Walter von Cham

Aus Kloster-Engelberg
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Walter von Cham (* unbekannt; † 3. Februar 1276 in Engelberg)

Ämter

Propst: 1266–1270?

Abt: 1270–1276

Lebensbeschreibung[1]

Er entstammte einem ritterlichen Meier­geschlecht der Fraumünsterabtei Zürich.[2] Am 14. September 1252 und 13. Juli 1254 ist er als Priester und Mönch[3] am 27. Juli 1266 als Propst bezeugt.[4] Näheres über seine Abtswahl sagen die Quellen nicht. Am 27. Oktober 1270 übertrug der Bischof von Konstanz anlässlich einer Visitationsreise dem Kloster Engelberg die Pfarrpfründe von Stans.[5] Am 13. September 1271 erhielt Abt Walter vom Kloster Murbach ein Grundstück bei der Peterskapelle in Luzern, wo er das sogenannte Engelbergerhaus errichten liess.[6] Wohl um sich gegen feindliche Elemente im Konvent zu sichern, wandte er sich an König und Papst. Der Habsburger Rudolf gewährte ihm am 25. Januar 1274 einen überaus wohlwollenden Schirm­brief.[7] Papst Gregor X. versicherte ihn am 4. Juni 1274 seines Schutzes.[8] Im Grenzstreit mit den Urnern auf den Surenenalpen setzte sich am 10. Oktober 1273 die Gemahlin Rudolfs von Habsburg für Engelberg ein.[9] Am 11. August 1275 sprach Markward von Wolhusen im Auftrag des Königs dem Kloster das Eigentumsrecht an den Surenenalpen zu, während Uris Rechte bis zur Stäubi anerkannt wurden.[10] Von Walters Tätigkeit für die Schreibstube zeugt der Cod. 39 der Stiftsbibliothek.[11] Abt Walter starb am 3. Februar 1276.[12]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 615f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 143.
  3. QW I/1, S. 305, Nr. 673; S. 323 Nr. 716. Urkunden Engelberg, Nr. 91, S. 95.
  4. QW I/1, S. 444f, Nr. 982. Urkunden Engelberg, Nr. 121.
  5. QW I/1 , S. 470f, Nr. 1047. Die Übertragung des Patronatsrechtes von Stans 1191, siehe oben unter Abt Berchtold. Zur Visitations­reise des Bischofs cf. Heer, Vergangenheit, S. 64, Anm. 29.
  6. QW I/1, S. 497f. Nr. 1062.
  7. Ibidem, S. 503, Nr. 1115. Urkunden Engelberg, Nr. 133.
  8. QW I/1, S. 510, Nr. 1131. Urkunden Engelberg, Nr. 134.
  9. QW I/1, S. 500, Nr. 1107. Urkunden Engelberg, Nr. 132.
  10. QW I/1, S. 530-532, Nr. 1176. Hess, Grenzstreit, bes. S. 14-16.
  11. Gottwald, Catalogus, S. 59. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 209. Bruckner 8, S. 64.
  12. Jahrbücher Engelbergs, S. 104 und 110. StiBiEbg cod. 26, f. 2v. Jahrzeitbücher Engelbergs, S. 248.

Bibliographie

  • De Kegel, Rolf: Walter von Cham, in e-HLS.
  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 27.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 64-66.
  • Helvetia Sacra III I, S. 615f.