Rudolf von Stühlingen

Aus Kloster-Engelberg
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Rudolf von Stühlingen (* unbekannt; † 7. Februar 1398 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1360–1398

Lebensbeschreibung[1]

Er gehörte einer österreichischen Ministerialenfamilie in Regensberg ZH an.[2] Als Mönch von St. Blasien[3] wurde er 1360 zum Abt von Engelberg postuliert.[4] Die offizielle Bestätigung durch den Bischof von Konstanz erfolgte 1361.[5] Abt Rudolf setzte sich tatkräftig für die Sanierung der klösterlichen Finanzen ein. Am 1. Februar 1361 erhielt er von Herzog Rudolf IV. von Österreich die Zollbefreiung in dessen Gebiet[6] und am 13. März 1361 für das Frauenkloster das Patronatsrecht der Pfarrkirche Küssnacht SZ[7]. Am 6. April 1361 verpfändete er seinem Mutterklo­ster St. Blasien 13 Engelbergerhöfe in den Kantonen Aargau und Zürich.[8] 1362 erfolgte der Kauf und die Ausbesserung des Engelbergerhauses in Zürich und 1364 der Erwerb eines Hofes in Zürich-Enge.[9] Am 5. August 1366 verkaufte Abt Rudolf die klösterlichen Güter in Schwyz[10] und erwarb dafür am 1. Mai 1367 nähergelegene Besitzungen in Oberrickenbach.[11] Am 30. Mai 1367 veräusserte das verschuldete Stift Beromünster den Hof Kerns und das Patronatsrecht der dortigen Kirche und der Filialkapelle St. Niklausen an Engelberg.[12] Für das unmittelbare leibliche Wohl der Klosterinsassen sorgte der Abt durch die Neuregelung der Fischzinsen in Stansstad am 15. Mai 1372.[13] Abt Rudolf konnte zahlreiche bischöfliche[14] und päpstliche Gunsterweise entgegennehmen. Von den Päpsten Urban V. und Gregor XI. erhielt er am 22. Oktober 1370[15] und am 3. Februar 1371[16] Bestätigungen aller Rechte und Privilegien. Gregor XI. und Urban VI. setzten sich am 7. Januar 1371[17] und am 17. Juni 1378[18] für Engelberg ein und forderten die Rückerstattung der dem Kloster unge­recht entzogenen Güter. Für das hohe Ansehen des Abtes in kirchlichen Kreisen sprechen auch seine Wahl zum Visitator am Generalkapitel der Benediktinerprovinz Mainz-Bamberg in Augsburg 1375[19] und der päpst­liche Auftrag vom 15. Dezember 1375, die Urner von Exkommunikation und Inter­dikt zu lösen.[20] Abt Rudolf starb am 9. Februar 1398.[21]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 620f) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 145f.
  3. Ludwig Schmieder, Das Benediktinerkloster St. Blasien, Augs­burg 1929, Anhang S. 18 Nr. 29 (mit falschen Daten).
  4. Jahrbücher Engelbergs, S. 111.
  5. Ib., S. 106.
  6. Urkunden Engelberg, Nr.321.
  7. Ib., Nr. 322.
  8. Ib., Nr. 323. UBZug 1, Nr. 50.
  9. Nur in den Annalen überliefert, Jahrbücher Engelbergs, S. 106 und 111. Vgl. Heer, Vergangen heit, S. 109, Anm. 11.
  10. Urkunden Engelberg, Nr. 332.
  11. Ib., Nr. 335.
  12. Ib., Nr. 336. Abt Rudolf setzte sich für die Vollendung und Ausstattung der Kapelle von St. Niklausen ein. Durrer, KDUnterwalden, S. 382f.
  13. Urkunden Engelberg, Nr. 239.
  14. Das Verhältnis zum Bischof von Konstanz in Heer, Vergangen­heit, S. 106, Anm. 4, S. 110, Anm . 13.
  15. Urkunden Engelberg, Nr. 348.
  16. Ib., Nr. 350.
  17. Ib., Nr. 349. FRB 9, S. 246, Nr. 485.
  18. Urkunden Engelberg, Nr. 378.
  19. StiArEbg cod. 221, p. 156 . Heer, Vergangenheit, S. 113.
  20. Urkunden Engelberg, Nr. 360.
  21. StiBiEbg cod. 26, f. 2v, cod. 11, f. 6r.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 31.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 106-115.
  • Helvetia Sacra III I, S. 620f.
  • Stauffacher, Mathias: Rudolf von Stühlingen, in e-HLS.