Stephan Gehrig

Aus Kloster-Engelberg
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Stephan Gehrig (* ca. 1550; † unbekannt)

Ämter

Prior: 1584–1590

Pfarrverweser in Wolfenschiessen: 1604

Lebensbeschreibung[1]

P. Stephan stammte aus Uri, vermutlich von Altdorf. Doch volle Sicherheit ergibt sich auf Grund der vorliegenden Quellen nicht. Auch für die Familienverhältnisse können nur Vermutungen angestellt werden. Möglicherweise war der politisch einflussreiche Bartholomäus Gehrig, der seit 1590 als Landvogt in Dollenz (im urnerischen Blenio) auftritt ein Bruder von P. Stephan. Beim Beschluss der Kastvögte vom 12. Mai 1567 war es vielleicht P. Stephan, der dort erwähnt wurde: "dass man sol ein jüngling, der ziemlich angricht [fähig] zu schicken gen Engelberg in das gotzhus, dem wird da werden ziemlich notdurft und trinkens und schuel. Vater und Mutter aber oder die fründ sollent ihm kleidung gen."[2] In den Eidgenössischen Abschieden fehlt der Beschluss. Er dürfte aber dem jungen Gehrig den Weg in die Schule und ins Kloster geebnet haben. Denn über die Aufnahme junger Leute wollten die Schirmorte befinden. Als Geburtsjahr kommt demnach ca. 1550 in Betracht. 1580 war er als Pater bei der Glockenweihe im Kloster zugegen. Von 1584 bis 1590 ist er unter Abt Gabriel Blattmann als Prior bezeugt. 1603 nahm er an der Wahl des Abtes Jakob Benedikt Sigerist teil und wirkte 1604 für kurze Zeit als Pfarrver­weser von Wolfenschiessen. 1603 war er unter dem Namen Stephan Albert als Helfer zu St. Michael in Zug überliefert. Albert ist hier wohl ein Schreibfehler, da P. Stephan Robert mit zweitem Namen hiess.[3] Unter Abt Gabriel Blattmann führte er mit anderen Konventualen ein "ärgerliches Leben", wie der Tagsatzungsabschied von 1590 sagt. Man mahnte ihn, er solle als Prior mehr Gehorsam und Eifer zeigen und weniger Hochmut in der Kleidung. Nuntius della Torre verfügte, dass er samt dem Abt und P. Peter Stierli bei den Barfüssern in Luzern gefangen gehalten werde, bis sie auf andere Klöster verteilt werden könnten. Gehrig kam zunächst nach Rheinau, wo er aber wieder davonlief, worauf ihm St. Gallen zur Internierung zugewiesen wurde. Hier durfte er die Zelle nur zum Gang in die Kirche, ins Chor und Refektorium verlassen und wurde bei strengem Fasten gehalten. Wie lange er in St. Gallen blieb, ist nicht überliefert. Er scheint aber noch ausserhalb des Klosters Pfründen angenommen zu haben. Wo er sein unruhiges Leben beschloss und wann er starb, ist unbekannt.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 219.
  3. Iten, Tugium sacrum I., Stans 1952, S. 41.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 100f.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.