Plazidus Knüttel

Aus Kloster-Engelberg
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Wappen von Abt Plazidus Knüttel.
Ausschnitt eines Porträts von Abt Plazidus Knüttel vom Stanser Kunst- und Kirchenmaler Melchior von Deschwanden. Modell stand P. Plazidus Wissmann.

Plazidus (Jakob) Knüttel (* 27. Februar 1593 von Uznach; † 30. August 1658 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 3. Februar 1609

Priesterweihe: 17. Dezember 1616

Ämter

Prior: 1619–1630

Abt: 1630–1658

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Knüttel und der Elisabeth Rickenschwiler.

Lebensbeschreibung[1]

Abt Plazidus wurde in Uznach als Sohn des Johann Knüttel und der Elisabeth Rickenschwiler.[2] Am 15. Dezember 1605 kam er gegen seinen Willen an die Klosterschule Engelberg, trat am 3. Februar 1608 ins Noviziat ein und legte am 3. Februar 1609 die Profess ab. Die höheren Studien begann er im Kloster. Ab 1611 war er in Luzern und Dillingen. Am 17. Dezember 1616 erhielt er in Konstanz die Priesterweihe.[3] Schon 1619 wurde er Prior, 1626 zusammen mit P. Subprior Augustin Lang Administrator des Klosters (vgl. Abt Benedikt Keller). Nach der Resignation Abt Benedikts verschob man die Neuwahl wegen der Pest um neun Monate. Sie fand am 6. Februar 1630 im Engelbergerhaus in Luzern statt, wo er zum Abt gewählt wurde. Am 10. Februar 1631 erfolgte die Bestätigung durch Papst Urban VIII. Die Abts­weihe erhielt Plazidus Knüttel durch den Nuntius am 16. August 1631 in Wettin­gen.[4] Als angesehenes Mitglied der schweizerischen Äbtekonferenz erhielt er am 27. August 1631 den Auftrag, die Erneuerung des Klosters Disentis an die Hand zu nehmen.[5] Er bemühte sich um ein gutes Verhältnis zu Nidwalden und liess sich sogar in den «Unüberwindlichen Großen Rat von Stans», eine heute noch bestehende Fastnachtsgesellschaft, aufnehmen.[6] Vor allem lag ihm die Sorge um sein Kloster am Herzen. Er liess die Fratres an den Hochschulen von Luzern, Dillingen, Mailand und in Mariaberg/Rorschach ausbilden.[7] Nach 1636 erstellte Nikolaus Schönenbühl von Alpnach eine neue Chororgel. Der Kirchturm wurde durch eine Kuppel erhöht.[8] Dazu kamen zahlreiche Anschaffungen für die Sakristei, vor allem neue Reliquien­schreine.[9] 1635 weihte er die neuerbaute Kapelle im Horbis, 1648 jene im Espen.[10] 1641 wurde dem Kloster die neugestiftete Kaplaneipfründe in Vitz­nau geschenkt, die aber mit Schulden belastet war und dem Abt unliebsame Rechtshändel einbrachte.[11] Abt Plazidus war ein grosser Förderer der Biblio­thek, wo Dutzende von Bänden seinen Namen tragen.[12] Er selber verfasste ein Annalenwerk, das er 1617 als Kleriker abschloss[13], sowie das «Caeremo­niale pro Choro» von 1612, eine liturgiegeschichtlich interessante Quelle.[14] Schon 1637 und 1543 musste er die Bäder in Wallis aufsuchen. 1649 weilte er längere Zeit auf der Klosterpfarrei Sins zur Erholung.[15] Abt Plazidus starb am 30. August 1658.[16]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 637f) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 197, S. 133. StiBiEbg cod. 11, f. 15v.
  3. StiArEbg cod. 283, S. 417, 437 und 243.
  4. StiArEbg Wahlakten 1630/31.
  5. StiArEbg cod. 311, S. 236.
  6. Matt, Hans von: Der Unüberwindliche Große Rat von Stans, Stans 1971, S. 12f.
  7. StiArEbg cod. 31, passim.
  8. Huber , Kirchenmusik, S. 397f. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 114.
  9. Ib., S. 170 und 174. Ernst Alfred Stückelberg, Geschichte der Reliquien in der Schweiz 1, Zürich 1902, S. 127, 129, 132, 135, 139, 152, 157 und 162.
  10. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 222 und 228.
  11. StiArEbg Cista Luzern, Abt. Vitznau.
  12. Anschaffungen für die Bibliothek bei Gottwald, Catalogus, Reg.
  13. StiArEbg cod. 197, mit einem Reliquienverzeichnis.
  14. StiBiEbg cod. 356. Weitere Werke Knüttels in der Stiftsbibliothek, siehe Heer, Vergangenheit, S. 227, Anm. 69.
  15. StiArEbg cod. 44, f. 631, 634.
  16. StiArEbg cod. 42, S. 297; StiArEbg cod. 44, S. 652. StiBiEbg cod. 11, f. 31v.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 43.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 219-227.
  • Helvetia Sacra III I, S. 637f.
  • Hodel, Urban: Plazidus Knüttel, in e-HLS.