Rudolf Gwicht

Aus Kloster-Engelberg
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Rudolf Gwicht (* unbekannt von Fribourg; † 19. März 1576 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 21. Mai 1553 (im Kloster Muri)

Ämter

Abt: 1574–1576

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Gwicht und der Katharina Werli.

Neffe: Sebastian Werro, Dekan, Propst an der Kathedrale St. Nikolaus, Fribourg.

Lebensbeschreibung[1]

Sohn des Freiburger Patriziers und Ratsherrn Jakob Gwicht und der Ratsherrentochter Katharina Werli.[2] Sein Neffe war der Dekan und Gelehrte Sebastian Werro[3] Rudolf trat am 23. Oktober 1552 ins Kloster Muri ein, legte am 21. Mai 1553 Profess ab und wurde schon 1556 zum Prior oder Dekan ernannt[4] 1564 pilgerte er ins Heilige Land und wurde dort zum Ritter des Heiligen Grabes und der heiligen Katharina geschlagen.[5] 1566 bis 1574 war er Vierherr (Kaplan) in Sursee LU, dessen Kirche Muri inkorporiert war.[6] Nach dem Tod des Abtes Jodoc Krämer bat der einzige noch lebende Engelberger Konventuale, P. Georg Staub, die Äbte von Einsiedeln und Muri um einen neuen Klostervorsteher. Sie wählten am 22. März 1574 in Engel­berg Rudolf Gwicht.[7] Dieser betätigte sich trotz seiner kurzen Regierungs­zeit und den knappen Finanzen mehrfach als Bauherr.[8] Er liess den Chor der Kirche erneuern und mit Glasgemälden versehen. Der naturwissenschaftlich interessierte Abt verfertigte selber eine Kirchenuhr.[9] An ihn erinnern heute noch ein Totenschild zum Gedenken an die Heiliglandfahrt.[10] und mehrere Bücher aus seinem Besitz.[11] Er starb am 19. März 1576 an einem Schlaganfall.[12]

Werke

  • Schemata et enucleationes corporis spherici. Ad breve compendium Mathematices reducta. (StAAG)

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 631f) übernommen.
  2. StAFribourg, Extraits des Notaires 1546, p. 201, 215 ; Bürgerbuch II, S. 125 und 134.
  3. Perler, Othmar: Sebastian Werro (1555-1614). Beitrag zur Geschichte der katholischen Restauration zu Freiburg in der Schweiz, in: Freiburger Geschichtsblätter 35, 1942.
  4. Strebel, Kurt: Die Benediktinerabtei Muri in nachreformatorischer Zeit, 1549-1596, Diss. Freiburg/Schweiz, Winterthur 1967, S. 178. StAAG, Urkunden Abt. Muri 745, 746 und 751.
  5. Wymann, Eduard: Eine Erinnerung an die Jerusalem­fahrt des Engelberger Abtes Rudolf Gwicht, in: ZSKG 19, 1925, S. 62-65.
  6. Beck, Carl: Kirche, Pfarrei und Klerus von Sursee, Sursee 1938, S. 76.
  7. EBiAFreiburg i. Br., Kopie in StiArEbg cod. 282, p. 250: Proklamation vom 15. Juli 1574. EBiAFreiburg i. Br., Kopie in StiArEbg cod. 240, p. 206ff: Bischöfliche Bestätigung vom 26. August 1574. Wahlakten sind nicht vorhanden.
  8. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 108, 120, 132, 1107. Hess, Ignaz: Schild- und Fensterschenkungen in Engelberg, in: Obwaldner Geschichtsblätter 2, 1904, S. 121.
  9. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 108 und 120. Zu seinen naturwis­senschaftlichen Interessen vgl. Strebel, Die Benediktinerabtei Muri, S. 151f.
  10. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 175. Wymann, Eduard: Eine Erinnerung an die Jerusalemfahrt des Abtes Rudolf Gwicht, in: Titlisgrüsse 3, 1917, S. 104-106.
  11. StiBiEbg, I, 239, Inc. 168, S. 228 und 240. Vgl. Stultifera navis 1954, S. 89ff. Dazu Bände in der Muri-Bibliothek in StAAargau in Aarau.
  12. StiBiEbg cod. 11, f. 6v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 39.
  • Helvetia Sacra III I, S. 631f.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 175-179.
  • Kiem Martin: Geschichte der Benedictiner Abtei Muri-Gries. Stans 1888, S. 388.
  • Rudolf Gwicht im Professbuch Kloster Muri-Gries.
  • Stöcklin, Augustin: Miscella historica Monasterii Murensis. Muri 1630, S. 142, 191, 275 und 289. (Handschrift, Cod. chart. 313 und 313a, StiAMG Sarnen)
  • Strebel, Kurt: Die Benediktinerabtei Muri in nachreformatorischer Zeit 1549-1596. Winterthur 1967, 178.
  • Wymann, E. Eine Erinnerung an die Jerusalemfahrt des Abtes Rudolf Gwicht, in: Titlis-Grüsse 2, Sarnen 1917.