Nikolaus von Flüe

Aus Kloster-Engelberg
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Nikolaus (Pius) von Flüe (* 1656 in Sachseln; † 2. Januar 1721 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 8. Dezember 1676

Priesterweihe: 8. August 1683

Ämter

Bibliothekar: 1683–1697

Archivar: 1683–1697

Spiritual im Kloster St. Andreas: 1687–1691

Lehrer der Theologie: 1695–16?

Kapitelssekretär: 1693–1697

Pfarrer in Auw: 1697–1700

Prior: 1702–1709

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Nikolaus von Flüe und der Maria Lüthold.

Lebensbeschreibung[1]

Die Heimat von P. Nikolaus war das Bruderklausendorf Sachseln, wo er am 6. Februar 1657 als Sohn des Nikolaus von Flüe und der Maria Lüthold geboren wurde. Er nannte sich selber in der Professurkunde "Frater Pius Nicolaus", wohl um durch diesen Doppelnamen Verwechslungen zu vermeiden. Über seine erste Tätigkeit in Engelberg ist nichts bekannt, da in jenen Jahren die Rechnungsbücher wohl die Namen verzeichnen, für die der Präzeptor das Kostgeld erhielt, nicht aber die Namen der eintretenden Schüler. Von Flüe muss aber am 4. April 1674 als Schüler in Engelberg gewesen sein, da unter diesem Datum sein Name als Johann Anton in einer Arztrechnung erscheint, in der Dr. Georg Huber in Luzern ihm einen Saft als Medizin verschreibt.[2] Er scheint demnach die Schule in Engelberg besucht zu haben, auch die anschliessende Philosophie und Theologie. Den Subdiakonat erhielt er zusammen mit Fr. Eugen Wirz durch den Nuntius Odoardo Cibo in dessen Privatkapelle in Luzern am 27. Mai 1679. Den Diakonat und Presbyterat spendete ihm der Bischof von Chur in seiner Privatkapelle am 1., beziehungsweise 8. August 1683.[3]

In den ersten Jahren seiner Wirksamkeit war P. Nikolaus Bibliothekar und Archivar, da Briefe von P. Subprior Adelgott Dürler von Disentis an ihn vorliegen.[4] Das Schreiben von Disentis an P. Nikolaus ist übrigens bereits nach Auw gerichtet, wo er vom 3. Juni 1697 bis 3. August 1700 als Pfarrer beglaubigt ist.[5] Er war übrigens am 3. Mai 1695 zum Apostolischen Notar ernannt worden.[6] Hier wird er auch als Professor der Theologie bezeichnet. 1687 bis 1691 war er Spiritual im Frauenkloster in Sarnen. Nach der Rückkehr von Auw wurde er Prior in Engelberg (Mai 1702). Bei der Wahl von Abt Plazidus Hess am 20. April 1693 war er Kapitelssekretär. Von ihm als Prior schreibt u.a. der bekannte Zürcher Gelehrte Johann Jakob Scheuchzer, allerdings ohne Nennung des Namens in seinen Itinera Alpina, wo er von der "Colica spasmodica", die er in Engelberg auf seiner Reise über die Surenen angetroffen habe, dass sie sich bei P. Prior in rasenden, brennenden Schmerzen an Armen und Beinen geäussert habe.[7]

Am 13. Mai 1704 bezog er beim Buchhändler Johann Ludwig König in Basel Bücher im Betrag von 99 gld. Er nennt ihn hier "P. Pius de Rupe". In einer Gerichtsverhandlung im Talgericht von Engelberg erscheint er am 7. Juli 1690 als Beisitzer.[8] Nach P. Ildephons Straumeyer schrieb P. Nikolaus einen Traktat "De matrimonio", wohl aus seiner Tätigkeit als Lehrer der Theologie.[9] Als Spiritual in Sarnen schrieb er ein Büchlein: "Feuerzünglein der Liebe gegen die Mutter Gottes und deroselben heiliges Carmeliter Skapulier, das ist kurzer, doch gründlicher Bericht von dem Ursprung und absonderlicher Gnaden und Privilegie der heiligen, uralten Ertzbruderschaft des heiligen Skapuliers unserer lieben Frauen von dem Berge Carmelo mit mehreren Exemplaren und Fundamenten als bisharo diser Orthen bekannt zu grösserem Trost der Brüderen und Schwestern diser weltberühmten heiligen Bruderschaft authentische Beweistümer Jt. erklärt".[10] Besser gesichert sind die Amgaben des P. Mauritius van der Meer in seinem "tractatus de congregationibus",[11] dass P. Nikolaus als Prior einen Traktat in Latein über den Zehnten, sowie einen philosophischen und theologischen Kurs und ein Buch über die Erziehung der Kinder hinterliess.[12] P. Nikolaus starb am 2. Januar 1721.

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. StiArEbg Rb, Schule.
  3. Über die Priesterweihe in Chur vgl. P. Eugen Wy.
  4. Heer, Diss. Mabillon, S. 268 und 329.
  5. Hess, Pfarrgeistliche, S. 116.
  6. StiArEbg cista Personalia, 3. Mai 1695.
  7. Scheuchzer, Itinera Alpina, Leyden 1723, S. 15, sog. Krampfkolik.
  8. Ger. Prot., 7. Juli 1690.
  9. Straumeyer, Annales 9, StiArEbg cod. 229, S. 25.
  10. A. Küchler vertritt in den Geschichtsblättern Obwaldens (Zürich 1904, S. 22) die Auffassung, das "Feuerzünglein" von Flües sei in Sarnen, in der Offizin des Dr. J.B. Dillier gedruckt worden, des Stifters des Kollegiums Sarnen (Sarnen 1715). Doch findet diese Annahme bei P. Leo Ettlin in der Vita des J.B. Dilliers keine Stütze, weder in seinen politischen, noch seinen erbaulichen Schriften (J.B. Dillier 1668-1745, Hist. ant. Gesellschaft Obwalden, Obw. Geschichtsblätter, Heft 11, Sarnen 1969).
  11. StiBiEbg Mauritius van der Meer, Congr.
  12. Küchler, Sachseln, S. 145.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 118.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.