Peter Sigerist

Aus Kloster-Engelberg
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Peter Sigerist (* unbekannt; † 7. Mai 1573 in Engelberg)

Ämter

Grosskellner: 1567–1573

Lebensbeschreibung[1]

Als seine Heimat von P. Peter ist Luzern angegeben. 1567 war er Schaffner und Kellerar des Gotteshauses Engelberg, wie sich aus der Jahrrechnung dieses Jahres ergibt. Erstmals ist er am 28. Mai 1571 genannt, weiter am 19. Mai 1572 und am 4. Mai 1573.[2] Wenige Tage nach der letzten Rechnung, am 7. Mai 1573, starb er.[3] Dann übernahm Abt Jodoc Krämer, mit Zustimmung der Kastvögte, die Verwaltung des Klosters, allerdings unter der Kontrolle des Talweibels Suter. Peter Sigerist stiftete für sich und seine Schwester Elisabeth eine Jahrzeit, lautend auf "hus und hofstädelin am byel genannt, welches jetzt Nikolaus Kuster besitzt und innehat".[4] Die Tagherren mussten sich aber mit dem Nachlass des P. Peter nochmals beschäftigen. Die Geschwister Margrit und Verena Sigerist, die als Basen Sigerists bezeichnet werden, beklagten sich bei den Schirmherren, Sigerist habe ihnen 200 Kronen in Gold versprochen. Er habe das Geld noch zu Lebzeiten geschenkt. Jede Schwester sollte je 100 Kronen erhalten, die ihnen noch nicht ausbezahlt wurden. Er habe bei ihnen in Luzern gewohnt, als er "geschnitten" wurde.[5] Das Ganze gehe nicht auf Kosten des Klosters, sondern auf Kosten seiner Pfründe und dem, was er sich erspart habe. Nachdem er nach Engelberg zurückgekehrt sei, hätten sie ihn weiter gepflegt und forderten nun eine Art Entschädigung für neun Monate und acht Tage für Pflege und Besorgung des Haushaltes, für jeden Monat eine Krone, dazu 15 Gulden für Elsässerwein, den sie für ihn gekauft und ins Kloster geschickt hätten. Der Vogt des Klosters solle ihnen die Rechnung begleichen.[6] Sobald die Herren von Schwyz den Tod des Schaffners Peter Sigerist vernahmen, beeilten sie sich, ihren Engelberger Klostervogt Josef Kenel nach Engelberg zu schicken, um ein Inventar über seine Hinterlassenschaft aufzunehmen.[7] Das Datum, das Odermatt gibt, kann indes nicht stimmen, da sie schon am 19. März geschrieben hätten, als Sigerist noch lebte. Das Datum ist wohl auf den 9. oder 19. Mai zu korrigieren. Das Inventar stellte sich für den Verstorbenen nicht ungünstig. An Bargeld war vorhanden: 250 Sonnenkronen in Gold, 141 neue Kronen, drei einfache Dukaten, an dicken Pfennigen: 518 halbe Kronen, an Münz 42 Gulden. Im Bruchsäckel (für den täglichen Gebrauch) 20 Gulden und ein Taler. An Schulden 500 Gulden. Daneben etliche hübsche Stücke Silbergeschirr. Dies alles habe Sigerist dem Abt übergeben und die Schlüssel zu seinen Handen gestellt. Weil aber der Abt in der Haushaltung nicht erfahren sei, so meinten die von Schwyz, man solle einen Tag ansetzen, und zwar ohne Verzug, um einen neuen Schaffner zu bestimmen, der von der Haushaltung etwas verstehe. Die Herren in Luzern sollten denen von Ob- und Nidwalden möglichst bald Bericht geben. Tatsächlich aber wollte keiner der Kastvögte die Nachfolge Sigerists übernehmen, sodass man genötigt war, die Verwaltung dem Abt zu überlassen, der gern darauf einging, um zu zeigen, dass er etwas von der Sache verstand. Dass übrigens P. Peter nicht nur das Kloster bei den Jahrrechnungen in Engelberg die Anliegen des Klosters vertrat, sondern auch sonst das Vertrauen seines Abtes Jodoc Krämer genoss, zeigt die Teilnahme am Tag zu Sins vom 18. August 1567, an dem auch P. Lorenz Manhart die Interessen seiner Leutpriesterei vertrat.[8]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 218-238.
  3. StiBiEbg cod. 11, f. 17v.
  4. StiBiEbg cod. 11, f. 19r zum 20 Mai.
  5. Offenbar eine Bruchoperation nach einem Leistenbruch, vgl. Leistenbruch in Wikipedia.
  6. Collectanea Tanner 2 (1500-1600), StiArEbg cod. 282, S. 143 und 249.
  7. Miscellanea Odermatt VI in StiArEbg cod. 339, S. 99.
  8. Der Tag zu Sins in Eidgenössische Abschiede, IV, S. 370.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 98.
  • StiArEbg Professbucheinträge nach P. Gall Heer.