Rudolf Kaufmann

Aus Kloster-Engelberg
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Rudolf Kaufmann (* unbekannt von Baden; † 14. September nach 1451 in Engelberg)

Ämter

Abt: 1435–1441, 1450

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Wernli Kaufmann und der Anna Murer.

Lebensbeschreibung[1]

Sohn des Wernli Kaufmann und der Anna Murer, die beide einem alten Ratsherrengeschlecht der Stadt Baden AG angehörten.[2] Am 1. April 1435 bestätigte der Bischof seine Wahl zum Abt von Engelberg.[3] Obschon er als ein Mann voll Tugend und Frömmigkeit gerühmt wird, machte ihn eine zu grosse Nachgiebigkeit gegenüber seinen Widersachern und Untergebenen zu einem unfähigen Klostervorsteher.[4] Bereits am 20. Dezember 1435 unterzeichnete er den Landmarchenbrief zwischen Engelberg und Nidwalden, der die Grenzen des Klosterbesitzes in Grafenort stark verkürzte.[5] Am 14. September 1438 erlaubte er den Leuten von Wolfenschiessen, sich aus dem Pfarrsprengel von Stans zu lösen und eine eigene Pfarrei zu gründen.[6] Am 23. Juni 1440 verkaufte er den Schwyzern den Turm, die Vogtei und die Gerichte in Merlischachen. Als Gegenleistung erhielt Engelberg Zollfreiheit im Lande Schwyz.[7] Vermutlich im Zusammenhang mit einer Visitation[8] verzichtete Rudolf am 26. September 1441 auf sein Amt.[9] Nach der Abset­zung seines Nachfolgers wurde er kurz vor dem 2. August 1450 nochmals auf den Abtsstuhl berufen, aber ohne die Schirmorte und gegen den Willen einer ihm feindlich gesinnten Richtung im Kloster.[10] Er zog sich aber schon nach zehn Wochen wieder zurück.[11] Abt Rudolf starb an einem 14. September.[12]


Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 624) übernommen.
  2. Durrer, Familiennamen, S. 147. Walther Merz, Wappenbuch der Stadt Baden, Aarau 1920, S. 151.
  3. REG 3, Nr. 9647.
  4. Gottwald, Album Engelbergense, S. 34.
  5. StiArEbg cod. 239, p. 301; cod. 281, p. 131f. Theophil Graf, Die Ausmarchung zwischen Engelberg und Nidwalden von 1435, in Beiträge zur Geschichte Nidwaldens 18, 1947, S. 5-21.
  6. REG 3, Nr. 10183. Durrer, KDUnterwalden, S. 1032.
  7. StiArEbg cod. 239, p. 326 und333. Hess, Merleschachen, S. 153-158.
  8. StiArEbg cod. 281, p. 156.
  9. Ib., cod. 281, p. 159. REG 4, Nr. 10517.
  10. StiArEbg cod. 281, p. 393.
  11. Ib., Benedikt Keller, Annalen, p. 70. Jahrbücher Engelbergs, S. 106f und 113.
  12. StiBiEbg cod. 10, f. 17r. Am 4. August 1455 wurde für ihn und seine Angehörigen eine Jahrzeit gestiftet, da er für den Hochaltar der Klosterkirche ein Tafelbild hatte malen lassen, ib., Cod. 11, f. 24r.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 34.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 132-135.
  • Helvetia Sacra III I, S. 624.