Nikolaus Eckhart

Aus Kloster-Engelberg
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Nikolaus (Bernhard) Eckhart (* 3. Mai 1653 in Luzern; † 6. August 1689 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 8. Januar 1673

Priesterweihe: 12. Juni 1677

Ämter

Kustos: 16?–1689

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Eckhart und der M. Agatha Müller.

Paten: Wilhelm Eckhart, Chorherr und Kammerer zu St. Leodegar, und Jakoba Segesser.

Lebensbeschreibung[1]

Die Familie Eckhart war aus Frauenfeld zugezogen und erhielt mit Heinrich Eckhart 1557 das Bürgerrecht von Luzern.[2] Vor allem waren sie in Handel und Geldgeschäften tätig und kamen zu einem ordentlichen Vermögen. Die Eltern des P. Nikolaus waren Franz Eckhart und M. Agatha Müller, denen er am 3. Mai 1653 geboren wurde. In der Hofkirche zu Luzern wurde er auf den Namen Wilhelm getauft. Als Paten sind genannt: Wilhelm Eckhart, Chorherr und Kammerer zu St. Leodegar und Jakoba Segesser. Die Taufe ist bescheinigt durch den Pfarrhern Nikolaus Ludwig Peyer am 23. Dezember 1675.

Wilhelm besuchte in den Jahren 1662 bis 1668 das Gymnasium der Jesuiten in Luzern.[3] So war er bereits gut vorgebildet, als er am 10. Dezember 1669 in unsere Schule kam, "begleitet und präsentiert von D. Joh. Wilhelm Beusch, Theologiae studioso und vorgewiesen litera commendatitias abs admodum R. D. Burchardo Pfyffer, Can. et Secrteario Beronensi et praenobili D. Nikolao Balthasar, Inferioris Senatus Lucernensis." Johann Wilhelm Beusch war Walliser und Mitstudent Wilhem Eckharts in Luzern, damals bereits Student der Theologie.[4] Burchard Pfyffer in Münster war geistlicher Vater des P. Nikolaus und vermachte dem Kloster 1681 ein weisses Messgewand in Silberstoff mit goldenen Blumen durchwirkt.[5]

Nikolaus Balthasar war Grossrat und 1657 und 1664 Kleinrat. Er starb am 13. November 1702 und wurde am 16. November beerdigt.[6] Dass Nikolaus Balthasar als Vogt des P. Nikolaus auftrat, ist daraus zu erklären, dass der Vater Franz Eckhart schon 1668 starb.[7] Balthasar als Vogt des Wilhelm Eckhart versprach pro Woche den Trockentisch; den Wein, das Bett und was er extra empfängt, soll er a parte bezahlen. "Anno 1670. Am 8. Decembris hat dieses Jünglings Herr Vogt Nikolaus Baltbasar das conto per R.P. Gabrielem spezifiziert überschickt, vom 10. Dezember 1669 bis 10. Dezember 1670 an ein zweifache Mailänder Dublone 15 gld an zwei Dukaten 9 gld. 39 Louistaler pro 2 gld, ist 88 gld. 35. Summa 113 gld. 17 b. Ist hiermit für das ganze Jahr alles zahlt." Nach einem Jahr waren wieder 113 gld Tischgeld fällig. Daran zahlte sein Herr Vogt Nikolaus Balthasar den 18. Dezember 1671 an 22 Dukaten und einen halben Louistaler 100 gld 6 b, übrig blieben bis zum 10. Dezember 1671 13 gld. "Anno 1673 hat dieser junge Wilhelm Eckhart den 8. Jan. Profess getan." Auch für die letzten Kosten kam Balthasar auf, 139 gld. So konnte der Abt am 8. Jänner 1673 eintragen: "Ist alles zahlt".

Die Weihen erhielt Fr. Nikolaus in Luzern: den Subdiakonat am 8. Juni 1674 durch den Nuntius Odoardo Cibo in dessen Residenzkapelle. P. Augustin Reding empfing gleichzeitig die Priesterweihe und Fr. Ägid Waldisbühl den Diakonat. Den Diakonat spendete der gleiche Nuntius am 29. Februar in seiner Privatkapelle, den Presbyterat erhielt er am 2. Juni 1677 durch den Nuntius. Über die Tätigkeit des P. Nikolaus sind wir nur wenig unterrichtet. Es ist aber anzunehmen, dass er bei seiner guten Vorbildung anfangs in der Klosterschule tätig war. Im März 1686 war er "collega parochi" in Sins, also vorübergehend als Aushilfe in Sins.[8] Sein eigentliches Amt war aber das des Kustos, des Verwalters der Sakristeischätze. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass er als Kustos wahrscheinlich bei der Aufstellung des Sakristei-Inventars durch Abt Gregor Fleischlin mitbeteiligt war, wie sein persönlicher Eintrag zu 17. Mai 1683 vermuten lässt.[9] In der Stiftsbibliothek erinnert an ihn eine Ausgabe des "Seneca" ohne Jahresangabe, in die er sich 1669 als "auditor poeseos" eingetragen hat.[10]

Er erreichte kein hohes Alter. Er starb als Kustos am 6. August 1689 morgens acht Uhr auf der Rückkehr von der Horbiskapelle, wo er mit zwei Mitbrüdern die heilige Messe gefeiert hatte, wie die Tabula Defunctorum berichtet, an katharrischer Erstickung. An diesen Tod erinnert noch heute ein Gedenkstein mit der Inschrift: "1689, die 6. Augusti hie obiit R. P. Nicolaus Ekhart."[11]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. Schweizer Archiv für Heraldik 19, S. 82.
  3. Glauser, Schülerverzeichnis, S. 89.
  4. Glauser, Verzeichnis, S. 42.
  5. StiArEbg Cista Sakristei-Inventar, bei dessen Aufstellung P. Nikolaus als Kustos mitgewirkt hatte.
  6. Messmer-Hoppe, Patriziat Luzern, S. 455.
  7. StiBiEbg cod. 10, f. 32r zum 27. April: Gedenkent des ehrsamen und bescheidenen Franciscus Eckhart. Starb 1668. Gott tröst sein Seel und alle christgläubigen Seelen."
  8. Hess, die Pfarrgeistlichen, S. 110.
  9. StiArEbg Cista Sakristei-Inventar.
  10. StiBiEbg Nr. 455 i l.
  11. Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 25.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 117.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.