg findet sich der Besitzeintrag: «Walterus abbas de Yberc», siehe Bruckner 8, S. 62-64. Auch cod. 55 der StiBiEbg stammt aus seiner Zeit, siehe Gottwald, Catalogus, S. 92f. Durrer, Maler- und Schreiberschule, S. 149-151.
  14. Jahrbücher Engelbergs, S. 104 und 110.
  15. Zur Zeit des Interregnums war Bischof Eberhard von Konstanz staufischer, Abt Walter päpstlich-welfischer Parteigänger, siehe Heer, Vergangenheit, S. 60-63, Anm. 20.
  16. Abt Walter war 1259 auf dem Provinzialkapitel in Erfurt zum Definitor und Visitator der Benediktinerklöster der Diözese Konstanz gewählt worden, siehe Heer, Vergangenheit, S. 62.
  17. QW I/1, S. 619, Nr. 1356. Urkunden Engelberg, Nr. 152. 1275 unterzeichnete er dem Abt als «Walter sin Vorfared» eine Urkunde, QW I/1, S. 530-532, Nr. 1176.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Walter von Yberg, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 26.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 57-63.
  • Helvetia Sacra III I, S. 614f.