Michael Dürler

Aus Kloster-Engelberg
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Michael (Christoph) Dürler (* 18. September 1658 in Fribourg; † 3. Februar 1730 in Engelberg)

Lebensdaten

Profess: 12. April 1711

Ämter

Krankenbruder:?

Gärtner

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Jakob Thürler und der Maria Bitrave.

Paten: Christoph Thürler und Anna Rissiyirulieux.

Lebensbeschreibung[1]

Dieser Laienbruder war Fribourger von Geburt und stammte aus einer wenig bekannten Pfarrei "In rupe superiore les Planches". Diese entsprach der Pfarrei La Roche, die erst 1652 gegründet wurde. Die Kirche steht auf dem Platz "Les Planches".[2] Br. Michael war ein Spätberufener und trat erst im Alter von 53 Jahren ins Kloster. Die Eltern hiessen Jakob Thürler und Maria Bitrave, denen er am 18. September 1658 geboren wurde. In der Taufe in der Kirche von La Roche erhielt er den Namen Christoph. Paten waren Christoph Thürler und Anna Rissiyirulieux. Der Taufschein wurde erst am 2. April 1711 auf die Profess hin von Pfarrer Jakob Yerli ausgestellt. Von Interesse mag sein, dass der Bischof Jakob Düring von Lausanne es für nötig fand, die Angaben des Pfarrers Jakob Yerli "in rupe ditionis Friburgensis" zu bestätigen.

Über das frühere Leben dieses Bruders ist nichts bekannt. Nur aus der Profess­urkunde ist zu erfahren, dass er am 12. April 1711 in Engelberg Profess ablegte. Nach P. Ildephons Straumeyer, der ihn noch persönlich kannte, war er von grosser Statur und Leibesfülle, mit langem Bart, der den einen Ehrfurcht, den anderen Angst einflösste. Er war zu jeder Arbeit bereit, besonders im Garten und auf dem Feld. Da arbeitete er stets ohne Kopfbedeckung, sodass er sich nach Aussage des Arztes eine Krankheit zuzog, die zu fünfmaligen Schlaganfällen führte. Zudem war er einige Jahre als Krankenbruder tätig.

Er soll ein frommer Bruder gewesen sein, der am frühen Morgen in der Sakristei alles für den Gottesdienst rüstete und die grösste Freude daran hatte, wenn er möglichst viele heiligen Messen ministrieren durfte. Später litt er sehr darunter, dass er den Altardienst wegen seines Leidens nicht mehr versehen konnte. Er pflegte das Gebet mit grossem Eifer. Für die geistliche Lesung und das Gebet opferte er viele Stunden der Nacht und des frühen Morgens. Zur Zeit des Klosterbrandes 1729 lag er krank darnieder, doch sein Pfleger konnte ihn rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wie ein Eintrag im Rechnungsbuch von 1717 zeigt, war für ihn ein eigener Wärter bestimmt: "Dem Abwart des Bruder Michael nach Luzern 1 gld." Über seinem Tod schrieb Straumeyer: "Die letzten zwei Jahre war er geistig unzurechnungsfähig. Seine Vorliebe galt dem Dienst am Altar, dem Gebet, dem Besuch des Allerheiligsten. Er war stets ein Frühaufsteher. Er konnte noch das heilige Krankenoel empfangen und starb mit dem Psalm Miserere auf den Lippen."[3]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
  2. HNLS V, S. 659.
  3. StiArEbg Acta Cap. I, S. 261.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 124.
  • StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.