Peter Haag

Aus Kloster-Engelberg
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Peter (Johann Anton) Haag (* 20. Dezember 1863 in Götighofen; † 29. Oktober 1934 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 10. Oktober 1884

Ämter

Grafenortsbruder: 1898–1930

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Xaver Haag und der Anna Maria Haag.

Neffe: P. Beda Haag

Lebensbeschreibung[1]

Br. Peter Haag wurde am 20. Dezember 1863 in Götighofen, Kanton Thurgau, geboren. Seine Eltern bewirtschafteten ein grosses Landgut. Die Kinder, neben Br. Peter vier Brüder und zwei Schwestern, erlangten eine angesehene Lebensstellung. Eine Schwester lebte noch hochbetagt im Institut Menzingen, als Br. Peter 1934 starb. Br. Peter war der jüngste unter seinen Brüdern. Gemäss Wunsch seiner Eltern lernte er das Schreinerhandwerk, trat zu ihrer Freude ins Kloster Engelberg ein und legte am 10. Oktober 1884 die Gelübde ab. Mehr als 30 Jahre leitete er die ausgedehnte Ökonomie von Grafenort. In früher Morgenstunde verrichtete er jeweils die Gebete, die er im Elternhaus gelernt hatte und es folgte die Morgenbetrachtung und sein marianisches Brevier. Mit kräftiger Hand läutete er dann um halb 5 Uhr in der nahen Kapelle die Ave-Glocke, um die Leute in den umliegenden Gehöften an das Gebet zu erinnern. Am Sonntag war er jeweils im Kloster und benützte die Gelegenheit, so viele Messen anzuhören, als er an Werktagen entbehren musste. Die grosse Ökonomie und mehrere Pachtgüter nahmen während der Woche seine Sorge völlig in Anspruch. In kluger Weise teile er die Arbeiten der Knechte auf den Gütern oder im Wald ein. Überall packte er selbst mit kräftiger Hand bei den verschiedenen Arbeiten an.

Besonders lieb war ihm die Arbeit mit Holz. Daher führte er einen lebhaften Holzhandel mit Nidwalden und der Stadt Luzern. Den Mitbrüdern, die zur Erholung oder um den Sonntagsgottesdienst zu halten, nach Grafenort gingen, war er ein freundlicher Gast­geber. Ein paar Stunden der Erholung in ihrer Gesellschaft waren ihm sehr angenehm, zumal, wenn sich Gelegenheit zu einem Jass bot. Dieses harmlose und doch so unterhaltsame Spiel blieb bis zu seinem Tod seine liebste Erholung.

Br. Peter hatte ausserdem eine grosse Liebe zu Musik und Gesang. Bis zu seinem Wegzug nach Grafenort spielte er im Stiftsorchester das erste Horn. Er hatte ein gutes Gehör und konnte sich liebliche Opernmelodien gut merken. In der Kirche mochte er mehr eine gefällige, das Gefühl ansprechende Musik als den ernsten Choral.

Stets war Br. Peter gesund und arbeitsfähig. Doch 1926 musste er sich einer Operation unterziehen, erholte sich aber. 1930 wurde er erneut krank und musste endgültig ins Kloster zurückkehren, krank und arbeitsunfähig. Die letzten Lebensjahre verbrachte er mit Gebet und Schmerzen. Die Schmerzen im Rücken waren oft äusserst heftig und raubten ihm auch die Nachtruhe. Doch das Gebet und der Empfang der hl. Sakramente stärkten ihn immer wieder. Am Morgen des 29. Oktober 1934, nur drei Wochen nach seiner feierlich begangenen goldenen Jubelprofess, wurde er von seinen Leiden erlöst.

Professnummer

  • Nr. 668

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 21, 1934/35, S. 21-22, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf von Peter Haag in: Titlisgrüsse 21, 1934/35, S. 21-22.