Peter Kulen

Aus Kloster-Engelberg
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Peter (Franz) Kulen (* 2. Oktober 1708 in Paderborn; † 14. August 1767 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 2. November 1738

Ämter

Pförtner: 1737–1767

Sakristan: 1737–1767

Konventbruder: 1737–1767

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Melchior Kulen und Anna M. Küper.

Lebensbeschreibung[1]

Dieser Laienbruder kam aus der "alten Römisch-Katholischen Bischofsstadt Paderborn", wie die Professurkunde sagt. Seine Eltern waren Melchior Kulen und Anna M. Küper, denen er am 2. Oktober 1708 geboren wurde. In der Taufe erhielt er den Namen Franz. Der Taufschein trägt die Unterschrift des Bernhard Meyer, Notarius Apost., Pastor ad S. Bartholomaeum und ist datiert vom 25. August 1731. Es liegt auch eine Empfehlung der Meister der Zinngiesser der Stadt vor, unterschrieben von einer Reihe führender Beamter. Wie der Westfale den Weg ins Kloster Engelberg fand, ist nicht dokumentiert.

Am 4. Oktober 1737 gab ihm das Kapitel die Zulassung zur Profess, die nach Straumeyer die erste Profess im neuen Kloster gewesen sei.[2] Er war von Beruf Kannengiesser und war bereits ein Jahr im Dienst des Klosters. Er arbeitete im Refektorium, in der Sakristei und als Konventbruder. Von ihm wird gesagt, er sei von Haus aus arm gewesen, es sei zu befürchten, dass er gern regieren möchte, denn er sei ein Mann von viel Erfahrung, weit gewandert und geschickter, als man es bei einem Laienbruder erwarten könnte. Es sei Gefahr, dass er zu Überheblichkeit neige.[3] Am 30. Oktober hiess es, er nehme Mahnungen mehr mit verächtlichem, als mit geduldigem Lächeln hin. Dagegen wird von ihm gerühmt, dass ihn seine Treue empfehle, seine Klugheit und Demut. Am 20. März ? war er nicht im Kloster, denn an diesem Datum erhielt er gemäss Schusterrechnung als Franz Kulen ein Paar Schuhe.[4] Am 26. Mai dieses Jahres erhielt er "ein möschen Uehrlin" für 12 gld.[5]

Er war fast 30 Jahre Pförtner und Sakristan und wird als eifrig geschildert.[6] In Frömmigkeit und Arbeitseifer kam ihm keiner nach.[7] Er starb um die Mittagszeit des 14. August 1767 an Wassersucht, die ihn lange Zeit beim Gehen behinderte, sodass er bekannt war durch seinen langsamen Gang. Dass er sich auch mit Lektüre befasste, zeigt der Eintrag in der Stiftsbibliothek Nr. 65: "Franz Kulen est possessor."[8]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Vermerk auf der Rückseite der Professformel.
  3. Acta capitularia II (Okt. 1737 – Dez. 1746), StiArEbg cod. 191, S. 75.
  4. StiArEbg Rechnungsbuch Sins, 1677 ff.
  5. StiArEbg cod. 37, 26. Mai.
  6. StiArEbg cod. 396 (Pfarrbuch 1750-1777), Tabula Defunctorum IV, S. 560.
  7. Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 183.
  8. Es handelt sich um "Johannis Graupii Gnomia mechanica oder Mechanische Sonnen-Uhr-Kunst. Frankfurt J.C. Wohler 1720." Dann "Pro me solvit 5 Flor. anno 1737."

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 128.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.