Thomas Steiner

Aus Kloster-Engelberg
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Thomas (Johann) Steiner (* 9. Dezember 1878 in Baar; † 14. Oktober 1918 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 15. September 1883

Priesterweihe: 26. Juli 1886

Primiz: 15. August 1886

Ämter

Lehrer in der Stiftsschule: 1887–1901, 1904–1906

Spiritual in St. Andreas: 1901–1904, 1906–1915

Kustos: 1904–1906

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Karl Anton Steiner und der Philomena Langenegger.

Lebensbeschreibung[1]

Jo­hann Steiner wurde am 4. Juni 1862 als Sohn einer ka­tholischen Bauernfamilie auf Deubühl in Baar geboren. Seine Gymnasialstudien ab­solvierte er an den Lehranstalten von Ein­siedeln, Engelberg und Schwyz und trat im Herbst 1882 in Engelberg ins Noviziat ein. Am 15. September 1883 legte er als Fr. Thomas von Aquin Profess ab, um dann an der Hauslehranstalt seines Klosters und in Salzburg Theologie zu studieren. Am 15. August 1886 feierte er Primiz.

Dann begann die praktische Berufsarbeit. Im Herbst 1887 wurde P. Thomas Lehrer an der Klosterschule. 1901 wurde er Spiritual in Sarnen. 1904 kehrte er wieder nach Engelberg zurück, wo er zwei weitere Jahre an der Schule tätig war und vorübergehend auch das Amt des Kustos versah.

Hätte sich zu seiner Tüchtigkeit und zu seinem Eifer eine grössere Sicherheit im Auftreten gesellt, so wäre P. Thomas ein vorzüglicher Professor geworden. Aber seine Herzensgüte und seine Befangenheit brachten es mit sich, dass seine Autorität, wenn sie einer allzu lebensvollen Jugend gegenüberstand, nicht selten ins Wanken geriet. Da musste er, dem Wunsch seiner Oberen folgend, ein zweites Mal die Seelsorge im Sarner Frauenkloster übernehmen und blieb bis im Herbst 1915. Dann kehrte er zu seiner grössten Freude wieder in den Kreis seiner Mitbrüder zurück.

und stille Arbeit füllten seine letzten drei Jahre aus. Ge­sundheitlich ging es ihm recht ordentlich, bis ihn Frühling 2018 eine heimtückische Brustfellentzündung aufs Krankenlager warf. Die warmen Tage des Hochsommers brachten zwar eine kurze Erleichterung, aber mit dem Eintritt der rauheren Witterung stellten sich zunehmende Beschwerden ein; periodisch auftretende, heftige Fieberanfälle zehrten an seinen letzten Kräften.

An seinem Kloster und seinen Mitbrüdern hing P. Tho­mas mit rührender Liebe. Wenn der Gehorsam eine zeitweilige Entfernung vom Kloster verlangte, bedeutete das für ihn so viel wie eine Verbannung und der Tag der Heimkehr war ihm ein Festtag. War er im Kloster, dann zeigte sich diese Liebe zu den Mitbrüdern in einer unermüdlichen Dienstfertigkeit. Er selbst aber war die Anspruchslosigkeit selber. Noch in seinen letzten Tagen, als ihm das Sprechen schwerer und schwerer ging, fand er immer wieder Worte des Dankes und der Entschuldigung für die vielen Mühen, die er seinen Mitbrüdern verursache.

Professnummer

  • Nr. 662

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 4, S. 148-149, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Thomas Steiner, in: Titlisgrüsse 4, S. 148-149.