Paul Wymann

Aus Kloster-Engelberg
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P. Paul Wymann 1908.

Paul (Adalbert) Wymann (* 9. Dezember 1878 in Beckenried; † 25. Oktober 1918 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 6. Oktober 1900 (feierliche Profess: 19. Juli 1903)

Priesterweihe: 28. Mai 1904

Ämter

Lehrer in der Stiftsschule: 1904–1918

Präfekt: 19?–19?

Kapellmeister: 1908–1918

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Adalbert, Kantonsrichter und Nidwaldner Regierungsrat, und der Anna Karolina Käslin.

Lebensbeschreibung[1]

P. Paul Wymann stammte aus Beckenried, wo er am 9. Dezember 1878 als erster Sohn des Herrn Regierungsrat Wy­mann geboren wurde. Seine Mutter vererbte ihm ihr sonniges Wesen und ihre Liederfreude. Als sangesfroher Schüler kam der kleine Adalbert 1891 nach Engelberg. Da leistete er nicht nur in der Schule Vorzügliches, sondern spielte auch bald im geselligen Leben der Anstalt eine hervorragende Rolle. Nach glücklich bestandener Matura - er absolvierte das Lyzeum an der Stiftsschule in Einsiedeln - trat er hier ins Noviziat. Als Kleriker wurde er von den Oberen an Anselmianum nach Rom geschickt, wo er vier Jahre verblieb. Später besuchte er zur Ausbildung in der Philo­logie für ein Jahr die Universität Bonn. Mit Ausnahme dieses Jahres wirkte er von 1904 an bis zu seinem Tod unermüdlich an der Klosterschule, wo er in Philologie, Geschichte und Stenographie unterrichtete und eine Zeit lang die Präfektur besorgte. Daneben hielt er viele Musikstunden und verwaltete zehn Jahre das mühevolle Amt des Kapellmeisters.

P. Paul war gegenüber seinen Schülern sehr nachsichtig, dafür durfte er auch auf sie zählen; sie waren ihm zuliebe zu mancher Extraleistung bereit, die sie unter einem militärischeren Kommando nur mit Widerwillen ausgeführt hätten. Kontakte zu seinen Schülern blieben oft auch über die Schulzeit hinaus bestehen. Er trug viel zum gesamten musikalischen Betrieb im Kloster bei, zum Choral­ und Figuralgesang, zum Or­chester und vielem anderen. Wie kam ihm da seine Frohnatur, sein praktischer Sinn, seine umfangreiche, wohlklingende und ergiebige Stimme zustatten, letztere zumal, wenn es galt, die Zuhörer über schwache Besetzung oder eine kritische Situation hinwegzutäuschen.

In seinem klösterlichen Leben war P. Paul ein Muster der Pünktlichkeit und Regeltreue. Die Aufforderung des Heiligen von Monte Cassino, "zu tun, wozu die gemeinsame Klosterregel und das Beispiel der Vorfahren anhalten", war ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Widerspruch war sonst gar nicht seine Sache, aber wenn sich irgendwo Ansätze jener frommen Sonderlichkeit zeigen wollten, die durch asketische Experimente eigener Erfindung die bewährte Ordnung des Hergebrachten und Gemeinsamen zu "verbessern" strebten, fanden sie an ihm einen entschiedenen Geg­ner. Er mochte mit Arbeit noch so überlastet sein, immer sah man ihn bei den gemeinsamen Übungen an seinem Platz. Zwang ihn eine tüchtige Heiserkeit einmal dem Chor ferne zu bleiben, so verursachte ihm diese Ausnahme viel mehr Unbehagen als das körperliche Übel.

Wie P. Benedikt Käslin und P. Sigisbert Cavelti starb P. Paul am 25. Oktober 1918 an der Spanischen Grippe.

Werke

  • Die dynamischen Zeichen in der mehrstimmigen Kirchenmusik, in: Chorwächter 4, 1918, S. 49-51, 65-67.

Professnummer

  • Nr. 685

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 4, S. 133-135, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Paul Wymann, in: Titlisgrüsse 4, S. 133-135.