Melchior Rizzi

Aus Kloster-Engelberg
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Melchior Rizzi (* 1560 von Baden; † 9. Juli 1603 in Engelberg)

Ämter

Kanzler: 1587–1592?

Pfarrer in Engelberg: 1592?–1600

Abt: 1600–1603

Lebensbeschreibung[1]

Melchior Rizzi wurde 1560 in Baden AG geboren.[2] 1587 war er Kanzler des Stiftes Engelberg.[3] Während der Amtszeit seines Vorgängers besorgte er die Pfarrei Engelberg.[4] Wenige Tage nach dessen Tod, am 18. Juni 1600, wurde er zum Abt gewählt.[5] Die Weihe erhielt er auf Wunsch der Schirmorte in Rheinau.[6] Obwohl ihm die Wahlakten ein gutes Zeugnis ausstellten, erwies er sich bald als völlig unfähig zur Führung des Klosters. Da er für Seelsorge und Verwaltung zu wenig Leute hatte, stellte er eine Reihe von Weltprie­stern als Kapläne an.[7] Um seine Schulden zu decken, verkaufte er wertvolle Handschriften aus der Klosterbibliothek.[8] Die Schirmorte warfen ihm Un­klugheit und zu grosse Nachgiebigkeit vor. Schon am 16. Februar 1601 ersuchten sie den Abt, den Pater Jakob Benedikt Sigerist als Schaffner anzunehmen.[9] Am 24. April 1602 wurde Sigerist, damals Pfarrer von Sachseln, vom Nuntius auf diesen Posten berufen.[10] Von da an besserten sich die Verhältnisse. Abt Rizzi starb am 9. Juli 1603 an einer Lungenentzündung.[11]

Einzelnachweise

  1. Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von der Helvetia Sacra (III I, S. 634f) übernommen.
  2. StiArEbg cod. 283, p. 8. Zur Familie vgl. Merz, Walther: Wappenbuch der Stadt Baden, Aarau 1920, S. 417.
  3. StiBiEbg J 21, Vorsatzblatt.
  4. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 575.
  5. StALU Kopie in Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, p. 8f, 15f.
  6. StiArEbg cod. 283, S. 18.
  7. Ib. cod. 30, p. 107ff.
  8. Ib. cod. 197, p. 95ff. Hafner, Wolfgang: Ein Fragment des Engelberger­meisters in der Burgerbibliothek Bern, in Titlisgrüsse 52, 1966, S. 86-93.
  9. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 32.
  10. Collectanea Tanner 3 (1600-1619), StiArEbg cod. 283, S. 115.
  11. Ib. cod. 197, p. 108. StiBiEbg cod. 10, f. 13.

Bibliographie

  • Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense, Luzern 1882, S. 41.
  • Heer, Gall: Aus der Vergangenheit von Kloster und Tal Engelberg 1120–1970, S. 197-200.
  • Helvetia Sacra III I, S. 634f.