Paul Anderhub

Aus Kloster-Engelberg
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Paul (Bernhard) Anderhub (* 1650 in Eschenbach; † 13. September 1671 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 17. August 1670

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Johann Anderhub, Kirchmeiers und der Elisabeth Ineichen.

Cousin: P. Ägid Waldisbühl

Lebensbeschreibung[1]

Er war Luzerner aus Eschenbach, wo er als Sohn des Kirchmeiers Johann Anderhub und der Elisabeth Ineichen 1650 geboren wurde. Das genaue Datum ist nicht bekannt, da der Taufschein fehlt. Bernhard hatte von 1663 bis 1667 die Schule der Jesuiten in Luzern besucht.[2] Am 8. Dezember 1667 bringt ihn sein Vater an die Engelberger Schule und versprach für den Trockentisch wöchentlich 1 gld. 20 b, den Wein a parte berechnet. Er war aber nicht abstinent und bezog täglich eine Quart an Wein. Dazu wird bemerkt: "Er hat acht Wochen den Wein nicht genommen und war 14 Tage nicht allhie, sondern in Eschbach gesin." Der Vater bezahlte die gewöhnlichen Aus­gaben unter Abrechnung der Ferien. Einen Teil der Schuld übernahm der Pfarrer von Eschenbach, Herr Johann Dürler, nämlich 33 Gld. "Am 22. Juli ist er Noviz geworden. Eodem die ihm geben ein Brevier zu 6 gld. Item an Kleidern laut Rechnung von P Athanasio 20 gld." Am 17. August 1670 legte er zusammen mit Augustin Reding und seinem Cousin, Fr. Ägid Waldisbühl, die Gelübde ab. Auf diesen Anlass erhielt er als Aussteuer 1400 Gld. Deren Bezahlung liess allerdings auf sich warten und erfolgte erst am 23. November 1674. Im Namen des Abtes überwies der Vater dem Pfarrer von Eschenbach, Johann Dürler, für "Schild und Fenster" 10 Gld.[3]

Fr. Paul erhielt, wie auch sein Vetter, einen silbernen Becher.[4] Zur Profess war auch der erwähnte Pfarrer und Sextar Dürler anwesend, ebenso Bernhard Schilter, Ammann des Frauenklosters Eschenbach, wohl ein Verwandter und Vater des späteren P. Adelhelm Schilter, der 1684 Profess ablegte. Die Bezahlung erfolgte mit Vorliebe an Engelberger Patres in dem für Eschenbach nahe gelegenen Sins, beispielsweise am 8. Januar 1680 an P. Dominik Herzog. Am 21. Oktober 1681 war die ganze Rechnung beglichen. Fr. Paul war nach der Profess nur etwas mehr als ein Lebensjahr vergönnt. Er starb schon am 13. September 1671 nach einer kurzen Krankheit von zwei Tagen. Nach dem frühen Tod des Fr. Paul brachte Vater Anderbub einen zweiten Sohn an die Engelberger Schule, Johann Anderhub, der bis am 29. Oktober 1682 blieb. Über die weiteren Lebensdaten ist nichts bekannt.[5]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Hauser, Verzeichnis, S. 31.
  3. Lehmann, Luzerner Glasmalerei 1941, S. 199.
  4. Hess, Goldschmiedearbeiten, vgl. auch StiArEbd cod. 42, S. 248.
  5. Titlisgrüsse V, S. 69.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 117.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.