Nikolaus Käser

Aus Kloster-Engelberg
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Nikolaus (Peter) Käser (* 26. April 1877 in Wünnewil; † 21. August 1944 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 2. Oktober 1903

Priesterweihe: 20. Mai 1906

Ämter

Lehrer an der Stiftsschule: 1906–1944

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn der Elisabetha Hayoz.

Lebensbeschreibung[1]

P. Nikolaus Käser war ein Sohn des Freiburger Senselandes. Am 26. April 1877 erblickte er in Wünnewil das Licht der Welt und wurde auf den Namen Peter getauft. Der Pfarreigasthof zum St. Jakob war sein Vaterhaus. Den frommen Knaben reizte es wenig, in die Nachfolge seines für verstorbenen Vaters zu treten. Er wollte Priester werden. Darum trat er in das Kollegium St. Michael in Freiburg, später in das Kollegium Sarnen und im Herbst 1899 in die Stiftsschule Engelberg ein. Zwei Jahre blieb Peter in Engelberg, absolvierte die fünfte und sechste Klasse, die damals noch die höchsten an der Engelberger Schule waren. Dann bezog er die Freiburger Hochschule. Während dieses Philosophiestudiums entschied sich der Lauf seines Lebens. Er entschloss sich, Mönch zu werden und nach Engelberg zurückzukehren.

Im Herbst 1902 wurde er Novize in Engelberg, am 2. Oktober des folgenden Jahres legte er die Profess ab und erhielt den Ordensnamen Nikolaus, und nach den üblichen theologischen Studien wurde er am 20. Mai 1906 durch Bischof Fidelis Battaglia von Chur zum Priester geweiht. Seiner Freiburger Heimat blieb P. Nikolaus in Treue verbunden bis an sein Lebensende. Für Wünnewil bedeutete es immer ein kleines Fest, wenn "Altwirts Peter", der Priester der Gemeinde, in den Ferien heimkehrte. P. Nikolaus selber erlebte solche Heimattage als schönste Ferienfreude.

P. Nikolaus war Lehrer an der Klosterschule, zu einer Zeit als es noch wenige Lehrer gab und als der einzelne manchmal bis zu dreissig Wochenstunden zugeteilt erhielt, die Freifächer inbegriffen. Er unterrichte fast vierzig Jahre lang die französische Sprache. Da kannte er sich aus, so gut, dass die Schüler oft das Französische für seine Muttersprache hielten. Zwar verstand es P. Nikolaus nicht, den Schülern das Lernen zum blossen leichten Spiel zu machen. Es gelang ihm auch nicht, die Begeisterung aller zu gewinnen. Wahrscheinlich übersah er auch manchmal den harmlosen Schalk im Nacken seiner Schüler. Trotzdem war er als gerechter und arbeitsamer Lehrer geachtet. Zudem erteilte er viele Privatstunden während des Schuljahres und in den Ferien.

P. Nikolaus hatte ein halbes Jahrhundert lang die Feste des Klosters mitgesungen. Mit seiner prächtigen, vollen Bassstimme war er der selbstverständliche Solist der Tiefe. Auch spielte er Orgel und Waldhorn. Eine besondere Leidenschaft hatte er für Märsche: Ein "Trübsee-Marsch", ein "Titlis-Marsch" und manche andere Marschmusik waren seine eigene Komposition. Sie fanden solchen Anklang, dass sie ins Spiel der Blechmusik eingingen und zur Abschrift monatelang in den Studiensälen der musikbegeisterten Studenten zirkulierten. In Freifächerstunden amtete P. Nikolaus als Klavierlehrer. Seine Vorliebe galt den Anfängern, den Ansprüchen der Fortgeschrittenen fühlte er sich in seiner Bescheidenheit kaum mehr gewachsen. Er hatte ein besonderes Gedächtnis für Musik: Was er einmal gehört und mitgespielt hatte, blieb ihm im Kopf.

Ab 1906 betreute P. Nikolaus ununterbrochen die eidgenössische meteorologische Station Engelberg. Es soll vorgekommen sein, als das Kloster noch kein Telefon besass, dass seine gewissenhaften Aufzeichnungen auf dem Weg nach Zürich ein wenig aufgebessert wurden zu Gunsten des damals blühenden Kurortes Engelberg. Mag es so sein oder nicht: auf jeden Fall arbeitete P. Nikolaus auch auf diesem Gebiet anerkannt pünktlich und zuverlässig.

An vielen Vakanztagen, wenn die Engelberger Schüler mit den Lehrern in die Berge zogen, blieb P. Nikolaus daheim, um im Chor der Mönche das Lob Gottes zu singen. Und wenn er fröhlich mitgewandert war, wussten die Oberen des Hauses, dass sie ihn gleichwohl um den Besuch der abendlichen Komplet und der Matutin des folgenden Morgens bitten durften, falls sie das für wünschenswert hielten. P. Nikolaus konnte ohne Bitterkeit auf eine freie Stunde und einen Ausschlaf verzichten. Auf dem Heimgang von einer späten Andachtsstunde war es auch, dass P. Nikolaus zu Fall kam und an der dunklen Treppe stürzte. Er starb am 21. August 1944.

Professnummer

  • Nr. 690

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 31, 1944/45, S. 9-13, übernommen.

Bibliographie

  • Nachruf P. Nikolaus Käser, in: Titlisgrüsse 31, 1944/45, S. 9-13.