Thomas Weber

Aus Kloster-Engelberg
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Thomas (Josef Franz) Weber (* 24. Januar 1730 in Arth; † 17. Mai 1803 in Sins)

Lebensdaten

Profess: 15. September 1748

Priesterweihe: 24. Dezember 1752

Primiz: 1. Januar 1753

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1754–1758?

Kapellmeister: 1754–1758?

Präzeptor: 1754–1758?

Bibliothekar: 1754–1758?

Pfarrer in Abtwil: 1758–1764

Küchenmeister: 1766–1767

Grosskellner: 1767–1769

Pfarrer in Auw: 1769–1782

Pfarrer in Sins: 1782–1803

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Josef Joachim Weber, Kastvogt, und der Maria Magdalena Kenel.

Paten: Johann Franz Weber und Anna Maria Weber.

Bruder: P. Friedrich Weber OSB, Kloster Fischingen (1734–1763)

Lebensbeschreibung[1]

P. Thomas gehörte zum Zweig der Familie Weber in Arth, wo er am 24. Januar 1730 den Eltern, Kastvogt Josef Joachim Weber und Maria Magdalena Kenel geboren wurde. Er erhielt in der Taufe den Namen Josef Franz. Als Taufpaten sind genannt: Kirchenpfleger Johann Franz Weber und Anna Maria Weber. Die Firmung ist vermerkt, aber ohne weitere Angaben. Den Taufschein stellte der Pfarrer und Apostolischer Protonotar Johann Georg Walder am 11. Februar 1747 aus. Sein Name ist in Engelberg erstmals am 10. Dezember 1745 erwähnt, da sein Vater Tischgeld und Extrakosten im Betrag von 66 gld. zahlte sowie weitere 111 gld.[2] Am 5. September 1745 wird er unter den Schülern erwähnt, die an der Weihe der neuen Klosterkirche teilnahmen.[3]

Am 9. September 1747 stellte er sich zusammen mit Kaspar Niederberger, Dom Rusca und Emanuel Schnüepper dem Kapitel mit der Bitte um Aufnahme ins Noviziat. Als Mitgift konnte der Vater 600 flor. versprechen und die Bezahlung der üblichen Nebenauslagen. Nach der Profess leistete er aber im ganzen 750 gld. Er wurde mit den anderen Kandidaten am 14. November 1747 eingekleidet und legte am 15. September 1748 die Profess als Fr. Thomas von Aquin ab. Am 24. Oktober wurden für ihn weitere 61 gld samt Wäscherlohn geleistet. Am 15. September 1748 zahlte der Vater für ihn an die Aussteuer 750 gld.[4]

Bei der Befragung der helvetischen Kommission 1798 heisst es von ihm: "Er ist gelehrig, er lernte die Inferiora in Engelberg, auch die Philosophie und Theologie studierte er in Engelberg." Den Subdiakonat erhielt er am 6. März 1751 durch Nuntius Filippo Acciaiuoli in Luzern, den Diakonat am 21. Februar 1752 und die Priesterweihe am 24. Dezember 1752, mit Altersdispens, die der Vater bezahlte. Die Primiz folgte am Neujahrstag 1753. Dabei assistierte der Festprediger, Kaplan Dr. Weber von Schwyz.[5]

1754 war er Lehrer an der Stiftsschule und erster Kapellmeister.[6] Am 19. Oktober 1754 wurde er zum Präzeptor der Schule ernannt.[7]Am 5. Oktober 1754 wird er Bibliothekar und Musiklehrer der Studenten.[8] Von 1758 bis November 1764 wurde er Pfarrer in Abtwil.[9] Am 30. November 1766 übernahm er das Amt des Küchenmeisters.[10] Am 24. Februar 1767 erfolgte seine Ernennung zum Grosskellner.[11] 1769 gehörte er zur Kommission, die nach dem Tod von Abt Maurus Zingg die äbtliche Verwaltung weiterführen und die Finanzen prüfen sollte.[12] Am 26. November 1769 kam er als Pfarrer nach Auw.[13]

Am 1. März trat er in Sins seinen letzten Posten an. P. Thomas war eine ängstliche Natur. Er wurde Mitte März 1798 durch die politischen Ereignisse so erschreckt, dass er Berchtold Villiger als Gehilfen und Tröster nach Sins wünschte. Er schrieb am 13. Mai ins Verkündbuch: "Die Prozessionen (zu den umliegenden Kirchen und Kapellen) können dieses Jahr, wegen den überall herumschweifenden Soldaten und wegen anderen Unzukömmlichkeiten nicht gehalten werden."[14] P. Thomas flüchtete dann am 28. April nach Schwyz, über Seeelisberg und Emmetten nach Buochs und Engelberg. P. Berchtold aber blieb in Sins und musste die eingedrungenen Franzosen bewirten.[15] Als die Lage ruhiger wurde, kehrte er nach Sins zurück und starb hier am 17. Mai 1803. P. Thomas hatte im Frauenkloster Schwyz eine Schwester, bei deren Einkleidung er zugegen gewesen war.[16] Er war ausserdem ein leidenschaftlicher Komponist gewesen, wovon die Werke zeugen, die von ihm noch in der Musikbibliothek vorhanden sind.

Werke[17]

  • Salve Regina, für 2 Canti, 2 Violinen, Viola und Orgel. 1750.
  • Die Sext und Non für Sonntag, Montag und durch die Woche. 1753, E. (nur mehr Alt- und Tenorstimme vorhanden).
  • Im gleichen Hefte befinden dich der Hymnus "Ad Coenam Agni providi", 12 Magnificat für 4 Stimmen, und ein solches für 2 Chöre.
  • Offertorium de Nomine Jesu "Sanctum et terribile", für 4 Stimmen, 2 Violinen, Viola, Basso, 2 Corni und Organo. 1755.
  • Offertorium „Cantate“ für 4 Stimmen, 2 Violinen, Viola und 2 Trompeten ad lib. 1756.
  • Duetto "Jesu decus angelicum", für Canto und Alto, 2 Violinen und Viola. 1756.
  • Offertorium "Ecce amica mea", für 4 Stimmen, 2 Violinen, Viola, Violoncell, 2 Corni und Organo. 1757. E.
  • 4 feierliche Messen für 4 Stimmen und kleines Orchester. Leider fehlen Canto und einige Orchesterstimmen. Neben weit ausgesponnenen konzertierenden Teilen enthalten die Messen auch fugierte Sätze.
  • Aria pro festo S. Caeciliae, für Canto-Solo, 2 Violinen, Viola und Organo.

Ein weiteres Werkverzeichnis von P. Thomas ist im RISM zu finden.

Professnummer

  • Nr. 559

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 33, S. 673.
  3. StiBiEbg cod. 784.
  4. StiArEbg cod. 377.
  5. Acta capitularia III (Jan. 1747 – Juni 1754), StiArEbg cod. 192, S. 332.
  6. Ibidem, S. 436.
  7. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 11.
  8. Ibidem, S. 45.
  9. Hess, die Pfarrgeistlichen, S. 118.
  10. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 178.
  11. Ibidem, S. 182.
  12. Ibidem, S. 188.
  13. Ibidem, S. 197.
  14. Pfrbl. d. Kirchgem. Sins, Nr. 29, Jg. 3, 19. Juli 1930.
  15. Acta capitularia V (1798), StiArEbg cod. 277, S. 274.
  16. StiArEbg cod. 37, S. 53 zum 30. Mai.
  17. Huber, Die Pflege der Kirchenmusik im Stift Engelberg während des 17. und 18. Jahrhunderts in: Angelomontana, Jubiläumsschrift f. Abt Leodegar Scherer, 1914, S. 424.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 132, Nr. 559.
  • Heer, Gall: Abt Karl Stadler von Engelberg 1803–1822, 1956, S. 41.
  • Hess, Ignaz: Die Pfarrgeistlichen von Sins, Auw und Abtwil, 1928, S. 109, 116, 118.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.