Rudolf Amstutz

Aus Kloster-Engelberg
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Rudolf Amstutz (* unbekannt; † 22. April nach 1412 in Engelberg)

Ämter

Grosskellner: ?

Kustos: ?

Lebensbeschreibung[1]

P. Rudolf ist erstmals überliefert unter den Zeugen mit Johannes von Bolsenheim und zwar als "Rudolfus celerarius".[2] P. Rudolf besetzte demnach das Amt eines Grosskellners im Kloster Engelberg. Die Familie stammt aus Engelberg, wo sie zu den ältesten Bürgergeschlechtern gehört. Dass Rudolf eine Art Vertrauensperson seines Abtes war, ergibt sich schon daraus, dass er ihn mehrfach als Zeugen bei Rechtshändeln beizog, so am 1. März 1399 als "Rudolf Amstutz, unser Klosterherre"[3], so am 25. Februar mit seinem Abt Walter Mirer, wo er unter demselben Titel erscheint. Schon am 11. März 1405 war er mit Arnold Pippli Begleiter des Abtes, als dieser auf dem Weg nach Oberwil bei Zug von zwei Brüdern aus Küssnacht überfallen und verwundet wurde.[4] Ob sich diese Angreifer an ihrem ehemaligen Pfarrer von Küssnacht aus irgend einem Grund rächen wollten? Es scheint nicht ganz ausgeschlossen. Und wieder war Rudolf mit seinem Abt zusammen, als dieser im Frühling 1412 von vier Nidwaldnern tätlich angegriffen wurde. Rudolf wurde dazu vierzehn Tage gefangen gehalten, was die Nidwaldner in Acht und Bann, resp. ins Interdikt brachte.[5] Der Abt setzte sich beim Bischof dafür ein, dass er die kirchliche Strafe über das Land Nidwalden aufhebe, da nun zwischen dem Kloster und Nidwalden sowie dem Tal von Engelberg eine gütliche Einigung erfolgt sei. Das Tal Engelberg hatte sich damals von Nidwalden ins Landrecht aufnehmen lassen, war also vom Kloster abgefallen.[6] Nach A. Truttmann soll Amstutz auch Pfarrer von Küssnacht gewesen sein.[7] Aber abgesehen von der ganz ungenügenden Beweisführung für die Annahme, er sei "höchst wahrscheinlich" dort Pfarrer gewesen, sprechen die Quellen in Engelberg ganz dagegen. Er ist zum 22. April vor 1451 im Nekrolog II eingetragen: "Gedenkent her Ruodolfo Amstutz, kuster dis Gotzhus".[8] Als "Custos" ist er auch im Nekrolog III erwähnt, also als Verwalter der Sakristei.[9]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg, Urkunde B.10a.
  3. Geschichtsfreund 55, 1900, Nr. 415.
  4. Geschichtsfreund 57, 1902, Nr. 436.
  5. Vgl. Nidw. Beiträge II., 1885, S. 85 und Geschichtsfreund 12, 1856, Nr. 235ff.
  6. Vgl. Heer, Aus der Vergangenheit, S. 120f.
  7. Heraldisches Archiv, 1916, S. 114.
  8. StiBiEbg cod. 10, f. 32r.
  9. StiBiEbg cod. 11, f. 15v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 80.
  • Hess, P. Ignaz: P. Rudolf Am Stutz. Erwähnt 1399–1415, in: Das geistliche Engelberg 2 (Schriften zur Heimatkunde von Engelberg, Heft 9, 1945), S. 14-17.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.